[Kurz] Es werden nicht nur Bibliotheken geschlossen

“Dannenwalde bald mit Bibliothek” heißt es in der Märkischen Allgemeinen. Die Bücherstube wird ehrenamtlich durch Gabriele Eggert geführt und gehört dem Dannenwalder Heimat- und Kulturverein. Die Bibliothek wird im ehemaligen, jüngst renovierten Arztzimmer des Gemeindehauses eingerichtet und vermutlich zum Ende des Monats eröffnet. In den zehn Regalen werden dann rund 1000 Bücher aus Spenden zu finden sein. Noch ist man dabei alles zu sortieren. Der Dannenwalder Heimatverein wird die Öffnungszeiten demnächst bekannt geben.

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Anmerkungen zur neuen Zentralbibliothek von Helsinki (geplante Eröffnung: 2017)

Letzte Woche berichtete ActuaLitté über die Entwicklungspläne einer neuen Zentralbibliothek  in Helsinki (in der Nähe des Hauptbahnhofs), denen bis spätestens Ende des Jahres noch endgültig von politischer Seite zugestimmt werden muss. Pünktlich zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeit Finnlands, im Jahre 2017, soll ein neues Gebäude der Zentralbibliothek in Helsinki in der Bucht von Töölö eröffnet werden. Die Kosten werden auf 100 Millionen Euro geschätzt. Ähnlich wie die Stadtbibliotheken in Birmingham und Manchester (geplante Eröffnung: 2013), wird auch hier im Vorfeld auf der Webseite seit 9. Juni für den Neubau geworben, obwohl es bis zur Fertigstellung noch sieben Jahre dauern wird. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der Regierung, der Stadt Helsinki und anderen sich in der Metropolregion befindenden Städte um Helsinki. Ferner will man täglich 5.000 Besucher täglich und 1,5 Millionen jährlich erreichen. Dafür sollen 25.000 m² zur Verfügung stehen. Davon sollen 12.000 m² für die Bibliothek reserviert werden, 8.000 m² für eine Vielzahl von Veranstaltungen und anderen (kulturellen) Programmen und 5.000 m² für kommerzielle Aktivitäten.

Bereits 2008 schrieb die Leiterin der Zentralbibliothek, Frau Maija Berndtson, in der Zeitschrift Scandinavian Public Library Quaterly einen Artikel über die Hintergründe, welche zur Idee eines Neubaus beitrugen. Hintergrund ihres Artikels, war ein Bericht, der durch den Bürgermeister Helsinkis in Auftrag gegeben wurde und von Mikko Leisti umgesetzt wurde und folgende Fragen thematisierte:

Was bedeutet die Bibliothek für uns und in welche Richtung soll sie sich entwickeln? Wie können wir so gut wie möglich von der Zukunft profitieren und einen Nutzen daraus für die Bibliothek ziehen?

Ein Vorgeschmack bietet das untenstehende Animationsvideo, das einen Baum als Metapher für die Bibliothek verwendet. Alle an der Entwicklung  der Zentralbibliothek Helsinki  interessierten Menschen, können ihre Ideen und Anregungen zur neuen Bibliothek auf der folgenden Webseite mitteilen: www.lib.hel.fi/en-GB/keskustakirjasto

Mikko Leisti beschrieb die zukünftigen Entwicklungen folgendermaßen: » Weiterlesen

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Die Auflösung der Bibliothek als fester Ort

Heute habe ich in einem Vortrag von Wolfgang Tiedtke auf dem Bayerischen Bibliothekstag vom Konzept der Container-Bibliothek gehört. Die Hamburger Bücherhallen erwägen derzeit eine Anschaffung eines solchen Containers und arbeiten dabei eng mit der EKZ zusammen. Man möchte damit hin zu den Nutzern/Kunden und verändert dabei den “starren Raum” einer Bibliothek in einen “beweglichen Raum”, der bedarfsgerecht dort zu finden sein wird, wo mögliche Nutzer sind.

Im Gegensatz zu den fahrbaren Bibliotheken in Bücherbussen sind die Container doch noch in gewisser Weise stationär und erlauben einen besseren Zugang zu den Medien.

Das Konzept ist nicht ganz neu, aber hochinteressant. In Madrid gibt es an verschiedenen U-Bahnstationen Bibliothekscontainer, die ganz nach dem Motto augestellt worden sind: “Wenn der Leser nicht zur Bibliothek kommt, dann kommt die Bibliothek eben zum Leser.”


Video ist auf Spanisch.

Mit diesen Bibliotheken werden die Menschen dort erreicht, wo sie viel vorbeikommen. Wer sitzt nicht gern in der U-Bahn und liest? Acht BiblioMetro-Filialen wurden in U-Bahn-Stationen 2005 eingerichtet. Der futuristisch aussehende, wellenförmige, weißleuchtende Glascontainer soll die Aufmersamkeit der Menschen auf sich ziehen. Dort können sich alle registrieren, aber auch Inhabern von Bibliotheksausweisen der Öffentlichen Bibliotheken steht die Nutzung dieser Bibliotheken offen.

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Einfach mal eine Bibliothek gerettet

Gesamtschulleiter Johannes Kratz sprach dies ganz gelassen in einer Runde von 50 interessierten “Rettern” der Wulfener Schul- und Stadtbibliothek aus: „Wir sind hier versammelt, um mal eben eine Bibliothek zu retten.” In der Bibliothek hatten sich die “Kultur-Aktivisten” getroffen, um sich über das Gespräch mit der Verwaltung informieren zu lassen. Dieses fasste Thomas Giesen zusammen. Er bestätigte die Zusage der Verwaltung, dass die Bibliothek eine Einrichtung der Stadt bleibt, aber zum 1.1.2011 in die Zuständigkeit des Schulamtes übergebt. Leider müssen die drei Mitarbeiter ihre Arbeitszeit nun auf 1,5 Vollzeitstellen verteilen müssen. Die eingenommenen Gebühren bleiben in Wulfen und die Ausgaben dürfen die Höhe dieser Einnahmen nicht überschreiten.

Vorteilhaft ist, dass die technische Vernetzung mit anderen Bibliotheken und die damit verbundenen Vorteile den Nutzern erhalten bleiben. Auch wenn nun die Schule für die Einrichtung zuständig ist, bleibt diese eine vollwertige Bibliothek. Man hat es geschafft, die Basis zu sichern, ergänzte der Bibliothekar Christian Gruber, der seine Stelle zwischen Wulfen und Maria Lindenhof teilt. Auch der Unterhalt des künftigen Schulgebäudes “Bibliothek” sei durch die Zuständigkeit der Gesamtschule für die Bibliothek nun gut begründet.

Ohne Ehrenamtliche wird es jedoch nicht möglich sein, die Öffnungszeiten von 15 Wochenstunden beizubehalten. Eine Samstagsöffnung könnte außerdem die Einnahmen und damit das Geld für Ausgaben steigern. Die Bibliothekare Christian Gruber und Olaf Herzfeld bieten dazu an, den Einsatz und die Qualifizierung der Helfer zu organisieren. Dieses Modell wird bereits seit zehn Jahren erfolgreich an der Gesamtschule Havixbeck umgesetzt, wo drei oder vier Ehrenamtliche „Wochentags-Gruppen” bilden und ihre Vertretungen selbst regeln.

Die personelle Unterstützung ist nicht das einzige, das die Gesamtschule auch die knappe Finanzgrundlage aufstocken will. Kulturamtsleiter Klaus Schmidt machte Hoffnung, dass die Volksbank als Sponsor mit nicht geringen Beträgen auftreten möchte. Ein neuzugründender Förderverein für die Bibliothek könnte das Einwerben weiterer Projektmittel vereinfachen und wurde von einer der drei Arbeitsgruppen an diesem Abend vorangetrieben. Die zweite Arbeitsgruppe war die der Ehrenamtlichen und das dritte Team beschäftigte sich mit der Profilentwicklung der Bibliothek.

Der Vorsitzende des Seniorenbeirates regte beispielsweise ein Internet-Senioren-Café an, bei dem Gesamtschüler die ältere Generation ans Internet heranführen könnten. “Silver Surfers” werden zum Beispiel an der Ballyclare Highschool in Dorstens nordirischer Partnerstadt Newtownabbey in einem entsprechenden Projekt unterstützt.

Hier zeigt sich, dass mit persönlichem Engagement, Ideenreichtum, Kampfgeist und einer Gruppe Aktiver Lösungen gefunden werden können, die den Erhalt einer Bibliothek ermöglichen

Quelle:
Wilms, Ralph: Bücherei Wulfen : Wir retten mal eben eine Bibliothek, Der Westen (11.06.2010)

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Wie sehr muss Lesekultur unterstützt werden?

Samstag ist Hochbetrieb in den Öffentlichen Bibliotheken. Die Menschen haben frei und es zieht sie in die Bibliothek. Auch in der Duisburger türkischen Bibliothek im Erdgeschoss der Stadtbibliothek ist Hochbetrieb und Menschen mit Migrationshintergrund verbringen ihren freien Nachmittag hier lesend. Die Türkische Bibliothek umfasst einen Bestand über 22.000 Medien, zu denen neben rund 18.000 Printmedien (Bücher, Lexika, Noten, Zeitschriften, Tageszeitungen) auch CDs, Literatur- und Musikkassetten, Videofilme und DVDs gehören. Dieser Bestand ist in der Zentralbibliothek, in den Bezirksbibliotheken von Hamborn, Meiderich und Rheinhausen), in den zwei Stadtteilbibliotheken Vierlinden und Beeck sowie im Bücherbus zu finden.

Die Gespräche von Frau Barton-Andrews fanden in der Zentralbibliothek statt.

Numan Ova (43), ein Stahlarbeiter, der vor 30 Jahren nach Duisburg kam, nutzt seit seiner Schulzeit die Bibliothek und liest zweimal die Woche die “Hürriyet“, aber ab und zu auch mal deutsche Zeitungen. Auch als sozialer Ort spielt die Bibliothek eine Rolle, da er hier sowohl deutsche als auch türkische Bekannte trifft.

Erol Özmen (45), der seit 28 Jahren in Deutschland lebt, kommt wegen der neuesten türkischsprachigen Bücher in die Bibliothek, wobei es momentan auf Grund des Sparzwangs nur sehr wenige Neuanschaffungen gibt. Auch seine Kinder kommen alle 14 Tage mit in die Bibliothek, denn Bildung ist für ihn ein essenzieller Bestandteil des familiären Lebens. Aber er benötigt nicht nur türkischsprachige Literatur, sondern nutzt für seine berufliche Weiterbildung deutschsprachige technische Literatur.

Die in Deuschland geborene junge Mutter Hilda Akkaya (28) nimmt ihre beiden Töchter mit in die Bibliothek, um ihnen zum Erlernen der deutschen Sprache deutsche Kinderbücher und Hörspiele auszuleihen, zumal Zuhause sonst nur türkisch gesprochen wird.

Der Rentner Yeniavci Abdullah (64) lebt seit 1970 in Deutschland und kommt häufig in die Stadtbibliothek, weil er sich dort wohlfühlt. In seiner Heimatstadt gibt es auch eine große Bücherei, aber die Duisburger sei besser und die Bibliothek sei besser besucht. Auch er kommt in die Bibliothek, um die “Hürriyet” zu lesen.

In den Diskussionen, zum Artikel kommt es dann zu den unvermeidlichen Diskussionen.

In Kommentar 1, schreibt Viermann:

Ich verstehe sie nicht, unsere Multikulti-Fanatiker. Duisburg ist seit Jahren pleite, trotzdem wird in türkischsprachige Literatur investiert.

Ich weiß nicht, was “Viermann” überlesen hat? Im Beitrag steht, dass es auch hier zu wenig Geld gibt. Außerdem ist jeder der liest, ob türkisch, italienisch, vietnamesisch oder deutsch bildungsfähig und lernwillig. Das ist doch mehr, als so mancher Deutsche zeigt. Dafür lohnt es sich immer, Geld zu investieren, zumal es sich ja mehr als nur verzinst, wie die Antworten der Erwachsenen zeigen: Sie bringen ihre Kinder mit, sorgen für ihre eigene Weiterbildung, halten sich politisch auf dem Laufenden.

Kerchack in Kommentar 3 fragt berechtigt:

Wie wären hier die Kommentare wohl ausgefallen, wenn der Bericht über das franz. oder engl. Angebot berichtet hätte (was es dort ja auch gibt und aus den selben Finanzierungs-Buget bezahlt wird).

Das ist eine gute Frage. Wie wäre da die Antwort ausgefallen? Hätten da entsprechende Meinungsmacher nicht eher auf den Sparzwang der Stadt geschimpft?

Links
Stadtbibliothek Duisburg
Türkische Bibliothek der Stadtbibliothek Duisburg
OPAC der Stadtbibliothek Duisburg

Quelle
Barton-Andrews, Verena: Lesekultur – für Menschen vieler Kulturen, Der Westen

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Imagevideo der "Library of Birmingham" (UK)

Als Einstimmung auf den nächste Woche stattfindenden Deutsch-Internationalen Bibliotheksdialog in Birmingham, ein Vorgeschmack auf das neue Flaggschiff der Stadt, das 2013 eröffnet werden soll. Für die Bibliothek werden umgerechnet 214 Millionen Euro investiert. Das niederländische Büro Mecanoo Architecten (Delft) hatte 2009 die Planungen für eine neue Bibliothek am Centenary Square vorgestellt. Das Projekt ist Teil der Kampagne „Global City with local Heart“ und ist das neue Vorzeigeprojekt der Stadt. Es wird auf einem prominent gelegenen Grundstück am Centenary Square zwischen dem Birmingham Reportery Theatre (REP) und dem Baskerville House errichtet. Im Erd- und Mezzaningeschoss mit dem REP verbunden, entsteht mit der Bibliothek ein Bildungs-, Informations- und Kulturzentrum für täglich 10.000 Besucher. Der stellvertretende Direktor und Abteilungsleiter für Servicedienstleitungen der Stadtbibliothek  in Birmingham, Brian Gambles, formulierte die gegenwärtigen Herausforderungen, vor denen auch viele andere Bibliotheken im 21. Jahrhundert stehen, wie folgt:

We are trying to redefine the library and archive in a major city centre. For 150 years the role of the library was to democratise access to books and information which many could not afford. That model of service is being challenged.The number of books we loan out and reference inquires we receive is sliding. We can all use Google and with discounts on Amazon, three-for-two offers in Waterstones and Tesco discounting every Harry Potter book, many of us have the means to buy books. We need to make the library more of an experience. Our role will now be less about transactions with users and more about aiding their transformation.”

In den letzten Jahren sind mehrere beeindruckende Bibliotheksbauten in Großbritannien entstanden (bzw. noch in der Entstehungsphase). Besonders hervorzuheben sind die Bibliotheken in Norwich, Manchester und Newcastle. Trotz anders lautender Meldungen sind durch Einsparmaßnahmen zwar viele Zweigstellen und Bibliotheken auch dort betroffen, aber es gibt dennoch Beispiele,welche von einem Gegentrend zeugen. Die politischen VertreterInnen von Birmingham planen die neue Bibliothek als ein Instrument zur sozialen Inklusion unterschiedlichster Teile der multikulturell zusammengesetzten Stadtbevölkerung zu nutzen.

Library Of Birmingham from The Proudfoot Company on Vimeo.

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Ein Gesamtverzeichnis aller Bücher gibt es nicht

Ellen Güntner, Leiterin der Gemeindebücherei Wehrheim, zeigte in einem Gespräch mit dem Sozialsausschuss von Wehrheim, dass ihre Bibliothek gefragt ist. Zu ihren Lesern gehören Kinder bis zu zehn Jahren, aber auch Erwachsene kämen dankbar, weil sie für ein Buch nicht erst wegfahren müssten. Der Etat reiche für das tägliche Geschäft, aber Sachbücher werden nicht wirklich angeschafft, zumal die Nachfrage sich danach im Rahmen hält. Das Internet würde den Bedarf an vielen Stellen bereits decken. Sachbücher außen vor gelassen, reicht der Etat für die Bibliothek. Frau Güntner versucht auch Bücherwünsche zu erwerben. Auf Wunsch bestellte Bücher stammten meist aus den “Bestsellerlisten” und seien zwei bis drei Jahre nachgefragt, dann aber uninteressant.

Ein Gesamtverzeichnis aller Bücher gibt es nicht, aber „ich kenne meinen Laden ziemlich gut, ich weiß meistens, ob wir ein Buch haben oder nicht“.

Die kleine Bücherei besitzt 1571 angemeldete LeserInnen, die dienstags von 16 bis 18 Uhr sowie freitags von 10.30 bis 11.30 Uhr in einem Gesamtbestand von 5607 Büchern wählen können. Im letzten Jahr konnten aus dem Etat von knapp 2000 Euro 211 Bücher neu angeschafft werden werden.

Quelle: Eine Stiftung gegen künftige Rotstifte, Usinger Anzeiger

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Ein lang erhoffter Neubau

Mein erstes Praktikum habe ich in einer sehr kleinen, aber feinen Gemeindebibliothek gemacht. Die beiden Bibliothekarinnen sind mir als sehr engagiert in Erinnerung geblieben. Etwas, an das ich mich ebenfalls erinnere, ist die Tatsache, dass es in der Gemeinde eifrig genutzten Bibliothek an einer Sache gefehlt hat: Platz. Die Einrichtung ist in einem Flachbau untergebracht, der nicht ganz unberechtigt ein ostalgisches Gefühl hervorruft. Seit dem Jahre 1962 ist die Bibliothek in diesem Flachbau untergebracht, der eigentlich seit Jahren aus allen Nähten platzt und keinerlei Möglichkeit bietet, Dinge zu archivieren. Doch das soll sich bald ändern.

Die jetzige Bibliothek liegt direkt vor einer Aldi-Filiale, deren Stiftung (Lukas- und Jakobus-Stiftung) nun auch den Neubau übernehmen wird. Eigentlich hatte die Gemeinde diesem Vorschlag bereits 2006 zu gestimmt, doch verschiedene Schwierigkeiten verhinderten dessen Umsetzung. Der Neubau sollte bereits 2008 fertig sein. Doch endlich nach vier Jahren kommt er nun doch noch zustande und die Leiterin Annett Goldberg hofft, das noch im Juni der erste Spatenstich erfolgen kann.

Die neue Bibliothek wird dann doppelt so viel Platz wie die alte bieten. Wobei die Wünsche der Leiterin, was der Neubau bietet muss, bescheiden sind: eine schöne neue Theke, viele große Glasfronten, mehr Platz und moderne Arbeitsplätze. Besonders die letzteren wären eine Neuerung in der Wildauer Gemeindebibliothek, denn Arbeitsplätze sind auf Grund des Platzmangels bis heute nicht vorhanden. Ich hoffe für Frau Goldberg, dass die neuen Räumlichkeiten möglichst bald fertig gestellt werden, denn die tollen Veranstaltungsideen, die gut abgestimmte Literaturauswahl und die Arbeit der beiden Bibliothekarinnen verdient mehr Platz.

Quelle:
Mohr, Franziska: BILDUNG: Aldi baut neue Gemeindebibliothek: Baubeginn möglichst noch im Juni / Neues Haus bietet fast doppelt so viel Platz. In: Märkische Allgemeine Zeitung, 7.05.2010.

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Möchten Bibliotheken so gesehen werden?

Wir beklagen uns über ausbleibende Nutzer und immer mehr geschlossene Bibliotheken. Wir kommen negativ in der Presse herüber und dann arbeiten einige scheinbar auch noch aktiv weiter an diesem verstaubten Image, wie der Artikel der Volksstimme über den 7. Bibliothekstag des Landes Sachsen-Anhalt verdeutlicht:

Kein DVD-Verleih, sondern Besinnung auf das Kerngeschäft

Wie wollen wir unsere Daseinsberechtigung begründen, wenn wir anfangen, Abstriche dort zu machen, wo sich unsere Nutzer befinden?

Auf dem 7. Bibliothekstag wurde am 28.04. in der Stadt- und Kreisbibliothek Haldensleben schwerpunktmäßig über ein moderns Qualitätsmanagement gesprochen. Der Landesverband der Bibliotheken lud zusammen mit dem Landesverwaltungsamt BibliothekarInnen ein, um ihnen das derzeit laufende Projekt eines Qualitätsmanagement-Verbundes vorzustellen und schmackhaft zu machen. Mit einer Zertifizierung von Bibliotheksangeboten soll die Servicequalität der teilnehmenden Bibliotheken erhört und eine größere Kundenzufriedenheit erreicht werden. Das Projekt endet Juni 2011.

Wer über die Qualität der Angebote spricht, muss sich auch mit denjenigen auseinandersetzen, welche zukünftig durch die Bibliotheken erbracht werden und die den Nutzer in die Bibliothek locken sollen. Ein Qualitätsmanagement kann dabei helfen, die Bibliotheken im Land besser aufzustellen. Es wird gerade auch vor dem realen Hintergrund der Sparzwänge des Landes, der Landkreise und Kommunen notwendig. Einsparungen haben fast abenteuerliche Züge, da häufig nicht mehr fachliche Überlegungen bei Entscheidungen im Vordergrund stehen.

In Sachsen-Anhalt gibt es 206 kommunale Bibliotheken. Eine statitische Zahl, die sicher den Eindruck vermitteln kann, dass das Land damit gut aufgestell ist. Doch sind zunehmende Anpassungen an den demografischen Wandel des Landes notwendig, denn der Alterdurchschnitt steigt stetig. Auch die finanziellen Rahmenbedingungen werden schlechter, während die Ansprüche der Nutzer wachsen und auch die eigenen Qualitätsansprüche sich ändern.

Ein Thema ist sicherlich die Leseförderung, die nicht nur in Sachsen-Anhalt ein großes Thema in den Bibliotheken ist. Lesungen von Autoren, Lesenächte, Buchbesprechungen sind nur einige Angebote, die man hier aufzählen könnte. Thomas Leimbach, Präsident des Landesverwaltungsamtes, riet den Besuchern des Bibliothekstages dann jedoch dringend davon ab, sich noch mehr auf den DVD-Verleih oder Computerspiele zu verlagern.

Als ich diese Aussage gelesen habe, musste ich sehr tief durchatmen.

” Ich sage Ihnen, die mediale Vielfalt wird Sie erschlagen. Nötig ist eine Rückbesinnung auf das Buch, auf das Kerngeschäft “, so Leimbach.

Verzeihung, so bitte nicht. Bibliothken müssen sich der medialen Vielfalt stellen. Wie sollen sie auf Dauer Lotse in einer immer weiter diversifizierten Medienlandschaft sein, wenn Sie sich auf “Bücher” beschränken sollen. BibliothekarInnen müssen sich auskennen in dieser Landschaft, um den steigenden Anforderungen an sie gewachsen zu sein. Das bedeutet aber auch, den Leser mit den “gefilterten” Angeboten zu füttern, ihn aber nicht einzuschränken. In freier Mediennatur wird er sich mehr oder weniger auch damit auseinandersetzen müssen. Bibliotheken beschäftigen sich nicht umsonst mit Themen wie Informations- und Medienkompetenz. Das sind Aufgabenfelder, in denen Sie meiner Meinung nach Services anbieten können und die deutlich machen, dass sie eine Daseinsberechtigung haben. Leseförderung ist nur ein kleiner, unbestritten notwendiger Teil innerhalb der bibliothekarischen Arbeit als “Bildungseinrichtung”.

Jürgen Plienninger überträgt die Forderung von Herrn Leimbach eindrücklich auf den Daimler-Konzern und zeigt, wie absurd diese ist.

Wenn zum Daimler-Konzern keine Flugzeuge (DASA), keine Haushaltsgeräte (AEG) mehr gehören, dann hat sich der Konzern strategisch auf sein Kerngeschäft, nämlich den Autobau, zurückgezogen.

Hoffentlich haben viele der Kollegen vor Ort damals heftig protestiert. So gesehen zu werden, als Bücherangebotsanstalt… Nein Danke!!! Das wäre die einfachste Möglichkeit, Bibliotheken bald ganz wegzurationalisieren, denn Buchvorstellungen, Autorenlesungen und Lesenächte können genausogut vom Buchhandel, Volkshochschulen und Theatern organsiert werden.

Aufmerksam geworden über:
Plieninger, Jürgen: Rückbesinnung auf das “Kerngeschäft”?, netbib weblog

Quelle:
Lüthe, Ivar: Kein DVD-Verleih, sondern Besinnung auf das Kerngeschäft, Volksstimme.de

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