Zwei Videos zur Hauptbücherei Wien am Urban-Loritz-Platz

„Ob lernen für die nächste Schularbeit, weiterbilden für den Beruf oder aus Lust und Laune schmökern, die neuesten Filme und Konsolenspiele ausleihen oder eine der vielen Veranstaltungen besuchen – in der Hauptbücherei kommt jeder auf seine Kosten.“

W24

Auf der Suche nach Videos zur Hauptbücherei Wien auf der Webseite des privaten Wiener Fernsehsenders W24 erhalte ich mehr als 30 Treffer seit 2004. Wieviel Treffer erhalten Bibliotheken hierzulande, wenn Sie auf München TV, RBB, oder anderen Lokalsendern in Deutschland nach der Berichterstattung über ihre Bibliothek recherchieren? Im folgenden Kurzbeitrag führt Christian Jahl, der Direktor durch die Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz. Am Ende des Blogeintrags habe ich das Video von W24 angefügt.

Noch etwas hätte ich mir gerne in dem Fernsehbeitrag mit Christian Jahl gewunschen: Dass  der E-bookreaderbereich darin vorkommen wäre, den ich bei einem Besuch dort bestaunen konnte. Im Rahmen eines Kurzbesuchs in Wien vor etwa zwei Monaten konnte ich mich selbst von der Attraktivität der Hauptbücherei Wien überzeugen, die unweit der Josefstadt (8. Gemeindebezirk) und Ottakring liegt. Die Lage ist wirklich sehr gut, denn unweit der Bücherei befindet sich eine Shopping Mall („Lugner City“). Die U-Bahnstation befindet sich direkt unter der Bücherei. Wer nicht gern ins Café auf die Dachterrasse geht und lieber einen Würschtelstand besucht, der wird gegenüber an der Tramhaltestelle  (in Wien heißt sie nicht Tram, sondern Bim) einen Stand mit einer großen Auswahl an Würstel finden.  Für alle, die demnächst nicht nach Wien kommen, gibt es ja noch die eindrucksvolle Webseite, welche die kulturelle Vielfalt der Stadt widerspiegelt. Insgesamt in sechs Sprachen kann sich der Besucher über die Angebote der Bücherei informieren. Eines stellte ich nach kurzer Zeit in der Bücherei fest. Mir erschien sie für eine Hauptbücherei einer Stadt mit 1,7 Millionen Einwohnern klein. Die Hauptbüchereien in Amsterdam (Einwohnerzahl: 780.000) oder  Hamburg mit einer ähnlichen Einwohnerzahl wie Wien, erscheinen mir, was die Fläche betrifft viel größer zu sein. Oder ist dies eine subjektive Beobachtung, die nicht zutrifft? Wahrscheinlich war ich wirklich nur sehr kurz in der Bücherei. Was die Aussicht betrifft, gibt es wohl wenig Großstadtbibliotheken, in der die BesucherInnen einen so guten Blick auf die Berge und die Skyline von Wien hat.

Doch vor wenigen Tagen hat jemand (vermutlich der Arbeitskreis der  Kritischen Bibliothekare und Bibliothekarinnen) die Facebookfanseite  Wiener Büchereien – Ein Anlass zur Unruhe gegründet:

„Zuallererst schon durch den Inhalt der Medien – damit beschäftigen sich Inquisitoren, Zensoren und Volkskommissariate für Bildung. Dann die Unruhe, die beim Lesen entstehen und das Leben verändern kann. Und schließlich die Unruhe, wenn es um den Bestand und um die Zukunft von Bibliotheken und Büchereien geht. Heute geht es um die Zukunft der Wiener Büchereien, und da ist Unruhe angebracht:
– das Budget für die Medien stagniert und ist teilweise bis zum Sommer eingefroren worden
– eine große Menge von Büchern soll auf Weisung der Leitung aus den Büchereien entfernt werden, in einem Ausmaß, das die Substanz des Literatur- und Sachbuchbestandes gefährdet
– die personellen Engpässe und Überlastungen in einzelnen Bereichen werden auch weiterhin nicht behoben
– dafür werden neue Hierarchie-Ebenen eingebaut, was erfahrungsgemäß Verbürokratisierung und verstärkten Druck bedeutet,
– zusätzlich zu den befohlenen Abschreibungen müssen die Zweigstellen trotz Personalknappheit auch noch eine aufwändige Umstellung des Verbuchungssystems in Angriff nehmen, das weder ihnen noch den BenutzerInnen Erleichterungen bringen wird.
Das Konzept der Leitung liegt vor (siehe links) und auch zwei kritische Stellungnahmen von BibliothekarInnen (ebendort). Doch die Büchereien sind zu wichtig, als sie den Bürokraten und auch den BibliothekarInnen alleine zu überlassen. Die Büchereien sind für die LeserInnen da und sie sollen sich einmischen können! Diese Seite soll vorerst Informationen bringen und hoffentlich viele Kommentare von BüchereibenutzerInnen!“

Was auch immer derzeit dort diskutiert wird, auf der ebengenannten Facebookfanseite werden Neugierige hierzu fündig. Der Begriff Bücherwurm taucht leider schon im ersten Satz im untenstehenden Fernsehbeitrag von W24  auf. Das klingt wieder einmal sehr danach, dass die Kreativität von Journalisten und Fernsehmachern in der Frage, was Menschen mit einer Bibliothek assoziieren, begrenzt oder veraltet ist.


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