Die Princeton University bekommt eine neue Bibliothek

Zu Ehren des heutigen 80. Geburtstags des Architekten Frank O. Gehry berichtet die NZZ Online über den Bibliotheksneubau der Princeton University für die Lewis Library:

Die neue Bibliothek, an der Kreuzung von Washington Road und Ivy Lane und damit an einem exponierten Ort inmitten des Universitätsgeländes gelegen, zählt zu Gehrys überzeugendsten Bauten der vergangenen Jahre, und vielleicht hat – ähnlich wie beim Bankbau am Pariser Platz in Berlin – gerade die nötige Restriktion dazu geführt, den sich mitunter frei in den Raum ergiessenden Formen eine Fassung zu verleihen. Vergleicht man die Lewis Library mit den wuchernden Protuberanzen des Stata Center am MIT in Cambridge oder dem Hotel Marques de Riscal im Baskenland, so zeigt sich, dass dem Architekten hier eine Einfügung in das Gewebe des Campus gelungen ist. Ein dreigeschossiger, mit Ziegelsteinen verkleideter und mit Lochfenstern versehener Institutsbau sowie ein zweigeschossiger Bibliotheksflügel mit Auditorium und Lesesälen rahmen die sich aufgipfelnde Stahl-Glas-Konstruktion des Bibliotheksturms. Mit 35 Metern Höhe gibt sich dieser moderat und erreicht lediglich die halbe Höhe des Turms der südlich anschliessenden Fine Hall. Grosszügig wirkt die zentrale Halle, überaus angenehm die Lesebereiche, die mit zunehmender Höhe an Intimität gewinnen.

Hm, ich persönlich finde, es sieht ein bisschen aus, als hätte ein Riesenbaby mit Riesenbauklötzern gespielt und sein wackeliges Gebäude wäre dann in sich zusammengefallen. Aber immerhin hat sich wieder etwas Stein zwischen all das Glas und den Stahl geschoben. Und die zentrale Lage spricht dafür, dass in Bibliotheken zunehmend soziale und kommunikative Orte gesehen werden und nicht nur Bücherreservoirs.

Die Princeton University möchte durch den Neubau auch die “Erlaufbarkeit” des gesamten Campus steigern:

The library is designed to meet the needs of students, faculty and staff better than the previous patchwork of small, discipline-specific science libraries located throughout campus.

Lewis Library

Lewis Library
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3. IFLA Presidential Meeting

Ich hatte letzte Woche die Möglichkeit, am 3. IFLA Presidential Meeting in Berlin teilzunehmen, das unter dem Motto “Access to Knowledge: Networking Libraries” stand und das letzte unter der Präsidentschaft von Frau Prof. Lux war, bevor Ellen Tise (Südafrika) die Präsidentschaft bis 2011 übernimmt. Diesmal lag der Schwerpunkt auf den islamisch geprägten Ländern und der kulturelle Austausch stand klar im Vordergrund. Zwar war es auch sehr spannend zu erfahren, welche Fortschritte das Bibliothekswesen beispielsweise in Ägypten, Marokko oder Syrien macht, aber genauso interessant waren die Berichte und Vorträge zum Beispiel aus Malaysia oder den Palästinensischen Autonomiegebieten, wo selbst die bibliothekarischen Basisarbeiten oft schwer zu bewerkstelligen sind.

Podiumsdiskussion

Während der zwei Tage und besonders im Verlauf der abschließenden Podiumsdiskussion hatte man das Gefühl, dass der kulturelle Austausch wirklich nicht nur auf dem Papier stattfand, sondern vor allem zwischen den ausländischen Konferenzteilnehmern selbst.

Konferenzteilnehmer
Insgesamt eine sehr gelungene Veranstaltung!

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In eigener Sache

Mein Vortrag auf der AGMB-Tagung in Magdeburg ist jetzt als Artikel in der Online-Zeitschrift GMS Medizin – Bibliothek – Information erschienen und das gibt mir die Möglichkeit auf eine Neuerung zu meiner Person hinzuweisen: Ich habe geheiratet und den Namen meines Mannes angenommen. Deshalb wurde der Artikel bereits unter meinem neuen Namen Doreen Thiede veröffentlicht.

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Angst vor Bibliotheken

Beim Überfliegen der Neulinge im Bereich Sachbuch diesen Herbst bin ich an einem Werk hängengeblieben, das schon durch seinen Titel Lesefreude verspricht: Kathrin Passig, Sascha Lobo: „Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin“. Darin erläutern die Autoren das Prinzip der Prokrastination, also der Verschiebementalität.
Interessant wurde es dann aber für mich, als ich ein “Blog-Interview” mit den beiden Autoren las, bei dem es unter anderem um die Rolle der Bibliotheken geht. Der Journalist Oliver Jungen bringt die Generation Google ins Spiel:

Hurra, wir veröden. Alle Studien sind eindeutig. Das amerikanische „National Endowment for the Arts“ hat schon 2004 eine große Alarmstudie vorgelegt und im letzten November den Zustandsbericht „To Read or Not To Read“ draufgepackt: Nur noch knapp über die Hälfte aller Amerikaner lesen Bücher aus Spaß, je jünger, desto weniger. Im Januar legte das University College London nach: Die „Google-Generation“ habe regelrecht Angst vor Bibliotheken und ernste Probleme bei der Informationsevaluation.

Daraufhin antwortet Kathrin Passig:

Ja, wir haben Angst vor Bibliotheken. Natürlich kann man in und mit Bibliotheken leben, man gewöhnt sich schließlich an alles. Und seit einigen Jahren haben die Bibliotheken ja auch ihr Instrumentarium an Regelungen, Sonderregelungen, Öffnungszeiten, Ordnungssystemen, Zettelkästen, missmutigem Personal, unauffindbaren Bänden („evtl. Kriegsverlust“), Fernleihverfahren, wochenlangen Wartezeiten, Kopierverboten und in Haus 3 untergebrachten Magazinen zurechtgestutzt. Aber dass die Benutzung von Bibliotheken heute etwas bequemer als früher ist, ändert wenig an der Umständlichkeit dieser Form der Informationsbeschaffung. Ein von freundlichen Fachleuten bereitgestellter, gut gewarteter Faustkeil bleibt ein Faustkeil. Zum Glück ist die Angst vor Bibliotheken heute eine völlig folgenlose Angst, vergleichbar etwa mit der Angst vor Speed-Dating-Partys oder Höhlentauch-Expeditionen. (Hervorhebung durch mich)

So. Bibliotheken liefern also Faustkeile, sind laut Passig in der Steinzeit stehen geblieben. Und der letzte Satz setzt noch eins drauf, denn dort wird Bibliotheken nahezu jegliche Bedeutung in der heutigen Gesellschaft abgesprochen.
Auch wenn wir es besser wissen, bleibt ein bitterer Nachgeschmack bei einer solchen Einschätzung, immerhin stammt sie nicht von Dieter Bohlen oder Atze Schröder, sondern von einer Bachmannpreisträgerin.

Quelle: Interview mit Kathrin Passig und Sascha Lobo: Triumph des Unwillens. FAZ.NET

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Reflexionen zu Patientenbibliotheken

Ich scheine mit meinem Vortrag bei der AGMB-Tagung in Magdeburg einen Nerv getroffen zu haben. Das Publikum des Arbeitskreises Krankenhausbibliotheken bestand hauptsächlich aus BibliothekarInnen, die in integrierten Patientenbibliotheken arbeiten bzw. für solche verantwortlich sind. Also in der Regel Fachpersonal, dass sich eher mit der (Ab-)Bestellung von medizinischen Zeitschriften, papierverliebten Vorgesetzten oder Urheberrechtsproblemen, z.B. bei der Erstellung von PPPs für Ärzte, auseinandersetzen muss. Dementsprechend war ich mir nicht so sicher, ob ich mit meinen Ideen zum Stellenwert von Patientenbibliotheken buchstäblich jemanden hinterm Ofen hervorlocken würde. Zumal meinem Vortrag der von Betty Johannsmeyer (Abstract) voranging, die sich mit dem Thema Wissensmanagement/ Lebenslanges Lernen im Unternehmen Krankenhaus am Beispiel des Helios-Konzerns beschäftigte. Doch im Anschluss an meinen Vortrag fand ein reger Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern statt, der sich im Wesentlichen um die Tatsache drehte, das man als PatientenbibliothekarIn eigentlich schon morgens mit dem Gedanken aufwacht, mit welchen Argumenten man heute wieder seine Arbeit wem gegenüber verteidigen muss. Viele meiner (theoretischen) Argumente wurden mir aus der Praxis bestätigt, besonders in puncto Kommunikationskompetenz, Medienbestand (Hörbücher) und auch Internetzugang, aber auch was die Grenzen der bibliothekarischen Arbeit angeht (Stichwort Bibliotherapie).
Leider verebbt die Diskussionen zum Thema Patientenbibliotheken erfahrungsgemäß schnell wieder, weil ihr die nötige Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit fehlt.
Nichtdestotrotz werde ich Entwicklungen in diesem Bereich (wie z. B. die derzeitigen Proteste gegen die finanzielle Unterversorgung der Krankenhäuser, die ja quasi vor meiner Haustür stattfinden) weiter beobachten und kommentieren.

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Reality Check: Öffentliche Bibliothek

Zugegeben, es handelt sich um einen Beitrag innerhalb einer Kolumne, wo normalerweise Krimis rezensiert werden. Diesmal interessiert sich die Autorin des Artikels, Beate Mainka, jedoch für den realen Ort, an dem diese Krimis gelesen werden – und wählt als ‘Feldstudienobjekt’

“eine 4000-Seelen-Gemeinde im Münsterland, die einzige öffentliche Bücherei ist fest in katholischer Hand, wie sich das in dieser Gegend so gehört, darf allerdings in Zeiten der Ökumene auch von Nichtkatholiken benutzt werden. Der Bestand dieser so genannten KÖB beläuft sich auf 3500 Medieneinheiten, neben Büchern für jede Altersstufe gibt es auch Hörbücher zu leihen.”

Als Ort scheint die Bibliothek durchaus den Anspruch zu erfüllen, den das gegenwärtige Bibliothekswesen an sich stellt, denn die Autorin stellt fest:

“Dieser architektonisch höchst ansprechende Ort – er befindet sich im ehemaligen Klostergebäude – ist Tummelplatz einer Reihe von Einheimischen”.

Im folgenden kurzen Text werden dann aber eigentlich alle Klischees über Öffentliche Bibliotheken bestätigt, die man so kennt, angefangen von der LeserInnenschaft,

“die sich vorwiegend aus dem weiblichen Teil der Bevölkerung nebst ihrer noch in der Aufzucht befindlichen Kinder rekrutier[t]”,

über den “ehrenamtliche[n] Mitarbeiterstamm” bis hin zu dem ewigen Stadt-Land-Gefälle:

“Tja, und wie halten es die Dorffrauen mit den Intellektuellen unter den Krimiautoren? Fehlanzeige, … Die passen in die große Stadt, aber nicht in die dörfliche Gemeinschaft.”

Von einem Internetzugang oder Computern ist gar nicht erst die Rede, braucht man ja auch zum Krimilesen nicht…
Bezüglich des Digital Divide fällt einem da nur ein: Mind the Gap vor der eigenen Haustür.

Quelle:
Mainka, Beate: Nachrichten von der Front in TITEL – Magazin für Literatur und mehr

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Babel 2.0

Der Medientheoretiker Friedrich Kittler macht sich in seinem Artikel in der Welt Online Gedanken zu Amazons Kindle:

Seitdem Unkenntnis des Gesetzes nicht vor Strafe schützt, sind wir notgedrungen alle Leser. Es heißt in meinem guten alten Goldschnitt-Lexikon: “Von Deutschland ausgehend, hat die allgemeine Schulpflicht im 19. Jahrhundert fast die ganze zivilisierte Welt erobert.” Nun jedoch schlägt das Imperium zurück. Wir können bei Amazon.com nicht nur Bücher oder andere Waren ordern, die uns am nächsten Tag die Post zustellt, sondern auch ein Buch der Bücher, das diesen Umweg stolz verschmäht.

via perlentaucher.de

Quelle: Kittler, Friedrich: Die neueste Bibliothek von Babel bei Welt Online

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Web your Book – Das eigene Buch im Netz

Musiker haben Myspace, Filmemacher haben Youtube, Fotografen haben flickr und Schriftsteller haben… richtig: BookRix.

BookRix ist das Internetportal und die erste Bookunity in dem jeder seine geschriebenen Bücher, Kurzgeschichten, Gedichte etc. wie ein richtiges Buch gestalten, im Netz veröffentlichen, promoten und an Freunde verschicken kann.

Dafür wurde das BookRix-Format entwickelt, das die Darstellung in “realer” Buchform ermöglicht, soll heißen, Umschlag, Vorsatz und Blättern inklusive.
Aber nicht nur dem Medium Buch selbst wird auf dieser Plattform “gehuldigt”, nein, es gibt auch einen Bibliothekar, der sich wie folgt charakterisiert:

Ich bin der Bibliothekar bei BookRix, ich staube die eBooks ab, wisch den Boden in den BookRix-Gruppen (sobald sie implementiert sind) und außerdem stehe ich mit Rat und Tat zur Seite… auf der Seite… der BookRix-Seite…

Zwar ist BookRix wie die oben erwähnten Plattformen nicht auf Kommerzialität ausgelegt, aber langfristig könnten sich durchaus Kooperationen mit Verlagen ergeben und es könnte selbstverständlich der eine oder andere Autor entdeckt werden.

Quellen:
Free, Jan: Blättern per Mausklick. Zeit Online.

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Alte deutsche Bibliotheksbestände in Georgien entdeckt

Einem Fernsehteam des mitteldeutschen Rundfunks (MDR) gelang bei Recherchen in der georgischen Hauptstadt Tiflis eine sensationelle Entdeckung: ein Geheimarchiv mit Beutekunst aus Deutschland:

In einem bunkerähnlichen Gebäude in Tiflis (Georgien) befänden sich mehrere tausend, teils uralte Bücher aus Deutschland von unschätzbarem Wert, teilte der MDR gestern mit. Darunter seien auch Bände aus der Leopoldina in Halle (Sachsen-Anhalt).

Die Bücher aus dem Zeitraum 1477 bis 1940 seien nach Angaben des MDR in einem sehr schlechten Zustand (Feuchtigkeit, Schimmel).
Zu dem Fernsehteam gehörte auch ein Mitarbeiter des Berliner Kurier, der gestern ebenfalls über den Fund berichtete.

via mdr und ORF

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