Klamme Kommunen – Bibliotheken bedroht

Die versprochenen Steuersenkungsgeschenke der Berliner Regierung müssen Hohn in den Ohren der kommunalen Verwaltungsträger sein, denen zunehmend durch die Krise auch das letzte bißchen Geld verloren geht.

Die Menschen müssen mancherorts mit kühleren Bäder-Temperaturen vorlieb nehmen, ihre Bücher im Bücherbus statt in Bibliotheken ausleihen und in Seitenstraßen ohne Beleuchtung auskommen, ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Kulturförderung ist ein Punkt, an dem sich Kommunen ein großes Einsparpotential versprechen. Stuttgart beispielsweise will die Mediathek im Treffpunkt Rotebühlplatz, einer Präsenzbibliothek zum Thema Neue Medien, und die Rathausbücherei schließen. In der Stadt will man allein bei den Stuttgarter Philharmonikern 40.000 Euro einsparen, um zum Schluss auf 1,2 Millionen Euro Ersparnis zu kommen.

Ludwigsburg plant, eine Zweigstelle der Bibliothek zu schließen. Ersatzweise soll hier eine neue Haltestelle des Bücherbusses eröffnet werden. 30.000 Euro pro Jahr sind die gewünschte Sparsumme.

Die Schließung von Bibliotheken ist verhältnismäßig einfach. Leider hört man in Zeiten, in denen es den Kommunen besser geht, selten im gleichen Maße davon, dass Bibliotheken wieder- oder neueröffnet werden. Manchmal wäre es für alle besser, die Zähne zusammenzubeißen und die Bibliothek auch in schweren Zeiten zu er- bzw. offen zu halten. Der Service von Bibliotheken ist wichtig für die eigenen Bürger, die man so in Zeiten knapper Haushaltskassen zusätzlich entlasten kann. Ein wenig mehr Werbung und Bewußtsein für die eigene Bücherei könnte doch so eine gute Eigenwerbung für die Bibliothekare und die Kommunalpolitiker sein.

Quelle:
Klamme Kommunen – Bürger werden zur Kasse gebeten via Stimme.de – dpa-Meldung

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