[Kurz] Archivieren: Ist digital besser?

Dieser Frage widmet sich die Sendung von Planet Wissen in ihrem heutigen Beitrag.

Unter anderem geht es um die Langzeitarchivierung auf Mikrofilmen, ihre Speicherung, das Projekt Memory of Mankind und ähnliche Speicherprojekte, die das Wissen der Menschheit sichern sollen.

Für sieben Tage kann die Sendung in der Mediathek der ARD noch angesehen werden.


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Cold storage

Der aus dem Jahr 1956 stammende Dokumentarfilm „Toute la mémoire du monde“ („All the World’s Memory“) von Alain Resnais wurde hier im Blog anläßlich des Todes des Regiesseurs im letzten Jahr veröffentlicht. Darin wird die Französische Nationalbibliothek poträtiert. Seit damals ist es der digitalen Revolution geschuldet, dass eine Wissensexplosion stattgefunden hat. In Anlehnung an den Film von Resnais wird hier im folgenden Video das Harvard Depository präsentiert. Cold storage ist ein dokumentarischer Kurzfilm. Eine noch ausführliche Dokumentation über die Lagerungsräume gibt es auf der Webseite: http://librarybeyondthebook.org/cold_storage/

Cold Storage from metaLAB(at)Harvard on Vimeo.
Regie: Cristoforo Magliozzi
Autor und Produzent: Jeffrey Schnapp
Webseite: http://librarybeyondthebook.org/cold_storage/


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Trauer und Nachlassverwaltung in der digitalen Welt

[…] „Wenn ick ma tot bin schick ick aus mein kleenet Grab
mein’ letzten Willen und wat ick zu vermachen hab:“[…] Friedrich Holländer

Nach dem 1929 von Holländer entstandenen Text ist es definitiv im Grab zu spät sich um seinen (digitalen) Nachlass zu kümmern. Verbraucherschützer raten dazu seinen digitalen Nachlass möglichst frühzeitig zu regeln. Noch ist dieses Thema juristisch noch wenig erschlossen. Denn was geschieht mit den Daten aus sozialen Netzwerken, Emailaccounts und vom Online-Shopping usw., wenn der User stirbt? Hierzu gibt es die sogenannte #machsgut-Kampagne, die auf diese Thematik aufmerksam machen will. Diese ging Ende Oktober 2014 auf Initiative der Verbraucherzentrale an den Start. Sie verweist daruf, dass fast alle drei Minuten ein Facebook-User stirbt. Ziel ist es, dass dieses Thema durch die (noch lebenden) User mehr an Aufmerksamkeit bekommt als bisher:

Viele Menschen denken bei Nachlass an Schmuck, Geld oder Immobilien. Im digitalen Zeitalter stellen sich aber neue Nachlassfragen. Es ist an der Zeit, den digitalen Nachlass aus seinem Nischendasein rauszuführen.“ Michaela Zinke

Auf einer ZDF-Webseite wird vor kommerziellen Nachlassverwaltern gewarnt, auch die Telekom plant unter dem Namen „Digiment“ einen solchen Dienst. Zinke, die Verbraucherschützerin warnt aber vor diesen kommerziellen Anbietern, da nun plötzlich eine Firma Passwörter des Verstorbenen erhält. Sie rät zu Passwortmanagern, welche die Verwaltung von Passwörtern erleichtern. Weiter FAQs zu diesem Thema finden sich auf der ZDF-Heute-Seite: http://www.heute.de/letzter-wille-im-netz-wie-man-seinen-digitalen-nachlass-regelt-36006890.html

Weitere Informationen gibt es auf den österreichischen Webseiten Saferinternet.at und der Internet Service Providers Austria (ISPA). Dort wird in einer Broschüre zur Vorsorge geraten:

Hilfreich wäre etwa, eine möglichst vollständige Liste aller Online-Mitgliedschaften und Profile zu erstellen. In dieser Liste sollten auch Nicknames, Zugangsdaten sowie Passwörter verzeichnet sein. Die Liste sollte regelmäßig aktualisiert werden. Da diese Liste der Schlüssel zur privaten Onlineaktivität ist, sollte sie sicher und sorgsam verwahrt werden. Sie kann in Form einer physischen Liste an einem den Hinterbliebenen bekannten und zugänglichen Ort (z. B. Safe, Dokumentenmappe) oder im Rahmen eines Testaments beim Notar hinterlegt werden.[…] Ebenfalls zu empfehlen ist, den gewünschten Umgang mit Benutzerkonten und Daten schriftlich festzuhalten. So kann etwa niedergeschrieben werden, welche privaten Daten und Einträge (z. B. E-Mails, Fotoalben) nach dem Tod im Internet weiterhinzugänglich sein bzw. welche Daten gelöscht werden sollen. In diesem Schriftstück sollte auch festgelegt werden, wer im Todesfall Zugriff auf diese sensiblen und persönlichen Daten erhält.“

Wenn (öffentliche) Bibliotheken schon Informations- und Medienkompetenz für Alt und Jung vermitteln, wäre die Vermittlung des Wissens über die Regelung des digitalen Nachlasses nicht auch ein Teil dessen, was im Rahmen von Datensicherheit und des Umgangs mit dem Internet und sozialen Netzwerken eine Rolle spielt?

Eine weitere Möglichkeit der Aufbewahrung des Gedenkens ist die über QR-Codes auf Grabsteinen. Ist das der Friedhof 2.0 bzw. der Grabstein 2.0? QR-Codes auf Grabsteinen führen Trauernde zu Fotos und Videos der Toten im Internet. In dem folgenden Video wird sowohl auf den digitalen Nachlass im Netz, als auch auf QR-Codes auf Grabsteinen aufmerksam gemacht.

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Wer archiviert das Internet? Eine Diskussion auf der re:publica 2014

Wer archiviert das Internet? So lautete der Titel einer Diskussion auf der re:publica 2014. Paul Klimpel (http://www.collaboratory.de),  Alexis Rossi (http://archive.org) und Elisabeth Niggemann (Generaldirektorin der Deutschen Nationalbibliothek) diskutierten hierzu am Mittwoch, den 7. Mai auf der re:publica 2014. Hier die Kurzthese zur Diskussion und dem Video hierzu:

Trau, schau, wem: Kulturelle Gedächtniskonzepte jenseits der NSA Im Zuge der NSA-Enthüllungen entstand der Eindruck, Geheimdienste sammeln alles, speichern alles und archivieren alles, was an digitalen Informationen verfügbar ist. Während die Praxis der Geheimdienste im Verborgenen stattfindet, agieren Gedächtnisinstitutionen wie Bibliotheken, Archive und Museen öffentlich und unterliegen Regeln und institutionellen Zuschreibungen. Doch auch nicht-staatliche Institutionen wie das Internet Archive archivieren digitale Daten in frei zugänglicher Form. Wie unterscheiden sich Konzepte, Rahmenbedingungen und Praxis, wo gibt es Überschneidungen, wo Abgrenzungen, wo Lücken?


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Brauchen wir ein besseres Archiv fürs Internet?

Achtung, ich habe selten einen Menschen so ohne Punkt und Komma reden gehört!

Das Internet vergisst nichts, oder?

The internet is an archive, but it may not be all that great at it. Sure, it saves any media we can imagine (text, photographs, films, etc). But what about that stuff FROM the network? Status updates, tweets, image macros… they seem to disappear into the ether. Are they not worth as much to us as physical objects? We archive things so we can remember them, so is this network ephemera not worth remembering? Watch the episode to find out more!

Verlieren wir unsere (privaten) Erinnerungsstücke?

Quelle:
Weigh in, Tumblarians and Tumblarchivists!, Libral Thinking


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Digitale Bibliotheken benötigen Personal und verteilte Speicherplätze

Die Digitalisierung von Büchern, wissenschaftlichen Arbeiten, audio/audiovisuellen/visuellen Dokumenten bietet dem Nutzer in punkto Zugang und Verfügbarkeit viele Vorteile, aber es gibt noch viel zu tun, wenn es um unsere Digitalen Bibliothek (Repositorien) geht. Nach Ansicht der deutschen Akademien der Wissenschaften ist es dringlich, sie vor den Manipulationsgefahren zu schützen. Dennoch sieht Professor Gerhard Schneider, Direktor des Rechenzentrum darin keinen Grund, digitale Bibliotheken zu zentralisieren, gerade im Gegenteil, wenn um vorsätzliche Datenfälschungen geht, gerade im Gegenteil.

Auf dem Anfang Oktobers beendeten Workshop der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften1 haben sich rund 50 Wissenschaftler und Vertreter großer deutscher Bibliotheken mit den Problemen der Langzeitarchivierung auseinandergesetzt. Im Ergebnis kam man zu der Forderung, dass digitale Archive weltweit dem Zugriff der Politik entzogen werden und zudem über verschiedene Länder verteilt werden müssten. So ließen sich heute zwar Manipulationen an digitalen Texten nachweisen, aber oft sei dann der originale Inhalt nicht mehr bekannt. Durch viele originale Kopien könnte so der Wortlaut wieder hergestellt und zusätzlich verifiziert werden. Mit der Authentizität und Integrität der Daten steht und fällt aber auch die Bedeutung der digitalen Bibliotheken für die Wissenschaft.

Auch für den Beruf des Bibliothekars sieht Schneider viele Änderungen. „Papier hat einfach immer weniger Bedeutung“, vertritt Schneider seine These, wonach mit fortschreitender Digitalisierung BibliothekarInnen künftig noch verstärkter computergestützt arbeiten werden. Es sei aber ein Irrglaube, dass die digitalen Bibliotheken zukünftig dann auch mit weniger Personal auskommen würden.

Quelle:
Gefahr für digitale Bibliotheken, Südwest Presse (dpa-Meldung) (08.10.2010)

Fußnoten

  1. Die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften ist die Dachorganisation von acht deutschen Wissenschaftsakademien. Etwa 1700 Wissenschaftler verschiedenster Fachrichtungen zählen zur Union. []

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Bereits im Juli ist das aktualisierte nestor-Handbuch von nestor – dem Kompetenznetzwerk für digitale Langzeitarchivierung in der Version 2.3 erschienen:

nestor-Handbuch: Eine kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung – Version 2.3. – 2010.
Herausgegeben von: Heike Neuroth, Achim Oßwald, Regine Scheffel, Stefan Strathmann, Karsten Huth

In dieser Ausgabe wurden alle Artikel aktualisiert und zum Teil erheblich ergänzt. Neu hinzugekommen ist folgender Beitrag:
4.3. Brübach, Nils: Die Überarbeitung und Ergänzung des OAIS.

Das Werk steht unter einer Creative Commons-Lizenz (BY-NC-SA 3.0). Das Werk kann komplett (8,5 MB) oder einzeln als Kapitel in PDF-Form heruntergeladen werden. Die aktuelle Version lässt sich nicht in gedruckter Form erwerben.

Quelle
Kleine Enzyklopädie der digitalen Langzeitarchivierung, Journalismus & Recherche, 25.08.2010


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