Annotierte Linkliste #keepZBMED – Dritter Teil

Auch die zweite Linkliste mit Stimmen zur Abwicklung ist inzwischen so lang, dass eine dritte Liste notwendig wird. Hier entlang geht es zu den bereits gefundenen Stimmen:


Wichtig bleibt der Hinweis auf die Online-Petition. Ich habe bereits unterschrieben. Sie auch?

Petition richtet sich an Gemeinsame Wissenschaftskonferenz : Keep ZB MED – gegen die Schliessung von ZB MED, Change.org

In der Petition heißt es u.a.:

Die Unterzeichnenden fordern die GWK auf, der Empfehlung des Senats der Leibniz-Gemeinschaft nicht zu folgen und ZB MED für eine weitere Periode zu fördern und die benötigten finanziellen Ressourcen bereitzustellen.



Tiedt, Juliane: Aktueller Stand des Protests, ZB MED-Blog
Frau Tiedt dankt im Namen der ZB MED allen Unterstützern und fügt hinzug:

Wir werden weiterhin dafür kämpfen, dass ZB MED erhalten bleibt! Bis zum 30.4. sorgen wir für weitere Unterstützung der Petition. Außerdem mobilisieren wir Verbände und Institutionen dafür, sich ähnlich der AWMF für uns stark zu machen.



Das 38. Studierendenparlament der Studierendenschaft der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn hat auf seiner ersten ordentlichen Sitzung am 24. März 2016 den Antrag der Fraktion der JUSO-HSG zur Unterstützung der ZB MED angenommen. (Bibliothekarisch.de)
Den genauen Wortlaut des Beschlusses und des Antrags der Fraktion der JUSO-HSG der Uni Bonn finden Sie im hier verlinkten PDF.


Schließung der ZB Med gefährdet die Evidenz-basierte Medizin, Gemeinsame Pressemitteilung des Deutschen Netzwerks Evidenzbasierte Medizin (DNEbM), des Vereins zur Förderung der Technologiebewertung im Gesundheitswesen (HTA.de) und der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention (DGSMP), EbM-Netzwerk

Allein der Wegfall dieser beiden Ressourcen (Zeitschriften und Zentrale Rechercheoberfläche, Anm. d. Verf.) würde die Erarbeitung von wissenschaftlichen Grundlagen für Entscheidungsprozesse in der Medizin und verwandten Arbeitsgebieten auf das Schwerste behindern. Hiervon betroffen wären – um nur einige zu nennen – die Cochrane-Arbeitsgruppen, eine Vielzahl von Leitlinienarbeitsgruppen innerhalb und außerhalb von medizinischen Fachgesellschaften, Arbeitsgruppen an den medizinischen und gesundheitswissenschaftlichen Fakultäten und Forschungseinrichtungen sowie Patienten- und Verbrauchergruppierungen. Letztendlich bedeutet ein erschwerter Zugang zu aktuellem medizinischem Wissen eine schlechtere Behandlung von Patientinnen und Patienten.


Informationsvermittlung: Keine Finanzierung mehr für ZB MED, Deutsches Ärzteblatt, Dtsch Arztebl 2016; 113(14): A-667

Gefährdet sind jetzt auch die Kooperationen mit wissenschaftlichen Gesellschaften und Forscherinnen und Forschern – ZB MED ist sehr erfolgreicher Open-Access-Publikationspartner – ist offen.



Zwölfer, Dorothea: Forschung in Deutschland / science in germany (short in english), aufwind2012 – soli deo gloria!

Forschung in Deutschland ist leider im Blick Recherche zu medizinischer Literatur bei weitem nicht so gut gefördert, wie in den USA.

Und das, was es bislang ab, scheint nun auch noch gefährdet zu sein – denn eine Pressemeldung machte es publik: ZB Med droht die Schließung, weil die Förderung dafür gestrichen werden soll! “2.700 Zeitschriften befinden sich allein in ZB MED und sonst nirgendwo in Deutschland.” – es muss daher darauf viel mehr aufmerksam gemacht werden, denn letztlich profitieren mal wieder nur kommerzielle Anbieter von wiss. Literatur, wenn die öffentliche Hand sich aus der Förderung zurückzieht.




Ostrzinski, Ulrike: Bilder der Woche, Campus-Web.de

Als nächster Schritt nach den Empfehlungen des Senates der Leibniz-Gemeinschaft wird nun die GWK (Gemeinsame Wissenschaftskonferenz) im Mai oder Juni 2016 einen endgültigen Beschluss fassen. Inzwischen wurde eine Petition zum Erhalt von ZB MED ins Leben gerufen, die auch ihr mit eurer Unterschrift unterstützen könnt, damit der Erhalt von ZB MED die Literaturversorgung in den Lebenswissenschaften dauerhaft sichern kann.



Walbroel, Maike: Bibliothek in Bonn : Die ZB Med ist in Gefahr, GeneralAnzeiger Bonn

Für Bonn als Wissenschaftsstadt hätte die Abwicklung der ZB Med weitreichende Folgen: „Zeitschriften müssten abbestellt werden und es würden weniger neue Bücher gekauft werden“, sagt Ostrzinski. „Zudem würde Bonn eines seiner Leibniz-Institute verlieren.“ Auch in Zeiten des Internets sind Fachbibliotheken nicht überflüssig, denn nicht alle Bestände sind digitalisiert und nur wenige Zeitschriften digital erhältlich.




Pössel, Jana: Gastbeitrag ZB MED: Mit LIVIVO einfach recherchieren, Blog4Search

Der heutige Post stammt von Jana Pössel von der ZB Med als Gastbeitrag im Blog4Search. Herzlichen Dank dafür! Damit es neben Google weiterhin solch gute Fachquellen wie LIVIVO im Internet gibt und das Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften erhalten bleibt, unterstützen Sie ihre Petition.


ZB MED nach Leibniz-Senatsbeschluss vor dem Aus? : Noch können Sie handeln! Unterschreiben Sie die Petition oder schreiben Sie Unterstützungsbriefe, ZB MED

Zusätzlichen Nachdruck können Sie verleihen, wenn Sie an die zuständigen Geldgeber einen Brief schreiben. Dazu können Sie z. B. einen bereits formulierten Standardbrief verwenden. Diesen finden Sie hier (Textbaustein als Word-Dokument).

Die Schreiben können Sie per E-Mail oder per Post an folgende Adressen schicken:

  • Bundesminister für Gesundheit Hermann Gröhe, Rochusstr. 1, 53123 Bonn; E-Mail: poststelle@bmg.bund.de
  • Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, Bundesministerium für Bildung und Forschung; Kapelle-Ufer 1, 10117 Berlin; E-Mail: information@bmbf.bund.de
  • Frau Svenja Schulze, Ministerin für Innovation, Wissenschaft und Forschung, Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen (WIWF), 40190 Düsseldorf; E-Mail: Svenja.Schulze@miwf.nrw.de
  • Gemeinsame Wissenschaftskonferenz GWK, Friedrich-Ebert-Allee 38, 53113 Bonn, E-Mail: gwk@gwk-bonn.de



AMK-Vorsitzender Martin Schulz : Eine Katastrophe für Forschung und Patientenversorgung, DAZ.online

Ich halte eine Institution, die Literatur zentral zur Verfügung stellt, für sehr sinnvoll – das muss gefördert werden. Das hat nichts mit Forschung zu tun, sondern ist eine Dienstleistung.

Forschung ist sicher auch zu unterstützen, aber bei der Informationsflut von mehr als 25.000 Publikationen zu randomisierten Studien pro Jahr oder etwa 75 RCTs und mehr als 10 Übersichtsarbeiten pro Tag kann auch die größte Uni sich das nicht mehr alles leisten. Deshalb ist es vernünftig, dass es von zentralen Institutionen zur Verfügung gestellt wird.


Mögliche ZB-MED Abwicklung – Praxisfolgen, Password-online.de Pushdienst
Interview Michael Klems mit Wolfgang Lutz

Wenn sich DIMDI von (…) Datenbanken (…) ab 2017 trennt, MUSS eine Abwicklung der ZB-MED verhindert werden!

Es muss doch möglich sein, so wie auch bei FIZ-Technik in Frankfurt (jetzt WTI), eine Genossenschaftslösung mit motivierten Mitarbeitern und externen Investoren zu finden.

Dringend notwendig wäre ein runder Tisch mit DIMDI, ZB-MED und einer Auswahl an Informationsvermittlern um Wege zu erörtern,

wie die Infrastruktur – hierbei meine ich die Recherchesoftware – von DIMDI übernommen werden kann.

Es wäre dringend geboten hier eine Lösung zu finden.


Dritter ZB MED Science Slam war voller Erfolg, Pressemitteilung der ZB MED, openPR

Kurz vor der Pause setzte das Publikum ein Zeichen gegen die mögliche Schließung von ZB MED. Für ein Foto hielten alle Zuschauerinnen und Zuschauer Zettel mit der Aufschrift #keepZBMED in die Kamera, um zu zeigen, dass auch sie ZB MED beim Kampf ums Überleben unterstützen. „Mit dieser Aktion möchten wir dem Protest für den Erhalt von ZB MED ein Gesicht geben“, sagte Ursula Zängl. Die Zuschauerinnen und Zuschauer hatten außerdem die Gelegenheit, in der Pause am Informationsstand die Petition für den Erhalt von ZB MED zu unterzeichnen.


Mumenthaler, Rudolf: #keepZBMED: Unterstützung aus aller Welt, RuediMumenthaler.ch

Hier eine Visualisierung der Herkunft der aktuellen 8000 Unterschriften (mittlerweile, Stand 21.4. um 19:30 sind es 8130 Unterzeichner) für die Petition #keepZBMED.

Zur Visualisierung: Bitte hier entlang!


Offener Brief des IQWiG zur Empfehlung des Senats der Leibniz-Gemeinschaft, die Förderung der ZB MED durch Bund und Länder zu beenden, Stellungnahme IQWiG

Die wissenschaftliche Infrastruktur der ZB MED zur Sammlung und Erschließung der medizinischen Literatur sowie der Dokumentenlieferdienst sind entscheidend für die Arbeit des IQWiG. Mit dem Wegfall der Literaturversorgung durch die ZB MED würde die Erfüllung unseres gesetzlichen Auftrags erheblich mühsamer und kostspieliger.
Volltexte, die wir bislang für 7,50€ bestellen können, müssten wir unter Umständen für mehr als das Vierfache des Preises über die Verlage erwerben.

Darüber hinaus weckt die wissenschaftspolitische Tendenz Besorgnis: Wichtige Dienstleistungen wie die Datenbanken des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) entfallen, und Institutionen wie die ZB MED werden abgewickelt, mit der Folge, dass Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Literatur zunehmend direkt bei den Verlagen erwerben müssen. Deren prohibitive Preisgestaltung wurde in den letzten Jahren zu Recht scharf kritisiert – nicht zuletzt von der Leibniz-Gemeinschaft.

(…) Derzeit ist keine andere Institution in Deutschland in der Lage, übergangslos diese Aufgabe zu übernehmen. Die Schließung der ZB MED würde daher die Arbeit vieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gefährden.


Abwicklung der ZB MED: ein Tiefschlag für die evidenzbasierte Medizin : IQWiG setzt sich in offenem Brief für Erhalt der zentralen Literaturversorgung ein, Pressemitteilung, IQWiG.de

Wie in dem offenen Brief ausgeführt, würde sich die Beschaffung der medizinischen Fachliteratur, auf der die Gutachten des Instituts beruhen, bei einer Abwicklung der Institution erheblich verschlechtern.

Darüber hinaus sieht die Institutsleitung in der Schließungsempfehlung ein bedenkliches wissenschaftspolitisches Signal: (…)


Graf, Klaus: ZB MED: NRW-Landtagsabgeordneter beschwichtigt, Archivalia

Für den von mir angeschriebenen MdL Rainer Thiel (SPD) hätten die getroffenen Entscheidungen keineswegs die Schließung der Kölner Einrichtung zur Folge, es gehe nur um den Ausschluss aus der Leibniz-Gemeinschaft (PDF seines Antwortschreibens).

In diesem Antwortschreiben von MDL Thiel steht u.a.:

Nach unseren Informationen ist mit den getroffenen Entscheidungen keinesfalls eine Schließung die Folge. Die ZB MED soll vielmehr aus der Leibniz-Gemeinschaft ausgeschlossen werden. Da es sich hier um ein rein wissenschaftsgeleitetes Verfahren handelt, haben wir als Landespolitik keinen Einfluss auf diese Entscheidung. Wie es nach dem Ausschluss weitergehen soll, ist aktuell noch in der Diskussion.


Contzen, Mona: Deutsche Zentralbibliothek für Medizin: Steht das Aus der ZB MED bevor? : Was bedeutet dies für Studierende der Medizin & Co.?, Unicum.de

Auch Christoph Herbort-von Loeper, stellvertretender Pressesprecher der Leibnitz-Gemeinschaft, betont: „Durch die Senatsentscheidung ist die ZB MED nicht per se von der Schließung bedroht.“ Ihre Rolle als zentrale Fachbibliothek für Medizin und Lebenswissenschaften dürfte sich ohne Unterstützung des Bundes jedoch stark verändern.

Trotz der Proteste von Nutzern und Verbänden wie dem Deutschen Netzwerk Evidenzbasierte Medizin, dem Verein zur Förderung der Technologiebewertung im Gesundheitswesen und der Deutschen Gesellschaft für Sozialmedizin und Prävention scheint die Entscheidung der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz jedoch bereits vorab klar zu sein. „Bis jetzt hat es noch nie den Fall gegeben, dass die GWK der Empfehlung des Senats nicht gefolgt ist“, so Herbort-von Loeper.


Auch die Diskussion auf Inetbib geht weiter:
[InetBib] ZB MED – was wir noch tun können



IQWiG und ABDA protestieren gegen Einschnitte, DAZ.online

Für AMK-Vorsitzenden Martin Schulz wäre es eine Katastrophe für die Patientenversorgung, wenn die Zentralbibliothek Medizin geschlossen und die Literaturdatenbanken beim DIMDI eingestellt würden. Die ABDA schließt sich seiner Position an – und auch das IQWiG protestiert.


Kritisch berichtet Hans Zauner im Laborjournal über die Schließung der ZB MED:

Sind vier Jahre zu kurz, um eine Bibliothek mit 119 Mitarbeitern neu aufzustellen? Für eine Institution, die nach den Spielregeln des öffentlichen Dienstes funktioniert, war die Zeit vielleicht wirklich zu knapp, um den Tanker herumzudrehen und wieder Fahrt aufzunehmen zu lassen. Andererseits: Die Welt bleibt nicht stehen, um auf Reformen einer strukturbedingt trägen Einrichtung zu warten.
Aber nur Abwickeln und Abstoßen ist eben noch keine konstruktive Lösung. „Man hat bei der ZB MED die Entwicklungen verschlafen“, sagt Gerd Antes, Direktor des Deutschen Cochrane Zentrums. Wichtiger sei jetzt aber die Frage, wer die Verantwortung für ein neues Konzept übernehme. „Meines Erachtens müssten das Bundesforschungsministerium und das Bundesgesundheitsministerium auf höchster Ebene das Ruder in die Hand nehmen“, erklärt Antes. „Hier schnell eine zukunftsfähige Struktur zu entwickeln, ist mehr als überfällig, will man sowohl dem Forschungsstandort wie auch der Gesundheitsversorgung nicht schaden.“

(Zauner, Hans: Wer kümmert sich um die medizinische Literatur, Laborjournal H. 05 (2016), S. 14-17.)


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