[Infografik] Gestaltung von Informationen für unterschiedlichste Lernende

Fallin, Lee; Watling, Sue: Designing for diverse learners [infographic]

Aufmerksam geworden über:

Mehr interessante Informationen zum Thema:
Pun, Karwai: Dos and don’ts on designing for accessibility, Blog Accessibility


Ähnliche Beiträge

Barrierefreiheit – eine erste Kapitulation?

Für eine bessere Barrierefreiheit empfiehlt das W3C offene Standards. Bereits Juni 2008 startete man dazu ein neues Forum. Diese “eGovernment Interest Group” hofft auf eine gute Zusammenarbeit mit Experten, Bürgern und Behörden. W3C-Direktor Tim Berners-Lee spricht sich für offene Standards aus:

“Offene Standards, insbesondere Standards des semantischen Web, können helfen die Kosten von Regierungen zu senken. Zudem machen sie die Zusammenarbeit unabhängiger Behörden leichter und verbessern die Flexibilität angesichts des Wandels im Informationszeitalter.”

Bürger werden von den Ämtern immer mehr dazu angehalten, Dinge im Netz zu regeln, bspw. die Online-Steuererklärung. Hier bieten interoperable, offene Standards im E-Government wirkliche Vorteile.

So könnten sie einem breiten Personenkreis mit unterschiedlichen Möglichkeiten und Endgeräten Zugriff auf Information ermöglichen. Weiters würden Daten bei Nutzung offener Standards eher langfristig verfügbar bleiben, was den Wert entsprechender Investitionen steigere.

Das W3C hat dafür relevante Standards entwickelt, z.B. XML, das semantische Web, die Barrierefreiheit und den mobilen Zugriff. Eine barrierefreie Gestaltung von offiziellen Websites sollte also doch erreichbar und umsetzbar sein. Und heute dann dies:

Der Bundesrat hat sich in einer heute erschienenen Stellungnahme eigentlich von den Plänen der EU-Kommission für eine barrierefreie Informationsgesellschaft verabschiedet. Prinzipiell begrüßt man die Pläne der EU-Kommission, Menschen mit Behinderungen so schnell wie möglich an der digitalen Kommunikationstechnik teilhaben zu belassen. Andererseits sieht man die Vorgabe der Kommission, 100 Prozent barrierefrei zugängliche Websites bis 2010 zu machen, als unmöglich an.

Der Begriff “Barrierefreiheit” ist für Internetanwendungen weltweit noch nicht abschließend definiert. In der Bundesrepublik sind unterschiedliche Vorgaben entwickelt worden.

Der Bundesrat empfiehlt eine Modifikation des Anspruchs. Bestehende öffentliche Webseiten sollen jetzt allenfalls “schnellstmöglich” auf so barrierefrei “wie möglich” umgestellt werden.
Bei allen Neuinstallationen schlägt der Bundesrat eine Umsetzung entsprechend des für die EU vorgesehenen Ansatzes der Barrierefreiheit über die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG :engl: ) 2.0 des World Wide Web Consortium (W3C :engl: ) vor. Diese Richtlinien müssten aber weiterentwickelt werden. Die Richtlinien enthalten noch Forderungen, die derzeit nicht umsetzbar sin.

So werde darin etwa gefordert, zu jedem nicht-textlichen Inhalt alternativ eine Text-Variante zur Verfügung zu stellen. Dies sei derzeit zum Beispiel bei einer interaktiven Landkarte nicht möglich. Stattdessen müssten Geoinformationen über Ortsnamen vermittelt werden.

Grundlage zur Erreichung einer besseren Barrierefreiheit bei allen E-Government-Projeken ist ein einzuführendes Verfahren, bei dem alle Behindertenverbände ihre Belange besser einbringen können.

Quellen:
E-Government profitiert von offenen Standards via standard.at, 11.07.2008
Krempl, Stefan: Bundesrat: EU-Ziele zur Barrierefreiheit im Netz unrealistisch via heise online
Empfehlungen der Ausschüsse zu Punkt ….. der 856. Sitzung des Bundesrates am 6. März 2009 Stellungnahme des Bundesrates, Dokument vom 23.02.2009 zum 06.03.2009


Ähnliche Beiträge

DZB goes digital

Bei der 1894 gegründeten Deutschen Zentralbibliothek für Blinde (DZB) werden große Veränderungen angekündigt. Nach 55 Jahen verabschiedet man sich dort von den sehr anfälligen reparaturaufwendigen und zu teuren Hörbuchkassetten. Ersetzt wird die Kassette im nächsten Jahr durch das CD-Format DAISY. Die Umstellung wird zeitgleich in den elf weiteren Blindenbibliotheken in Deutschland, Österreich und der Schweiz erfolgen.

DAISY bringt einige Vorteile mit sich: Auf eine DAISY-CD passen bis zu 40 Stunden lange Hörbücher, bzw. mehrere kürzere Bücher. Handelsübliche CDs können gerade einmal 80 Minuten speichern. Außerdem kann man in den Hörbüchern wie in einem Buch blättern und man kann (in verschiedenen Ebenen) im Buch suchen.

DZB-Direktor Dr. Thomas Kahlisch weiß, dass die Welt digital ist Der blinde Informatiker kündigt damit große Veränderungen für 8754 Nutzer der Bibliothek an. Ein wenig problematisch ist denn schon, denn 4/5 der Nutzer sind älter als 70 Jahre und sind die Handhabung von Kassetten gewohnt. Sie müssen nun auf CD oder Internet wechseln oder warten bis das Buch in Braille-Schrift erscheint. Allerdings beherrschen nur sehr wenige diese Blindenschrift.

Das wird an den Entleihungen vom Vorjahr deutlich: 2563 Mal wurden Braille-Bücher ausgeliehen (2007: 2476), 162 229 Mal Hörbücher (2007: 152 229). Ein Drittel der ausgeliehenen Hörbücher waren Kassetten.

Durch die Digitalisierung verspricht Kahlish eine bedienerfreundliche Alternative zur Audiokassette. Insbesondere der Versand von Hörbüchern über das Internet sei ein Vorteil.
Unumschränkt ist dieser Vorteil noch nicht, denn wirkliche Voraussetzung ist ein flächendeckender schneller Internetzugang auch auf dem Land. Ziel der DZB ist es, ihre Leser stärker in die Gemeinschaaft zu integrieren.

“Ein Großteil unserer Anrufer, die ihre Bestellung abgeben, lebt alleine. Wir sind eine richtige soziale Kontaktstelle für sie.”

Auch der Blinden- und Sehbehinderten-Verband (BSV) zweifelt nicht daran, dass die Nutzer die in einem Alltag voller Hürden diese neue auch noch meistern werden. Damit niemand daran scheitert, wird es auch Schulungen im Umgang mit den neuen Geräten geben.
Die sächsische Verbandsvorsitzende Angela Fischer sieht in der Umstellung:

“Gerade für ältere Menschen ist das DAISY-Format eine Erleichterung. So fällt das mühsame Vor- oder Zurückspulen weg. Man kann bequem in einem Buch blättern, von Artikel zu Artikel springen.”

Hauptgrund für diese doch recht abrupte digitale Umstellung sind Kürzungen der Landeszuschüsse. Allein 2008 wurden drei Millionen Euro eingespart.

Von dem Geld werden Musiknoten, Zeitschriften, Geografiekarten sowie 1050 Reliefkalender, 150 Hörbücher und bis zu 200 Braille-Bücher pro Jahr produziert. Zurzeit entsteht in der DZB der Bestseller “Die Märchen von Beedle dem Barden” der “Harry Potter”-Autorin Joanne K. Rowling.

Dem sinkenden Budget gegenüber steht eine steigende Anzahl von Nutzern und Ausleihen.

Den kostenlosen Versand haben weltweit 8754 Blinde und Sehbehinderte genutzt (2007: 8351). Bestellungen kommen sogar aus Neuseeland.

Kahlisch sieht auch weitere Möglichkeiten für DZB. Die Bibliothek könnte auch für Legastheniker von Interesse sein, allerdings untersagt das Urheberrecht eine Ausleihe an diese Betroffenen.

“Dieses Problem wird zu wenig thematisiert in Deutschland. In ähnlichen Bibliotheken in Skandinavien sind ein Viertel der Nutzer blind oder sehbehindert, drei Viertel Legastheniker.”

Quellen:
Deutsche Zentralbücherei für Blinde stellt auf digitale Medien um via Standard.at
Zentralbücherei für Blinde stellt Ausleihpraxis um via Volksstimme Sachsen-Anhalt Newsticker


Ähnliche Beiträge