Mehr (oder minder) bibliothekarische Adventskalender 2010 …

… wie sie mir heute im Lauf des Tages und der Woche über den Weg gelaufen sind:

Bibliothekarisches:

  1. Adventskalender von Bibliothekarisch.de – Dieses Jahr bestimmt ein weißer Mann das Geschehen
  2. Der Buchtipp-Adventskalender des Bibliotheksteams der Fachhochschule Südwestfalen
  3. Fleischmann – Library Bibliothekssoftware Adventskalender 2010 – Mal wieder bunter Humor für alle Lebenslagen 🙂
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[Adventskalender] 01. Dezember 2010

Schneemann, kalter Mann

Schneemann, Schneemann,
kalter Mann,
hast ‘ne rote Nase dran.
Schwarze Augen, schwarzer Mund,
bist so dick und kugelrund.
Kommt der liebe Sonnenschein,
wirst Du bald geschmolzen sein.

(Kinderlied)

Schneemann

Schneemann von CindyWho, CC-BY

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[Adventskalender] 24. Dezember

Des Forschers Heiligabend oder: Deadline 24th December
Gerhard Frank

Frohes Fest

Frohes Fest

Es ist schon still im Institut,
sogar das Telefax jetzt ruht.
In sanftem Licht bei schwachem Scheine
stehen die Terminals alleine.

Schneeflocken fallen leis’ und sacht’,
weil das der Bildschirmschoner macht,
ganz lautlos über’n Monitor.
Kein Druckerschnarren dringt an’s Ohr,
nur die Standby-Diode brennt
und flackert leicht. Es ist Advent.

Da schließt der Forscher ohne Eil’
g’rad’ noch sein letztes Backupfile.
Und als er legt die Akten hin,
geht ihm so manches durch den Sinn.
Er denkt an die Vergangenheit:
“Von wegen gute alte Zeit!

Manch’ Stund’ hat man mit Zeug verbracht,
das heut’ der Rechner ruck-zuck macht.”
Er denkt mit mitleidsvoller Mine
an Blaupapier und Schreibmaschine
und an das Warten auf die Post –
wochenlang von West nach Ost.

Heut’ mit dem Fax, da geht das fix,
und E-Mail erst: null-komma-nix,
schon sind die Daten über’n Bus.
So kommt er zu dem festen Schluß:
“Heut’ hat man’s besser, keine Frage!”
Und jetzt geht’s in die Feiertage.

Er hatte sich fest vorgenommen,
nicht allzu spät nach Haus zu kommen.
Heiligabend muß vor allen Dingen
ihm Ruhe und Erholung bringen.
Doch als er sich zum Heimgeh’n wandt’,
fällt ihm sein Schlüssel aus der Hand.
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[Adventskalender] 23. Dezember

Die Weihnachtsmaus

James Krüss

Die Weihnachtsmaus ist sonderbar
(sogar für die Gelehrten),
denn einmal nur im ganzen Jahr
entdeckt man ihre Fährten.

Mit Fallen oder Rattengift
kann man die Maus nicht fangen.
Sie ist, was diesen Punkt betrifft,
noch nie ins Garn gegangen.

Das ganze Jahr macht diese Maus
den Menschen keine Plage.
Doch plötzlich aus dem Loch heraus
kriecht sie am Weihnachtstage.

Zum Beispiel war vom Festgebäck,
das Mutter gut verborgen,
mit einem Mal das Beste weg
am ersten Weihnachtsmorgen.

Da sagte jeder rundheraus:
“Ich hab es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen.”

Ein andres Mal verschwand sogar
das Marzipan von Peter,
was seltsam und erstaunlich war,
denn niemand fand es später.

Der Christian rief rundheraus:
“Ich hab es nicht genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen.”

Ein drittes Mal verschwand vom Baum,
an dem die Kugeln hingen,
ein Weihnachtsmann aus Eierschaum
nebst andern leckren Dingen.

Die Nelly sagte rundheraus:
“Ich habe nichts genommen!
Es war bestimmt die Weihnachtsmaus,
die über Nacht gekommen.”

Und Ernst und Hans und der Papa,
die riefen: “Welche Plage!
Die böse Maus ist wieder da,
und just am Feiertage!”

Nur Mutter sprach kein Klagewort.
Sie sagte unumwunden:
“Sind erst die Süssigkeiten fort,
ist auch die Maus verschwunden!”

Und wirklich wahr:
die Maus blieb weg, sobald der Baum geleert war,
sobald das letzte Festgebäck
gegessen und verzehrt war.Weihnachtsmaus

Sagt jemand nun, bei ihm zu Haus –
bei Fränzchen oder Lieschen –
da gäb es keine Weihnachtsmaus,
dann zweifle ich ein bisschen!

Doch sag ich nichts, was jemand kränkt!
Das könnte euch so passen!
Was man von Weihnachtsmäusen denkt,
bleibt jedem überlassen!

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[Adventskalender] 22. Dezember

Vom Schenken
Joachim Ringelnatz

Schneemann

Schneemann

Schenke groß oder klein,
aber immer gediegen.
Wenn die Bedachten die Gabe wiegen
sei dein Gewissen rein.

Schenie herzlich und frei.
Schenke dabei,
was in dir wohnt
an Meinung, Geschmack und Humor,
so daß die eigene Freude zuvor
dich reichlich belohnt.

Schenke mit Geist ohne List.
Sei eingedenk,
daß dein Geschenk
du selber bist.

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[Adventskalender] 21. Dezember

Weihnachten 1944
(Als ich keinen Urlaub bekam)
Heinz Erhardt

Winternacht

Winternacht

Wenn es in der Weltdezembert
und der Mond wie ein Kamembert
gelblich rund, mit etwas Schimmel
angetan, am Winterhimmel
heimwärts zu den Seinen irrt
und der Tag stets kürzer wird –
sozusagen wird zum Kurztag –
hat das Christkindlein Geburtstag!
Ach, wie ist man dann vergnügt,
wenn man einen Urlaub kriegt.
Andrerseits, wie ist man traurig,
wenn es heißt: “Nein, da bedaur ich!”
Also greift man dann entweder
zu dem Blei oder der Feder
und schreibt schleunigst auf Papier
ein Gedicht, wie dieses hier:

Die Berge, die Meere, den Geist und das Leben
hat Gott zum Geschenk uns gemacht;
doch uns auch den Frieden, den Frieden zu geben,
das hat er nicht fertiggebracht!
Wir tasten und irren, vergehen und werden,
wir kämpfen mal so und mal so …
Vielleicht gibt’s doch richtigen Frieden auf Erden?
Vielleicht grade jetzt? — Aber wo? …

Quelle:
Das große Heinz Erhardt Buch, Bertelsmann Club, 1984, S. 307-308

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[Adventskalender] 20. Dezember

Ein Winterabend
Georg Trakl

Winterabend

Wenn der Schnee ans Fenster fällt,
Lang die Abendglocke läutet,
Vielen ist der Tisch bereitet
Und das Haus ist wohlbestellt.

Mancher auf der Wanderschaft
Kommt ans Tor auf dunklen Pfaden.
Golden blüht der Baum der Gnaden
Aus der Erde kühlem Saft.

Wanderer tritt still herein;
Schmerz versteinert die Schwelle.
Da erglänzt in reiner Helle
Auf dem Tische Brot und Wein.

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[Adventskalender] 19. Dezember

Advent
Loriot

Schnee

Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken,
Schneeflöcklein leis herniedersinken.
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
häuft sich ein kleiner weißer Zipfel.
Und dort, von ferne her durchbricht
den dunklen Tann ein helles Licht.

Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer.
In dieser wunderschönen Nacht
hat sie den Förster umgebracht.
Er war ihr bei des Heimes Pflege
seit langer Zeit schon sehr im Wege.
So kam sie mit sich überein:
Am Niklasabend muss es sein.

Und als das Häslein ging zur Ruh,
das Rehlein tat die Augen zu,
erlegte sie direkt von vorn
den Gatten über Kimm und Korn.
Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
zwei- drei- viermal die Schnuppernase
und ruhet weiter süß im Dunkeln,
derweil die Sterne traulich funkeln.

Und in der Guten Stube drinnen,
da läuft des Försters Blut von hinnen.

Nun muß die Försterin sich eilen
den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Weidmanns Sitte aufgebrochen.
Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied,
was der Gemahl bisher vermied.
Behält ein Teil Filet zurück
als festtägliches Bratenstück.
Und packt sodann, es geht auf Vier –
die Reste in Geschenkpapier.

Von Ferne tönt´s wie Silberschellen,
im Dorfe hört man Hunde bellen.
Wer ist’s, der in so tiefer Nacht
so spät noch seine Runde macht?
Knecht Ruprecht kommt auf goldnem Schlitten
mit einem Hirsch herangeritten.
Sagt, gute Frau, habt Ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?

Die sechs Pakete, heil’ger Mann,
s’ ist alles, was ich geben kann.
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise,
die Silberschellen klingen leise,
im Försterhaus die Kerze brennt,
die Glocke klingt, es ist Advent.

https://www.youtube.com/watch?v=sUIrb6GLmoA – “Loriot – Advent (Kanni…” Dieses Video ist aufgrund des Urheberrechtsanspruchs von Susanne and Bettina von Bülow nicht mehr verfügbar.

Bearbeitet am 07.06.2018

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[Adventskalender] 18. Dezember

Die hohen Tannen atmen heiser
Rainer Maria Rilke

Gefrorene Äste und Beeren

Gefrorene Äste und Beeren

Die hohen Tannen atmen heiser
im Winterschnee, und bauschiger
schmiegt sich sein Glanz um alle Reiser.
Die weißen Wege werden leiser,
die trauten Stuben lauschiger.

Da singt die Uhr, die Kinder zittern:
Im grünen Ofen kracht ein Scheit
und stürzt in lichten Lohgewittern, –
und draußen wächst im Flockenflittern
der weiße Tag zur Ewigkeit.

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[Adventskalender] 17. Dezember

Advent
Rainer Maria Rilke

Kerze

Kerze

Es treibt der Wind im Winterwalde
Die Flockenherde wie ein Hirt,
Und manche Tanne ahnt, wie balde
Sie fromm und lichterheilig wird,
Und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
Streckt sie die Zweige hin – bereit,
Und wehrt dem Wind und wächst entgegen
Der einen Nacht der Herrlichkeit.

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