Das Projekt Deutsche Digitale Bibliothek

Dezember 2009 berichtete ich das erste Mal über die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB), die – hm, was bei mir ein wenig in Vergessenheit geraten ist – 2011 online gehen sollte.

Deutsche Digitale Bibliothek

Deutsche Digitale Bibliothek

Dieser Termin konnte nicht ganz gehalten werden. Wir haben 2012 und jetzt werden erste – noch recht waage – Termine geäußert.

Dagmar Giersberg schreibt in ihrem Beitrag “Traumhafte Aussichten – die Deutsche Digitale Bibliothek” fürs Goethe-Institut:

Etwa Mitte 2012 soll die DDB – unter neuem Namen – für einen dann eventuell noch eingeschränkten Pilotbetrieb freigeschaltet werden. Beim geplanten Start werden mindestens 4 Millionen Digitalisate aus 13 einschlägigen Einrichtungen zugänglich gemacht.

Mit der DDB leistet Deutschland seinen nationalen Beitrag zur Europeana. Bund und Länder unterstützen die Bemühungen durch 2,6 Millionen Euro jährlich für den Betrieb (ab 2011 für fünf Jahre). Mit den bisherigen Bemühungen ist man derzeit aber noch nicht ganz zufrieden. Im 26. Januar 2012 verabschiedete der Bundestag einen “Antrag zur »Digitalisierungsoffensive« für das kulturelle Erbe“. Im Antrag heißt es unter anderem:

Mit der DDB sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass die Verfügungsgewalt über das teilweise über Jahrhunderte gewachsene kulturelle Erbe auch in seiner digitalen Form in öffentlicher Verantwortung bleibt. (BT-Drucksache, 17/6315, S. 2)

Dafür müssen jedoch noch deutliche Anstrengungen unternommen werden. Der Antrag der Opposition fordert die Bundesregierung auf:

(…) den Auf- und Ausbau der zentralen technischen Infrastruktur der »Deutschen Digitalen Bibliothek« (DDB) voranzutreiben, die Digitalisierung im Rahmen der DDB weiter zu intensivieren, dabei ein besonderes Augenmerk auf die Langzeitarchivierung zu legen und im lange geplanten »3. Korb« zur Urheberrechtsferorm Regelungen im Umgang mit verwaisten Werken vorzusehen. Ziel sei es, dass Wissen und Kulturgüter nicht nur digital gesichert, sondern auch – unter Wahrung des Urheberrechts – jedermann online über alle gewünschten Informationen verfügen kann.

Allein durch die öffentliche Hand ist aber so ein Mammut-Projekt wie die DDB nicht zu finanzieren. Neben einer finanziellen Unterstützung wird auch Know-How aus dem privaten Sektor benötigt, um die DDB erfolgreich zu machen.

Auch die Kultureinrichtungen selbst müssen noch ihre Hausaufgaben machen, da noch nicht alle Probleme behoben sind. So wird derzeit ein Datenüberlassungsvertrag vorbereitet, der regelt, wie die Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen ihre digitalen Inhalte in die DDB einspielen sollen. Außerdem benötigt man eine nationale Digitalisierungsstrategie. Auch das Angebot ist noch nicht unbedingt so, dass alle Nutzer zufrieden sein werden. Hier gilt es eine Form zu finden, die hohen Erwartungen zu dämpfen und zu kommunzieren, dass man sich am Anfang befindet.

Hermann Parzinger, Vorstandssprecher des Kompetenznetzwerks der DDB und Präsidenten der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, weiß:

„Dieses Großprojekt ist in vielerlei Hinsicht eine enorme Herausforderung, technisch, organisatorisch, inhaltlich und in der Kommunikation, und sie wird noch lange ganzen Einsatz erfordern, um zu einem wirklichen Erfolg zu werden. Doch am Ende wird es eine wunderbare Möglichkeit sein, das kulturelle Erbe und die kulturellen Errungenschaften Deutschlands weltweit sichtbar und erlebbar zu machen.“

Der Projekttitel “Deutsche Digitale Bibliothek” (Projektwebsite) soll zudem durch einen neuen Namen ersetzt werden, damit sich auch beteiligte Museen, Archive und andere Wissenschafts- und Kultureinrichtungen in dieser Bibliothek wiederfinden. Vielleicht führt dies dann wieder zu sehr lustigen Akronymen, z.B. MuBiKAWi oder ähnlichem. 😉

Mehr Informationen:
Projektwebsite Deutsche Nationale Bibliothek
Die Deutsche Digitale Bibliothek. Hermann Parzinger im Gespräch, Fachbuchjournal 5,2011, S. 6 – 15
Die Deutsche Digitale Bibliothek bei Bibliothekarisch.de

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