[Leseempfehlung] Neu ist alles besser

… oder doch nicht.

Yet much of the glitz may be just that—glitz. Survey data and experts suggest that students generally appreciate libraries most for their simple, traditional offerings: a quiet place to study or collaborate on a group project, the ability to print research papers, and access to books.

Die Autorin fragt am Ende des Artikels, ob Bibliotheken nicht gerade dabei sind, etwas neu zu erfinden und zu reparieren, was gar nicht kaputt ist.

Quelle:
Wong, Alia: College Students Just Want Normal Libraries, The Atlantic

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Fahrende Bibliothek in Afghanistan ermöglicht Zugang zu Bildung

Die Kinder der afghanischen Hauptstadt Kabul wachsen im Krieg auf. Das beschränkt die Bildungsmöglichkeiten. Nur drei von zehn Erwachsenen können richtig lesen. Dem möchte die 27 Jahre alte Freshta Karim etwas entgegensetzen.

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Wie obdachlose Nutzer von den Serviceangeboten der Stadtbibliothek Zagreb profitieren

Das Projekt der Zagreb City Libraries  “A Book for a Roof” startete bereits im Jahre 2010. Dieser Kurzfilm „What do users say about library services for people experiencing homelessness“ gewann beim internationalen Wettbewerb „A Corto di Libri“ den ersten Preis. Zudem erhielten die Filmemacher in der Kategorien bester Dokumentarfilm ebenso einen Preis. Die Preise wurden auf internationalen Buchmesse in Turin am 12.05.2018 vergeben. Die Jury bestand aus Experten der Cinematographie und der Bibliothekswissenschaften. Die Autoren des Films sind die Bibliothekare Marko Šikić and Sanja Bunić.
Im Video kommen obdachlose Nutzer, Ehrenamtliche und Unterstützer zu Wort. Sie sprechen dabei über ihre Situation und was ihnen die Kooperation mit der Bibliothek bedeutet. Das Video entstand in und durch die Knjižnice Grada Zagreba (Stadtbibliothek Zagreb). Bei meinem bisherigen einzigen Besuch im Jahre 2008 der Stadt Zagreb begegnete ich sofort Menschen, die mich um Geld baten bzw. mir spontan eine “Stadtführung” anboten, die ich dann ad-hoc bezahlen durfte. Ein Mann folgte mir anfangs auf Schritt und Tritt, so dass ich nach meiner Ankunft eher überrascht war, wie hartnäckig er versuchte Geld zu bekommen. Es scheint nach wie vor so zu sein, dass im EU-Land Kroatien Wohnungslose und obdachlose Menschen weitaus mehr Außenseiter und Deklassierte sind, als beispielsweise hierzulande, da sie viel schwerer Chancen darauf haben ohne festen Wohnsitz ein Passdokument zu erhalten.

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Bibliotheken und bezahlbarer Wohnraum am Beispiel der Stadt Chicago

“Healthy neighborhoods are not simply collections of houses. They also require things like decent transit, parks, stores, playgrounds and libraries.” Rahm Emanuel (Ehemaliger Bürgermeister von Chicago)

Das Schlagwort in Chicago lautet Co-location. Damit ist die Kombination der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum und öffentlichen Bibliothekszweigstellen meist im selben Gebäude mit getrennten Eingängen gemeint. Die Idee ist nicht erst in Chicago entstanden. Doch der Artikel in der New York Times im Mai diesen Jahres brachte dieses Thema erneut auf die Agenda. Bereits im Jahr 2017 gab es darüber einen Artikel in der Zeitschrift American Libraries mit dem Titel “Bringing the Library Home” .

Zudem bin ich der festen Überzeugung, dass diese Konzepte in ähnlicher Form schon länger in Frankreich umgesetzt werden. Es handelt sich eher um die Wiederentdeckung bzw. der Übertragung dieser Idee aus Frankreich auf Großstadtbibliotheken in den USA. Wobei das Design in den Sozialsiedlungen Frankreichs, die Bibliotheken beherbergen, damals sicherlich modern war und heute einer Revision bedarf. Ob es sich nun um die Médiathèque Hélène Oudoux (inmitten einer Sozialsiedlung mit hohen Wohngebäuden) in Massy oder auch in anderen Teilen Frankreichs handelt, die Umsetzung bezüglich der Details (Kostenträger und Umsetzungsformalitäten) scheint sicherlich Unterschiede aufzuweisen.

Die Synergieeffekte der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum durch sogenannte “shared-use” Spaces sind unübersehbar:

Es werden Kosten eingespart und auf der anderen Seite profitiert die Einwohnerschaft von den Serviceangeboten der Bibliotheken. Oftmals gab es vorher keine Bibliotheken bzw.  existierten nur renovierungsbedürftige Zweigstellenbibliotheken in der Nähe. Die einstige Unterversorgung mit einer Bibliothek im ehemaligen Armenviertel Cabrini Green wird behoben bzw. erneuert. Das Video unten stammt aus dem Jahr 2017 und darin wird gezeigt, was die Chicago Public Library (CPL) und die Chicago Housing Authority (CHA) an Bibliotheken und öffentlich gefördertem Wohnraum planten.

Insgesamt handelt es sich um drei Wohnprojekte mit angeschlossener Bibliothek (separater Eingang):

  1. Independence Library and Apartments,
  2. Northtown Affordable Apartments and Public Library
  3. Taylor Street Apartments and Little Italy Branch Library

 

Im Grunde genommen vergrößert die Bibliothek dadurch Ihre Nutzerschaft und erhöht somit auch ihre Legitimität im gesamten Stadtgebiet. Die Wohnungsbaugesellschaft trägt hierbei die Baukosten und den Unterhalt. 2013 kam die erste Kooperation der Stadtbibliothek Los Angeles mit einer lokalen Wohnungsbaugesellschaft zustande. Seitdem entstanden insbesondere in Milwaukee, San Francisco, Chicago und New York weitere Zweigbibliotheken in Mietshäusern, die sozial gefördert werden.

Sind es in Deutschland bislang nur Discounter, die auf ähnliche Weise “bezahlbaren” Wohnraum schaffen, konnte ich bislang noch nichts über gemeinnützigen Wohnungsbau und den Bau von öffentlichen Bibliotheken in bestimmten Stadtteilen entdecken. Doch bei den Discountern ist Vorsicht geboten, da es doch vielmehr um den betriebswirtschaftlichen Nutzen geht.

So sind nur 30 % der Wohnungen, die beispielsweise Aldi herstellt Sozialwohnungen. Der qm-Preis einer Sozialwohnung soll bei 6,50 € liegen und bei den 70 % der restlichen Wohnungen wird der Quadratmeterpreis von 10 € nicht überstiegen werden. Bei der Firma Norma in Nürnberg erhöhten sich durch ein solch gemischtes Wohn- und Einkaufsmodell die Umsätze. Vermutlich würden sich auch hierzulande Win-win-Situationen für öffentliche Bibliotheken ergeben. Falls es unter den Leserinnen und Leser dieses Beitrags Menschen gibt, die Beispiele aus der Praxis kennen, bei denen Wohnungsbaugenossenschaften/-gesellschaften nicht nur vergleichsweise günstigen Wohnraum schufen, sondern auch gleichzeitig Zweigbibliotheken errichteten, wäre ich dankbar für jeden Hinweis. Im Fazit des New York Times Artikels spricht der Autor von einem Problem des mangelnden bezahlbaren Wohnraums in den USA. Nicht nur dort, sondern auch bei uns in Deutschland ist die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum zur sozialen Frage, ja für viele sogar zur Existenzfrage geworden. Deshalb wäre die Umsetzung solcher Ideen und Konzepte auch für Städte hierzulande mehr als wünschenswert, sondern dringend auf die Agenda von Lokalpolitikern und dem Leitungspersonal in Bibliotheken zu setzen.

 

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PopUp-Bibliothek in Wien

Nervige kleine PopUp-Fenster, die uns als den Gewinner eines Autos begrüßen oder uns ein supergünstiges Urlaubsangebot unterjubeln wollen, kennt wohl jeder, der auf PopUp-Blocker verzichtet. Es geht diesen kleinen Fenstern darum, unsere Aufmerksamkeit auf etwas zu lenken, das wir gelernt haben, integriert in Webseiten zu ignorieren: Werbung.

Allerdings kann man Werbung gut gebrauchen, wenn man als Bibliothek mehr Nutzer gewinnen will und vielleicht auch sogenannte “Nichtnutzer” erreichen möchte. Wie kann man das machen? Neue Formate in die Bibliothek holen, wäre ein Beispiel. Mehr sichtbar werden in Tageszeitungen oder im Fernsehen. Wie oft liest man derzeit dann auch in bibliothekarischen Fachzeitschriften von Kunden, innovativen Angeboten und die Bibliothek als Ort.

Die Büchereien Wien gehen jetzt einen anderen Weg. Sie versuchen die Nutzer nicht mehr in die Bibliothek zu holen, sondern sie bringen den Ort Bibliothek zu den Nutzern, da wo sie sich befinden und in einer kommerziellen Umgebung ein wenig Zeit zum Durchpusten haben möchten.

Die Büchereien Wien bauen ihre kleine PopUp-Bibliothek jeden Donnerstag Kaufhaus Gerngross in Wien auf. Über 1000 Medien lassen sich dann in den Regalen entdecken und mit einem Bibliotheksausweis auch gleich entleihen. Noch näher kann man den Nutzern nicht kommen. Auch Veranstaltungen werden in der kleinen PopUp-Außenstelle angeboten, von der E-Book-Sprechstunde bis zum Bilderbuchkino und zum vorwissenschaftlichen Arbeiten.

Bis zum Dezember wird es dieses Angebot im Kaufhaus fortgesetzt. Man sammelt erste Erfahrungen. Ziel ist es, mit dieser kleinen Bibliothek immer mal wieder an anderen Stellen in Wien aufzupoppen und auf die Büchereien Wien und ihr vielfältiges Angebot aufmerksam zu machen.

PopUp-Bibliotheken gibt es auch an anderer Stelle.

Der Begriff PopUp-Library / PopUp-Bibliothek wird auch für all die kleinen offenen Bücherschränke und “Little Free Libraries” verwendet.

Und wie kann man selbst eine kleine PopUp-Bibliothek starten? Dieser Beitrag macht einen anleitenden Vorschlag.

Quelle
Bibliothek zum Aufpoppen, Wiener Zeitung, 3.8.2019

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Über 100 Jahre gehen zuende – Zwischenstation bis zum Neubau

Quelle:
Ein Zwischenquartier für die Ernst-Abbe-Bücherei, JenaKultur-Blog

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Was können Bibliotheken zur Debattenkultur und zum Umgangston beitragen? #bibtag19 #debattenkultur

Bibliothekskongress Leipzig 2019

Podiumsdiskussion „Extrem gut diskutieren“ – Diskussionsrunde zur Debattenkultur im Öffentlichen Raum, initiiert durch BIB und Frankfurter Buchmesse

Rekonstruktion aus Twitterbeiträgen inklusive eigener Gedanken

Auf dem Podium saßen:

  • Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins
  • Philip Husemann, Initiative Offene Gesellschaft, Berlin
  • Nina George, PEN Zentrum, Berlin

Moderation: Katja Böhne, Frankfurter Buchmesse

Einstiegsfrage in die Diskussion war:

Wie konnte es passieren, dass wir uns so weit von einer konstruktiven Diskussion entfernen konnten? Dabei ging es nicht nur um die Kommentare in Social Media-Angeboten, die von Trolls1 bevölkert werden.

Philip Husemann: Twitter ist für ihn eine Welt:  Man kann Twitter wie einen großen Raum sehen. Wenn man die Tür aufmacht, sieht man viele die sich anschreien und möchte die Tür wieder zuschlagen. Kurz: Tür auf – alle schreien sich an – Twitter-Tür zu. (Dankbar jeder, dessen Filterblase an dieser Stelle anderes zeigt. Hier ein Dank an die vielen Kolleg*innen in meiner Timeline, in der daher kein Mord- und Totschlag herrscht.)

Sind wir durch Twitter stark geprägt in unserer Diskussionskultur? Es wird viel zu sehr aus dem Affekt gehandelt und nicht mehr nachgedacht. Herr Skipis wirft der Politik und der „Elite“ vor, dass sie es der Öffentlichkeit so vormachen: Statements statt Dialog. Verhandeln fällt aus. Bestes Beispiel dafür wäre da der 45. Präsident der USA Donald Trump (@realdonaldtrump).

Zudem hätte die Politik heute keine Stellung, keine Position mehr. Zu der jetzigen chaotischen politischen Debattenkultur in Deutschland kommen “die Vereinfacher,” sagt Alexander Skipis. Die Erklärungen verflachen und die eigentliche Komplexität verschwindet. Die „Vereinfacher“, z.B. Influencer, benutzen diese Situation, um den öffentlichen Dialog auf “Daumen hoch” oder “Daumen runter” zu reduzieren, so Nina George.  “Wir finden Meininungsmacher toller als Diskursmacher” und geben ihnen auch eine Plattform, z.B. auf Twitter. Die Menge folgt diesen Influencern unkritisch, da sie der „Nichtdiskussion“ (Statements) müde sind. Der Komplexität von Themen wird kein Raum gegeben. Macht Diskursmacher*innen wieder sexier, liebe Medien, ist daher die Forderung von Frau George. Sie findet, dass auf Twitter oft kein Diskurs stattfindet, sondern nur Diskurssimulationen, ganz nach dem Motto: „Wenn Du nicht meiner Meinung bist, bist Du nicht (mehr) meine Freundin.“

Alexander Skipis fügt hinzu:  Das System verlangt immer neue Sensationen, das ist schlecht, aber nur schwer zu ändern. Philip Husemann warnt: Bezüglich Medien herrscht zur Zeit in Deutschland eine Katerstimmung. Kritischer Konsum wie etwa beim Fairtrade-Kaffee ist ein Trend, aber beim kritischen Medienkonsum macht sich keiner die Mühe. Die derzeitige Debattenkultur im öffentlichen Raum ist toxisch.

In der Diskussion bezog man sich auch auf die Talkshow „Maischberger“ der ARD vom 20.03. zum Thema „Populisten gegen Europa: Ist der Brexit erst der Anfang?“, deren einziges Ziel war, ihren Gast Martin Schulz (SPD) zum Ausrasten zu bringen. Was auch gelungen ist und am nächsten Tag die Schlagzeilen beherrschte (z. B. Spiegel online) und das eigentliche Thema in den Hintergrund gespielt wurde.

In den Debatten auf Social Media muss man auch auf die Menschen achten. Es sind dort Menschen und mit denen spricht man. Aber die Mehrheit der Menschen ist männlich, daher ist die Debattenkultur sehr männlich geprägt und dort sachlich einfach gegenan zu argumentieren fällt schwer. Nina George plädiert dafür, auch bei Beschimpfungen u. ä. sachlich zu bleiben und sich auch nur mit den sachlichen Argumenten auseinanderzusetzen (statt zurück zu schreien). Richtig, erfordert aber Resilienz bei der beschimpften Person

Festgefahrene Meinungsträger erreicht man nicht, aber die stille Mitte muss aufgeweckt und aktiviert werden, damit diese leisen Stimmen wieder Gehör finden und eine Wichtung bekommen. Moderatorin Katja Böhne meint: Wenn wir mehr auf den Ton aufpassen, ist die Debattenkultur besser. Ganz so einfach ist es dann wohl nicht: Was passiert, was ist, wenn Tone Policing2 verwendet wird, um marginalisierten Menschen in Diskussionen zu entmündigen?

Wie kommen nun Bibliotheken hier zum Zuge? Was können Bibliotheken beitragen?

“Bibliotheken sind der Ort wo Wissen aufbereitet und zugänglich gemacht wird. Sie sind ein Ort der Komplexität. Das Internet ist der Ort der schnellen Statements und der Affektivität. Bibliotheken als dritte Orte sind freie Räume für eine gute Debattenkultur. Sie haben einen guten, neutralen Ruf. Arne Upmeier der UB TU Ilmenau meinte, Bibliotheken gehören zu den wenigen Orten/Einrichtungen, die noch Vertrauen genießen. Entsprechende Veranstaltungsformate in den Bibliotheken helfen, zu einer Verbesserung der Diskussionskultur beizutragen, von Leseförderung, über Lesungen bis hin zur Schaffung geschützter Diskussionsräume.

Für eine bessere Debattenkultur braucht es Lesefähige, die sich auch mit längeren Diskussionen auseinandersetzen können.

Alexander Skipis: „Wir sollten Buchhandlungen und Bibliotheken als dritte Orte noch stärker dafür nutzen, um Räume für Debatten in der Gesellschaft zu schaffen.“

Siehe auch Twitter:
#bibtag19 #debattenkultur
#bibtag19 (weiter unten)

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  1. Trolls sind Personen, die in einer Diskussion im Internet nur emotional provozieren wollen und auf emotionale Ausbrüche anderer dabei hoffen. []
  2. Tone Policing ist eine Ablenktaktik. Dabei geht es nicht mehr um eine sachliche Diskussion, sondern es wird der Ton, die Wortwahl und die Emotionen des Gegenübers angegriffen. Der Inhalt der Diskussion wird so aus dem Fokus der Unterhaltung genommen. []

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