Bibliothekare im Film: Eine Szene aus der Serie Twilight Zone (1961)

In a future totalitarian society, a librarian is declared obsolete and sentenced to death.”

Eigentlich wollte ich diesen Beitrag erst in einigen Wochen veröffentlichen, doch ein Tweet von gestern (“In a totalitarian society, Romney Wordsworth is condemned to death for the crime of being a librarian”) durch Monika Bargmann machte das Thema noch aktueller und so entschied ich diesen Blogpost vorzuziehen. Der Filmclip am Ende meines heutigen Beitrags ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der Folge “The Obsolete Man” der Serie Twilight Zone. Romney Wordsworth muss sich wegen seines Berufes rechtfertigen und wird für obsolet erklärt, da er im totalitären Staat, in dem es keine Bücher mehr gibt, keine Rolle mehr spielt. Er wird zum Tode verurteilt, weil er Bibliothekar (ein Beruf, der zur Todesstrafe führt) ist und an Gott glaubt.  Sein letzter Wunsch ist es die Hinrichtungsmethode selbst wählen zu dürfen. Die 48 Stunden später stattfindende Exekution wird für die Gesellschaft “live” im Fernsehen übertragen.

Wird eine solche Szene in Zukunft nicht nur Fiktion sein? Welchem Bibliothekar/welcher Bibliothekarin ist es im Gespräch mit Zufallsbekanntschaften, FreundInnen und Verwandten nicht schon passiert sein, dass man seinen Beruf erklären muss bzw. rechtfertigt, was man eigentlich tut oder gelernt hat? Der Beruf wurde doch nicht erst gestern oder nach dem 2. Weltkrieg erfunden, oder? Selbstverständlich kennen insbesondere solche Menschen, die in ähnlichen Milieus leben diesen Beruf, aber sollten nicht auch andere Normalbürger und Nicht-Nutzer von Bibliotheken etwas  mehr über den Wert und die Arbeit von BibliothekarInnen Bescheid wissen als bisher oder gar mehr LokalpolitikerInnen? Liegt es an uns selbst, die wir zu bescheiden auftreten und zu wenig unseren eigenen Beruf in der Öffentlichkeit promoten wie es etwa Juristen, Ärzte und BankmitarbeiterInnen hervorragend verstehen? Nicole Weigand (Diplom-Bibliothekarin) schrieb 2004 einen lesenswerten, empfehlenswerten und teilweise immer noch aktuellen Artikel (“Wie sehen heute die Berufsaussichten für Bibliothekare aus, wie verändert sich das Berufsbild und kümmert sich jemand um diese Fragen?”)  für die Zeitschrift Bibliotheksdienst. Sie stellte unter anderem die Frage wieviele BibliothekarInnen eigentlich in Deutschland benötigt werden und ob dies jemals evaluiert wurde. Außerdem fragte sie unter anderem, ob es überhaupt eine Lobbyarbeit bei den zuständigen Hochschul- und Bildungspolitikern gibt. Nach der Lektüre von Weigands Artikel drängt sich mir der Eindruck auf, dass viele ihrer Befunde nichts an Aktualität eingebüßt haben und viele wichtige von ihr formulierten Fragen bis heute unbeantwortet sind. Ein moderner, pragmatisch handelnder und internationaler Think Tank, ähnlich wie die Zukunftswerkstatt, aber breiter angelegt, wäre wünschenswert, um mehr Transparenz für die Unterhaltsträger, mehr Öffentlichkeitsarbeit des Berufes und  eine internationalere Vergleichbarkeit der Studienabschlüsse im BID-Bereich zu erreichen.

Mehr denn je schließe ich mich der Forderung von Kathy Dempsey (aus: “The Accidental Library Marketer”) an:

“This belief that libraries aren’t essential anymore pervades too much of our society. It’s time to fight it as if you’re fighting for your existence – because you are.”

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