Die Stadtbibliothek Bremen als Gewinner des Diversity-Preises 2015

Die Stadtbibliothek Bremen wurde dafür ausgezeichnet, dass sie eine Diversity-Strategie entwickelt hat (es gibt auch eine Diversity-Beauftragte), was eine langfristige Planung und Umsetzung von sehr gut durchdachten Konzepten mit sich bringt. Mit besonderen Projekten im Hinblick auf die Ansprache und Einbindung verschiedener Zielgruppen (Kinder mit unterschiedlichen kulturellen Wurzeln und Sprachen, Menschen mit Beeinträchtigung, Geflüchtete etc.) sei die Stabi nach Ansicht der Jury außergewöhnlich und könne als hervorragendes Praxisbeispiel zur Förderung von Vielfalt für die gesamte Region und andere Stadtbibliotheken in ganz Deutschland gelten. Auch die Bandbreite der Aktivitäten der Stabi Bremen sei überzeugend: von der Einrichtung von PCs für Sehbehinderte, über die gezielte Ansprache von Geflüchteten bis hin zur Berücksichtigung von Mehrsprachigkeit.


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Das Drama um „21 gute Gründe“

Die Druckversion des Strategiepapiers „21 gute Gründe“ wurde jetzt vom VDB veröffentlicht. Im Vorwort von Barbara Lison heißt es:

Hier haben Sie schon einmal die Gelegenheit, den journalistisch bearbeiteten Text und die Standards für Öffentliche Bibliotheken und Hochschulbibliotheken sowie das Musterbibliotheksgesetz zur Kenntnis zu nehmen.

Kritik scheint nicht sonderlich willkommen zu sein bei den Verantwortlichen für das „Strategiepapier“. Es scheint eher die Strategie zu herrschen: Augen zu und durch, wir machen doch, was wir wollen. Die Änderungen sind wirklich mehr als sparsam in die „geänderte“ Fassung des Textes eingeflossen.

Als Autoren dieses so leider unbrauchbaren Schriftstückes werden in der Danksagung von Barbara Lison genannt:

Mein ganz besonderer Dank gilt den Mitgliedern der Arbeitsgruppe, die die Basistexte verfasste (Gabriele Beger, Ulrich Hohoff, Hella Klauser, Heinz-Jürgen Lorenzen, Cornelia Vonhof, und Ulla Wimmer) sowie Anne Buhrfeind für die journalistische Erarbeitung der endgültigen Textfassung.

Da ist es wohl als mißglückt zu bezeichnen, was aus der ursprünglichen Idee – Politiker zu informieren, den BibliothekarInnen, die das übernehmen sollen, entsprechende Argumente zur Hand zu geben – geworden ist.

Beliebte Sätze sind weiterhin enthalten. Zwar heißt es nicht mehr

Bibliotheken? Stimmt. Die gibt’s ja auch noch.

sondern

Bibliotheken? Stimmt. Da gehen ja so viele Leute hin!

Das bessert das Problem nicht. Es wäre genau die Wortwahl, die ich wählen würde, um etwas sehr sarkastisch zu untermalen und es damit genau negativ zu meinen. Das ist der erste Schmankerl. Über mehr muss man glaube nicht reden, außer über den Umfang, der mit 17 Seiten und 21 Gründen immer noch als zu lang zu bezeichnen ist.

Ein Blick auf die Autoren und ein Blick auf die Standards für Hochschulbibliotheken lässt die Frage aufkommen, wo die ausgeschriebenen Experten für diesen Bereich zu Wort gekommen sind? Die Autoren des Werkes sind mehr als nur ÖB-lastig.

Die BID wird in Kürze die neue Image-Broschüre für die deutschen Bibliotheken in einem Vorabdruck publizieren. Die Publikation in einer ausreichend großen Auflage für den Einsatz vor Ort planen wir für Anfang des kommenden Jahres.

Die Kritik an diesem Werk wurde jedoch bewusst weggebügelt und unter den Tisch gekehrt. Kleinigkeiten wurden geändert, an die großen Probleme des Papiers wurde sich jedoch nicht herangewagt. Dies ist nicht dienlich, die Bibliotheken, die das Papier letztendlich verkaufen sollen, davon zu überzeugen und mit dem notwendigen Enthusiasmus anzustecken, der für eine überzeugende Lobbyarbeit notwendig ist.

Quelle:
Bibliothek & Information Deutschland (BID): 21 gute Gründe für gute Bibliotheken

Anmerkung:
Ich habe inzwischen die Knolle Murphy (978-3-407-79898-5) gelesen.
Nett, aber doch ein wenig ungeeignet für die Werbung.


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