[Zitat] Unkommentiert – 2006

[…] Wenn also die Bibliothek, wie es Jorge Luis Borges will, ein Modell des Universums ist, so sollten wir versuchen, sie in ein dem Menschen gemäßes Universum zu verwandeln, und dem Menschen gemäß, ich wiederhole es, heißt, auch fröhlich, auch mit der Möglichkeit, einen Kaffee zu trinken, auch mit der Möglichkeit, dass Studentenpärchen einen Nachmittag lang auf dem Sofa sitzen können, nicht um sich dort abzuknutschen, sondern um einen Teil ihres Flirts zwischen Büchern auszuleben, Büchern von wissenschaftlichem Interesse, die sie sich aus den Regalen holen und wieder zurückstellen. Mit einem Wort: eine lustvolle Bibliothek, in die man gerne geht und die sich allmählich in eine große Freizeitmaschine verwandelt, wie das Museum of Modern Art in New York, wo man ins Kino gehen, durch den Garten schlendern, die Statuen betrachten und eine komplette Mahlzeit einnehmen kann.
Ich weiß mich einig mit der Unesco: „Die Bibliothek… muss leicht zugänglich sein, ihre Pforten müssen allen Mitgliedern der Gesellschaft offen stehen, so dass jeder sie frei benutzen kann, ohne Ansehen von Rasse, Hautfarbe, Nationalität, Alter, Geschlecht, Religion, Sprache, Personen- und Bildungsstand.“ Eine revolutionäre Idee. Und der Hinweis auf den Bildungsstand postuliert auch eine gewisse Erziehung, Beratung und Vorbereitung. Und noch etwas: „Das Gebäude, in dem die öffentliche Bibliothek untergebracht ist, sollte zentral gelegen sein, auch für die Behinderten leicht zugänglich und zu vernünftigen Zeiten geöffnet. Das Gebäude und seine Einrichtung müssen ansprechend, bequem und freundlich sein; und es ist vor allem wichtig, dass die Leser direkten Zugang zu den Regalen haben.“
Wird es uns je gelingen, diese Utopie zu verwirklichen?”

Umberto Eco

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Ein Imagevideo der Strandbibliothek in Yverdon-les-Bains (Kanton Waadt, Schweiz)


Bibliothèque publique à la plage d’Yverdon von YTV_Yverdon_Jura_Lac

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Oxfords Collegebibliothek für das 21. Jahrhundert: "Hub of Living and Learning"

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Schwarze Katze von…

… oder warum man nie mit einer schwarzen Katze spazieren gehen sollte…

‘Catwalk – Black Cat Crossing’ is a humorous animated short film that takes the viewer into a
lovely and detailed designed comic city. There you’re going to witness a row of odd incidents
that are obviously related to Matilda, a quite inconspicuous old lady.

Catwalk – Black Cat Crossing from no name party on Vimeo.

Und weil ja heute Katzenwelttag ist, gibt es für Leser mit starken Nerven (hörtechnisch) noch ein Katzenkonzert als zusätzliches Schmankerl 😉

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[Bildzitat] Unkommentiert – 1960er Jahre

Quelle: Glaserei – Bemerkenswertes aus der digitalen Welt: “Dresscode für Bibliotheken!” und Comically Vintage

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Eine Bibliothek für deutsche Literatur in Helsinki

Im Jahr 1877 gründeten zwölf deutschsprachige Familie einen privaten Lesekreis in Helsinki. Ein paar Jahre später beschlossen sie diese Bücher der deutschen Gemeinde zu spenden, um auf deren Grundlage eine Bibliothek zu gründen. Die Bekanntmachung am 4.Mai 1881 durch den Pastor der Gemeinde, wird heute als Gründungstag der Deutschen Bibliothek Helsinki  gesehen. Im Jahr 1927 wurde sie mit den Bibliothek des Deutschen Vereins und der Deutschen Schule zusammengelegt.

Nachdem man im Herbst 1944 deutsche Institutionen in Finnland verboten hat, musste auch die Bibliothek schließen. Damit hätte die Geschichte dieser Bibliothek enden können, doch es gibt sie noch heute. Elf Jahre nach der Schließung wurde 1955 ein Verein zur Förderung der Bekanntheit deutschsprachiger Literatur in Finnland gegründet. Dieser Verein, in dessen Vorstand sowohl deutsche Einwandern, als auch Finnen vertreten sind, ist bis heute Träger der Bibliothek. Finanziell unterstützt wird die Bibliothek  außerdem

vom deutschen auswärtigem Amt, aber auch von privaten Sponsoren.

Neben zahlreichen deutschen Zeitungen umfasst die Bibliothek heute einen Bestand von circa 35.000 Bänden. Diese sind bis auf wenige Zeitschriften alle im OPAC  recherchierbar, zwar kann man diese dort nicht direkt ausleihen, aber man kann alle Bücher per Fax, E-Mail oder telefonisch reservieren. Die Bibliothek ist von Montag bis Freitag geöffnet und steht jedem Interessierten offen.

Diese „kleine“ Bibliothek ist in diesem Jahr nicht nur 130Jahre alt geworden, sondern auch mit vielen literarischen Kostbarkeiten bestückt. Ein Besuch lohnt sich also auf jeden Fall, wenn man das nächste mal in Helsinki weilt und sich fernab der Touristischen Pfade auf Entdeckungsreise begeben möchte.

 

Quelle: Sitzler, Susann: Deutsche Bibliothek Helsinki – Man liest Deutsch. In: Zeit Online

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Drehort Bibliothek: Ein Werbeclip der Associação de Assistência à Criança Deficiente (AACD)

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Ein Imagevideo der Reykjavík City Library

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Drei Videos gegen die Privatisierung und die Schließung öffentlichen Bibliotheken in Toronto

“There is not such a cradle of democracy upon the earth as the Free Public Library…” Margaret Atwood

Annika Tabovaradan, eine Schülerin liefert im ersten Video ein leidenschaftliches Plädoyer für die Stadtbibliothek Toronto. Der Bürgermeister von Toronto, Rob Ford, plant die Schließung mehrerer öffentlicher Stadtteilbibliotheken und die Privatisierung der übriggebliebenen Bibliotheken. Das zweite Video will über die Situation aufklären und sicherlich weitere Mitstreiter dafür gewinnen die Petition zum Erhalt zu unterzeichnen, aber gegen jeglichen Privatisierungswahn aufzurufen. Ist es gerecht sich gegenüber 55 % bzw. 71 % der eigenen Stadtbevölkerung zu widersetzen? Was legitimiert die politische Klasse dazu möglicherweise undemokratische Entscheidungen zu fällen? Wollen diese bei den nächsten Kommunalwahlen nochmal antreten oder die Wahlen verlieren? Die Schrifststellerin Margaret Atwood setzt sich leidenschaftlich mit anderen Wutbürgern für den Erhalt der Bibliothek und gegen die Privatisierungspläne ein. Atwood vereint 234,744 Follower auf ihrem Twitteraccount. Eine weitere starke Lobbygruppe ist die Toronto Public Library Workers Union, welche die folgende Internseite ins Leben rief. Bisher haben erst etwa 42.500 Menschen auf der folgenden Internetseite die Petition zum Erhalt der öffentlichen Bibliotheken Torontos unterzeichnet: http://ourpubliclibrary.to

Auf der eben genannten Seite können sich engagierte Bürger und interessierte Laien über die Hintergründe der Privatisierungsbestrebungen informieren. Wer glaubt die Privatisierung von Bibliotheken sei im Grunde genommen wichtig für den Erhalt des öffentlichen Bibliothekswesens von Kommunen, die zum Sparen gezwungen werden, dem sei der Artikel “Auf dem Weg zu McBib / Die Privatisierung Öffentlicher Bibliotheken schreitet in den USA voran – Nicht nur klamme Kommunen greifen zu” von Hella Klauser in Heft 4 2011 der Zeitschrift BuB empfohlen.  In welcher Stadt auf der Welt, außer Toronto mit 2,5 Millionen EinwohnerInnen, besitzen knapp die Hälfte, etwa 1,2 Millionen ein Bibliotheksausweis?

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