Weimarer EDOC-Tage 2011: Bibliothekssicht auf E-Books

E-Books und E-Reader als Herausforderung für Bibliotheken

Die bibliothekarische Sicht auf E-Books brachte Rudolf Mumenthaler ein, Leiter des Bereichts Innovation und Marketing der ETH Zürich. Dort ist es unter anderem seine Aufgabe sich mit E-books und den dazugehörigen Lesegeräten auseinandersetzen. Bei der derzeitigen Entwicklung ist dies “a work in progress”. Rudolf wollte uns mit seinem Beitrag auf den aktuellen Stand bringen und die derzeitigen Herausforderungen von E-Books und E-Readern für Bibliotheken zeigen.

2010 War als das Jahr der E-Book-Reader angekündigt worden. Sony Touch, Kindle 2, Nook Color, Cool-ER sind nur einige Reader, die käuflich zu erwerben waren. Auch großformatige reader auf eInk-Basis sollten kommen, aber das geschlossene System des iPads verhinderte ihr Erscheinen. Im Gegensatz zum E-Reader handelt es sich beim iPad um ein multifunktionales Gerät, welches eben nicht nur E-Books anzeigt, sondern Dank Internetzugang auch Multimedia-Inhalte zugänglich macht. Steht die Frage, ob 2011 das Jahr des leichteren, schnelleren und flacheren IPAD 2 und anderer Tablets wird. Als weitere Anwärter auf den Tablet-Thron stehen das Motorola Xoom, das Blackberry Playbook, das Samsung Galaxy Tab, das Asus EE Slate oder das HP Slate in den Startlöchern, die auf verschiedene Betriebssysteme, so z.B. Windows 7, Android u.a. setzen. Über 80 Tablets sind angekündigt und man muss sehen, welche sich davon durchsetzen werden.

Bei den E-Books zeigen die Verkaufszahlen auch aufgrund der guten E-Reader/Tablets, dass in den USA das E-Book einen Druchbruch zu verzeichnen hatte. 2010 stieg der Umsatz um 164 Prozent und der Anteil der E-Books am Buchhandelsmarkt der USA von 3,2 Prozent 2009 auf 8,3 Prozent im Jahr 2010 (Zahlen von Publishers.org). Diese Zahlen zeien, dass sich das E-Book in den USA durchgesetzt hat. So verkaufte Amazon im ersten Halbjahr des letzten Jahres erstmals mehr E-Books als Hardcoverbücher, teilte der Konzern Anfang diesen Jahres mit, dass erstmals mehr E-Books als Taschenbücher verkauft wurden. Letzten Monat waren es dann bereits mehr verkaufte E-Books als gedruckte Bücher insgesamt.

Betrachtet man die Durchsetzung des E-Books im deutschen Sprachraum, so muss man hier feststellen, dass sich dieses noch nicht durchgesetzt hat. Ein Grund dafür ist zum einen die vergleichsweise sehr geringe Anzahl von deutsprachigen Titeln, zum anderen die Tatsache, dass die E-Books z.B. von Barnes&Noble oder Google Books zuerst nur in den USA verfügbar waren/sind. Amazon Deutschland ist mit gerade 25.000 deutschsprachigen Titeln gestartet und die deutschsprachigen Verlage hinken zögerlich der Entwicklung hinterher.

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Weimarer EDOC-Tage 2011: Verlagssicht auf E-Books

Begonnen hat Herr Prof. Dr. von Lucius1 das Thema E-Book und seine Auswirkungen auf Verlage kleinerer und mittlerer Größe zu betrachten. Er sprach über die Perspektiven der Verleger im digitalen Zeitalter, um einen Dialog darüber in Gang zu bringen und ein aktuelles Bild der Probleme der Verleger in seinen verschiedenen Faszetten zu zeigen.

Kernaussage und Einstieg war: WIR STEHEN GANZ AM ANFANG! Trotz jahrelanger Diskussionen hat man noch keine Lösungen und da wo Lösungen gefunden wurden, sind auch neue Probleme identifiziert worden. Galt bei gedruckten Medien noch CONTENT IS THE KING, ist dies bei digitalen Inhalten jetzt anders. Heute können Inhalte über viele Kanäle bezogen werden und es ist eher von einer Inhalteflut zu sprechen. Verlage müssen versuchen über angebotene Zusatzfunktionen konkurrenzfähig zu bleiben. Hier ist ein großes Problem, dass passende Geschäftsmodelle fehlen oder nur sehr zögerlich umgesetzt werden.

Verlage stehen z.B. vor der Frage, wie geht man mit den sozialen Netzwerken um, in denen momentan große Mengen an Informationen kursieren. Hier beschränken sich die Aktivitäten der Verlage eher auf eine neue Form der PR und des Marketing. Wenn ich an dieser Stelle einmal die Zuwächse betrachte, die bei uns in der Bibliothek im Bereich Marketing passieren, behandeln viele Bücher das Thema Multimediamarketing. Herr von Lucius konnte an dieser Stelle jedoch aus eigener Erfahrung und eigenen Gesprächen mit Verlagskollegen keine funktionierenden Geschäftsmodelle benennen, d.h. Verlage, die damit momentan Geld verdienen und nicht nur Geld investieren.
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  1. Inhaber von Lucius & Lucius, einem kleinen Fachverlag für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften sowie Soziologie []

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Eröffnung der Weimarer EDOC-Tage 2011

Es herrscht gespannte Ruhe, erste Bilder flimmern beeindruckend auf der großen Leinwand im Audimax im Gebäude der Universitätsbibliothek Weimar. Der Saal hat sich jetzt doch langsam gefüllt und so langsam geht es los mit den Weimarer EDOC-Tagen zum Thema „Alles digital? – E-Books in Studium und Lehre“.

Prof. Dr. Matthias Maier stimmt die Teilnehmer mit drei Thesen auf die Inhalte der Konferenz ein.

These 1: Technologien verändern unsere Welt.
These 2: Es geht nicht allein um Apparate und Technik.
These 3: Es kann spannend werden mit heißen und eventuell hitzigen Debatten in Weimar.

These 1: Technologien verändern unsere Welt.

Computer sind heute auf unserem Schreibtisch zu finden, Handys begleiten uns im Alltag und schaffen somit eine ständige Erreichbarkeit, die heute normal für uns ist. Die Technologien beeinflussen nicht nur unsere Art zu recherchieren, sondern beeinflussen auch unsere Art zu studieren, zu lernen und zu lehren. Als Beispiele dafür führte Maier die Entwicklung des Buchdrucks, des Zettelkasten von Luhmanns, Google & Co an, aber auch das Bücherrad und das Mikrofiche-Lesegerät, die alle ihre Zeit hatten.

Anhand des Bücherrades machte er deutlich, wie dies damals das erste sequentielle Lesen von Folianten erlaubte.

Bücherrad

Bücherrad

Das Bücherrad hat die Art zu lesen und auch wissenschaftlich zu arbeiten beeinflusst. So wurde erst eine Vorauswahl an Werken getroffen und dann wurde in dieser Auswahl weiter selektiert. Der Apparat legte auch die Haltung, Rezeption und Arbeit desjenigen fest, der in diesem Apparat saß. So wurde das Lesen und Schreiben a) durch die Vorauswahl und b) durch die Zahl der rezepierten Bücher nachhaltig beeinflusst.

Das Bücherrad hat sich nicht durchgesetzt, aber bereits die Idee von Multimediasystem ist darin enthalten, denn auch heutige Systeme greifen die Idee, verschiedene Medien zu nutzen, immer wieder auf.

Für das Scheitern des Bücherrades gibt es sicherlich verschiedene Gründe, seien es zu hohe Kosten bei der Anschaffung, eine umständliche Benutzung, keine Produktion durch fehlende Anreize? Dies bringt uns zu These Nr. 2:

These 2: Es geht nicht allein um Apparate und Technik.

Wichtig sind verschiedene Faktoren, wie diese Techniken einsetzbar und verwendbar sind. Damit nimmt die Technik nicht nur Einfluss auf die kulturelle Praxis der Wissensgewinnung und -vermittlung, sondern ist auch deren Einfluss und deren Akzeptanz unterworfen. Daneben spielen aber auch soziale (es ist modern, ein iPad zu besitzen und ich bin damit ein Vorreiter) und ökonomische Faktoren (Geld für die Anschaffung) eine Rolle. Auch das Design ist ein ausschlaggebender Faktor.

Es gibt zahlreiche Faktoren, die notwendig sind, damit ein neues Angebot erfolgreich ist.

  • Mit welchen Apparaten, Techniken und Dingen haben wir zu tun?
  • Welche Performanz haben diese Geräte?
  • Wie steht es mit der Akzeptanz und kulturellen Praxis?
  • Welche Funktionen und Standards gibt es für E-Books und wie beeinflussen die die Arbeit damit?
  • Bleibt das Buch ein Buch bei E-Books oder gibt es (sinnvolle) Erweiterungen?
  • Ist das E-Books ein Substitut des Buches oder wie stellt sich das Verhältnis vom Buch zum E-Book dar?
  • Welche neuen Akteure wird es geben? Welche Alten verlieren ihren Einfluss?
  • Welche neuen Geschäftsmodelle, welche neuen Akteursnetzwerke werden entstehen und wer hat schließlich die „Macht“?
  • Wie gestalten sich die Kostenverhältnisse?
  • Welche Rechte und welchen Nutzen haben Ersteller, Nutzer usw.? Dies ist vor allem eine Frage der Zahlungs- und Herstellungsbereitschaft.
  • Welche Aufgaben werden Bibliotheken zukünftig haben?

Dies sind jede Menge Fragen. Heute gibt es bereits verschiedene Erfahrungen, aber noch keine fertigen Vorstellungen. Daher müssen diese vielen Fragen erst noch beantwortet werden. Maier betont, dass das Ziel der Veranstaltung ein offener Austausch sei und er hob den experimentellen Werkstattcharakter hervor. Womit er seinen Beitrag mit der 3. These schloss:

These 3: Es kann spannend werden mit heißen und eventuell hitzigen Debatten in Weimar.


Als zweiter Gastgeber der EDOC-Tage begrüßte Dr. Frank Simon-Ritz als Direktor der Universitätsbibliothek seine Gäste. Er sprach darüber, dass die Veranstaltung aus der Zusammenarbeit von Studierenden und Professuren des Lehrstuhls für Medienmanagement mit der Universitätsbibliothek entstanden ist. Mit dem Projekt „EDOC – Meine Bibliothek. Überall.“ Wollte man ein reflexives und aktives Begleiten der Veränderungen ermöglichen, gerade in den Zeiten einer „digitalen Datenflut“, mit der sich auch eine kleine Universitätsbibliothek wie die der Bauhaus-Universität auseinandersetzen muss. Simon-Ritz sieht durch die Kürzung des Sachmitteletats der Bibliothek um 23 % den Trend hin zu elektronischen Medien beschleunigt. Daran hängen aber auch weitere Fragen, z.B. Welche Vorzüge haben elektronische Dokumente aus der Sicht der Nutzer?

Damit leitete er die Worte zu einer am 27.05. gestarteten Kampagne ein, die dazu anregen soll, sich mit elektronischen Dokumenten auseinander zu setzen. Elektronische Dokumente sind: genial. leicht. beliebt.

Sie sind genial durch die Volltext- statt Schlagwortsuche.
Sie sind Leichtgewichte, weil man sie überall, d.h. ortsunabhängig nutzen kann.
Sie sind beliebt bei Nachtschwärmen durch die Möglichkeit sie 24 Stunden, sieben Tage der Woche zugänglich zu haben.

Doch es ist gar nicht so einfach, digitale Dokumente zu finden, die häufig nur über verteilte Recherchemittel, z.B. OPAC, DBIS, EZB zu finden sind. Das sind zu viele Einstiegsportale, die außer den Bibliothekaren kaum einer noch versteht. Bibliotheken stehen daher vor der schwierigen Aufgabe, diese Zugänge zu bündeln, z.B. testet die UB der Bauhaus-Universität derzeit EBSCO Discovery und TouchPoint, um eine übergeordnete Recherche in einem Portal zu ermöglichen.

Ist derzeit wirklich „Alles Digital? – E-Books in Studium und Lehre“?

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Ein Video über die neue "Joe and Rika Mansueto Library" der Universität Chicago

“Reality shows that you cannot do your research well having materials off-site. […] The cost of what you would give up in terms of research, studying, and teaching outweighs the cost of the building.”

Judith Nadler

Die Zeitschrift Wired  berichtete am 11.05. über die “Joe and Rika Mansueto Library”, welche am 16.05. feierlich eröffnet wurde.  Finanziert wurde sie unter anderem aus Spendengeldern im Wert von 25 Millionen Dollar, welche von einem Alumni, Joe Mansueto und seiner Frau Rika stammen. Mehr Fotos hierzu gibt es auf der Webseite: http://mansueto.lib.uchicago.edu

In die Bibliotheksplanung wurde der Soziologieprofessor Andrew Abott miteinbezogen, der in Abstimmung mit interessierten Fakultätsmitgliedern zusammenarbeitete, so dass sich am Ende wohl kaum jemand beschweren kann nicht in den Prozess der Bibliotheksplanung eingeweiht worden zu sein. Der Architekt heißt Helmut Jahn und stammt aus Deutschland. Das besondere an dieser Bibliothek sind die modernen Lagerungsmöglichkeiten (“automatic retrieval system”), wie das untenstehende Foto zeigt. Das unterirdishe Lagerungssystem hat ein Fassungsvermögen von 3,5 Millionen Medieneinheiten. Im beigefügte Video wird dies näher erläutert. Eine weitere Kooperation gibt es mit der Firma Google (“Google Books Library Project“), die aber schon länger besteht. Das folgende Video (siehe unten) zeigt, wie sich bei der Bestellung von Büchern Roboter und andere Maschinen in Bewegung setzen und in relativ kurzer Zeit der Lieferungsprozess abläuft. Derartige Maschinen finden insbesondere in der Industrie Verwendung.



All that technology means scholars at the library won’t have to fear the phrase “Some pages are omitted from this book preview,” or get a couple hours into their research only to find that a key book they’re looking for isn’t available digitally.”

Angela Watercutter

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[Zitat] Unkommentiert – 2011

“[…] Wikipedia and the huge databanks of information have basically eliminated the library as the best resource for anyone doing amateur research (grade school, middle school, even undergrad). Is there any doubt that online resources will get better and cheaper as the years go by? Kids don’t shlep to the library to use an out of date encyclopedia to do a report on FDR. You might want them to, but they won’t unless coerced. They need a librarian more than ever (to figure out creative ways to find and use data). They need a library not at all. […] Librarians that are arguing and lobbying for clever ebook lending solutions are completely missing the point. They are defending library as warehouse as opposed to fighting for the future, which is librarian as producer, concierge, connector, teacher and impresario. […] The next library is a place, still. A place where people come together to do co-working and coordinate and invent projects worth working on together. Aided by a librarian who understands the Mesh, a librarian who can bring domain knowledge and people knowledge and access to information to bear. […] The next library is a house for the librarian with the guts to invite kids in to teach them how to get better grades while doing less grunt work. And to teach them how to use a soldering iron or take apart something with no user servicable parts inside. And even to challenge them to teach classes on their passions, merely because it’s fun. This librarian takes responsibility/blame for any kid who manages to graduate from school without being a first-rate data shark. The next library is filled with so many web terminals there’s always at least one empty. And the people who run this library don’t view the combination of access to data and connections to peers as a sidelight–it’s the entire point. […] We need librarians more than we ever did. What we don’t need are mere clerks who guard dead paper. Librarians are too important to be a dwindling voice in our culture. For the right librarian, this is the chance of a lifetime.”

Seth Godin (zur “Zukunft der Bibliothek“)

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Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig eröffnet

Heute wurde endlich der langerwartete und schwer benötigte Erweiterungsbau der Deutschen Bücherei in Leipzig feierlich eröffnet. Der vierte Erweiterungsbau der fast 100jährigen Bibliothek kostete rund 59 Millionen Euro. Er verbindet nun in Form eines aufgeschlagenen Buches das Hauptgebäude von 1912 mit den weniger hübschen, aber sehr markanten Büchertürmen, die während der fast vierjährigen Bauzeit ebenfalls mit einer neuen Fassade versehen wurden.

Der Neubau besteht aus neun Stockwerken, wovon drei unterirdisch liegen. Der Bibliothek stehen nun 14.000 Quadratmeter mehr zur Verfügung, darunter fast 11.000 qm dringend benötigte Magazinfläche. Um die neuen Magazine in die Ablauforganisation der DNB einzubeziehen, mussten rund 170 Regalkilometer Medien bewegt und umgesetzt werden. Für weitere Medien wurden jetzt insgesamt neue 136 km laufende Regalfachböden geschaffen. Auch für eine konstante Luftfeucht von 50% bei 18°C ist gesorgt. Die Bibliothek setzt dabei auf ein innovatives Konzept der Geothermienutzung, wobei 48 Erdwärmesonden mit einer Bohrtiefe von ca. 124 Metern in den Erdboden zu einer Halbierung der Energiekosten gegenüber konventionellen Methoden führen sollen.

Entworfen wurde der Bau von der Stuttgarter Architektin Gabriele Glöckler, die als Siegerin eines europaweiten Ausschreibungswettbewerbes hervor ging. Als Idee liegt das Konzept von “Umschlag – Hülle – Inhalte” der Gestaltung zugrunde und das Gebäude macht in dieser Form auch seine Funktion als Büchermagazin sichtbar.

“Mit der Umsetzung der Vierten Goldbergvariation von Bach in abgestuft rote Fassadenelemente wird zugleich auf das Deutsche Musikarchiv und die Musiktradition der Stadt Leipzig angespielt”, führt Glöckler weiter aus.

Neben den neuen Magazinen wird im vierten Erweiterungsbau auch das Deutsche Buch- und Schriftmuseum untergebracht, welches im März des nächsten Jahres eröffnet werden soll. Außerdem ist dort das Deutsche Musikarchiv untergebracht, welches von Berlin nach Leipzig umgezogen ist. Der Neubau beherbergt neben dem Lesesaal des Musikarchivs auch die Räume der Anne-Frank-Shoa-Bibliothek.

Bewundert werden kann dieser architektonisch gelungene Neubau im hier verlinkten Video :video: .

Die Deutsche Bücherei, der Leipziger Teil der Deutschen Nationalbibliothek sammelt seit 1913 das gesamte deutsche Schrifttum aus dem In- und Ausland, sowie Übersetzungen deutschprachiger Werke und Germanica (fremdsprachige Werke über Deutschland). Durch das Pflichtexemplargesetz müssen alle Verlage zwei Exemplare möglichst unaufgefordert und kostenlos an die Bibliothek liefern. Die Doppelexemplare sind ein Überbleibsel der deutsch-deutschen Teilung. Der gemeinsame Bestand der beiden Standorte beträt momenta etwa 26 Millionen Bücher, Zeitschriften und andere Medien. Ca. 14,5 Millionen sind in Leipzig.

Quellen:
26 Millionen Bücher und Medien lagern in der Nationalbibliothek, The EpocheTimes::online
Deutsche Nationalbibliothek Leipzig : Feierliche Eröffnung des Erweiterungsbau, infoTV Leipzig
Kulturstaatsminister eröffnet Erweiterungsbau der Nationalbibliothek, Pressemitteilung der Deutschen Nationalbibliothek

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Frohe Ostern

Wir wünschen unseren Lesern ein frohes Osterfest mit einem fleißigen Osterhasen und der richtigen Spürnase für die versteckten Eier.

Hier folgt unser gefundenes Osterei:

Unterm Baum im grünen Gras

Emanuel Geibel, 1815-1884

Osterhasenparade

Erfolgreiches Oster(sammelfieber)fest, Foto von Martin Abbegglen (twicepix) (CC-BY-SA)

Unterm Baum im grünen Gras
Sitzt ein kleiner Osterhas’!
Putzt den Bart und spitzt das Ohr,
Macht ein Männchen, guckt hervor.
Springt dann fort mit einem Satz
Und ein kleiner frecher Spatz
Schaut jetzt nach, was denn dort sei.
Und was ist’s? Ein Osterei!

 

Auf dem Baum im kahlen Ast
hockt die Amsel und hat Knast.
Sie hat zuerst gesehen den Has’
wie er sass im grünen Gras.
Nun kommt ihr der Spatz zuvor,
klaut das Ei, fliegt durch das Tor,
setzt sich mit dem Ei ins Nest
und brütet es aus fürs Osterfest.

Unterm Baum im grossen Haufen
hört man einen Maulwurf schnaufen:
so ein Mist – verdammte Sauerei –
wo ist jetzt das Osterei?
Das hätt ich gerne in meinen Bau gerollt.
Streckt alle Viere von sich und schmollt,
als es plötzlich von oben macht “Tropf”
und der Hofhund ihm pinkelt auf den Kopf.

Unterm Baum im grünen Gras
schnüffelt jetzt Wölfi einen Has’.
Riecht auch bald das Osterei.
Wem soll er folgen – eins, zwei, drei,
zählt er an seinen Krallen ab
und rennt durch das Gartentor im Trab.
Sieht dort den Spatz in seinem Nest
und bellt bis der Spatz das Osterei fallen lässt.

Im gleichen Moment kommt der Has vorbei
und denkt für sich: das ist doch mein Ei!
Putzt den Bart und spitzt das Ohr,
nimmt das Ei und rennt durch das Tor.
Unter den Baum ins grüne Gras
versteckt das Ei der Osterhas.
Vom Baum herunter macht die Amsel einen Satz
und hat das Osterei gefressen ratzfatz!

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Ein Kurzfilm zum Welttag des Buches: “The Diary of a Disappointed Book”:

Dieser Kurzfilm erzählt das kurzlebige und enttäuschte Leben eines Buches. Obwohl Bücher oftmals bei Menschen zu deren wertvollen Schätzen zählen, ist es bemerkenswert zu beobachten wie einfach Bücher vernachlässigt und schlecht behandelt werden. Manchmal kommt es sogar vor, dass sie verloren gehen. Der Grund, weshalb ich mich entschied dieses Video zu posten, ist der Welttag des Buches 2011, der heute offiziell begangen wird. Im letzten Jahr war Ljubljana die Weltbuchhauptstadt. Dieses Jahr ist die Weltbuchhauptstadt Buenos Aires. 2012 wird es die Hauptstadt Armeniens, Eriwan sein. Was bietet Ihre Bibliothek heute zum Welttag des Buches an?

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Sommersemester 2011 – neues BBK-Programm

Die Vortragsreihe des Berliner Instituts für Bibliotheks- und Informationswissenschaft findet auch in diesem Semester wieder jeden Dienstag um 18.00 Uhr s.t. statt. Zuhörende und Mitdiskutierende werden in der Dorotheenstr. 26, 10117 Berlin in Raum 122 erwartet.

Das derzeitige Programm lautet wie folgt:

Datum Thema Referent|in

26.04.

Persuasive Design – a Rhetorical Approach to Information and IT (Abstract)

Prof. Dr. Per Hasle (Royal School of Library and Information Science Copenhagen)

03.05.

Was ist RDA? Das neue Regelwerk “Resource Description and Access”(Abstract)

Susanne Oehlschläger (Deutsche Nationalbibliothek)

10.05.

Das Projekt LuKII – Kooperative Langzeitarchivierung mit LOCKSS und KOPAL
(Abstract)

Felix Ostrowski, Niels Fromm (IBI, Humboldt – Universität zu Berlin)

17.05.

Plagiatserkennungssoftware: Wundermittel oder Zeitverschwendung (Abstract)

Prof. Dr. Debora Weber-Wulff (Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin)

24.05.

Accelerating Researchers: Software and Services for Research (Abstract)

Videokonferenz

Alex D. Wade (Scholarly Communication, Microsoft Research Cambridge)

31.05.

Authentifizierungsmethoden (Abstract)

Alexander Struck (IBI, Humboldt-Universität zu Berlin)

14.06.

Ist die Forschungsvielfalt in Gefahr? Ein Projekt zur bibliometrischen Messung der Diversität der Forschung (Abstract)

Michael Heinz, Dr. Frank Havemann (IBI, Humboldt-Universität zu Berlin)

21.6.

Die Vielfalt und die Sinne. Überlegungen zu Gegenstand und Methode der Bibliothekswissenschaft. (Abstract)

Ben Kaden (IBI, Humboldt-Universität zu Berlin)

28.06.

Europäische und internationale Statistiken: Online-Datenbanken und Datenvisualisierung (Abstract)

Birgit Fischer (Statistisches Bundesamt Deutschland)

05.07.

Ein modernes Urheberrecht für Wissenschaft und Forschung. Das Beispiel Zweitverwertungsrecht (Abstract)

René Röspel (Mitglied des Deutschen Bundestages, SPD)

12.07.

Multimediale Objekte in Bibliotheken: Inhaltsbasierte Erschließung und visuelle Suche von 3D-Modellen (Abstract)

Ina Blümel (Technische Informationsbibliothek Hannover)

Das klingt wieder so interessant, dass man all die nur beneiden kann, die Woche für Woche in den Genuss einer dieser Vorträge kommen kann.

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Ein Vorzeige-Service-Jubiläum

Ganz so gut geht es der Konstanzer Universitätsbibliothek nicht. Gerade “Bibliothek des Jahres 2010” geworden, musste die Bibliothek Anfang November des gleichen Jahres teilweise schließen: Asbest wurde bei der Wartung der Lüftungsanlage gefunden und führte zur Teilschließung der Bibliothek. Inzwischen sind so nach und nach einige Bereiche wieder zugänglich und die Bibliothek kann das zehnjährige Jubiläum ihres 24-Stunden-Services feiern.

Am Samstag jährt es sich zum zehnten Mal, dass die Studierend die Bibliothek auch nachts durchgehend und an Sonntagen nutzen können. Am 02.04.2001 öffnete die UB als deutschlandweit erste Bibliothek ihre Bestände und Arbeitsplätze für 24 Stunden am Tag. Seit dem hat sie lediglich in den Wochenendnächten geschlossen und ermöglichte so auch zu ungewohnten Zeiten eine Nutzung der umfangreichen Freihandbestände. Als Reaktion auf die Teilschließung wurden die verbliebenen Bibliothekflächen für 24 Stunden sieben Tage die Woche zugänglich gemacht.

Die Idee der 24-Stunden-Öffnung wurde innerhalb eines halben Jahres verwirklicht. Neben der Festlegung von Details dieser Dienstleistung wurden auch Absprachen mit Taxi-Unternehmen und Pizza-Lieferanten getroffen. Dass dieses Angebot angenommen wird, zeigt auch die stetige Zunahme von Nutzungszahlen, welche insbesondere ans Sonn- und Feiertagen zu einem Hochbetrieb in den Bibliotheksräumen führt. Dabei finden sich nicht nur wissenschaftliches Personal und Studierende unter den Lesern sondern auch immer mehr externe Nutzer – darunter Studierende und Wissenschaftler anderer Hochschulen -, die gezielt nach Konstanz kommen und die ausgeweiteten Öffnungszeiten nutzen.

Etwa 150 Bibliotheksnutzer kommen nun auch zu den neu freigegebenen Zeiten. Und trotz eingeschränktem Service ist durch Selbstverbuchungsstationen möglich, Medien auch außerhalb der Öffnungszeiten der Ausleihstellen, an Sonn-, Feiertagen und in der Nacht auszuleihen.

Der Erfolg gibt der Bibliothek recht, denn er ist auch auf diesen speziellen Service zurückzuführen:

Sowohl die Auszeichnung der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius als Bibliothek des Jahres 2010 als auch der dreimalige erste Rang beim Bibliotheksindex BIX wurden unter anderem mit den benutzerfreundlichen Öffnungszeiten begründet.

Quelle:
Wandt, Julia: Als erste in Deutschland, Informationsdienst Wissenschaft

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