This is what a librarian looks like

Der Anfang zum Buch „This is what a librarian looks like“ findet sich 2014 auf der Seite slate.com. Dort veröffentlichte der Fotograf Kyle Cassidy erstmals Bilder von Bibliothekaren_innen. Es ging ihm darum, die Vielfalt der Menschen zu zeigen die in Bibliotheken arbeiten.

Und dies gelingt ihn mit dem nun erschienenen Bildband ganz hervorragend. Mehr als 200 Bilder von Bibliothekaren_innen aus allen Bibliotheksrichtungen hat er gesammelt. Zusammen mit Zitaten, was diese an ihrer Arbeit oder an Bibliotheken besonders schätzen und warum sie glauben dass Bibliotheken immer noch wichtig sind.

Dazwischen kommen auch immer wieder bekannte Menschen zu Wort, die ihre Geschichte erzählen wie ihnen Bibliotheken im Leben geholfen haben, unter anderem Neil Gaiman, Corey Doctorow und Amanda Palmer.

Ergänzt wird diese Sammlung durch Geschichten einzelner amerikanischer Bibliotheken. Teilweise kleine Bibliotheken die das Zentrum der Stadt sind, die die einzigen Einrichtungen mit Breitband-Internet sind und auch ansonsten einen großen Beitrag zum Leben in ihrer Stadt leisten.

Der Zusatz zum Buchtitel lautet daher auch so schön: „A celebration of libraries, communities, and access to information“.

Auch auf die Gefahr hin, pathetisch zu klingen, aber genau dies tut dieser Bildband. Man liest und schaut sich durch die Bilder und zurück bleibe ein positiv und aufbauendes Gefühl. Es ist schön zu lesen, wie sehr Bibliotheken in ihre Gemeinschaften eingebunden sind. Wie sehr sich Bibliothekare_innen engagieren oder was sie erreicht haben.

Auf jeden Fall sinnvoll investierte 19€ für ein Hardcover Buch.

Kyle Cassidy hat schon weitere Bildbände veröffentlicht:
Bewaffnetes Amerika: Waffenbesitzer und ihr Zuhause im Portät
War Paint: Tattoo Culture & the Armed Forces

Der nächste Bildband ist sicher auch wieder für ein breiteres Publikum interessant:
Where I write: Fantasy and Science Fiction authors


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sagt eine wissenschaftliche Studie zum „Wandel der Arbeit in wissenschaftsunterstützenden Bereichen an Hochschulen“, (Study der Hans-Böckler-Stiftung Nr. 362.) von Andrä Wolter von der Berliner Humboldt-Universität (HU) und Ulf Banscherus von der Technischen Universität Berlin (TU).

Betroffen davon sind natürlich auch die Hochschulbibliotheken (6.4 Bibliotheken, S. 130-133). Neben mehr Studierenden, die in immer kürzerer Zeit ihr Studium absolvieren sollen, kommen auch durch die Digitalisierung immer komplexere Aufgaben auf Famis und Bibliothekare zu. Durch Wegfall standardisierter Vorgänge, z.B. Selbstverbuchung von Medien zur Ausleihe, kommen nur noch Problemfälle an die Theke, häufig verbunden mit unbefriedigenden Diskussionen und Entscheidungen, bspw. Mahnungen, Buchersatz etc. Auch neue Augaben müssen bewältigt werden, z.B. Publikationsberatung, Digitalisierung von Altbeständen, Schulung von Informationskompetenz usw. Dies alles jedoch wurde i.d.R. nicht durch zusätzliches Personal abgefangen, sondern durch eine Verdichtung von Aufgaben bei vorhandenem und z.T. geringerem Personalstamm.

Nicht zu unterschätzen für die Arbeitszufriedenheit und ein Sicherheitsgefühl der Beschäftigten ist:

„Der zunehmende Legitimationsdruck, die steigende Anzahl von Befristungen und der Einsatz von studentischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern führen schließlich zur Besorgnis bei einigen Bibliotheksbeschäftigten in Bezug auf ihre Anstellung.“ (S. 133)

 

Quellen:
Banscherus, Ulf u.a.: Wandel der Arbeit in wissenschaftsunterstützenden Bereichen an Hochschulen, Study der Hans-Böckler-Stiftung Nr. 362.
Hochschulen: Mehr Arbeit, gleiches Geld, Böckler Impuls, Ausgabe 16/2017
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Selle, Annette: Unterbesetzt, unterbezahlt, unterbewertet, Welt.de


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