Studium in England – der Bachelor ändert nichts

… so oder so ähnlich klingt es, wenn deutsche Bachelor ihr Studium in Großbritannien vertiefen wollen. Deutsche Hochschulabschlüsse haben in Großbritannien schon einen guten Ruf, aber die neuen Bachelorabschlüsse müssen gerade in den stark nachgefragten englsichen Spitzenuniversitäten ihre Qualität erst noch beweisen. So will die University of Oxford deerzeit erstmal prüfen, ob ein deutscher Bachelor die formalen Zulassungskriterien für ein Graduiertenstudium bei ihnen erfüllt. Cambridges Universitästverwaltung hat zumindest eine grundsätzliche Empfehlung pro europäischer Bachelor (BA) ausgesprochen, was aber bei den Auswahlkommissionen der Fakultäten keine verbindliche Wirkung hat. Wer am University College London den fortgeschrittenen “Master by Research”-Programmen als deutscher Bachelor mitmachen will, muss mindestens eine 1,5 statt einer 2,0 wie englische Studenten nachweisen.

Offiziell natürlich darf jeder kommen und man schaut auch nicht nur auf die Abschlussnote. Daher Bewerber, erläutert eure bisherige Laufbahn sehr genau. Der Blogna-Prozess und die Umsetzung in Deutschland wird z.T. verwundert wahrgenommen, denn von Anfang an war das entscheidende Auswahlkriterium die individulle Qualität des Bewerbers und nicht sein Abschluss.

Auch heute, trotz der “besseren” Vergleichbarkeit durch die Einführung einheitlicher “credits” dürfte das auf den britischen Entscheidungsprozess kaum Einfluss haben. So wird in Oxford weiterhin ein Gremium über den Einzelfall entscheiden.

Wer sein Studium in Deutschland begonnen hat und es in Großbritannien fortsetzen möchte, sollte es dabei nicht auf die vermeintliche Gleichwertigkeit eines deutschen und eines britischen Bachelor ankommen lassen.

Quelle:
Metcalf, Christopher: Ein deutscher Bachelor reicht nicht als Eintrittskarte via FAZ.net

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2 Kommentare

  • Bereits bei der Erwägung das deutsche Universitätssystem auf Bachelor- und Masterabschlüsse umzustellen, zweifelte ich an der Notwendigkeit. Natürlich musste es aber dazu kommen, werden doch die Fahnen der Globalisierung in Deutschland gerne besonders hoch gehalten. Nachdem das System mehr oder weniger im Hau-Ruck-Verfahren “internationalisiert” wurde (Pannen inklusive), mögen kurzfristig noch einige die Hoffnung gehegt haben, dass nach einer kurzen Übergangsphase die Vorteile der Umstellung zum tragen kommen würden und ein Studium von nun an – einem Kinderspiel gleich – in Deutschland begonnen, in England weitergeführt und in den USA beendet werden könne. Wir wissen natürlich mittlerweile, dass dem nicht so ist, aber ein Zurück gibt es natürlich auch nicht mehr…

    • Dörte Böhner

      Über die Umstellung kann man geteilter Meinung sein. Ich habe diese “Internationalisierung” in meinem Studienfach als außenstehende Studentin miterlebt und kann immer noch sagen: Auch wenn das jetzig System Macken und Kanten hat und es Studenten entgegen allen Beteuerungen nicht einfacher macht, in der Regelstudienzeit fertig zu werden – das Ziel hat es bei meinem Fach zumindest erreicht. Fraglich ist jedoch, wieviel Zeit für Eigeninitiative der Studenten noch bleibt, denn auch das ist m.E. eine der wichtigsten Lernaufgaben des Studiums und Voraussetzung für wirklich produktives und intensives Lernen.
      In einiger Hinsicht gibt es, was die Internationalisierung – oder vielleicht auch den Zugang innerhalb Deutschlands angeht schon Verbesserungen – wenn sich da auch manche Uni ein wenig streubt. Aber die persönliche Eignung darf hinter Bachelor- und gerade hinter Masterabschlüssen nicht zurückstecken. Eine Automatisierung ist hier sicherlich tödlich für die Qualität unserer Studenten.