Annotierte Linkliste #keepZBMED

Teil 2 der annotierten Linkliste #keepZBMED

Petition richtet sich an Gemeinsame Wissenschaftskonferenz : Keep ZB MED – gegen die Schliessung von ZB MED, Change.org

In der Petition heißt es:

Wir sind nicht damit einverstanden, dass man Forschungsinfrastruktureinrichtungen mit den gleichen Maßstäben evaluiert wie Forschungsinstitute. Hier verkennt der Senat der Leibniz-Gemeinschaft die Aufgaben und Anforderungen an Wissenschaftliche Bibliotheken. Sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Aufbereitung und dem Verfügbarmachen wissenschaftlicher Information als Grundlage für wissenschaftliche Forschung.

Mit großen Bauchschmerzen, entsprechender Wut und gefühlter Hilflosigkeit habe ich heute die Nachrichten über die Schließung der ZB MED gelesen. 🙁

Korwitz, Ulrich: [Medibib] Ergebnis der Evaluierung ZB MED

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

es fällt mir sehr schwer, Ihnen das Folgende mitzuteilen, aber es muss sein:

Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat soeben beschlossen, Bund und Ländern zu empfehlen, ZB MED ab 2017 nicht mehr gemeinsam zu fördern. ZB MED als von Bund und Ländern geförderte Einrichtung wird damit in spätestens 3 ½ Jahren abgewickelt werden.

Morgen ist die Pressemitteilung der Leibniz-Gemeinschaft verfügbar, in der Details stehen.

Die Entscheidung trifft alle 119 Kolleginnen und Kollegen in ZB MED schwer. Wir werden die Situation zusammen mit dem Ministerium in Ruhe analysieren und mögliche Konsequenzen betrachten. Der Abwicklungsprozess streckt sich bis mindestens Ende 2018, wahrscheinlich sogar bis Ende 2019 hin. Es wird Alternativen zum jetzigen Status geben.

Mit bestem Gruß
Korwitz

Diskussion auf MedLib


Twittersuchen: ZB MED, #KeepZBMED, @ZB_MED, #zbmed


Dieser Aussage kann ich nur zustimmen:


Stellungnahme zur Deutschen Zentralbibliothek für Medizin – Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften, Köln / Bonn (ZB MED)


Leibniz-Einrichtungen in Dresden, Köln/Bonn, Großbeeren/Erfurt und Kühlungsborn evaluiert, Presseerklärung, Leibniz Gemeinschaft (Englische Version)

Darüber hinaus entspricht eine vierte Leibniz-Einrichtung nicht mehr den Qualitätsstandards: Für die Deutsche Zentralbibliothek für Medizin in Köln und Bonn empfiehlt der Senat, die gemeinsame Förderung von Bund und Ländern zu beenden.

Zur Deutschen Zentralbibliothek für Medizin – Leibniz-Informationszentrum Lebenswissenschaften, Köln und Bonn (ZB MED) heißt es:

Es fehle insbesondere ein überzeugendes Forschungskonzept, auf dessen Grundlage die digitalen Angebote weiterentwickelt werden könnten. Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit benachbarten Hochschulen in Forschung und Entwicklung würden kaum ausgeschöpft. Auch sei in den vergangenen vier Jahren die Empfehlung nicht umgesetzt worden, die informationswissenschaftliche Kompetenz an der ZB MED deutlich zu stärken.

Der Leibniz-Senat sieht darüber hinaus keine hinreichende Strategie, wie die digitalen Angebote der ZB MED auf dem hochkompetitiven Fachinformationsmarkt positioniert werden könnten. Gleichzeitig hat die Tätigkeit der ZB MED in der Literaturversorgung über Lieferdienste in den vergangenen vier Jahren weiter spürbar an Bedeutung verloren.

Angesichts der kritischen Gesamtsituation empfiehlt der Senat Bund und Ländern, die gemeinsame Förderung der ZB MED zu beenden.

Diskussion auf Twitter


Schwarzer Tag für ZB MED und die deutsche lebenswissenschaftliche Forschung : Senat der Leibniz-Gemeinschaft empfiehlt Abwicklung von ZB MED, ZB MED

In der Begründung durch den Senat der Leibniz-Gemeinschaft wird verkannt, dass sich ZB MED mit digitalen Angeboten auf dem nationalen oder internationalen Markt behauptet.

Mit der Einstellung der Förderung von ZB MED wird die Wissenschaftslandschaft in Deutschland um eine bedeutende und anerkannte Einrichtung ärmer.


Über wieviel Einsparpotential da geredet wird, zeigt die Statistik in diesem Tweet:


Mumenthaler, Rudolf: Abwicklung der ZBMED beschlossen

Mumenthaler selbst Mitglied Mitglied eines Expertengremiums der ZB MED schreibt:

wie die Evaluatoren von 2015 war und bin ich beeindruckt von den erreichten Veränderungen. Eine Vorgabe des Senats konnte aber klar nicht erfüllt werden: die Ausrichtung auf Forschung, die Entwicklung einer Forschungsstrategie, die enge Zusammenarbeit mit Forschenden sowie die Mitwirkung bei studentischen wissenschaftlichen Arbeiten. ZB MED hat sich weiterhin als Bibliothek verstanden, die sich als überregionale Forschungsinfrastruktureinrichtung zu positionieren begann.

In Bezug auf die fehlende Forschungsausrichtung schreibt er:

… die Vorgaben [des Senats, Anm. d. Verf.] waren in der kurzen Zeit nicht zu erfüllen, und die Ausrichtung auf Forschung ist eigentlich Unsinn. Die fehlende Forschungsstrategie war denn auch das Hauptargument. Die Experten haben dringenden Nachholbedarf gesehen, haben aber die Weiterführung unterstützt. Mit diesen Argumenten könnte man wohl fast alle überregional ausgerichteten Bibliotheken abwickeln.

Als Beirat von ZBMED bin ich empört! Und als Mitwirkender in Projekten von ZB MED versichere ich allen Mitarbeitenden mein Mitgefühl. Wenn ich etwas für euch tun kann, lasst es mich wissen!

Mumenthaler ergänzte seinen Beitrag am 19.03. und fragt:

… kann man diese GWK noch umstimmen? Formal scheint das möglich. Dann schlage ich vor, dass wir gemeinsam die Stimme erheben und gegen den unsinnigen Entscheid protestieren. Ich bin schon mal sicher, dass der Vertreter von NRW auch gegen die Empfehlung ist. Immerhin hat man eigens ein Gesetz verabschiedet, um die Stiftungsgründung von ZB MED zu ermöglichen. Wie schätzt ihr das ein?


Bei Password online heißt es: ZB MED wird abgewickelt

Der mittlerweile weit fortgeschrittene Abbruch der Fachinformationseinrichtungen setzt sich fort
Keine Fortsetzung der Förderung, obgleich vier von fünf Arbeitsbereichen rundum positiv bewertet wurden

Die Entscheidung des Senates steht im Widerspruch zu dem Bewertungsbericht seiner Gutachter. Damit drängen sich weitgehende Parallelen zu der seinerzeitigen Abwicklung des Fachinformationszentrums Chemie auf, als der Senat gleichfalls eine Weiterförderung im Widerspruch zu der eigenen Bewertungskommission ablehnte. Abermals gelangt der Senat zu seiner Entscheidung, weil er das Kerngeschäft von Fachinformationszentren und wissenschaftlichen Bibliotheken gering schätzt und die Weiterförderung praktisch ausschließlich von deren Forschungsleistungen abhängig macht.



Hauschke, Christian: Leibniz-Gemeinschaft empfiehlt Beendung der ZB-MED-Förderung, Infobib
Zurecht urteilt Hauschke:

Dieser Beschluss ist nichts weniger als ein bibliothekarisches Erdbeben. Setzt sich hier ein Trend fort, auf zentrale Informationsinfrastrukturen bewusst zu verzichten? Auch auf Reaktionen aus der Medizin bin ich gespannt.

Und jetzt sind viele Fragen offen, sowohl was die Situation der Mitarbeiterinnen der ZB MED angeht, als auch zur Wahrnehmung der als sinnvoll beurteilten Aufgaben der ZB MED.

Am Ende seines Beitrag macht Hauscke darauf aufmerksam:

PS: Die ZB MED hatte übrigens vor drei Tagen ein neues Blog begonnen, um die begonnene Neuausrichtung zu kommunizieren…


Im Blog der ZB MED heißt es heute zu dieser Meldung kurz:

Jetzt ist unser Blog gerade einmal ein paar Tage alt und schon gibt es schlechte Neuigkeiten für uns. Der Senat der Leibniz-Gemeinschaft hat Bund und Ländern empfohlen, ZB MED nicht weiter zu fördern. Wir haben dazu gerade eine Pressemitteilung herausgegeben. Was das für uns und unsere Services bedeutet, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht abschätzen, wir werden Sie aber darüber auch hier im Blog auf dem Laufenden halten.



Obst, Oliver: ZB Med Köln vor dem Aus: Abwicklung bis 2019, Medinfo

In Anbetracht des unschätzbaren (doch schätzbaren?) Wertes der ZB Med ist der Schock in der Community groß. Es wird nun interessant und wichtig sein, die genauen Gründe zu erfahren und zu analysieren – auch vor dem Hintergrund des „Strategiewechsels“ Fakten statt Literatur beim DIMDI, um die Frage beantworten zu können: Was bedeutet das für mich als Patient, als Forscher, als Bibliothekar?





Hauschke, Christian: ZB MED: Was meinte die Bewertungsgruppe, was will der Senat?, infobib

Was macht der Senat daraus?

Aus dem „gut“ zu PB 1a wird: „Den erreichten Stand beurteilt der Senat als nicht hinreichend.“
Aus dem „sehr gut“ zu PB 1a und PB 2 mit noch bestehendem Klärungsbedarf wird: Die „für die Zukunftsfähigkeit der ZB MED wesentliche strategische Frage […] ist nicht hinreichend beantwortet.“



Auch auf Inetbib gibt es eine (hoffentlich) beginnende Diskussion zu diesem Thema.
Brintzinger, Klaus-Rainer zur ZB MED auf Inetbib.

Das berufliche Schicksal von 119 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist derzeit weitgehend ungewiss. Der VDB erklärt sich solidarisch mit den Kolleginnen und Kollegen der ZB MED. Die Rechtskommission des VDB bietet im Bedarfsfall praktische Unterstützung in beamten- und arbeitsrechtlichen Fragen.

Wir rufen die bibliothekarischen wie die fachlichen Verbände und die Kolleginnen und Kollegen auf, zusammenzuwirken um die drohende Schließung der ZB MED zu verhindern.


Wer sein Mitgefühl zeigen und zum Erhalt der ZB MED aufrufen möchte, sollte das Hashtag #keepZBMed verwenden.




Offizielle Erklärung der Arbeitsgemeinschaft für Spezialbibliotheken
Grund, Sonja: Für den Erhalt der ZB MED, ASpB

Mit großem Bedauern haben wir die Entscheidung des Senats der Leibniz-Gemeinschaft über den Fortbestand der ZB MED als Leibniz-Einrichtung zur Kenntnis genommen.
Die Stellungnahme des Senats hat ausdrücklich empfohlen, die Bestände der ZB MED weiterhin zu erhalten und öffentlich zugänglich zu machen. Vor diesem Hintergrund appellieren die Arbeitsgemeinschaft der Spezialbibliotheken und die Sektion 5 im dbv nachdrücklich an die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz, die ZB MED als Bibliothek, wenn auch möglicherweise mit einem veränderten Auftrag, für das deutsche Bibliothekswesen zu erhalten.


Ende für Kölner ZB Med : Leibniz-Gemeinschaft empfiehlt Abwicklung der ZB Med, Köln Nachrichten

Die Einrichtung stellt seit 43 Jahren mit seinen vielfältigen Aktivitäten die überregionale Informationsversorgung in den Lebenswissenschaften, vor allem der Medizin, sicher. Dies leistet die Einrichtung seit 43 Jahren mit großem Erfolg. Die meisten der 119 Beschäftigten dürften in anderen Teilen der Landesbehörden einen neuen Job finden, diese Zusage gilt aber nicht alle ZB-Mitarbeiter, wie es dazu weiter hieß. Die Abwicklung der Einrichtung wird sich nach Einschätzung der Verantwortlichen voraussichtlich bis Ende 2018, möglicherweise noch ein Jahr länger hinziehen.


Hobohm, Christoph: Offene Briefe im “Scherbenhaufen”, LIS in Potsdam
Hobohm betrachtet das Scheitern der ZB MED im Gesamtkontext der Informationswissenschaften:

So verlieren wir mit dem Tod von Jürgen Krause und Rainer Hammwöhner zwei der prominentesten Personen und mit dem Institut für Informationswissenschaft der Uni Düsseldorf und der Zentralbibliothek für Medizin zeitnah mit einem Schlag zwei wichtige Institutionen.

Ich frage mich gerade wirklich, wie ich das meinen Studierenden erklären soll.



Trapp, Markus: Petition gegen die Schließung der ZB MED, Text&Blog


Markus schreibt in seinem aktuellen Beitrag:

Nur der breite Protest hilft, deshalb bitte ich um die Unterstützung für diese Kampagne, die Kollege Rudi Mummenthaler dankenswerterweise gestern angestoßen hat





Offizielle Erklärung des VDB
Söllner, Konstanze: VDB sieht Empfehlung des Senats der WGL zur Förderung der ZB MED mit großer Sorge, VDB

Der VDB betont, dass erfolgreiche Forschung und Lehre effiziente Infrastrukturen voraussetzen, wie sie gerade große und leistungsfähige Bibliotheken darstellen. Der VDB befürchtet bei einer Abwicklung der ZB MED einen großen und irreversiblen Schaden für die Informationsversorgung in den gesamten Lebenswissenschaften. Die vermeintlichen Einsparungen, die mit einer Schließung erzielt werden könnten, stehen in keinem Verhältnis zu den dann an anderer Stelle in vielfacher Summe anfallenden Mehrausgaben.
Der VDB fordert Bund und Länder als finanzielle Träger der ZB MED auf, vor einer möglichen Umsetzung der Empfehlung des Senats der WGL das intensive Gespräch mit der Fachwelt und den Betroffenen zu suchen und dabei sowohl die hohe Bedeutung der ZB MED für die gesamte deutsche und internationale Informationsinfrastruktur als auch die positive Evaluierung der bibliothekarischen Serviceleistungen der ZB MED zur Kenntnis zu nehmen.




Die Selbstmobilisierung der Branche hat begonnen, Password-Online

Die Selbst-Mobilisierung der Informationsbranche gegen den Abwicklungsbeschluss des Senates der Leibniz Gemeinschaft hat begonnen. Schon jetzt kann gesagt werden: Das läuft diesmal besser als die seinerzeitige Abwicklung von FIZ CHEMIE.



ZB MED adé: Deutschland schafft seine medizinische Informationsversorgung ab, LifeGen.de

Innenminister Thomas de Maizière lamentiert nach den Anschlägen des Islamischen Staates in Brüssel über “Datentöpfe”, während zeitgleich in Deutschland die wissenschaftliche Informationsversorgung eingestampft wird: Die Deutsche Zentralbibliothek für Medizin (ZB Med) blickt ihrem Ende entgegen.

Mit der Einstellung der Förderung von ZB MED wird die Wissenschaftslandschaft in Deutschland um eine bedeutende und anerkannte Einrichtung ärmer.



Offizielle Erklärung der Arbeitsgemeinschaft für Medizinisches Bibliothekswesen
Auf der Startseite der AGMB heißt es:

Für die Arbeitsgemeinschaft für Medizinisches Bibliothekswesen e.V. ist die ZB MED ein unerlässlicher Partner und erste Adresse in vielen Belangen rund um das Medizinische Bibliothekswesen. Nicht nur der Bestand, auch sämtliche durch die ZB MED erbrachten Dienstleistungen kommen unseren Mitgliedern und ihren Nutzern zu Gute; Dienstleistungen, die in dem Umfang von keiner einzelnen medizinischen Bibliothek allein erbracht werden können. Wie wichtig die ZB MED für die AGMB ist, zeigt auch der rege Austausch auf unseren Jahrestagungen, auf denen die ZB MED immer präsent ist.

Daher haben auch wir mit großem Bedauern die Entscheidung des Senats der Leibniz-Gemeinschaft über den Fortbestand der ZB MED als Leibniz-Einrichtung zur Kenntnis genommen und möchten uns dem Appell der Arbeitsgemeinschaft der Spezialbibliotheken und der Sektion 5 im dbv an die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz anschließen, die ZB MED als Bibliothek, wenn auch möglicherweise mit einem veränderten Auftrag, für das deutsche Bibliothekswesen zu erhalten.


ZB-MED ist überall – und die Bedeutung für die Information Professionals, Infobroker Blog
Infobroker stellt im Beitrag fest:

Die ZB-MED fungiert sicherlich auch als Information Professional, wenn es um die Lokalisierung von Informationen aus dem medizinischen Sektor geht. Für Abteilungen der Forschung & Entwicklung in vielen Disziplinen fällt ein wichtiger Dienstleister und Partner aus. In diesem Fall haben die Auswirkungen schwerwiegende wirtschaftliche Folgen. Projekte werden ohne lückenlose Recherche zum Wagnis. Fehlentscheidungen führen zu erhöhten Kosten und die Risiken können sogar Leben gefährden.


Offizielle Stellungnahme des Verbandes der Bibliotheken des Landes NRW e.V
Stellungnahme zur Entscheidung gegen weitere Förderung von ZB MED

Der Verband der Bibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen hat die am 17. März 2016 veröffentlichte Empfehlung des Senats der Leibniz-Gemeinschaft zur Beendigung der Bund-Länder-Förderung der Zentralbibliothek der Medizin mit Erstaunen und Unverständnis zur Kenntnis genommen.

Aufgrund des nach wie vor hervorragenden Bestandes wird sich mit der Abwicklung der ZB MED auch die Informationsversorgung der lebenswissenschaftlichen Fächer drastisch verschlechtern. Wie sich dies dann in der Folge auf Wissenschaft, Forschung und Krankenversorgung auswirken wird, ist derzeit nicht abzuschätzen.

Der Verband der Bibliotheken des Landes Nordrhein-Westfalen appelliert deshalb an die Entscheidungsträger in Politik und Landesverwaltung, die ZB MED real und perspektivisch zu unterstützen und die geeigneten Maßnahmen im Sinne des Modernisierungskonzeptes für einen Fortbestand dieser wichtigen Bibliothek zu treffen.




Mumenthaler, Rudolf: Kann ZB MED gerettet werden? #keepzbmed, Rudolf Mumenthaler

Nach dem ersten Schock über den Beschluss des Senats der Leibniz-Gemeinschaft, der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) zu empfehlen, ZB MED nicht mehr zu unterstützen, regt sich beträchtlicher Widerstand. Offizielle Gremien haben sich bereits mit Stellungnahmen geäussert, andere bereiten solche vor. Noch ist unklar, wie die Rettung gelingen kann und wer schliesslich für eine weitere finanzielle Förderung zuständig sein wird. Die von mir lancierte offene Petition erfährt regen Zuspruch – innerhalb der ersten drei Tage haben sie bereits über 1400 Personen mit unterschiedlichstem Hintergrund und aus zahlreichen Ländern unterzeichnet.

Zur Petion

Ich bin als Optimist überzeugt, dass die Rettung von ZB MED gelingt, wenn sich möglichst viele Menschen und Organisationen gegen die geplante Schliessung von ZB MED als überregionale Forschungsinfrastruktureinrichtung wehren. Garantien gibt es allerdings keine. Danke auch im Namen der Mitarbeitenden von ZB MED für eure Unterstützung!


Evidenz in der Medizin : Medizinische Literaturdatenbanken in Deutschland vor dem Aus, DAZ.online

Die evidenzbasierte Medizin in Deutschland könnte vor einem herben Rückschlag stehen: Wichtige Informationsangebote sollen eingestellt werden. So verkündete das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI) im Februar, seine Literaturdatenbanken zum Ende des Jahres 2016 praktisch komplett aufzugeben – und nur einen Teil des Angebots an die Deutsche Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED) abzugeben.

Doch diese könnte nach einer negativen Begutachtung geschlossen werden. „Für das deutsche Gesundheitswesen ist das katastrophal, weil es dann keinen Zugang zu der Literatur mehr gibt“, sagt Helge Knüttel, der bei der Universitätsbibliothek Regensburg für die Informationsvermittlung in der Medizin zuständig ist.

Aus dem Haus von Gesundheitsminister Gröhe kam auf Anfrage von DAZ.online nur ein kurzes Statement: „Nach der Empfehlung der Leibniz-Gemeinschaft geht es für das Bundesgesundheitsministerium jetzt darum, gemeinsam mit dem nordrhein-westfälischen Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung (MIWF) weitere Schritte zu beraten“, schreibt es. „In den Beratungen werden auch die von Ihnen angesprochenen Fragen eine Rolle spielen.“

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Das folgende Video lässt Mitarbeiter der Bibliothek zu Wort kommen und geht auf die Umbaumaßnahmen ein, die zum Ziel haben diese altehrwürdige Einrichtung fit für die Zukunft zu machen: http://www.bodleian.ox.ac.uk/bodley

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Bestandserhaltung in der Morgan Library in New York


Weiterführende Links: http://www.themorgan.org und http://www.phaseone.com/repro-solutions

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Bibliotheksbrand und Kulturzerstörungen in Timbuktu

It’s true. They have burned the manuscripts. […] This is terrible news. The manuscripts were a part not only of Mali’s heritage but the world’s heritage. By destroying them they threaten the world. We have to kill all of the rebels in the north.” Hallé Ousmani Cissé

Bereits im April 2012 wurde hier im Blog unter dem Titel “Das kulturelle Erbe Timbuktus ist in Gefahr” von den Befürchtungen berichtet, welche nun leider eintraten. Wie der VÖBBLOG, Spiegel-Online, der britische Guardian und andere Medien berichteten, wurde vor wenigen Tagen das  “Ahmed Baba Institute of Higher Learning and Islamic Research” von militanten Islamisten angezündet. Obwohl die UNESCO schon lange davor gewarnt hatte, wurde teilweise zu spät darauf reagiert, da bereits im Sommer 2012 erste Zerstörungen von Gelehrtengräbern in Timbuktu vorgenommen wurden. Viele der Zerstörungen, die jetzt und im Dezember erfolgten, waren eine Reaktion auf die Entscheidung des UN-Sicherheitsrates für einen Militäreinsatz im Lande.

Dennoch konnten Menschen wie Mohamed Diagayete, Sophie Sarin und Familien, in deren Privatbesitz sich Handschriften befinden, wertvolle Manuskripte retten oder zumindest Digitalisate nach London oder Bamako schmuggeln. Boubacar Sadeck ist einer der letzten verbliebenen Kopisten und Kalligraphisten in Mali, der wie der Christian Science Monitor Ende Dezember 2012 berichtete, in der Lage war zahlreiche Handschriften zusammen seinem Bruder und mit dem Bibliothekar Abdel Kader Haidara zu retten.  Ali Ould Sidi von der Timbuktu Cultural Mission erklärte 2008 Reportern:

“The nomads had moving libraries. When a camp struck, they buried manuscripts in leather sacks, and the people went on their way. Coming back months later, they knew the land and would dig up their library again. Some of them still have them, but in pitiful condition.”

Einige Handschriften konnten durchaus versteckt, geschmuggelt und in Sicherheit gebracht werden. Trotzdem ist wohl ein Großteil der  unwiederbringlich für immer verloren. Andere Pressemeldungen gehen auch davon aus, dass die Islamisten einen Teil des wertvollen Kulturguts auf dem Schwarzmarkt verkauf(t)en.

Als erste Journalistin nach der französischen “Befreiung” in Timbuktu, berichtete Alex Crawford für Sky News über die Zerstörungen des kulturellen Erbens und die Freude der Einwohner über die wiedergewonne Freiheit.  Im folgenden Videobeitrag des britischen Channel 4, der von den Zerstörungen berichtet, kommt die aus Mali stammende Sängerin Fatoumata Diawara zu Wort, die einen Hilfsappell an das Volk der Tuareg richtete.

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Die Rollen von Qumran sind nun digital verfügbar

“This digital library is another example of the IAA’s vision and mission, to make these ancient texts freely available and accessible to people around the world. The Leon Levy Dead Sea Scrolls Digital Library represents a new milestone in the annals of the story of one of the greatest manuscript finds of all times.” Shuka Dorfman

 

Seit dem 18. Dezember 2012 sind die Schriftrollen von Qumran, die 1947 von einem jungen Beduinenhirten in einer Höhle entdeckt wurden, online frei zugänglich. Nach der Entdeckung konnten 30.000 Fragmente von 900 Schriftrollen geborgen werden. Diese Rollen waren nahezu 2.000 Jahre in Höhlen am Toten Meer versteckt.

Es handelt sich um die ältesten erhaltenen Fragmente der Bibel, sowie einigen der zehn Gebote.

Mithilfe von Google Israel und der Antikenbehörde konnten diese Schriftrollen nun online gestellt werden. Es handelt sich um etwa 1.000 Texte

Weitere Infos finden sich auf der Webseite www.deadseascrolls.org.il. Ferner finden sich darauf Bilder hebräischer Texte mit englischen Übersetzungen.

Ziel ist es, dass durch dieses Digitalisierungsvorhaben ein neuer wissenschaftlicher Diskurs zu den Schriftrollen und deren geschichtliche Herkunft entsteht. Zudem wird mit einer Vielzahl von wissenschaftliche Publikationen zu diesem Thema in Zukunft gerechnet. Im Oktober 2011 wurden erstmals Digitalisate zu den Qumran-Rollen durch das Israel Museum online publiziert.

Das folgende Erklärvideo gibt Auskunft darüber, wie die Schriftrollen digitalisiert wurden und was sich die Forscher dadurch erhoffen.

Wer Interesse an einer ausführlichen Dokumentation zum Thema hat, dem sei diese 45-minütige TerraX-Folge “Brennpunkt Qumran – Die Schriftrollen vom Toten Meer” empfohlen.

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Autor: Susanne Nüsslein

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