Der Kindle 2 lernt schweigen

Es gibt Streit um die Vorlesefunktion des Kindle 2. The Authors Guilde sieht darin Rechte der Autoren:engl: verletzt. Nun reagiert Amazon.com. Nicht jedes Buch soll vorgelesen werden.

Darüber sollen künftig Autoren und Rechteinhaber entscheiden können. Amzon betont allerdings, dass sie damit nicht bestätigt, dass die „experimentelle Text-zu-Sprache-Funktion“ nicht illegal ist. So würde ja keine Kopie angefertigt, kein abgeleitetes Werk erstellt und eigentlich auch nichts vorgetragen. Man wolle aber den Urhebern das Recht zur Betimmung über die Verwendung ihrer Werke nicht aus der Hand nehmen.

Die Authors Guild:engl: vertritt jedoch die Meinung, dass die Vorlesefunktion aus Büchern Hörbücher macht und deshalb wären dafür Tantiemen fällig.

Nach Amazons Kehrtwendung ist Aiken noch nicht rechtlos [sic!] überzeugt. Man müsse abwarten „wie das genau implementiert wird“, sagte er dem Tech Blog der „L.A. Times“.

Nun ja, da ist wohl noch einiges zu klären, auch auf rechtlicher Ebene, denn der Kindle ist bei weitem nicht das einzigste Gerät, welches Schrift in Ton umwandelt. So weist Apples Betriebssystem Mac OS X beispielsweise eine solche Funktion auf. Bei der „Text to speech“-Software gibt es in unterschiedlichen Versionen und Qualitätsstufen. Außerdem gibt es bereits solche Software als Freeware.

Durch den Rückzug von Amazon wird es wohl noch eine Weile dauern, bis auch gerichtlich geklärt wird, ob diese Vorlesesoftware illegal ist. Dabei muss man vor allem an jene Nutzer denken, die Sehbehindert sind und die durch die Vorlesefunktion weit mehr Informationen relativ schnell und unkompliziert erhalten können.

Quelle
Bei manchen Büchern soll Kindle stumm bleiben via Spiegel online


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Die Princeton University bekommt eine neue Bibliothek

Zu Ehren des heutigen 80. Geburtstags des Architekten Frank O. Gehry berichtet die NZZ Online über den Bibliotheksneubau der Princeton University für die Lewis Library:

Die neue Bibliothek, an der Kreuzung von Washington Road und Ivy Lane und damit an einem exponierten Ort inmitten des Universitätsgeländes gelegen, zählt zu Gehrys überzeugendsten Bauten der vergangenen Jahre, und vielleicht hat – ähnlich wie beim Bankbau am Pariser Platz in Berlin – gerade die nötige Restriktion dazu geführt, den sich mitunter frei in den Raum ergiessenden Formen eine Fassung zu verleihen. Vergleicht man die Lewis Library mit den wuchernden Protuberanzen des Stata Center am MIT in Cambridge oder dem Hotel Marques de Riscal im Baskenland, so zeigt sich, dass dem Architekten hier eine Einfügung in das Gewebe des Campus gelungen ist. Ein dreigeschossiger, mit Ziegelsteinen verkleideter und mit Lochfenstern versehener Institutsbau sowie ein zweigeschossiger Bibliotheksflügel mit Auditorium und Lesesälen rahmen die sich aufgipfelnde Stahl-Glas-Konstruktion des Bibliotheksturms. Mit 35 Metern Höhe gibt sich dieser moderat und erreicht lediglich die halbe Höhe des Turms der südlich anschliessenden Fine Hall. Grosszügig wirkt die zentrale Halle, überaus angenehm die Lesebereiche, die mit zunehmender Höhe an Intimität gewinnen.

Hm, ich persönlich finde, es sieht ein bisschen aus, als hätte ein Riesenbaby mit Riesenbauklötzern gespielt und sein wackeliges Gebäude wäre dann in sich zusammengefallen. Aber immerhin hat sich wieder etwas Stein zwischen all das Glas und den Stahl geschoben. Und die zentrale Lage spricht dafür, dass in Bibliotheken zunehmend soziale und kommunikative Orte gesehen werden und nicht nur Bücherreservoirs.

Die Princeton University möchte durch den Neubau auch die „Erlaufbarkeit“ des gesamten Campus steigern:

The library is designed to meet the needs of students, faculty and staff better than the previous patchwork of small, discipline-specific science libraries located throughout campus.

Lewis Library

Lewis Library

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E-Books in Würzburg führen zum Streit

Im Dezember kündigte die Universitätsbibliothek Würzburg an, die beliebtesten Bücher einzuscannen und als E-Book über entsprechende Terminal im Rahmen von § 52b UrhG zugänglich zu machen.

Jetzt reagiert auch der Börsenverein in einer sehr kurzen Mitteilung.

Muss eine Bibliothek, die Bücher für Leseterminals digitalisieren will, zunächst prüfen, ob der Verlag eine elektronische Lizenz zu angemessenen Bedingungen anbietet?

Um diese Urheberrechtsschranke des § 52 UrhG zu prüfen bereitet der Börsenverein jetzt einen Musterprozess gegen die Universitätsbibliothek Würzburg vor.

Aufmerksam geworden über
Ullmann, Nadine: Börsenverein geht gegen elektronische Lehrbuchsammlung vor via infobib.de

[Update]
Robert A. Gehring fängt seinen Artikel in golem.de mit dem steinigen Weg in die Informationsgesellschaft an. Leidtragend sind natürlich immer die Mutigen, in diesem Fall die Universität Würzburg.
Buchreport berichtet:

Die großzügige Gabe rief die Rechtsabteilung des Börsenvereins auf den Plan. Grund: Bibliothekbesucher konnten die Bücher komplett herunterladen, ausdrucken und mitnehmen. Trotz teilweisen Einlenkens der Uni bereitet der Verband eine Musterklage vor, u.a. für den stark betroffenen Verlag C.H. Beck.

Aufgrund dessen ließ der Börsenverein der Bibliothek prompt eine Abmahnung zukommen, die von der Universität auch unterschrieben wurde. Seitdem können die Bücher nicht mehr ausgedruckt oder kopiert werden. Für die Studenten heißt das, sie müssen wie aus Printbüchern die Textpassagen vom Bildschirm abschreiben oder abtippen.

Doch einmal wachgerüttelt, reicht diese Einschränkungen dem Börsenverein nicht. Nach dessen Auffassung reicht § 52b nicht aus, um die Werke überhaupt einzuscannen, auch wenn sie von den Rechteinhabern nicht selbst in elektronischer Form angeboten werden.

Auch die Intranetregelung des Paragrafen 52a des Urheberrechtsgesetzes möchte Börsenvereinsjustiziar Christian Sprang gerichtlich prüfen lassen, da seiner Meinung nach manche Hochschulen zu wenig Lehrbücher empfehlen. Stattdessen würden sie lieber Lehrbuchteile im Intranet anbieten.

Das bedeutet, dass der Börsenverein auch hier einen weiteren Musterprozess anstrengen wird. Dass das Verhalten an der Wirklichkeit und den Bedürfnissen ihrer Leser vorbei geht, wird nicht bedacht. Statt mit Rechtskonsequenzen zu drohen, sollten doch die Bemühungen, eine konstruktive Lösung zu finden, verstärkt werden.


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Sonys E-Reader in Deutschland

Da zur Leipziger Buchmesse der erste E-Reader in Deutschland erscheint, widmet sich heute die Welt Kompakt diesem Thema. Im Artikel wird die Frage auf geworfen ob der Sony E-Reader das gedruckte Papier verdrängen kann. Laut Welt Kompakt spricht folgendes dagegen das er das physische Buch verdrängt:

1. Diebstahlfaktor:  Der Verlust des Readers ist für den Besitzer wesentlich teurer als wenn man ein Buch verlegt, verliert oder es einem gestohlen wird.

2. Badewannenfaktor: Wer kennt das nicht man liegt gemütlich in der Wanne und plötzlich entgleitet einem das Buch. Papier kann man trocknen, beim E-Reader hat man danach nur noch Schrott und auch in diesem Fall wird es teuer.

3. Freundefaktor: Man liest ein gutes Buch und will es an einen Freund verleihen. Dies ist mit dem E-Reader nicht möglich.

4.  Nostalgiefaktor:  Das stöbern im Buchladen und dabei das ein oder andere Buch in die Hand zunehmen, um rein zu lesen.  Und auch der typische Geruch des Buches geht verloren.

Diese Faktoren ließen sich mit Sicherheit noch ergänzen.  Doch wenn man den Preis des E-Readers bedenkt, sollte  man vielleicht erst mal abwarten wie sich  der Umsatz entwickelt bevor man vom Tot des Buches spricht.


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[Kurz] Informationskompetenzstandards werden zu ernst genommen?

Dieser Meinung ist zumindest Herr Hapke und fasst in seinem Blog seine Sicht auf die Dinge zusammen.


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Netzpolitik – 075. Podcast mit Volker Grassmuck

In der Netzpolitik-Podcast Folge 075 kann man das zweistündige Gespräch von Markus Beckedahl mit dem Medienforscher Dr. Volker Grassmuck über die Kulturflatrate anhören. Die Kulturflatrate ist ein heiß diskutiertes Thema. Die Meinungen gehen von der einzig machbare Alternative bis zum anderen Extrem, der Einführung des Kommunismus. Grassmuck klärt jedoch über Vorurteile und Missverständnisse auf.
Im Podcast spricht Grassmuck über die Idee der Flatrate, über Probleme und eine tecchnische Lösung dieser. Markus Beckedal hat Twitter genutzt, um Fragen für das Gespräch zu gewinnen.

Wie wird der Schlüssel errechnet? Wer bekommt das ganze Geld? Welche Probleme löst die Kulturflatrate, welche Probleme kann auch die Kulturflatrate nicht lösen? Wollen wir als Gesellschaft Kultur fördern? Sollen Tauschbörsen weiterhin bekämpft und eine ganze Generation kriminalisiert werden? Ist das nicht alles eine GEZ oder Zwangssteuer? Sind überhaupt noch Geschäftsmodelle wie iTunes oder Musikflatrates möglich? Ist die Kulturflatrate auch die Rettung für Journalismus und werden damit auch Blogs vergütet? Wer zieht das Geld ein und verteilt es? Wie gehen wir mit neuen Kulturproduktionsformen wie freien Communities um? Gefährdet die Kulturflatrate den Datenschutz und die Netzneutralität?

Dies sind nur einige Fragen, die im Gespräch beantwortet werden.

Ich hoffe, dass man mit dem Podcast ein wenig die gesellschaftliche Debatte entfachen kann, die dringend notwendig ist, Alternativen zum Wettrüsten und dem Abbau von Grundrechten im Netz zu schaffen.

Viele sehen diese Grundrechte durch die zunehmende Verfolgung von Urheberrechtsdelikten in Gefahr. Die Öffentlichkeit muss dies als Problem erkennen und in eine Debatte einsteigen, wie man zukünftig Kultur fördern will.

Die Kulturflatrate könnte ein neuer Sozialvertrag sein, der dies unterstützt: Kompensation ohne Kontrolle und dabei die gesellschaftlichen und technologischen Realitäten akzeptieren: Das nicht-kommerzielle Teilen von Kultur legalisieren und die Künstler dabei vergüten.

Links zum Podcast: MP3 oder OGG

Wer sich an der Diskussion zur Kulturflatrate beteiligen will, kann dies im Netzpolitik-Wiki auf der Seite “Kulturflatrate-FAQ” tun.


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Digital Natives und Google-Geborene

Die besorgten Eltern – immer hängen ihre Jugendlichen im Netz. Nun will diesen Pessimisten ein Buch erklären, wie die digitale Generation tickt. Macht den das Internet wirklich dumm?

Diesen Pessimisten stehen die bedingungslosen Optimisten gegenüber, die schon in jeder noch so kleinen technischen Entwicklung eine Revolution sehen. Sie sind mit ihren ewigen Gadgets nicht weniger nervig als die Kulturpessimisten.

An den Möglichkeiten, Problemen und Weiten des Internets scheiden sich noch immer die Geister, groß und klein, jung und alt. Die Internetskepsis ist mittlerweile so durchgegähnt, und: Sie ist oft eine Altersfrage.

Diese Form des Generationenkonflikts wächst und wächst und die Autoren John Palfrey und Urs Gasser versuchen sie mit ihrem Buch Generation Internet zu schließen. Sie versuchen das Verhalten der Google-Geborenen zu erklären.

Die Erkenntnisse der beiden Professoren stammen aus persönlichen Gesprächen und wissenschaftlichen Studien und einer insgesamt großen Quellenvielfalt. Ihr Buch widmet sich den grundlegenden Fragen zum Web 2.0: Identität, Sicherheit, Kreativität, Qualität, Gefahren. Es ist eine Annäherung an die Digital Natives, die ganz selbstverständlich zwischen online und offline hin und her springen.

Deren Leben gestaltet sich anders als das ihrer Eltern. Die Jugendlichen kaufen ihre Musik nicht im Plattenlanden sondern bei iTunes oder Musicload. Kontaktpflege passiert nicht telefonisch sondern über Facebook. Da dies eben nicht mehr „draußen, im prallen Leben“ stattfindet, sondern im eigenen Zimmer vorm Bildschirm, ist dies alles „unsichtbar“ für die Eltern.

Das soziale Leben der Jugend sei nicht deswegen tot, bloß umgezogen. Vom Café ins Virtuelle. Und dort, sagen die Autoren, gelten dieselben Verhaltensregeln.

Das chaotische Web besitzt Chancen für die Jugendlichen. Sie haben dort die Möglichkeit sich auszuprobieren und ihre Identität zu finden. Die Autoren sehen sogar einen Vorteil:

Das Prinzip des Trial and Error, das jede Pubertät begleite, könne im virtuellen Raum besser erprobt werden.

Sie loben die Netzkunst, die eine Erweiterung der originären Kreativität der Menschen sei. Dennoch bestätigten sie ein wenig die Banalität des Internets, die der Kritiker Andrew Keen den Netzinhalten vorwirft. Dies ist ihrer Meinung nach aber nur eine Frage der Zeit, bis dort einigge außergewöhnliche Werker zu sehen sein werden.

Dieser verhaltene Optimismus der Autoren ist angenehm, weil sie den problemorientierten Ansatz nicht vergessen. Wann immer es um ein Spielfeld der digital natives geht, werden die Risiken erörtert und ihre Bedeutung.

Ein Schwerpunkt ist außerderm die Informationsüberflutung, an welche die Digital Natives gewöhnt sein sollten. Allerdings würden hier die jungen Menschen oft an ihre Grenzen stoßen. Als Bibliothekare und Informationsexperten müssen wir die Übertragung der folgenden Aufgabe sehr kritisch beurteilen. Palfrey und Gasser sehen die Pädagogen in der Pflicht, Handlungsmuster zu entwickeln, mit denen sich die Jugendlichen auf diese Informationsexplosionen vorbereiten können. Allerdings würde diese Herausforderung die autonome Entscheidungsfähigkeit stärker gefordert als je zuvor.

All das trifft aber auch alle, die sich alltägliich im Internet bewegen. Daher ist der Titel des Buches ein wenig unglücklich gewählt. Jeder der sich im Internet bewegt, muss sich mit Aspekten wie Datenschutz, Pornoseitenn, digitale Fußabdrücken und dem Urheberrechten in der digitalen Wel auseinandersetzen.

David Hugendick sieht trotz des machmal leicht großväterlichen Jugend-von-heute-Gestus in dem Buch ein doch ausgewogenes Grundlagenwerk, da es eben nicht die neuesten, aktuellsten Trends schildert, sondern die soziokulturellen und auch rechtlichen Veränderungen anspricht, die durch die Digitalisierung unserer Gesellschaft entstehen.

Vielleicht könnte es einige Pessimisten besänftigen und die bedingungslosen Optimisten vorsichtiger machen. Auf jeden Fall zeigt es uns eins: Der Kulturwandel ist längst da. Jetzt müssen wir nur noch lernen, sorgsam mit ihm umzugehen.

Quelle:
Hugendick, David: Sternzeichen Google via Zeit online


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Twittern – Etwas für Bibliotheken?

„Twittern: Wird schon wieder die nächste Sau durch’s Dorf gejagt?“ fragt sich heute Ilona Munique Jürgen Plieninger von Fobikom.
Man könnte das annehmen, denn nicht nur Suchmaschinen entdecken plötzlich den kleinen schnellen Nachrichtendienst.

Unter http://www.twitter.com/ finden Sie einen Dienst, bei dem Sie sich anmelden können und dann die Möglichkeit haben, entweder privat oder öffentlich kleine Nachrichten und Links von maximal 140 Zeichen formulieren und abschicken zu können.

Wie jedoch kann man diesen Dienst nun für Bibliotheken einsetzen? Natürlich müssen die Nachrichten öffentlich sein. Hier lassen sich kleine Ereignisse zeitnah vermitteln. Vorteilhaft ist dafür auch der mit diesem Nachrichtendienst verbundene RSS-Feed, denn so können die dort erstellten Einträge von jedermann abonniert oder in andere Informationsangebote integriert werden.

So lassen sich beispielsweise Neuerwerbungen twittern. Zum Beispiel:

Die Bibliothek der Fachhochschulstudiengänge Burgenland in Eisenstadt twittert ihre Neuerwerbungen.

Das bietet sicherlich nur an, wenn die Zahl der neu erworbenen Medien überschaubar ist.

Eine zweite Möglichkeit, für die Twitter von Bibliotheken einsetzbar ist, ist die Veröffentlichung von Hinweisen zu bibliotheksrelevanten Artikeln, Ereignissen, Konferenzen etc. Beispielsweise ist da das Microblog von der Library of Congress:engl: zu nennen.

Bereits im produktiven Einsatz ist Twitter, wenn es darum geht von Konferenzen zu zwitschern, d.h. auf neudeutsch zu twittern. Auch immer mehr Verlage wie Wiley-VCH:engl: sind bei Twitter, so dass Bibliotheken sich bei ihnen über neuste Verlagsangebote auf dem Laufenden halten können. Auch bibliothekarisch interessante Zeitschrifte informieren über neu erschienene Artikel:engl: oder interessante Quellen.
Auch der fachliche Austausch lässt sich mit Twitter beschleunigen. Da liest man dann auch schon mal folgende Bemerkung, die garantiert ihre Berechtigung hat:

ist man automatisch „informationskompetent“, wenn man BibliothekarIn ist? Einige scheinen es ja zu denken

Ich persönlich nutze Twitter, um wenigsten auf die Texte aufmerksam zu machen, die ich hier gerne genauer unter die Lupe genommen hätte, wofür mir aber letztendlich die Zeit gefehlt hat. 140 Zeichen bei Twitter schreiben sich schneller als ein langer Post hier im Blog. Erstaunlich fand ich, wie schnell sich Follower fanden, die das Microblog mitlesen. Andererseits entdeckt man auch sehr schnell neue interessante Twitterer.

WordPress-Nutzer erhalten außerdem mit Twitter Tools ein wirksames Plugin, mit dem sie ihre Zwitschernachrichten im Blog anzeigen lassen, vom Blog aus auch eigenständige Microposts veröffentlichen oder einen kurzen Hinweis auf einen neuen Blogbeitrag bei Twitter anzeigen lassen können.

Interessant, wofür Twitter gut sein kann. Inzwischen kursieren die Twitterthesen von Autopoiet im Netz. David Lee King veröffentlichte in seinem Blog 10 Möglichkeiten für Bibliothekare, Twitter zu nutzen:engl: . Der Selbstlernkurs 13 Dinge wurde mit der Bonusrunde Twitter ergänzt.

Twitter ist inzwischen da. Der Dienst versorgt uns fast in Echtzeit mit Informationsschnitzeln, die wir weiterverfolgen können oder nicht. Er ist schnell, aufs wesentlichste der Information reduziert und er ist einfach von jedermann nutzbar. Wir können unsere Bibliothekskunden so besser erreichen. Allerdings besteht die Frage, die ich auch immer wieder bei Blogs und anderen bibliothekarischen Community-Angeboten stelle: Wie kriegen wir jetzt die Bibliotheksnutzer dazu, diese Angebote auch zu konsumieren/nutzen/dabei mitzuwirken?


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Hausgemachte Diebstahlsursache

Das Branchenhearing Buchmarkt war von der Bundesregierung wohl eigentlich nur als Bestandsaufnahme geplant geworden, aber die Vertreter des Buchmarktes machten daraus eine heftige Debatte zur Frage:

Wie steht es im Internetzeitalter um die Rechte der Urheber und der Verwerter?

Das Börsenblatt berichtet über diese Auseinandersetzung und die verschiedensten Positionen.
Karl-Peter Winters, Vorstand des Börsenvereins, legte mit einem provozierenden Blick auf die „schöne neue Welt vor. Versöhnlich waren dann eher die Worte von Elisabeth Niggeman, der Generaldirektorin der Nationalbibliothek.
Allerdings spürt man beim Lesen des Beitrages des Börsenblatt an dieser Stelle eine gewisse Hähme des Autors (leider nicht namentlich erwähnt).

Wenn es um die Vermarktung digitaler Bestände gehe, will Niggemann darunter „das Heben von Schätzen und das Aufmerksammachen“ verstanden wissen. Die Bibliotheken strebten nicht nach der kommerziellen Verwertung, sondern „wir wollen es vermarkten im Sinne von: frei an möglichst viele Nutzer bringen“, versicherte sie. Und ergänzte: „Was urheberrechtsfrei geworden ist, sollte vom öffentlichen Bereich nicht wieder unfrei gemacht werden.“

Albrecht Hauff, Thieme-Verleger, wies darauf hin, wie schnell gesetzgeberische Entscheidungen besonders die Wissenschaftsverlage beeinträchtigen können. Er sieht sich insbesondere durch die Internetpiraterie bedroht. Der Thieme-Verlag, der bereits „innovativ“ 😉 E-Book-Angebote im Programm hat, warnte vor einem womöglich erweiterten Paragraph 52b UrhG, bei dem künftig die Online-Nutzung der lizenzierten Werke nicht mehr nur auf die Leseplätze des Lizenznehmers beschränkt bliebe.

Anna Dünnebier, Interessenvertreterin der Autoren im Internet, fasste deren Hoffnungen und Befürchtungen zusammen.

„Neue Chancen“ sieht die stellvertretende Vorsitzende des Verbands Deutscher Schriftsteller – „wir können Texte öffentlich machen. Das ist ein großer Gewinn an Informationsfreiheit, leider noch nicht an Verdienst.“ Das Urheberrecht stehe nicht gegen die Informationsfreiheit (was leider öffentlich oft und falsch behauptet werde). „Autoren möchten ihre Texte gerne weiterverbreiten; sie möchten von dieser Verbreitung allerdings auch gerne leben.“ Dünnebier kritisierte alle Versuche, geistigen Diebstahl mit Hinweis auf die Kultur- und Informationsfreiheit zu rechtfertigen. „Hier tut Aufklärung not.“

Auch das Google-Settlement war das Thema der Schriftstellerin Dünnebier. Sie zeigt sich kritisch gegenüber der Einräumung lebenslanger weltweiter Rechte (was ich verstehen kann, vor allem bei der zu erwartenden Tantieme von 60 US-Dollar pro verzeichnetem Roman). Allerdings zeigt sie auch ein wenig die Gefahr der Erpressbarkeit:

„Können wir Autoren überhaupt aussteigen? Oder verschwindet man dann ganz aus dem Kanon der Bücher?“

Till Kreutzer von iRights.info versuchte etwaige Bedenken gegenüber diesem Abkommen zu relativieren und auch Vorteile aufzuzeigen. Dazu zählen u.a. die größere Reichweite, eine, wenn vielleicht auch geringe, Beteiligung an den Einnahmen von Google. Auch widersprach er dem Ausverkauf von Rechten, da Google nur einfache Nutzungsrechte erwirbt. Die Autoren wären in ihrer Vermarktung ihrer Werke nicht eingeschränkt. Google wäre in dieser Sichtweise ein Plus für die Autoren. Kreutzer versuchte außerdem die Verlage zu kreativen neuen Geschäftsmodellen zu ermutigen.

Joerg Pfuhl, Random-House-Geschäftsführer, sieht im Internet ein Marketing-Instrument, über das man direkt mit den Lesern kommunizieren kann und das ein wichtiger Vertriebsweg für digitale und physische Verlagsprodukte ist. Mit Blick auf die USA sieht er einen Marktdurchbruch in den nächsten fünf Jahren. Heutige Publikumsverlage, das sind Verlage, die meist von der Unterstützung des Buchhandels abhängig sind, werden wegen dem Internet und den E-Books nicht verschwinden. Entscheiden werden allerdings bis dahin heute noch nicht entwickelte Geschäftsmodelle sein.

An die Politik richtete Pfuhl, wie zahlreiche Branchenvertreter vor und nach ihm, drei Wünsche: einen verlässlichen Rechtsrahmen, der das Eindämmen von Online-Kriminalität ermöglicht; eine Anpassung des Mehrwertsteuersatzes für digitale Bücher; und schließlich eine Initiative Leseförderung.

Bettin Preiß, VDG-Verlag, räumte in ihrem Vortrag das Vorurteil aus, die Buchbranche hätte die Zeichen der Zeit (die Digitalisierung) verschlafen. Sie bestätigte auch meine Ansicht zur eigentlichen Bedeutung des Internets für die Verlagsbranche:

„Das Internet ist für uns der Weg zu den speziellen, den nicht industrialisierten Büchern. Sie werden durch das Internet auffindbar und dadurch nutzbar für Menschen mit besonderen Interessen.“ [Hervorhebungen durch d. Verf.]

Auch die Förderpolitik war eines der Stichworte in diesem Gespräch. Verleger Manfred Metzner, ehrenamtlich tätig für die Kurt Wolff Stiftung, sieht die Politik in der Pflicht, die Vielfältigkeit der Verlage zu unterstützen.

Die Einschätzung der teilnehmenden Buchhändler bestätigen Gefahren für den Buchhandel vor Ort. Das Internet hat die bessere Reichweite. Hier müssen die Buchhandlungen sich offensiver positionieren, so z.B. durch den Verkauf des Sony-Readers oder eine bessere Nutzung der lokalen Bekanntheit in Verknüpfung mit einem sehr individuellen Online-Shop.
Besondes eng wird es für die kleineren Buchhändler. Ihre bereits vorhandenen Online-Shops sind zu wenig individuell. Als Reaktion auf die Digitalisierung würden folgende Trends verstärkt: höhere Konzentration, mehr Internethandel und die Gefahr durch Piraterie.

Diesen letzten Trend soll der Gesetzgeber aufzuhalten versuchen? Redner Prof. Michel Clement, Professor am Institut für Marketing und Medien der Universität Hamburg, warf in diesem Zusammenhang der Buchbranche Versäumnisse vor. So habe man es seit Jahren versäumt, legal und einfach zugänglich beliebte Bücher online zu vermarkten. Da ein Bedarf daran bestände, der durch die Branche nicht selbst befriedigt wird, müssten dies die Leser selbst erledigten.

„Sie können im Urheberrecht machen, was Sie wollen: Der User wird seinen Weg in den Schwarzmarkt finden. Millionenfach. Sie werden immer hinter den Piraten herlaufen.“ Die Branche habe durch ihre Untätigkeit dazu auch noch indirekt den Anlass produziert. Des Professors Fazit: „Sie haben kein juristisches Problem. Sie haben ein Marketing-Problem.“

Dieser Meinung schließe ich mich an. Man hat vorhandene Märkte nicht erschlossen, sondern hat versucht, an altem und gewohnten festzuhalten. Innovation erschöpfte sich beim Festhalten des Status Quo auch im Rahmen einer digitalen Medienrevolution. Leidtragende waren und sind die Leser. Neben einer pauschalisierten Verurteilung als potentielle Kriminelle müssen sie auf den Kompfort digitaler Medien verzichten, z.B. Terminalzwang in Bibliotheken.

Quelle:
„Sie werden immer hinter den Piraten herlaufen“ via börsenblatt.net


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Erster Twitter-Eintrag von Google:engl: vom 26.02.2009

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Erster Twitter-Eintrag von Yahoo:engl: vom 9.2.2009

Hello, world. We’re going to give this Twitter thing a whirl. (Hey, better late than never)

Erster Twitter-Eintrag von Microsoft Lives-Search:engl: vom 05.09.2008

Hello… Just wanted to say Hi and thanks for following. Microsoft Live Search is now in possession of this twitter acct.


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