#bibtag18 : Open Educational Resources – ein neues Thema für Bibliotheken?

107. Bibliothekartag 2018

Das “Hands-On-Lab analog” des 107. Bibliothekartages war geprägt durch drei Impulsvorträge und ein Worldcafé. Durch die Veranstaltung geleitet haben Daniela Dobeleit, Sabine Stummeyer, Frank Waldschmidt-Dietz und Nicole Clasen.

In BIB-OPUS:
Daniela Dobeleit, Sabine Stummeyer, Frank Waldschmidt-Dietz, Nicole Clasen: Open Educational Resources – ein neues Thema für Bibliotheken?, Hands-On-Lab analog auf dem 107.Bibliothekartag 2018

Hier folgt meine Mitschrift, angereichert mit Links und Grafiken sowie einem kurzen, provisorischem Fazit.

Das erste Kurzreferat kam von Frank Waldschmidt-Dietz, der unter der Frage

„OER – ein gewinnbringender Kulturwandel?“

auf die grundsätzlichen Fragen rund ums Lernen und Lernressourcen einging.

Was ist OER?

E steht für Education – Bildung, also der Formung des Menschen in Hinblick auf sein „Menschsein“. Was grenzt Lernen von reiner Unterhaltung ab? Wie unterscheiden sich formelles und informelles Lernen.

Im Beruf, so Waldschmidt-Dietz werden 70% der Aufgaben und Herausforderungen nebenbei in der Praxis gelernt, 20% über den informellen Austausch mit KollegInnen und nur 10% unseres Wissens erwerben wir formell, z.B. durch Vorträge auf dem Bibliothekartag.

R steht für Ressourcen, welche Materialien jeglicher Art und in jeder Medienform sein können, z.B. Print und Digitales. Digitales kann z.B. print-ähnlich daherkommen, als Lernmodule, YouTube-Film, PodCasts oder Wiki daherkommen. Waldschmidt-Dietz, stellte die Frage, ob er als Person denn un auch eine Ressource sein könnte oder muss sie aufgezeichnet und online gestellt werden?

O steht für Open. Waldschmidt-Dietz machte deutlich: Das Offen hat verschiedene Komponenten.

Derzeit ist immer mehr ein Wandel von Copyright zu Creative Commons zu sehen. War das eigene Material, das gedruckte Buch etwas, worauf man stolz war, weil man es besitzen konnte, so wird durch zunehmende Offenheit mit einer anderen Währung gezahlt. Das offen bereitgestellte Material hilft dem kollegialen Austausch. Jeder kann Anregungen bekommen und geben. Die Dankbarkeit der KollegInnen oder auch nur das symbolisierte „Mag ich“ motivieren genauso wie die Freu über die (Weiter-)Nutzung bereitgstellter Materialien.

Beispiel für eine OER-Ressource:

Die TIB Hannover versucht ihre Coffee-Lectures in Coffee-E-Lectures umzuwandeln (z.B. Open Access – Wissen sichtbar mache, https://youtu.be/e11aC6M-gbo) und durch die Aufzeichnung für Nachhaltigkeit der Lesungen zu sorgen, die nun zeit- und ortsunabhängig genutzt werden. Belohnung sind Clicks und Kommentare.

Die Beiträge werden unter einer offenen Lizenz (CC BY) angeboten.

Stellt sich nun die Frage: Ist OER sowas wie Open Access (OA)?

Nein, nicht ganz, denn OA fehlt der deutlich ausgeprägte Remix-Aspekt, der OER ausmacht. Am Beispiel seines eigenen Vortrags machte Waldschmidt-Dietz deutlich, dass sein Vortrag per se nicht „Open“ ist, denn er ist: zeit- und ortsabhängig, abhängig von der Raumkapazität, der Konzentrationsfähigkeit der Teilnehmer und es gibt keine Aufzeichnung. Offen wird er in dem Moment, wo es eine Tagungsdokumentation gibt, auch Tweets zu dieser Veranstaltung machen ihn offen.

Auch Lernen muss im Kontext von OER neu überdacht werden, wenn Bibliotheken hier Angebote machen möchten. In Schulen gibt es neue Formate, bei denen das Melden nicht in Form von „Ich weiß was“ gesehen wird, sondern als Bitte um Hilfe. E-Learning erlaubt bei Filmen das Vor- und Zurückspulen, um sich intensiver mit dem Material zu beschäftigen. Nebenbei ließe es sich zum Beispiel gut in einer Diskussion auf WhatsApp begleiten.

Bibliotheken stehen hier vor einigen Herausforderungen (Auswahl).

Welche Rollen sollen bzw. wollen Bibliotheken in einer Welt digitaler Bildungsressourcen einnehmen? Werden kostenpflichtige Video-Angebote als neue Form von Datenbanken oder Zeitschriften lizensiert und bereitgestellt? Häufig sind BibliothekarInnen nicht medienkompetent genug, um neue Medien zu erstellen und zu nutzen. Sie sind in einer Zeit aufgewachsen, als Lesen und Schreiben die Form des Lernens war. Sie müssen heute OER selbst nutzen und ggf. produzieren, um eine eigene Expertise aufzubauen.

Der Vorteil von OER-Materialien ist, dass diese Bildungsmaterialien offen lizensiert sind, jenseits formeller Kontexte zum Lernen eingesetzt werden. Wir müssen aber die Umsetzung in passende Formate neu lernen, aus anderen Blickwinkeln das Lernen betrachten, insbesondere in Hinblick darauf, dass nur 10 Prozent des Lernens formell passiert, d.h. in Informationskompetenzschulungen etc. Die Währung, mit der wir dafür bezahlt werden, sind die Reaktionen der Nutzer und der Spaß, den man beim Produzieren der Lernmaterialien haben kann.


Im zweiten Kurzreferat fragt Sabine Stummeyer:

Welche Dienstleistungen könn(t)en Bibliotheken rund um OER anbieten?

Zuerst bräuchte es allerdings in Bekenntnis zu OER, was sich aber gut in die bereits bestehende Aufgabe von Bibliotheken integrieren ließe, wenn man deren Aufgabe wie folgt definiert:

„Aufgabe von Bibliotheken ist es dafür zu sorgen, inklusive, gerechte und hochwertige Bildung  zu gewährleisten und Möglichkeiten lebenslangen Lernens für alle zu fördern.“ (Libraries, Development and the United Nations 2030 Agenda, https://www.ifla.org/libraries-development)

Darin haben wir Erfahrung. Auch der BID hat einen entsprechenden Grundsatz für den Berufsstand veröffentlicht.

In der Veröffentlichung „Ethische Grundsätze von Bibliothek & Information Deutschland (BID)“ (https://www.zlb.de/ueber-uns/positionen/bid-ethische-grundsaetze.html) heißt es:

„Wir handeln nach dem Grundsatz der Offenheit (Openness), wie er sich u.a. in Open Access, Open Source, Open Educational Resources und Open License konkretisiert, um einen bestmöglichen Zugang zu Informationen zu ermöglichen und die Prinzipien der Partizipation und Kollaboration zu verwirklichen.“

Frau Stummeyer macht deutlich, dass wir uns den Herausforderungen der Digitalisierung im Bildungsbereich stellen müssen. In der Bildung führen neue Kollaborations- und Partizipationsformen zu veränderten Lehr- und Lernmethoden. Sie stellen neue Anforderungen an die Bibliothek als Lernort. Angebotene Inhalte müssen orts- und zeitunabhängig zugänglich/verfügbar sein.

Im beruflichen Alltag erleben wir dies bereits im Alltag: MOOCs, OpenCourses, Vorlesungen, Scripte, Aufgabenpläne, Wikis, Videomitschnitte etc. haben Bibliotheken als Nutzende, aber auch Anbietende sowie als zu erfassende Medien im Fokus.

Viele der bereits bestehenden Handlungsfelder bedürfen einiger weniger Anpassungen, um auch OER-Services bieten zu können.

Bisherige Handlungsfelder:

  • Akquise – Erweiterung der Erwerbungsprofile und Integration OER in ein Content-Management-System
  • Erschließung und Recherche – Sacherschließung der OER-Inhalte, Entwicklung von Metadaten-Standards, Entwicklung und Vernetzung unserer Nachweisinstrumente
  • Community of Practice – eigene und bereits existierende Materialien (IK-Schulungen, Anleitungen u.ä.) als OER bereitstellen, z.B. als Inhalte auf der Webseite, Schulungskonzepte bei Informationskompetenz u.a.)
  • Schulungen – IK-Schulungen um Informationen zu OER ergänzen oder als eigene Schulung anbieten
  • Bestandserhaltung – Erhaltung und Langzeitarchivierung von OER

Dazu kommen neue Handlungsfelder

  • Erschließung und Recherche – Entwicklung von kontrolliertem Vokabular
  • Community of Practice – Bewerbung und Schaffung eines Bewusstseins für OER, Bewertung der Ressourcenqualität, Produktion eigener OER
  • Management der OER – Administration neu entstandener Versionen
  • Rechtliche Fragen – Beratung in Lizenzen, Entwicklung einer OER-Policy
  • Schulungen – Einbindung neuer Kooperationspartner (Schulen, OER-Initiativen, Learning- und Didaktik-Zentren)

Anwendungsbeispiele OER
Für Öffentliche Bibliotheken lassen sich Materialien im ZUM-Wiki finden (zu Makerspaces, Schule: Aufgaben und Übungszettel) – https://www.zum.de/portal/
Wissenschaftliche Bibliotheken können bei OERLabs/Resource Labs fündig werden, z.B. zur Erprobung kollaborativer Arbeitstechniken und Anwndung neuester technischer Tools. Unterstützung des wissenschaftlichen Publikationsprozesses.

Ihr Fazit:
Durch OER entstehen für Bibliotheken neue Handlungsfelder. Sie können den digitalen Wandel unterstützen und neue Kooperationspartner gewinnen. Im Ergebnis meinte Frau Stummeyer: Ja, OER sind eine wichtige Aufgaben für Bibliotheken.


Im dritten Kurzreferat stellte Daniela Dobeleit die Praxis von OER in den Fokus unter dem Titel

„Fokus Praxis – OER im bibliothekarischen Alltag nutzen und erstellen“

Nach den bereits vorhergehenden Vorträgen hatte sicher jeder schon ein paar kleine Handlungsideen. Doch wie kann ich (man, die Bibliothek) damit anfangen. Als Hilfsmittel stellte Frau Dobeleit den OER-Canvas vor: Der OER-Canvas. Eine Vorlage zur ersten Skizze von OER-Projekten, Teil 1 (https://open-educational-resources.de/der-oer-canvas-teil-1/).

Dieser hilft beim Start eines solchen Projektes und ist ebenfalls eine OER-Ressource.

Viele Dingen müssen von vornherein mitgedacht werden – d.h. auch die eigene, innere Haltung muss auf Offenheit ausgerichtet sein.

  • Offene Ressourcen verwenden
  • Offenes Datenformat (für Remix)
  • Offene Lizenzen (welche Lizenz soll verwendet werden, wie werden Ressourcen verknüpft)
  • Offener Zugang (wo werden Ressourcen abgelegt und wie auffindbar gemacht)

Frau Dobeleit griff dann einige wenige Punkte aus dem OER-Canvas auf.

Welche Lizenz soll verwendet werden und wer ist der Lizenzvergeber/Urheber?
CC-Lizenzen haben sich durchgesetzt, weil Nutzungsrechte freigegeben werden können. Die Offenheit sinkt dabei von CC BY bis CC BY-NC-ND.

Creative commons license spectrum„Die CC-Lizenzen angeordnet nach ihrer Offenheit: von der Gemeinfreiheit (“Public domain”) bis zu “Alle Rechte vorbehalten” (“All rights reserved”). Dunkelgrün sind die „Approved for Free Cultural Works“-Lizenzen, die beiden grünen Bereiche markieren die Lizenzen die kompatibel mit der “Remix-Kultur” sind.“

(Quelle Zitat: Grafik zur Offenheit von Creative Commons Lizenzen, OER Wegweiser, https://open-educational-resources.de/oer_materialien/grafik-zur-offenheit-von-creative-commons-lizenzen/)

(Quelle Grafik: Wikimedia Commons, Urheber: Shaddim, Lizenz: CC BY 4.0, Erscheinungsjahr: 2016, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Creative_commons_license_spectrum.svg)

Faustregel: CC 0 (gemeinfrei) bis CC BY-SA sind „Approved for Free Cultural Works“-Lizenzen. „CC BY-NC bis CC BY-NC-SA“ sind noch kompatibel mit der Remix-Kultur, aber vermieen werde sollten CC BY-ND und CC BY-NC-ND-Lizenzen, die nur das Teilen erlauben. NC schließt private Hochschulen und Volkshochschulen aus, da diese damit Geld verdienen. Auch ND ist schwierig, denn ab wann ist etwas bearbeitet, z.B. wenn die Größe oder ein Farbton angepasst worden ist?

Ein gutes Hilfsmittel um CC-Lizenztexte und Lizenzen zu erstellen, ist der „License Chooser“ (https://creativecommons.org/choose/?lang=de) von Creative Commons eine gute Hilfe, um die Lizenzen zu generieren, die am Ende der OER-Ressource eingegeben werden kann.

  1. Lizenzbedingung auswählen, die man vorher mit Arbeitgeber vereinbart hat.
  2. Metadaten eingeben (auch hier vorher Adressierung mit dem Arbeitgeber klären)
  3. Lizenztext kopieren oder als HTML-Code einbetten (HTML garantiert die maschinenlesbare Einbindung der Lizenzbedingungen und erhöht somit die Auffindbarkeit der Ressource)

Der Lizenztext wird gut sichtbar auf der ersten Seite oder im Impressum, als Icon der CC-Lizenz mit ggf. Lizenztext eingebunden. Gerade das Icon der CC-Lizenz erlaubt eine gute erste Orientierung. Einige Lernplattformen bieten schon einen Lizenzwähler, der beim Einfügen der richtigen Lizenz unterstützt.

Wer nach vorhandenen Materialien suchen möchte, hat mit vielen verteilten Orten zu kämpfen, da es keine zentrale Ablagestelle oder Suchmaschine für OER gibt. Als Einstieg empfiehlt sich die Linkliste zu Rechercheinstrumenten von Jürgen Plieninger auf biboer (fachübergreifende Suchinstrumente und Instrumente zur Einschränkbarkeit auf bestimmte Lizenzen) (Suche nach OER: https://docs.google.com/document/d/1mGOaGc5dX7TV8r62lbpufB31GIgHqXAEqCusyLkuJUg/)

Da die Materialien unterschiedliche Lizenzen haben, hilft der Creative Commons Mixer von edu-sharing (http://ccmixer.edu-sharing.org/) am Ende des Mixes die richtige Lizenz auszuwählen. Für die Lizenz CC BY am Ende dürfen nur die Lizenzen CC 0 und CC BY verwendet werden. Der Mixer macht auch deutlich, wenn Lizenzen nicht miteinander kombiniert werden können, wie beispielsweise Lizenzen, die NC und SA enthalten.

CC-Lizenzen dürfen geändert werden, aber sie dürfen nicht strikter werden. Ein Beispiel ist LOTSE. Hier wurde die Lizenz erfolgreich von CC BY-NC zu CC BY-SA geändert.

Ein weiterer Punkt auf den Frau Dobeleit eingegangen ist, was bei der Bereitstellung der Materialen zu beachten ist. Es gibt nicht die Datenbank oder ein einheitliches Ablagesystem. Sondern hier empfiehlt sie, zu nutzen, was da ist, die vorhandene Infrastruktur wie Webseite, lokale Lernplattform, lokale Repositorien. Die Aufbereitung sollte so sein, dass man das Ergebnis am Ende im Internet findet.

Als Ausblick verwies Frau Dobeleit auf das Projekt jointly, ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstütztes Projekt. Mit iRIGHTS.info, der Fachhochschule Lübek, dem edu-sharing Network und der Gesselschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH Göttingen haben sich hier vier Partner gefunden, die über unterschiedichste Kompetenzen verfügen, die derzeit OER Tools und Schnittstellen entwickeln, um u.a. Bibliotheks- und E-Learning-Strukturen in Hinblick auf OER zu vernetzen. So arbeitet man an einem Plugin für Lernplattformen, dass viele (OER-)Quellen durchsuchbar machen soll.

Weitere Informationen sind zu finden bei:

Die SLUB-Dresden bindet standardmäßig in ihre PowerPoints die CC BY-Lizenz ein, auch wenn es keine Schulungen dafür gab. Der Rollout der PowerPoint-Vorlage geschah im Rahmen der Openess-Strategie der SLUB.

OER ist (noch) nicht im Discovery-System der SLUB eingebunden, da es zu fragmentarisch und versioniert daher kommt. Die TU Freiberg hingegen erprobt die Einbindung von OER in die Suchergebnisse ihres Discovery Systems. In der SLUB hat man sich für die Einbindung der OER-Suche an der Stelle entschieden, wo OER benötigt wird, in der Suche der Lernplattform. Das Schaffen einer OER-Faszette ist noch zu aufwendig, da Standards bei den Metadaten fehlen.

Jointly versucht derzeit Dublin Core-Metadaten mit dem Schema der Lernplattformen zu mappen, aber gerade bei den Metadaten ist man noch ganz am Anfang. Bielefeld versucht durch die Vergabe von DOIs das Problem mit der Versionierung zu lösen, da DOIs Versionen zulässt. Frau Dobeleit empfiehlt, die E-Learning-Experten der eigenen Hochschule als Ansprechpartner zu gewinnen.

Bei gemischten Inhalten muss deutlich werden, welcher Inhalt welcher Lizenz unterliegt, z.B. durch einen deutlichen Satz am Ende der Präsentation: „Logos unterliegen dem urheberrechtlichen Schutz. Restliche Bilder sind entsprechend gekennzeichnet.“


Im World-Café

wurden dann einzelne Aspekte gemeinsam in kleinen Arbeitsgruppen weiter vertieft.

„Von Wem? Wo? Wann? Wie? Und Womit lerne ich gerne?“

An Tisch 1 stellte Waldschmidt-Dietz die Frage, wie gelernt wird. Er orientierte sich dabei an 5 von 12 Fragen des Lernrades und legte den Schwerpunkt auf die Frage:
„Von Wem? Wo? Wann? Wie? Und Womit lerne ich gerne?“ Die TeilnehmerInnen sollten spontan aufschreiben, was ihnen einfiel und den für sie wichtigsten Punkt auf eine der ausgelegten Moderationskärtchen schreiben. Diese wurden dann einer der Fragen zugeordnet und jede/r musste kurz begründen, was er/sie darunter verstand.

Danach ging es an Tisch 2 weiter, wobei man die Frage von Tisch eins im Kopf behalten sollte.

„Was könnte Ihr erster Schritt in der OER-Welt sein?”

Moderiert wurde diese Station durch Daniela Dobleit.

Neben der Entscheidung, dass die Führungskräfte überzeugt werden müssten, müssten Verantwortliche gefunden, Speicherorte ausgebaut werden, aber auch die Kollegen müssten im Kopf umdenken, z.B. durch Schulungen zu „verwandten“ Themen. Kooperationen sollten gewonnen und eingegangen werden. Aber auch kleine Schritte wären schon hilfreich, z.B. selbst im Kopf umzudenken, freie Materialen nachzunutzen und eigene Materialien nachnutzbar zur Verfügung zu stellen.

Die dritte Station mit Frau Clasen widmete sich der Frage

„Was muss die Bibliothek bereitstellen?“

Auch hier gab es viele Interessante Anregungen und Gespräche. Weiche Kriterien wie Raum für ein entsprechendes Mindsetting, Ideenfreiräume und Zeit wurden ergänzt um härtere Faktoren wie Infrastruktur, Konzepte, Rechtsberatung. Als Speicherorte für fachliche OER-Angebote wurden z.B. auch die Zentralbibliotheken für Lebenswissenschaften, Wirtschaft und Technik in der Pflicht gesehen.


Mein Fazit:

Bibliotheken und vor allem ihrer BibliothekarInnen tun schon ganz viel im Bereich Open Educational Ressources, ohne das Label „OER“ an diese Angebote anzuheften. Ein Ergebnis sind die vielen Hilfestellungen z.B. auf der Plattform Informationskompetenz, erstellte Tutorials auf YouTube oder Beiträge in den diversen Blogs. Allerdings gibt es hier viel Luft nach oben, insbesondere wenn es um die Kooperation mit anderen Anbietern geht, um Freiraum und Anerkennung bzw. Förderung der intrinsischen Motivation, Wissen zu teilen, sei es mit Kolleginnen, sei es mit den Nutzerinnen. Die Grundlagen sind gelegt. Jetzt heißt es so schön, diese zu institutionalisieren und bewusster einzusetzen. Eine Einbindung von OER-Angeboten in die Angebote und Services einer Bibliothek sollte genauso selbstverständlich geschehen wie dies vor wenigen Jahren mit der Implementierung von Open Access war.

Hilfreich sind Schulungen, Vorträge aber auch passende Workshops, um ein Mindsetting und Bewusstsein für OER in der Kollegschaft zu etablieren und für die eigene Einrichtung passende Services zu entwickeln.
Sicherlich gäbe es noch viel mehr als Fazit zu sagen, aber dazu wäre sicherlich eine wissenschaftlichere Betrachtung des Themas sinnvoll.


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