Peter Sodann sucht finanzielle und personelle Unterstützung für die "DDR"-Bibliothek in Staucha

„Wer diese Bücher wegwirft, wirft auch mich und viele DDR-Bürger weg.“ Peter Sodann

Peter Sodann, Schauspieler (z.B. als langjähriger Darsteller des Tatort-Kommissars Ehrlicher), ehemaliger Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten (2009: 91 Stimmen) und ehemaliger Intendant des Neuen Theater Halle (bis 2005) hatte Ende November 2010 für seine sich in Entstehung befindliche Bibliothek, welche sich zur Aufgabe setzt alle in der  Ex-„DDR“  erschienen Bücher aus den Jahren 1945-1989 zu sammeln, eine dauerhafte Bleibe in Staucha (bei Riesa) gefunden. Zum Bestand zählen Raritäten wie etwa der in der Ex-„DDR“ verbotenen Zeitschrift „Junge Kunst“, der Band „Was tun?“ von N. G. Tschernyschewski, die „Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung“, Prinzessin Zitrinchen“ oder auch „Ohne Kampf kein Sieg“ Manfred von Brauchitsch. In Staucha ist die Bibliothek nun in dem durch EU-Fördermittel sanierten Dreiseithof untergebracht. Dabei handelt es sich um ein ehemaliges Rittergut. Zwei ehemalige Getreideböden werden zu Bibliotheksräumen umgebaut. Laut  Peter Sodann wird der Platz für die nächsten fünf bis sechs Jahre reichen.

Zurzeit sucht Sodann nach UnterstützerInnen, die bereit sind ihm beim Bibliotheksaufbau zu helfen. Auf seiner Webseite wirbt Sodann um Freiwillige, welche bei der Katalogisierung, bei der Erweiterung des Bestandes und der  Betreuung Bibliothek mithelfen wollen. Auf seiner Internetseite ruft Sodann dazu auf , dass „jeder Bürger dieses Landes der Dichter und Denker einen Euro spendet“. Bisher wurden schon 140.000 Bücher durch 1-Euro-Jobber katalogisiert. Verstößt dies nicht gegen gegen die politische Agenda der Partei „die Linke“, zu der Sodann sich so offen bekennt? Doch Sodann scheint für die Umsetzung seines Vorhabens wohl jedes Mittel recht zu sein und  dabei auch in Kauf zu nehmen „linke“ Prinzipien zu verletzen. Weitere Kosten kommen für den Kauf von Regalen, für Strom und Heizung hinzu. Ziel ist es aus der Büchersammlung eines Tages eine öffentlich zugängliche Bibliothek zu machen.  Es besteht die Möglichkeit dem „Verein zur Förderung, Erhaltung und Erweiterung einer Sammlung von 1945-1990 im Osten Deutschlands erschienener Literatur“ beizutreten und den weiteren Aufbau zu unterstützen. Verwundernswert dabei ist meiner Meinung nach, dass es erst der Initiative eines Peter Sodann bedurfte, um diese Bücher zu sammeln und für die Nachwelt zu bewahren. Verfügt nicht die „Deutsche Bücherei“ in Leipzig bereits über alle in der ehemaligen „DDR“ verlegten Bücher (und mit dem „Giftschrank“ auch über die verbotene Literatur)? Meiner Ansicht wäre es besser gewesen, einen zentraleren Ort zu finden, der näher an „Westdeutschland“ liegt, um auch den „Westdeutschen“ diesen Bestand näher zu bringen und so die Literatur und die Geschichte der DDR besser kennen zu lernen. Peter Sodann und seiner Initiative wünsche ich weiterhin alles Gute.

„Aber wir sammeln im Wesentlichen erst mal Belletristik. Die Belletristik aus einem Grund, dass wenn ich den Historikern immer glauben solle, von jetzt und von gestern, Historiker richten sich sehr oft nach dem, was die Regierung sagt, wie die Moderatoren im Durchschnitt. Und da würde ich sagen, dann soll man lieber sich an die Literaten wenden, die sich mit dieser Zeit beschäftigt haben und Sie wissen ja, es wird ja immer gesagt, dass unsere Jugendlichen, oder wer auch immer, haben kein Verständnis oder wissen nichts mehr über die 40 Jahre DDR. Das wäre auch nicht ganz so schlimm, aber von Marx und von allen anderen Leuten sollten sie doch etwas wissen. Und das Furchtbare ist ja daran, dass man ja nicht nur die Schriftsteller der DDR weggeschmissen hat, man hat ja auch Goethe und Heinrich Böll – Es ist ja alles auf dem Müllhaufen gelandet und das geht nicht.“ Peter Sodann

 

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9 thoughts on “Peter Sodann sucht finanzielle und personelle Unterstützung für die "DDR"-Bibliothek in Staucha

  1. Selbst wenn es in Leipzig ein Archiv geben sollte, ist eine Privatinitiative, hinter den viel Herzblut, Zeit und auch Kapital steckt, eine Förderung wert.
    Die DDR-Bücher sind doch ein Zeitdokument, das es – für kommende Generationen – zu erhalten gilt. Je mehr Stellen es gibt, umso besser.

    Wo wären wir Gerne-lesenden-Westdeutschen, wenn wir nicht immer wieder die Bücher zur Hand nehmen könnten, die wir früher einmal gern gelesen haben?
    Wir haben unsere Bibliotheken und zur Not die Fernleihe. Was steht in Ostdeutschen Bibliotheken?

    1. Hallo Dorle,
      wie die westdeutsche Nationalbibliothek in Frankfurt hat die Deutsche Bücherei in Leipzig die Pflichtexemplare gesammelt und somit besitzt die Deusche Nationalbibliothek einen ziemlich vollständigen doppelten Satz DDR-Literatur. Sicherlich sind diese Bücher ein wichtiges Zeitdokument und je mehr Exemplare es davon gibt, um so besser ist dies für die Archivierung. Aber ganz so einfach ist es wiederum nicht. Die Bücher bestehen großteils aus sehr schlechtem Papier, dass schon vom Ansehen zu bröckeln beginnt. Das treibt die Kosten für den dauerhaften Erhalt extrem nach oben. Ob da die Bibliothek in Staucha, die in irgendeinem Stall untergebracht wird, da auf Dauer die Konservierungsmaßnahmen finanzieren kann, ist fraglich.

      Auch die Ostdeutschen lesen gerne und nehmen sicherlich genauso gerne das ein oder andere Buch aus ihrer Jugendzeit gerne wieder zur Hand. Da es um die Bibliotheken im Osten nicht wesentlich besser bestellt ist als die im Westen, dürften sich da noch viele alte DDR-Bücher im Bestand und in den Magazinen befinden. Der Seltenheitswert der ostdeutschen Bücher ist nicht so niedrig, wie diese Aktion glauben macht. Besser wäre es, dafür zu werben, dass solche Bücher nicht gänzlich aus dem Bestand der öffentlichen Bibliotheken ausgesondert werden. Das wäre meiner Meinung nach effektiver, als einen Ort der Ostalgie zu schaffen. Was anderes ist es meiner Meinung nach nicht.

      Auch die Fernleihe gibt es im Osten und gab es im Osten. Und wie im Westen werden die öffentlichen Bibliotheken im Rahmen der zur Verfügung stehenden Mittel mit Bestsellern, Nachschlagewerken, Hörbüchern, DVDs usw. ergänzt. Was ihre Situation angeht, glaube ich, ist der Stand mittlerweile in vielen Punkten vergleichbar gut/schlecht wie jenseits der Grenze.

    2. Hallo Dorle,

      ich finde diese Privatinitiative an sich gut, auch wenn es eine Ostalgiebibliothek werden könnte. Manche Menschen brauchen das und Bibliotheken schaffen ihnen diese Welten, denn im Hier und Jetzt zu leben ist zwar wichtig, aber ab und an in die Vergangenheit eines untergegangen Staates zu tauchen, schafft bei manchen Menschen ein Gefühl der Geborgenheit und des Aufgehobenseins, das ihnen abhanden kam. Für die, welche Nachkommen sind, stiftet eine solche Bibliothek durchaus ein zusätzliches Gefühl der Identität und für die, welche keine Bezugspunkte zur DDR haben, weil sie immer schon im Westen lebten, könnten Bücher aus dieser Zeit Aufklärungsarbeit leisten, wenn dabei die historischen und „sozialistischen“ Kontexte berücksichtig werden. Menschen, die nicht zwangsläufig ihre „Heimat“ verließen, aber deren „Heimat“ durch den Untergang des pseudosozialistischen Staates nicht mehr diesselbe war wurde innerhalb weniger Jahre eine große Anpassungsleistung abverlangt, wodurch schließlich eine neue „Heimat“ mit neuen Spielregeln und einem anderen Wirtschaftssystem entstand. Dies führte bei manchen zu Veränderungen ihres geographischen und soziokulturellen Umfeldes, wobei ihre „alte“ biographische Vorgeschichte von manchen Westlern bis heute (z.B. Bananenwitze über Ostdeutsche in Bayern) müde und verächtlich belächelt wird (z.B. Volker Schlöndorff 2008: „Die DEFA-Filme waren furchtbar“; Damit hat er als ein sehr bekannter „westdeutscher“ Regisseur in den „westdeutschen“ Medien eine pauschale und herablassende Kritik an allen DDR-Filmen abgeliefert, obwohl das mitnichten zutraf, denn das New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) hatte vor einigen Jahren den DEFA-Filmen eine große Retrospektive gewidmet. Doch gab es auch Museen im Westen Deutschland, die der DEFA eine Retrospektive widmeten? Ich weiß es nicht. Auf der Berlinale seien bisher weit über 130 DEFA-Filme gelaufen, von denen fünf mit dem Silbernen Bären und einer mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet worden ist. ) Das Beispiel Schlöndorff sollte zur Verdeutlichung dienen, dass es sich womöglich mit der Literatur wohl ähnlich verhält wie mit der pauschalen Verächtlichmachung der DEFA. Ich hoffe, dass im Zeitalter der Digitalisierung und im Zeitalter von E-books die DDR-Literatur einem größeren Publikum bekannt wird als das jetzt noch der Fall ist.
      Dennoch sollten öffentliche Bibliotheken aktuelle Literatur bereitstellen. Leider gibt es sicherlich einige DDR-Autoren deren Bücher seit Jahren nicht mehr neu verlegt wurden. Deshalb sind wohl einige Exemplare zu alt und abgenutzt, um sie in ein Regal einer herkömmlichen Stadtbibliothek zu stellen. Die beste Lösung wäre einen mutigen Verlag zu finden, der eine Buchreihe herausgibt, die sich verstärkt der DDR-Literatur widmet, die es Wert ist von einem gesamtdeutschen Publikum wiederentdeckt zu werden.

      Auf die eigene Schulzeit bezogen, gab es kaum LehrerInnen, die SchrifstellerInnen aus dem Osten Deutschlands als Lektüre vorgaben. Außer Volker Braun fällt mir niemand ein. Da ich auch Abiturienten in den letzten Jahre kennenlernte, hat sich daran wenig geändert. Wenn man noch Wolfgang Hilbig, Heiner Müller und Christa Wolf hinzuzählt, dann war es das, was manchen westdeutschen SchülerInnen vermittelt wird. Werner Bräunig wurde vor wenigen Jahren im Literaturbetrieb wiederentdeckt. In Bulgarien und Rumänien wurden früher (und manchmal noch heute) Bücher aus der DDR verkauft und es ist schon faszinierend, was es da so gab, was weit über die Belletristik hinausgeht und insbesondere die z.B. die weiter fortgeschrittene Emanzipierung der Frau in der DDR deutlich machte.

      Es gibt sicherlich bei Wohnungsauflösungen in den unterschiedlichsten Bundesländern Bücher, die aus der ehemaligen DDR stammen und es Wert sind nicht in die Tonne geworfen zu werden und hierfür wären weitere Initiativen begrüßenswert.

      P.S: „Jeder Mensch braucht eine Heimat, eine Heimat, die Boden, Arbeit, Freude, Erholung, geistigen Fassungsraum zu einem natürlichen, wohlgeordneten Ganzen, zu einem eigenen Kosmos zusammenschließt. Die beste Definition von Heimat, das ist eine Bibliothek“. (Elias Canetti)

  2. Hallo Dörte,
    danke für den ausführlichen Kommentar meines Kurzkommentars.

    Wir sehen die Sache von zwei verschiedenen Ebenen – von der fachlichen Seite mit Kopf und Verstand; von der emotionalen Seite mit Herz und Gefühl.
    Uns trennen mehrere Generationen: Als Kind mussten wir unsere Eltern immer zu den verhassten „Ostpreußentreffen“ begleiten. Noch heute verspüre ich das peinliche Gefühl, zwischen flennenden Leuten zu sitzen, die immer wieder die gleichen Geschichten von der „alten Hejmat“ erzählten, die ich – Jahrgang 1951 – nie kennengelernt und schon gar nicht lieben gelernt habe. Damals nervte mich der kollektive Falschgesang, wenn die alten Volkslieder in mindestens sechs verschiedenen Tonarten angestimmt und bis zu letzten Strophe durchgegesungen wurden, selbst wenn die meisten nur noch brummten. Das waren die Fetzen, an denen sich die Leute festhielten. Heute kann ich das nachvollziehen. Wir sind mit dem Flugzeug oder Internet schnell auf einem anderen Kontinent, aber die Seele geht zu Fuß.

    „Die Bücher bestehen großteils aus sehr schlechtem Papier, dass schon vom Ansehen zu bröckeln beginnt“
    Genau so sollte es auch bleiben. Ein Buch besteht nicht nur aus Buchstaben. Für viele Leser können bestimmte Stelle, in einer besonderen Lebensphase gelesen, zu einer Initialzündung werden. Im Rückblick spielen nicht nur die geschriebenen Sätze, sondern auch der Geruch des Buches, der Griff des Papiers, das Gewicht in der Hosentasche usw eine Rolle.
    Meiner Meinung nach sollte nicht auf Deibelkommraus konserviert werden, sondern den Büchern ihre „Lebenszeit“ gelassen werden. Wenn sie zerfleddert sind, wurden und werden sie entsorgt. Sie leben genau so lange wie ihre Leser.

  3. Hallo Wolfgang,
    vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
    Ich denke, es geht hier um zwei unterschiedliche Dinge. Einmal um den Sodann’schen Erhalt der Bücher, was ich für eine bestimmte Gruppe der Bevölkerung und für geschichtsinteressierte Menschen begrüße.
    Es geht aber auch um den Erhalt der geistigen Arbeit der Autoren. Für die nachwachsende jüngere Generation und diejenigen, die kein Verhältnis zu dieser Zeit hatten, sind Nachdrucke weitaus sinnvoller als die alten Ausgaben, denn hier kommt es nur auf den gut lesbaren Inhalt an. Die Werke können von der Nachwelt weitaus besser beurteilt werden, wenn sie entweder neu nachgedruckt oder in Ebuch-Form gelesen werden. Die Digitalisierung erlaubt sogar einen Druck nach längerer Zeit, selbst in Einzelexemplaren mit books on demand. Eventuell waren einige Autoren ihrer Zeit voraus und werden erst jetzt richtig verstanden, ohne den historischen Ballast, der zu Fehldeutungen führte. Wer weiß, wie die jungen Leute unter 25 an die Bücher herangehen. Hier wird sich wohl zeigen, was Bestand hat. Politische Spitzen und Anspielungen werden überlesen, weil sie keiner mehr versteht.

    Mein erstes Buch (1989) aus einem DDR-Verlag hieß Wasserfarben. An den Titel kann ich mich noch erinnern, an den Namen des Autors nicht mehr. Es handelte von einem pubertierenden Jungen – genau in dem Alter, in dem sich mein Sohn befand. Ich war begeistert. Mein Sohn fand das Buch einfach nur bekloppt, weil er die Handlung in dem Schul- und Lebensumfeld nicht nachvollziehen konnte.
    Vielleicht geht es jetzt vielen anderen jungen Leuten, die DDR-Literatur lesen, ähnlich wie mir.
    Seit einem Jahr schreibe ich Rezensionen mit Rezensionsexemplaren von verschiedenen Verlagen, lese also nur noch Neuerscheinungen. Ich bekomme Bücher – und lese sie auch alle – die ich vorher vielleicht nicht angerührt hätte. Was davon die Zeit überdauert, was in Bibliotheken oder Bücherschränken landet, was noch einmal hervorgeholt wird, das wird sich zeigen.

    1. Vielen Dank für die Hinweise.

      Beim Solo-Antiquar ist noch die Rede von besagten 140.000 erschlossenen Werken:

      Wie ich am Sonntag im Ratssaal vom ehemaligen Vereins-Vorsitzenden Eberhard Richter erfuhr, dürften es mittlerweile um die 140.000 Exemplare sein, die derzeit katalogisiert und klassifiziert sind nach den Richtlinien für Allgemeinbibliotheken. Ziel ist es, „den Gesamtbestand recherchierbar für alle im Internet [zu] haben“

      Mich erstaunt, dass diese Bibliothek erste Anlaufstelle für Auskünfte zur DDR-Literatur ist. Man sollte meinen, dass die Deutsche Nationalbibliothek dafür die erste Auskunftsstelle sein sollte, aber vermutlich spielt hier die Spezialisierung eine wichtige Rolle. Gibt es denn Literatur schöngeistiger Art, die in der Nationalbibliothek nicht vorhanden ist?

  4. Ganz aktuell gibt es einen Fernsehbeitrag der ARD, der am 16.04. von Susanne Holst anmoderiert wurde. In dem Beitrag wird klar, weshalb Peter Sodann sich nicht mit Pflichtexemplaren der Leipziger Bücherei bzw. der Deutschen Nationalbibliothek zufrieden gibt: http://www.tagesschau.de/multimedia/video/ondemand100_id-video896122.html

    Irgendwie kann ich ihn schon verstehen, denn es wäre fast eine Katastrophe von einem untergegangen Staat nur jeweils 2 Exemplare aufzuheben. Der Ort ist natürlich auch eine Katastrophe, denn er müßte viel zentraler liegen in Deutschland. Eigentlich hätte sich eine Stadt in Westdeutschland finden müssen, die neugierig, aufgeschlossen und interessiert ist, ihren Bürgern DDR-Literatur und -Kultur anzubieten. Für Schüler im Leistungskurs Geschichte und/oder angehenden Historikern wäre dies sicherlich ein interessantes Projekt gewesen. Ich habe jemanden in meinem sozialen Umfeld, der früher auf einer Müllverbrennungsanlage gearbeitet hatte und es wurde dort sogar neue Bücher, die bestimmte Verlage (z.B. Reader’s Digest) nicht mehr verkaufen konnten verbrannt, weil sie aus der Mode waren. Nur weil die „DDR“, so demokratisch sie in unserem Sinne nie wirklich war (wie ihr Name den potentiellen Anerkennerstaaten vermitteln wollte) , nun auch aus der Mode ist bzw. nicht mehr existiert, gab es wohl Leute, die das sehr gründlich durchführten, indem sie Bücher einfach wegwarfen. Es gab in jedem Land viel Schrott an Büchern, das bestreite ich nicht, aber es ist meines Erachtens dennoch lobenswert, dass sich jemand dafür einsetzt, dass Ostliteratur, die womöglich in vielen Büchereien ausgesondert wurde und im Westen weniger auf Neugier stieß, ein neues Zuhause fand bzw. sie vor dem Vergessen gerettet wurde.

  5. Am Donnerstag, den 09.06.2011 um 9.30 – 10 Uhr berichtet Prof. Kummer/Leipzig im Rahmen der Zukunftswerkstatt (Raum Paris) über die Peter-Sodann-Bibliothek, die inzwischen in Staucha / Sachsen ein offenbar dauerhaftes Domizil gefunden hat und mit kollegialer Hilfe instand gesetzt wurde, ihre Bestände mit professioneller Software zu katalogisieren,
    s. http://www.psb-staucha.de/

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