Stadtteilbibliothek Wolfsburg-Westhagen

Eine Bibliothek kann Deine persönliche Begleiterin über viele Lebensabschnitte sein. Mit ihren vielen Medien bist Du immer gut versorgt.
Die Stadtteilbibliothek Westhagen ist ein gutes Beispiel für eine vielseitige Bibliothek, die jährlich mehrere Projekte und Aktionen anbietet, an denen auch Du teilnehmen kannst.
Schau doch mal rein!

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Was ist die Bibliothek von heute wert?

In Zeiten knapper Kassen setzen die Kommunen schnell bei den Einrichtungen den Rotschrift an, die sie freiwillig betreiben und die in ihren Augen nicht zwingend notwendig sind. Ein beliebtes Opfer des Rotstiftes, wenn man dies einmal so provokativ formulieren darf, sind die öffentlichen Bibliotheken. Dies belegt die Webseite bibliothekssterben.de. Im krassen Gegensatz dazu steht die Tatsache, dass die Bibliotheken mit 200 Millionen Nutzern pro Jahr, immer noch die bestbesuchte Bildungseinrichtung sind. Doch kann man heute mit Klassikern der Literatur keine Punkte mehr sammeln, der Nutzer will mehr und verlangt dies auch selbstbewusst. Diesen Ansprüchen wird die Bibliothek aber nur mit ausreichend finanziellen Mitteln gerecht.

Doch kann man den Wert einer Bibliothek wirklich nur mit Geld ausdrücken?

Dieser interessanten Frage geht die Bibliothekarin Ulrike Knoop in ihrer Masterarbeit an der Fachhochschule Osnabrück am Beispiel der Stadtbücherei Melle nach. Grundlage ihrer Berechnung war eine Umfrage unter den Nutzern der Bibliothek. Dabei lautete die Hauptfrage, wie viel der Nutzer bereit ist für die Medien zu zahlen, wenn die Ausleihe nicht kostenlos sei.

Bevor ich weiter darauf eingehe, möchte ich kurz noch anmerken, dass diese Fragestellung in den falschen Händen durchaus Gefahren birgt. So könnte manch gewiefter Stadtrat diese Befragung nutzen, um neue oder höhere Gebühren zu rechtfertigen. Wir wollen hier aber natürlich niemandem etwas Böses.

Nach dieser Nutzerbefragung wurden die hypothetischen Einnahmen mit den tatsächlichen Kosten verglichen. Heraus kam ein Gewinn von drei Millionen Euro – oder anders gesagt: für jeden investierten Euro wurde theoretisch ein Gewinn von 7,60 Euro erreicht. Dies ist, wie ich finde, eine Zahl, die sich sehr gut sehen lassen kann und beweist, dass sich eine öffentliche Bibliothek durchaus selbst tragen könnte, wenn sie mit einem guten und interessanten Angebot bei den Nutzern punkten kann.

Daran schließt sich folgende Frage: Wie aussagekräftig ist diese Befragung?

Da die Autorin nur eine Umfrage in ihrer eigenen Bibliothek durch geführt hat, lassen sich diese Zahlen nur schwer übertragen. Jedoch fände ich es ganz spannend wenn man diese Befragung in mehreren vergleichbaren Bibliotheken durch führen würde, um heraus zu finden ob die Stadtbücherei Melle eine Ausnahme ist, oder ob sich eine solche Einrichtungen bei einem gewissen Angebot wirklich selber tragen würde. Die Ergebnisse einer solchen Studie würden vielleicht helfen, Konzepte für bedrohte Einrichtungen zu entwickeln, um diese über schwere Zeiten zubringen und vor der Schließung zu bewahren.

Die Masterarbeit kann auf hier heruntergeladen werden:
Koop, Ulrike: Wirkungsmessung für Bibliotheken unter besonderer Berücksichtigung des Return on Investment, Osnabrück, Juli 2009
Die Masterarbeit ist in der Reihe “Osnabrücker Arbeitspapiere zum Hochschul- und Wissenschaftsmanagement” (Nr. 18) erschienen

Aufmerksam geworden über BIB-online

Quelle:
Stephan, Elmar: Bibliotheken sind mehr als „Romanleihstellen“ In: Neue Osnabrücker Zeitung

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Bibliothek des Jahres 2009 der Niederlande: das "Library Concept Center" in Delft

Am 18. Dezember 2009 wurde dem innovativen  Library Concept Center in Delft der Titel De Beste Bibliotheek van Nederland 2009 verliehen. Im Rahmen einer Preisverleihung, die in Utrecht stattfand,  hielt Frank Huysmans die Laudatio.

Besonders spannend und attraktiv empfand ich im Rahmen meines Besuchs Anfang November 2009 den Jugend- (Dok jeugd), den Musik-  (Dok muziek) und Filmbereich (Dok film), sowie die Caféteria. Auf der Webseite Flickr finden sich seit Baubeginn 2005 fast 7.000 Fotos über die Aktivitäten der Bibliothek, die weit über normale  Leseveranstaltungen hinausgehen und die unterschiedlichsten Zielgruppen erreichen.  Darüber hinaus gibt es noch ein Kunstzentrum (Dok kunst), zu dem auch eine Arthothek gehört. Es finden regelmäßig Wechselausstellungen statt. Übrigens arbeiten dort Künstler und keine KunstbibliothekarInnen, die für die Ausleihe, Beratung, den Bestandsaufbau und die Konzeption von Ausstellungen zuständig sind. Außerdem  verfügt die Bibliothek neben dem zentralen Standort im Herzen von Delft noch über zwei weitere Einrichtungen: das DOK Tanthof und das DOK Vorhoof. Obwohl das Gebäude des DOK Library Concept Centers erst seit 2007 existiert, gewann es seitdem jährlich Preise.  Auf der niederländischen Version der Webseite heißt es Op naar de modernste bibliotheek ter wereld! – auf zur modernsten Bibliothek der Welt! Der Slogan der Bibliothek lautet de wereld te leen – im Sinne von “man kann sich dort die Welt ausleihen”. Einen Blick auf die Webseite kann ich nur empfehlen, denn sie bietet eine große Vielfalt an Informationen und Dienstleistungen, wie ich sie bisher selten fand. Im Folgenden werden die Bibliotheken tabellarisch angezeigt, welche die Plätz zwei bis zehn belegten:

1. Delft 8.3
2. Amsterdam 8.2
2. Stadskanaal 8.2
4. Lelystad 8.1
5. Heerhugowaard 8.0
6. Hoogeveen 7.9
6. Zeeuwse Servicebus 7.9
8. Middelburg 7.5
8. Zwolle-Zuid 7.5
10. Heerlen 7.4
11. Den Bosch
7.3
12. Doorn 7.2
13. Barneveld 7.1
14. Franeker 7.0

Die folgenden drei Bereiche wurden evaluiert: 1. das Gebäude und die Einrichtung, 2. das Angebot (digitale und “analoge” Bestände), 3. der Service und die Kundenorientierung. Ausgewiesene und qualifizierte Mystery-Shopper besuchten und begutachteten die nominierten Bibliotheken. Hierzu wurde anschließend ein fundierter Bericht verfasst. Bis ins Finale wurde je Provinz, eine Bibliothek ausgewählt. Insgesamt schafften es 14 Bibliotheken in die Endausscheidung.

Das DOK Library Concept Center ist keine Durchschnittsbibliothek – im Gegenteil. Laut Jaap Van De Geer und Erik Boekesteijn sind 80 % der Einwohner Delfts Mitglieder der Bibliothek , die somit die meistgenutzte öffentliche Einrichtung der Stadt ist. Was die Bibliothek weiterhin auszeichnet sind technologische Innovationen, die sicherlich auch durch Kooperation mit der ortsansäßigen Technische Universität entwickelt werden, auf welche ich in einem anderen Blogeintrag über Innovationen in den Bibliotheken der Niederlande eingehen werde.  Sie ist mit Sicherheit eine der modernsten und innovativsten Bibliotheken in Europa, ja vielleicht sogar weltweit. Im Jahre 2008 erhielt sie den Preis als die innovativste Bibliothek der Niederlande, den 2009 die Openbare Bibliotheek in Amsterdam erhielt. » Weiterlesen

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Ein Nachtrag zu meiner Reise in die Niederlande: das “Lezersfeest” und “Nederland leest”

Als ich bis zum 5.11. 2009 in den Niederlanden war, fiel mir durchaus beim Besuch der Bibliotheken auf, dass zu diesem Zeitpunkt die landesweite niederländische Kampagne “Nederland leest”  (23.10.-20.11.) in vollem Gange war. Es beteiligten sich sehr viele Bibliotheken, wie unter dem folgenden Link zu sehen ist. Leider verpasste ich das Lezersfeest am 7.11., bei dem sich die Stadtbibliothek Rotterdam in eine riesengroße Tanzfläche verwandelte und es ein großes Dansfeest gab. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Lezersfeest- Stiftung in Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Rotterdam und dem Büro Fris. Das Ziel des Lezersfeest ist das Lesen zu fördern, indem für die  Öffentlichkeit Veranstaltungen mit nicht-elitärer Literatur angeboten werden. Dabei werden die “Leser” ermutigt sich mit Literatur und dem Lesen im Allgemeinen zu befassen. Das Hauptanliegen des Lezersfeest ist es, eine Verbindung zwischen dem Lesen und der Freude an Literatur zu vermitteln, indem eine positive Einstellung zu Literatur vermittelt wird. Die Hauptzielgruppe sind Menschen zwischen 18 und 80 Jahre alt, wie es auf der Webseite heißt.  Das Programm findet sich unter dem folgenden Link.  Nachdem ich mich mit der Chefredakteurin der Zeitschrift NL Unlimited (Ausgabe für Rotterdam) einen Abend vor meiner Abreise über diese Veranstaltung unterhielt, die ja damals durchaus das Stadtgespräch in Rotterdam war,  stellte ich mir sofort die Frage ob es so etwas auch in Deutschland gibt. In Berlin oder München gibt es zwar immer wieder Literatur- und Poesiefestivals, aber auch aus anderen Städten habe ich von solchen Veranstaltungen in einer Bibliothek nie zuvor gehört. Vermutlich bin ich nocht nicht gut genug informiert und es gibt tatsächlich Veranstaltungen in Deutschlands Bibliotheken, die inhaltlich ähnlich sind.  Events auf der Lit.Cologne und der Buchmesse Leipzig finden meines Wissens auch in Bibliotheken statt. Insgesamt habe ich bei sehr vielen deutschen Literatur- und Kulturveranstaltungen – außer dem Poesiefestival in Berlin (2005 im Hebbel am Ufer) und Veranstaltungen in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz und dem Printemps de la Poésie (2006) am Goethe-Institut Rabat – durchaus öfter das Gefühl, dass bei den meisten Literaturveranstaltungen  bzw. das elitäre Publikum in der Mehrheit ist. Von einem Poetry-Slam oder einem Tanzfest in einer deutschen Bibliothek habe ich bis heute noch nicht gehört.  Die Chefredakteurin der Zeitschrift NL Unlimited stellte mir netterweise Fotos und nachträglich Informationen zur Verfügung. Zu Beginn schien es mir schier unglaublich, dass die Bibliothek als Ausgehalternative für einen Samstag im Jahr in den Mittelpunkt der Bürger Rotterdams (und Umgebung) rückte. Die Karten kosteten zwischen 14,50 – 17,00 €. Es fanden mehrere Poetry Slams statt und niederländische Autoren  wie z.B. Bart Chabot, Nicci French oder  Fayza Oum’Hamed  lasen aus ihren Büchern, die dort auch verkauft wurden. Außerdem gab es ein Popquiz, dass in der “Discothek” stattfand. Darüber hinaus fand die Verleihung des Boek-delenprijs statt, den dieses Jahr Arthur Japin erhielt.  Insgesamt war das Programm sehr reichhaltig und facettenreich wie unter dem folgenden Link zu sehen ist. Bekannte DJs legten bis 3 Uhr morgens Musik auf.

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Aus aktuellem Anlass: Kulturstreiks auch in den Bibliotheken von Paris

Bereits im April und Mai diesen Jahres gab es Streiks verschiedenster Bibliotheken – ob an der Universität in Marne-la-Vallée oder an der Universität Paris VIII (Vincennes Saint-Denis) oder auch anderswo. Hintergrund der Streiks, die sicherlich weiter fortgesetzt werden, ist das 2007 von Nicolas Sarkozy lancierte RGPP (Révision générale des politiques publiques). Das RGPP will vor allem eine Moderniersierung und Flexibilisierung der Verwaltung und des öffentliches Beamtenapparates erreichen. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es noch sehr viele beamtete BibliothekarInnen in Frankreich. Selbst in anderen Bereichen des öffenliches Dienstes gibt es in der Bundesrepublik Deutschland aufgrund von (Teil-) Privatisierungen im öffentlichen Dienst und der Schröpfung von Beamtenstellen weitaus weniger Beamte als in Frankreich. Auf dem Bild unten ist das Nationalsymbol Frankreichs – die Marianne – abgebildet, wie sie aus einer Flasche gefüllt mit “RGPP-Reformen” trinkt. Das eigentliche Nationalsymbol ist die Trikolore, aber ebenso die Marianne, welche sehr häufig mit einer Jakobinermütze abgebildet ist. Die Mütze ist eine Allegorie der Freiheit und der Republik. Das Bild soll verdeutlichen wie die Generalrevision des öffentlichen Dienstes auf Gemeingüter übergreift, die zu Frankreich gehören wie die Trikolore oder die Marianne. Selbstverständlich ist es ohne Provokation in unserer globalen Mediengesellschaft immer schwerer auf Mißstände aufmerksam zu machen. Auf dem ersten Blick sind diese Ziele meiner Ansicht nach keineswegs “streikwürdig“. Es wird auch die mangelnde Informationspolitik beklagt, da viele BibliothekarInnen sich oftmals vor vollendete Tatsachen gestellt fühlen, obwohl die Webseite der Regierung über die RGPP versucht Transparenz und Aufklärung zu vermitteln. Die Verwaltungen sollen stärker an die Bedürfnisse der Benutzer angepasst werden, was mit der Reduzierung an öffentlichen Ausgaben einhergeht und gleichzeitig die Arbeit der Beamten bewerten soll, wie es in einem Artikel der Zeitschrift Archimag heißt. Die Umsetzung begann 2008 und wird bis 2012 dauern. Das Ministerium für Kultur und Kommunikation wird zukünftig seine zentralen Dienstleitungen neu ausrichten. Für den Bibliotheksbereich sollen die Magazinierer und die Bibliotheksassistenten mit den Technikassistenten und den “Recherchetechnikern“ in eine Gehaltsklasse integriert werden. Der aus der allgemeinen politischen Revision des öffentlichen Dienstes entstehende Druck, wird mit Sicherheit Stellenstreichungen zur Folge haben. Am 17. Dezember wurde auf Initiative der Gewerkschaften CGT, CNT, FSU und Sud eine allgemeine Kundgebung an der Nationalbibliothek François Mitterand (BNF) organisiert, um gegen den Prozess der sich durch die Umsetzung des RGPP ergibt, zu protestieren.

Am 25. November folgten die MitarbeiterInnen der 64  Stadtteilbibliotheken von Paris einem Aufruf der Gewerkschaften CFTC, CGT, FO, Supap-FSU  und UNSA und streikten. Hierbei ging es erstens darum gegen die seit zwei Jahren geplante Schließung der bibliothèque Vaugirard (15. Arrondisement) zu protestieren. Hierfür wurde auf Facebook eine Unterstützergruppe gegründet, die den langamen “Tod” dieser Bibliothek verhindern soll und eine breite Öffentlichkeit aufmerksam machen will. Zweitens streikte man gegen die Standortverlagerung des Transportsservice der Bibliotheken und drittens war man gegen eine Umorganisation des städtischen Bibliotheksverbundes. Der hierfür zuständige Kulturbeauftragte der Stadt Paris, Christophe Girard will den NutzerInnen der Bibliotheken die Ausleihe und die Rückgabe eines Buches in zwei verschiedenen Bibliotheken ermöglichen und zukünftig auch Sonntagsöffnungszeiten anbieten. Ferner ist geplant die öffentlichen Bibliotheken von Paris in vier Sektoren zu unterteilen, wodurch die Leitungskompetenzen der Bibliotheken auf vier Personen aufgeteilt würden. Doch bisher ist das nur ein sich in der Entstehungsphase befindendes Prozess. » Weiterlesen

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Neuss zur Berufsausbildung zum FAMI

Berufsausbildung bei der Stadtverwaltung Neuss: Fachangestellter fuer Medien und Informationsdienste

https://www.youtube.com/watch?v=vFYDTH-1XVo – Video wurde gelöscht

Bearbeitet am 07.06.2018

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"La nourriture de l’esprit": ein Video im Rahmen von Biblioclip (der städtischen Bibliotheken Montréals)

Seit 2007 wird durch die Stadtbibliothek Montréal jährlich ein Videoclipwettbewerb mit dem Namen Biblioclip ausgegeschrieben für den mittlerweile zahlreiche kreative Kurzvideos entstanden sind. Auf der Webseite finden sich für den Wettbewerb 2009/10 noch keine aktuellen Angaben. Neben dem folgenden witzigen Beispiel mit dem Titel “die Geistesnahrung”, gibt es alle anderen kreativen Beiträge unter dem folgenden Link zu bestaunen. Teilnehmen kann jeder – unabhängig davon aus welchem Teil der Welt er/sie sich bewirbt und in welcher Sprache der Beitrag verfasst ist, wie den Teilnahmebedingungen auf der Webseite entnommen werden kann.  Wichtig ist es den Bezug zu Montréal und Bibliotheken als Kultureinrichtungen sowie eine inhaltliche und originelle Auseinandersetzung mit diesem Thema zu erreichen.  Der Zweck von Biblioclip ist es von den Bewerbern kreative Ideen zum Konzept des Wiederbelebens öffentlicher Bibliotheken einzuholen (siehe Internetauftritt). Ich denke es geht in aller erster Linie darum öffentliche Aufmerksamkeit herzustellen und in vielen Videos ist der Bezug zur Stadtbibliothek am Ende gegeben. Die Länge der Videos darf minimal 30 Sekunden sein und nicht länger als 1,30 Minuten. Hoffentlich wird auch dieses Jahr dieser Wetterbewerb wieder ausgeschrieben. Weitere FAQs unter dem folgenden Link.

P.S: Dieses Video wurde von Alex Filion, Alec Pronovost, Frédérick Carroll, Guillaume Bourgouin und Jean-François Pronovost entwickelt.


[Korrektur zur Verbesserung des Datenschutzes. Umstellung Youtube-Video auf “privacy-enhanced mode”: 07.06.2018]

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"Silver Gamers" als neue Zielgruppe für Bibliotheken?

Anlass diese Überschrift als Frage zu formulieren, ist eine Sendung, die am 30.11.09 auf Deutschlandradio Kultur im Radiofeuilleton lief. In der Reihe Elektronische Welten von Claudia Hennen ging es um die sogenannten Silver Gamers und speziellen Computerspielen für diese Gruppe. Mit Silver Gamers sind Senioren bzw. die Generation 55+ gemeint, die Computerspiele nutzt. Ich bin der Auffassung, dass in gar nicht allzu langer Zeit, dieses Thema stärker auf der Agenda sein wird – gerade durch Bibliotheken, die imstande wären Synergieeffekte zu erzielen und dieses Feld nicht den Seniorenheimen und anderen “Konkurrenten” allein zu überlassen. Mit diesem Artikel bestreite ich keinesfalls, dass bisher keine Computerspiele als Angebote für alte Menschen in der Bibliotheksarbeit eingesetzt werden.  Die Büchereizentrale Schleswig-Holstein bringt bereits “Medienboxen für die Gruppenarbeit mit Senioren” in Altenheime, die dort dort auf großes Interesse der alten Menschen stoßen.  Aufgrund der demographischen Entwicklung ist das ein Wachstumsmarkt. Demnach nutzt jeder vierte Bundesbürger den PC zum Spielen. Unlängst foderten ja Mark Terkessidis und Herr Hobohm, dass BibliothekarInnen Medien, welche sie anschaffen auch selbst testen sollten (gemeint waren Computerspiele). Auf eine Entfremdung wurde am 7. Oktober hingewiesen, da oftmals die BibliothekarInnen den Bestandsaufbau outsourcen und so der direkte Bezug zu den Medien zu kurz kommt.  In diesem Zusammenhang sprach Herr Prof. Dr. Hobohm von der monokulturellen Einrichtung Bibliothek, die sich – ähnlich wie früher der Lesezeit von BibliothekarInnen – anderen Werten und Kulturen öffnen sollte. Obwohl allen klar war, dass in Zeiten knapper Kassen und knappen Personals, die Zeit hierfür meist leider fehlt, ist dennoch mehr Offenheit gefragt anstatt dem Nachhängen “alter Werte”.

Die Stadtbibliothek Straubing wurde nach dem durch die Bertelsmann-Stiftung gesponserten USA-Aufenthalt ihrer ehemaligen Leiterin Frau Kulzer deutschlandweit eine der erfolgreichsten und bekanntesten Bibliotheken für die Generation 55+ als Zielgruppe. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Handreichungen und Broschüren, die Tipps und Hinweise geben, wie Bibliothekar / Bibliothekarin mit Senioren bzw. Älteren arbeiten kann. Ebenso wurden in diesem Jahr ehrenamtliche “Medienboten” der Bücherhallen Hamburg im bundesweiten ‘Wettbewerb zum Generationendialog’ geehrt. Doch auf die Gesamtheit der Bibliotheken verteilt gibt es keine flächendeckende Versorgung dieser Gruppe wie es bei Teenagern und Kindern eher selbstverständlich ist. In allen Dokumenten, die ich durchforstet habe, finden sich keine Informationen über medienpädagogische Effekte beim Gebrauch von Computerspielen durch diese Zielgruppe und wegweisende Projekte deutscher Bibliotheken wie Sie im Radiobeitrag mit dem Seniorenheim beschrieben werden. Lediglich in einer Handreichung aus Baden-Württemberg wird das Wort Spielkonsole erwähnt. Der Ansatz scheint für mich oberflächlich betrachtet bei der Wahrnehmung dieser Zielgruppe vor allem ein defizitärer zu sein (Bücher in Großbuchstaben, Computer- und Internetkurse, Barrierefreiheit etc.), was sicherlich bei vielen Senioren und alten Menschen oftmals zutreffen mag und auch nötig ist anzubieten. Mir als Sportler ist aber schon immer wieder aufgefallen, dass es zunehmend Ältere gibt, die mehr können und oftmals einen mindestens genauso vollen Terminkalender im Rentenalter haben, der sie bis ins hohe Alter rüstig und “jung” –  im Sinne der Offenheit für Neues –  hält. Nach einem 10 km – Lauf erlebte ich letztes Jahr beispielsweise einen etwa 75-jährigen Läufer, der weinend und tieftraurig kurz vor dem Ziel aufgeben mußte, obwohl er sonst oftmals den jungen Läufern überlegen war.  Es gibt sie also, die Senioren, welche immer noch Leistungssport betreiben und sich mit dem Computer oftmals genauso auskennen, wie die Generation Y. Die Computerspielbranche fokussiert sich bei der Entwicklung ihrer Games immer mehr auf die sogenannten Silver Gamers – also die Generation 55+, die Branchenkennern zufolge eine der am stärksten wachsenden Zielgruppen sind. Das Durschnittsalter wächst weiter kontinuierlich. Weiter wurde in der Sendung erwähnt, das seit einigen Monaten Senioren in Köln im Rahmen eines Medienprojekts diverse Computer- und Videospiele testen.  Das wurde bereits kurz im Blog Nachrichten für öffentliche Bibliotheken in NRW Anfang des Jahres erwähnt. Hierzu ein Auszug aus dem Artikel, der die Lerneffekte und die sozialen Faktoren verdeutlichen soll, die beim Gebrauch von Computerspielen durch Ältere entstehen. Zudem ein Schlußkommentar, der die sich daraus ergebenden Möglichkeiten in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext betrachtet und Literaturhinweise gibt. » Weiterlesen

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Zum Nachhören auf Inforadio am 6.12.09: Podiumsdiskussion "Ein Ort der Integration? Migranten und Bibliotheken – von Versäumnissen, Vorbehalten und Chancen" vom 12. November in der Philipp-Schaeffer-Bibliothek

Am 12.11. fand im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche “Deutschland liest. PodikumsdiskussionTreffpunkt Bibliothek” eine Podiumsdiskussion in der Bezirkszentralbibliothek Philipp-Schaeffer in Berlin statt. Die Bibliothek zählt mit 13 anderen zur Citybibliothek Berlin, in der die Bibliotheken der Bezirke Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg zusammengefasst sind.

Frau Hübner-Gepp, die Leiterin der Bibliothek am Luisenbad in Berlin-Wedding,  die bereits an der Veranstaltung  “Das Fremde in uns und wir im Fremden” (vom 07.10.09) teilnahm und hierfür den Puttensaal ihres Hauses zur Verfügung stellte,  war als Podiumsgast dabei und vertrat vermutlich  Frau Reintjes.

Anbei ein Auszug aus dem Programm der Diskussion:

Ein Ort der Integration? Migranten und Bibliotheken – Von Versäumnissen, Vorbehalten und Chancen

Über die Integration von Zuwanderern wird vermehrt gesprochen. Fragen der Bildungschancen, der Gewaltprävention, der gesellschaftlichen Teilhabe überschneiden sich dabei. Starke Provokationen wechseln mit Forderungen nach einem eigenen Ministerium ab. Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche „Deutschland liest. Treffpunkt Bibliothek“ fragt Forum – Die Debatte im Inforadio zum Schwerpunktthema Migration nach den Möglichkeiten und Grenzen, die ein Informationsort wie die Bibliothek für die Verständigung zwischen der Zuwanderer- und der Mehrheitsgesellschaft hat.

Ist es ein Ort des persönlichen Austausches verschiedener Bevölkerungsgruppen? Werden migrantenspezifische Angebote gemacht? Werden sie von den Zielgruppen auch abgefragt? Was hemmt, was fördert die Nutzung? Und wie unterscheidet sich der Gebrauch von Medien in den verschiedenen Generationen und Geschlechtern? Kann eine Bibliothek zur Werkstatt werden, an dem man sich über die gesellschaftlichen Brüche verständigt?
Es diskutierten:

  • Günter Piening, Beauftragter des Berliner Senats für Integration und Migration
  • Birgit Lotz, Vorsitzende der Kommission für interkulturelle Bibliotheksarbeit des dbv
  • Ingrid Reintjes,  Sachgebietsleiterin Interkultur Stadtbibliothek Mitte
  • Dilsad Budak, Kulturpolitische Sprecherin und Mitglied im Bundesvorstand der Türkischen Gemeinde Deutschland

Moderation: Harald Asel, Inforadio (rbb)
Die Podiumsdiskussion wurde aufgezeichnet und wird am Sonntag, den 6. Dezember um
11:05 Uhr (Wdhl. 16:05 Uhr) im Programm von Inforadio (93,1 MHz) gesendet
.

Es ist stark davon auszugehen, dass die oben genannte Veranstaltung inhaltlich ähnlich wie “Das Fremde in uns und wir im Fremden” gelagert war. Vor allem die Formulierung in der Ankündigung “Verständigung zwischen der Zuwanderer- und der Mehrheitsgesellschaft”  stört mich sehr, da ja die meisten, um die es in solchen Debatten geht,  schon in der zweiten, dritten oder gar vierten Generation  hier leben und hier geboren sind.  Zuwanderer im klassischen Sinne gibt es kaum mehr – zumindest bei den Bevölkerungsgruppen um die es in solchen Debatten geht.  Eine gezielte und gesteuerte Zuwanderungspolitik wie in Schweden gibt es in Deutschland nicht. » Weiterlesen

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Rückschau auf den “Study Visit: Multicultural Libraries: practice makes perfect!” vom 2-3 November in Rotterdam (2. Teil)

Bibliotheek_RotterdamBevor ich vom zweiten Tag des Study Visit berichte, will ich kurz auf das von Herrn Benito vorgestellte Programm ESME – (European Strategy for multicultural Education) eingehen. Hierbei handelt es sich um eine Kooperation der Stadtbibliothek Frankfurt am Main, dem Multicultural Center in Prag, der Projektstelle für Zuwanderung und Integration in Dornbirn (Österreich) und dem Immigrant Institut in Borås (Schweden).  Das Hauptziel der genannten Einrichtungen ist es, den Aufbau eines multikulturellen Lerncenters voranzutreiben, das als Treffpunkt für formelles und informelles Lernen dienen soll.  Informationen über den Fortgang der Projektarbeit und klassische Best Practice Beispiele finden sich auf der folgender Webseite: http://www.librariesforall.eu. Hinzu kommen Literaturhinweise, Texte und Anregungen für die eigene Einrichtung, die es gilt mutikultureller bzw. interkultureller zu gestalten.

Der zweite Tag des Study Visit begann mit einem Vortrag zur Publikation “Diversity Management – Eine neue Managementkultur der Vielfalt – für eine neues Image der Bibliotheken” von W. Kaiser. Sie setzt sich mit dem Konzept Diversity Management näher auseinander. Kaiser plädiert für mehr Heterogenität innerhalb der Mitarbeiterschaft und innerhalb der Zielgruppen. Im Vordergrund steht der Umbau der Organisationskultur hin zu einer multikulturellen Organisation und dem Eingeständnis, dass der Beruf für Menschen mit Migrationshintergrund (aber auch für den “Ottonormalazubi” bzw. den Großteil der StudentInnen) sowohl in den USA, als auch in Deutschland nicht attraktiv genug ist. Es wurden Vorschläge gemacht wie eine mögliche Umgestaltung aussehen kann, mit dem Verweis darauf, dass die Bibliothek sich mehr als lernende Organisation verstehen sollte. Best Practice Beispiele, welche die Attraktivität der Bibliothek für die LGBT-Community, für MigrantInnen, Ältere und behinderte Menschen zum Ausdruck bringen, wurden kurz vorgestellt. Darüber hinaus wurden die Hochschulen und Ausbildunseinrichtungen (für FAMIs) als erste Diversity Recruiting -Adressen genannt, die den Gedanken der Wertschätzug von Vielfalt stärker fördern sollten, indem sie sich auf Ausbildungsmessen mit anderen Plakaten präsentieren, welche die Vielfalt der eigenen Gesellschaft stärker widerspiegelt.  Er hatte auch auf die Interkulturelle Kompetenzvermittlung und die sogenannten Diversity Trainings für die angehenden BibliothekarInnen und Fachangestellten für Medien und Information hingewiesen, die bisher an Hochschulen und Berufsschulen noch nicht im Curriculum verankert sind (fakultativ an der HAW Hamburg). Durch all diese genannten Maßnahmen, Forderungen und Ziele wäre  eine stärkere Identifikation und ein anderes Image  möglich, wenn sie (auch die Berufsverbände) Andersheit als Ressource wertschätzen anstatt die monokulturelle Norm aufrecht zu erhalten. » Weiterlesen

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