Unterm Fußboden im Dom

So als Bauarbeiter kann man ganz schnell mal zum Schatzfinder werden. Dompfarrer Matthias Gürtler teilte mit, dass am 06. Januar 2011 im Fußbodenbereich der alten Bibliothek bei Bauarbeiten im Greifswalder Dom neben historischen Gegenständern, z.B. Gläsern, eine mittelalterliche Handschrift entdeckt wurde. Bisher ist unklar, warum die Gegenständ an dieser Stelle versteckt wurden. Rückschlüsse erhofft man sich nun vom Inhalt der gefundenen Schrift. In der Buchmitte seien die “Revelationes” (Offenbarungen) der Brigitta von Schweden zu lesen.

Der Zustand der Handschrift im inneren Bereich sei gut, doch die ersten Seiten sind sehr brüchig. Der Einband besteht aus Holztafeln, welche mit Beschlägen bezogen waren. Außen befindet sich ein Befestigungsring für eine Buchkette. Es ist wahrscheinlich, dass die Handschrift zum Bestand der Dombibliothek gehöre, welche sich über der Sakristei befand.

Nach ersten Erkenntnissen wird die Handschrift ins 15. Jahrhundert datiert. Derzeit befindet sich das Manuskript in der Staatsbibliothek zu Berlin, wo sie von Dr. Jürgen Geiß-Wunderlich genauer untersucht werden soll.

Quellen:
Mittelalterliche Handschrift entdeckt OstseeZeitung, 27.01.2011
Gürtler, Matthias: Historischer Buchfund im Dom Greifswald, Greifswald Kompakt, 27.01.2011

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Ein Kommentar

  • Dörte Böhner

    Die am 6. Januar gefundene Handschrift im Greifswalder Dom ist zwar ohne sieben Siegel aber damit mit einigen Rätseln verbunden. Die Handschrift wurde vom Dompfarrer Matthias Gürtler und Jürgen Herold, Mitarbeiter in der Arbeitsstelle “Inschriften” der Uni Greifswald, zu Wochenbeginn der Öffentlichkeit präsentiert.

    So viel ist klar: Es handelt sich um eine Handschrift aus dem 15. Jahrhundert, welche im mittleren Teil die beiden kirchenkritischen Kapitel der Revelation der Brigitta von Schweden enthält. Ob dies der Grund ist, warum das Buch im Fußboden der alten Dombibliothek “versteckt” wurde, ist unklar.

    Herold berichtet, dass das Buch nicht im Bestand der Bibliothek des Geistlichen Ministeriums (Gesamtvertretung der Greifswalder Pfarrerschaft) aufgeführt ist und er erklärt auch, dass man auch nicht von einer “spektakurlären Rarität” sprechen kann.

    Das Buch ist außen und an den Rändern beschädigt. Ob es restauriert wird, ließ der Dompfarrer Gürtler offen, denn nach ersten Schätzungen könnte dies bis zu 10.000 Euro kosten und diese Summe besitzt seine Gemeinde zur Zeit nicht.

    Quelle:
    Buchfund im Dom beschäftigt Experten, Nordkurier