Gemeinsame Online-Suche für alle Weimarer Bibliotheken

Was für ein Aufreißer, mit dem TLZ.de, das gemeinsame Portal der Thüringer Allgmeinen und der Ostthüringer Zeitung, die Nachricht aufmacht. Ob da die Begeisterung nicht ein wenig mit der Journalistin durchgegangen ist?

Einmal mehr eilt Weimar anderen deutschen Städten in die mediale Zukunft voraus: Am Montag wurde der elektronische Gesamtkatalog aller neun Weimarer Bibliotheken freigeschaltet. Mit wenigen Mausklicks erfährt der Nutzer am heimischen PC, wo das von ihm gesuchte Buch, die CD oder DVD vorhanden ist.

Leicht zu merken ist die Internet-Adresse http://kavia.gbv.de/DB=2.916/ nicht, aber einen Bookmark ist diese Online-Suche schon wert. Unter diesem Katalog können die Nutzer in allen Bibliotheken der Stadt gleichzeitig recherchieren. Weinmar bietet als erste Stadt ihren Bürgern diesen Service.

Der Direktor der Universitätsbiblitohek Dr. Frank Simon-Ritz beeindruckte mit Statistik. Die Nutzer können jetzt allein bei der Stadtbücherei, der Universitätsbibliothek, der Herzogin Anna Amalia Bibliothek und der Bibliothek der Hochschule für Musik Franz Liszt in 1,7 Millionen Medien (Print, Audio, Audiovisuell, Elektronisch) die Verfügbarkeit recherchieren. Eine weitere schöne Durchschnittszahl lieferte er auch noch. Pro Weimarer Bürger stehen 27,5 Medieneinheiten zur Verfügung. Damit sei man deutschlandweit an der Spite, so Simon-Ritz.

Auch die Bestände der Behördenbibliotheken, wie etwa des Thüringer Landesverwaltungsamtes, Oberverwaltungsgerichts, des Verwaltungsgreichts Weimar, des Landesamtes für Denkmalpflege und Archälogie sowie des Thüringischen Hauptstaatsarchiv Weimar können mit dem Weimarer Gesamtkatalog jetzt durchsucht werden, wenn deren Medien aber i.d.R. auch nur vor Ort eingesehen werden können.

Zwar hatte bisjetzt jede Bibliothek ihren eigenen Katalog und ihr eigenes lokales Bibliothekssystem, welche jetzt in der Zentrale des GBV zu einem Katalog zusammengefasst wurden. Problematisch waren vor allem die Daten der Stadtbücherei, welche erst umgewandelt werden mussten, so dass der Gesamtkatalog deshalb erst am 28.06. freigeschaltet werden konnte.

Zwar gab es bislang bereits ein lokales Bibliothekssystem, doch jede der Bibliotheken hatte ihren eigenen Katalog. Zu einem Gesamtkatalog zusammengefasst wurden diese jetzt durch die Zentrale des gemeinsamen Bibliotheksverbundes in Göttingen, konkret: durch deren EDV-Fachmann Mathias Lange. Angemeldet worden war das Projekt im März und eigentlich hätte man sofort anfangen können, da jedoch die Daten der Stadtbücherei in einem anderen Format vorlagen und EDV-technisch zunächst umgewandelt werden mussten, konnte der Gesamtkatalog erst am 28. Juni freigeschaltet werden.

Quelle
Weber, Christiane: Gesamtkatalog Weimarer Bibliotheken erleichtert Online-Suche, TLZ.de

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6 Kommentare

  • Christine Baron

    In (und außerhalb) NRWs gibt es für verschiedene Städte und Kreise schon lange Recherche-Portale auf Basis der DigiBib über die die Benutzer alle Bibliotheken ihrer Stadt (Kreises) parallel absuchen können. Die Daten sind zwar nicht in einem Katalog,aber dafür gibt es den Sprung in den OPAC oder die Möglichkeit per Fernleihe zu bestellen.
    Beispiele:
    http://www.koelnbib.de Köln
    http://www.dobib.de Dortmund
    http://www.erftbib.de Rhein-Erft-Kreis

    • Dörte Böhner

      Vielen Dank für den Hinweis. Hier in Augsburg ist es möglich, die einzelnen Kataloge der Universitätsbibliothek, der Stadtbibliothek, der Hochschulbibliothek sowie der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg bei Datenbank-Auswahl zusammenzuschalten. Vermutlich als einzigartig wird das Angebot deshalb bezeichnet, weil es einen gemeinsamen Index gibt. Dass hier die Begeisterung der Beteiligten und auch der Autorin Wellen geschlagen hat, konnte man in dem ganzen Artikel sehr gut bemerken. 🙂

  • CH

    Ein paar Gesamtkataloge gibt es doch schon etwas länger:

    http://gso.gbv.de/DB=2.90/
    […]
    http://gso.gbv.de/DB=2.94/

    Aber was soll’s? Wenn in den Weimarer Lokalblättchen eine nicht ganz korrekte Information hilft, die der bibliothekarischen Öffentlichkeitsarbeit dient, kann ich damit leben.

    PS: Der Spam-Schutz ist vielleicht einen Hauch zu rigoros eingestellt. ;o)

    • Dörte Böhner

      Hallo Christian,
      vielen Dank für den Hinweis auf die anderen Kataloge.

      Ich fand es einfach gute Idee, weshalb ich an dieser Stelle darauf hingewiesen habe. Das ist ein Service, der eigentlich immer mal wieder in die Erinnerung der Öffentlichkeit gebracht werden sollte. Er zeigt nicht nur, dass es Bibliotheken gibt, sondern auch, dass diese ihren Service für den Nutzer so weit wie möglich vereinfachen möchten.

      Was den Spam-Schutz angeht, so habe ich die erlaubte Linkzahl bereits von 2 Links auf 5 erhöht. Alles andere erscheint mir hier nach Erfahrungen in der letzten Zeit dann doch zu gefährlich. Und die Schutzfrage ist auf kognitiver Basis. Weitere Schutzeinstellungen habe ich nicht eingestellt. Ist das wirklich zu hoch?

  • Klein Ute

    Versuche leider vergeblich die neue Seite kavia.gbv.de/DB=2.916
    aufzurufen,nicht zu finden.Ist die Aktivierung noch nicht erfolgt ?
    ute Klein

    • Dörte Böhner

      Hallo Frau Klein,
      ich hatte keine Probleme, über die Adresse http://kavia.gbv.de/DB=2.916/ den Beitrag aufzurufen. Wichtig ist, dass Cookies erlaubt sind. Bei meinem Test hat es einen kleinen Moment gedauert und der Katalog wurde geöffnet. Er ist also auf jeden Fall freigeschaltet.