Drehort Bibliothek: Ein französischer Werbespot zur Förderung des ehrenamtlichen Engagements

2011 ist dasEuropäische Jahr der Freiwilligkeit“, und die Politik in der Bundesrepublik wird nicht müde, das soziale, ehrenamtliche Engagement der Bevölkerung zu beschwören. […] Rund 23 Millionen, ein Drittel der Bevölkerung über 15 Jahren, sind hierzulande ehrenamtlich tätig, von ein paar Stunden pro Jahr bis zu vielen Stunden in der Woche. In manchen EU-Ländern ist ihr Anteil sogar noch höher; dabei ragt Schweden mit etwa 50 Prozent engagierter Erwachsener besonders heraus. Das scheint kein Zufall zu sein, denn Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Bereitschaft zur ehrenamtlichen Betätigung umso größer ist, je besser die sozialen Sicherungssysteme ausgebaut sind und je weniger Ungleichheit in einer Gesellschaft herrscht. […] So wird auf Dauer die soziale Grundversorgung wesentlich durch eine „monetarisierte“, teilweise schein-ehrenamtliche, Randbelegschaft gestützt, statt in diesen Bereichen qualifizierte, gut bezahlte Stellen zu schaffen, mit Arbeitsstrukturen, die nicht vorzeitig zu Überlastung und Burnout führen. […] Mittelfristig gibt es deshalb keine Alternative zu mehr Stellen und besserer Bezahlung für reguläres Personal in den Bereichen Gesundheit, Pflege, Kultur und Bildung. Die Frage nach der Kostendeckung wird man freilich nicht beantworten können, ohne die rasant wachsende Einkommens- und Vermögensungleichheit in Deutschland ins Visier zu nehmen.”

Claudia Pinl

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