[Leseempfehlung] Gedanken zu Author-Pays

In den “Notices of the ACM” fragt John Ewing “Where Are Journals Headed? Why We Should Worry About Author-Pay”:engl:.
Der Autor macht sich darüber Gedanken, wie die Zukunft des wissenschaftlichen Publizierens sein wird und nutzt dafür das Beispiel der Biomedizin.

Paying a “posting-fee” makes sense, and since most biomedical research is supported by grants (often large ones), a relatively small posting-fee is easily absorbed in the grant.

Insgesamt kommt der Autor zu einem Ergebnis, das Befürchtungen wahrwerden lässt, die dem innersten Gedanken von Open Access und der Begründung von Open Access widersprechen.

We are therefore heading in the wrong direction. Scholarly journals are sick and they need attention. But instead of following a regimen of reasoned and disciplined remedies—instead of driving down prices by the steady, concerted actions of authors, editors, and librarians—we are bleeding the patient with open access models, trusting in miracles (that university administrators will shift funds from those with research funds to those without), and praying that publishers will repent their ways.

Wir bewegen uns hin zu einer Umverteilung der Finanzierung, am Problem selber beheben wir damit aber nichts. Wissenschaft ist teuer und das Publizieren macht einen wichtigen Teil davon aus. Open Access ist keine Lösung, sondern stellt uns genauso vor die Frage, wie wir Wissenschaft und die dazugehörigen Veröffentlichungen dauerhaft finanzieren können. Eine Umverteilung ist nur eine Verlagerung des eigentlichen Problems.

Ewing, John : Where Are Journals Headed? Why We Should Worry About Author-Pay :engl: In: Notices of the AMS, 55 (2008) 3, S. 381-382


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2 Kommentare

  • Open Access ist mehr als nur Umverteilung

    Bei Open Access geht keineswegs nur um Umverteilung, sondern um die *Vermeidung zusätzlicher Kosten*. Open Access wendet sich dagegen, daß der Anspruch eines Herausgebers auf einen zusätzlichen Gewinn den Nutzen des Verbrauchers schmälert. Toll-Access schadet dem Kosten-Nutzen-Verhältnis doppelt.

    Ergänzender Lesetipp: Peter Suber hatte sich schon mal mit einem ähnlichen Einwand Ewings gegen OA beschäftigt, http://www.earlham.edu/~peters/fos/newsletter/11-02-03.htm#objreply

    (alte Zeit: Mittwoch, 5. März 2008, 15:28)

  • tene

    Bessere Abgrenzung meiner pauschalisierten Aussage

    Ja, eindeutig: Open Access ist i.d.R. eine “Vermeidung zusätzlicher Kosten”. Bei bestimmten Modellen jedoch kann es zu einer Mehrbelastung kommen und zwar in Fällen in denen der Autor (Author pays) zahlen soll. Hier können auf den Autor oder dessen Institution Mehrkosten zukommen.

    Eindeutig liegt eine Veränderung der Kostenbelastung bei einzelnen Hochschulen und Forschungseinrichtungen vor. Forschungsintensive und publikationsstarke Einrichtungen werden bei der Umkehrung der Finanzierung von Lesenden hin zu Autoren und Autorinnen relativ mehr zahlen müssen als Hochschulen und Forschungseinrichtungen, an denen weniger publiziert wird.

    Quelle: Vorbehalte gegen Open Access: Finanzierbarkeit des Author-Pays-Modells)

    Bei Author-Pays-Modellen handelt es sich häufig um externe Angebote von “renomierten” Zeitschriften. Renomee kostet. Wer auf anfängliches Renomee angewiesen ist, hat eine weitere Hürde zu überwinden.

    Unter offenen Fragen verbucht die Leibnitz-Gemeinschaft nicht umsonst die Finanzierung von Open Access.

    Wie kann man Open Access auf Dauer finanzieren? Gibt es Geschäftsmodelle auf der Grundlage von Open Access, mit denen man Gewinn erzielen kann oder wird Profit grundsätzlich in Frage gestellt (abgelehnt)? Gibt es eine faire Kosten-/Preis-
    Allokation?

    Quelle: Open Access – Grundlegende Informationen, Langfassung

    (alte Zeit: Mittwoch, 5. März 2008, 16:59)