Aus aktuellem Anlass: Die Stadtteilbibliothek in Bottrop-Boy wird nun endgültig geschlossen

Am 15.11. beschloß der Rat der Stadt Bottrop die Stadtteilbücherei sterben zu lassen.Bottblog berichtete über die Abstimmungsergebnisse:

Gegen die Schließung haben gestimmt: die Grünen, die DKP, die ÖDP, die Linke sowie die SPD-Ratsmitglieder Franz Ochmann, Josef Weiner und Michael Schajor. Für die Schließung haben alle übrigen Ratmitglieder der SPD, CDU und FDP votiert.”

Gelebte Integration in Bottrop bedroht” hieß es noch am 15.02.2011 durch Dörtes Blogeintrag. Im Juli war die Situation dann schon akut und es wurden Flaschmobs abgehalten und es gab Fernsehberichte. Zur Erinnerung zwei weitere Videos, welche vom Kunstkreis Bottrop e. V. und Herrn Sahin Aydin stammen, die auf Bottrop TV gesendet wurden. Vielleicht können diese Videos eine Anregung sein, wie Kommunalpolitik gemacht wird. Letztendlich wurde demokratisch abgestimmt und es war seit Monaten wohl deutlich, wie die Entscheidung ausfallen wird.

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[Kurz] Die Stadtbibliothek Dingolfing erhält ein neues Gebäude

Bisher gibt es ja ganz unterschiedliche Umnutzungen von Gebäuden, die einst andere  Funktionen erfüllten und nun Bibliotheken sind. So wurden schon ehemalige Kirchen und ehemalige Schlösser und vieles mehr zu Bibliotheken umgewandelt. Die Freiluftbibliothek Magdeburg steht auf dem Gelände eines ehemaligen Kaufhauses. Welche Umnutzungsarten gibt es noch?  Das Regionalfernsehen Landshut berichtete heute, dass die Stadt Dingolfing (im Regierungsbezirk Niederbayern) demnächst einen Umzug ihrer zu klein gewordenen Bibliothek in ein ehemaliges Gasthaus plant.  Das Haus wurde 1740 gebaut und der 1. Bürgermeister Pellkofer  ist überzeugt, dass die Bibliothek ein architektonisches Schmuckstück wird. Noch ist die Stadtbücherei im Gymnasium untergebracht:

“Das ehemalige Gasthaus Seethaler in Dingolfing wird zur Bibliothek umgebaut. Architekt Hans Vogginger hat das Konzept am Donnerstag dem Stadtrat vorgestellt. Rund 3,3 Millionen Euro wird der Umbau des denkmalgeschützten Hauses am Marienplatz kosten. Rund 60% davon wird das Programm ‘Soziale Stadt’ voraussichtlich übernehmen.”

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Gütesiegel “Bibliotheken – Partner der Schulen” 2010 verliehen

Bereits zum vierten Mal wurde am 15.4.2010 in Bayern das Gütesiegel „Bibliotheken – Partner der Schulen“ verliehen. Seit 2006 werden mit diesem Gütesiegel des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus und des Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Öffentliche und Wissenschaftliche Bibliotheken in Bayern ausgezeichnet, welche besonders intensiv und vorbildhaft mit Schulen zusammenarbeiten. Damit werden Bibliotheken ausgezeichnet, die sich in Kooperation mit Schulen besonders in den Bereichen Leseförderung, Vermittlung von Informationskompetenz und bibliotheksfachlichen Dienstleistungen für Schulbibliotheken engagieren. So sollen auch andere Bibliotheken angespornt werden, verstärkt als “Bildungsdienstleister” aufzutreten und ihre Zusammenarbeit mit Schulen auszubauen. Außerdem soll so ein öffentliches Forum für besonders hervorragende und nachahmenswerte Initiativen und Aktionen geschaffen werden.

Dieses Jahr wurden die Preisträger im Rahmen einer Festveranstaltung in der Universitätsbibliothek Bamberg bekanntgegeben. Siebenundvierzig bayerische Öffentliche und Wissenschaftliche Bibliotheken durften sich über diese Auszeichnung freuen. Das Gütesiegel wurde u.a. an die Münchener Stadtbibliothek, Universitätsbibliothek der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt vergeben. Zu den ausgezeichneten Bibliotheken gehören auch bspw. die Gemeindebücherei Mertingen und die Universitätsbibliothek Bamberg, welche die Auszeichnung zum zweiten Mal erhielten. Ebenfalls zum zweiten Mal erhielt die Universitätsbibliothek Regensburg dieses Gütesiegel. Die UB Würzburg wurde zum dritten Mal und die Stadtbücherei Würzburg zum vierten Mal in Folge für ihr Engagement ausgezeichnet.

Die Bibliotheken können für dieses Gütesiegel von den Schulen vorgeschlagen werden oder sich selbst darum Bewerben. Eine Fachjury, bestehend aus Vertretern der Landesfachstelle, des Staatsinstituts, des St. Michaelsbundes als Fachverband für das kirchliche Büchereiwesen und des Bayerischen Bibliotheksverbandes entscheiden über die Vergabe der Auszeichnung. Das Siegel hat in diesen vier Jahren zu einer kreativeren und konsequenteren Zusammenarbeit von Schulen und Bibliotheken geführt, zumal Bibliotheken immer mehr erkennen, dass sie ihren Auftrag als Bildungsinstitution besser umsetzen und verdeutlichen können, wenn sie eng mit Schulen zusammenarbeiten.

Quellen:
Bibliotheken – Partner der Schulen Gütesiegel-Verleihung für hervorragende Zusammenarbeit zwischen Bibliothek und Schule: Ausgezeichnet wurde auch die Gemeindebücherei Mertingen, via MyHeimat
Schlaak, Alexander: Universitätsbibliothek Regensburg mit Gütesiegel “Bibliotheken – Partner der Schulen” ausgezeichnet, via Informationsdienst Wissenschaft

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Informationskompetenz – noch mehr Standards?

[Bericht] Der Vortrag von Dr. Fabian Franke handelt von Standards zum Thema Informationskompetenz.

Ziel der Standards ist es, die Arbeit zu erleichtern. Franke stellte die Frage, mit welchen Standards wir in Bibliotheken arbeiten und zählte auf: RAK, LSWK, Dublin Core für den Bereich Katalogisierung. Außerdem nannte er Bibliothekspläne und Kennzahlen, welche für die Bibliotheksentwicklung wichtig sind. Aber die Hauptfrage ist: Benötigen wir Standards für die Vermittlung Informationskompetenz?

Seine Definition von Standards war der Wikipedia entnommen:

Ein Standard ist eine vergleichsweise einheitliche oder vereinheitlichte, weithin anerkannte und meist auch angewandte (oder zumindest angestrebte) Art und Weise, etwas herzustellen oder durchzuführen, die sich gegenüber anderen Arten und Weisen durchgesetzt hat.

In dieser Bedeutung ist der Begriff insbesondere in den Bereichen Technik und Methodik üblich, aber auch beispielsweise in Bezug auf Menschenrechte oder Umweltschutz. Dabei findet der Begriff sowohl Verwendung bzgl. allgemein anerkannter Zielsetzungen als auch bezüglich allgemein anerkannter Realisierungen.

Ein Standard kann in einem formalisierten oder nicht-formalisierten Regelwerk bzw. in einem sich ungeplant ergebenden Regelfall bestehen, beispielsweise in einer einzelnen Regel bzw. mehreren Regeln oder einer Norm.

Als Zielsetzung von Standards sieht er eine höhere Rationalisierung der arbeitsteiligen Arbeit, die Schaffung von Effektivität und Wirtschaftlichkeit, Qualitätssicherung, mehr Kundenorientierung und das Schaffen einer Ordnung für (wiederkehrende) Abläufe. Für Bibliotheken sind Standards für Informationskompetenz (IK) seiner Meinung nach notwendig, da IK-Vermittlung eine Kernaufgabe der Bibliothek ist.

Die Standards sind auf Informationskompetenz.de zu finden, so auch die Leitlinien für die Bayerischen Hochschulbibliotheken.

Ursprünglich kam das Regelwerk für Informationskompetenz aus dem angloamerikanischen Raum (Information Literacy). Diese wurden übersetzt und hielten eine Umsetzung auch in den Standards für die Vermittlung von Informationskompetenz für Hochschulen. Die Bayerischen IK-Leitlinien sollen Argumentationshilfen sein, um mit dem Thema Informationskompetenz an die Hochschulleitungen, Bibliotheksleitungen usw. heranzugehen

In Bayern dsikutiert man nun über die Leitlinien. Diese sind noch nicht fertig, sondern im Prozess, d.h. offen für Änderungen und Diskussionnen. Es gibt weitere Standards, z.B. die Hamburger Erklärung des VDB oder Hilfestellungen, wie beispielsweise Checkliste für die Durchführung von IK-Veranstaltungen der AG IK des BVB. Die Zielsetzungen dieser Materialien geht in gleiche Richtung.
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Eine Bücherzelle für Schüler an der Stollstraße in Ingolstadt und Anmerkungen zur Situation der Schulbibliotheken hierzulande

Seit kurzem verfügt die Grund- und Hauptschule an der Stollstraße Ingolstadt über eine eigene Bücherzelle, die nach meinem Kenntnisstand rege genutzt wird – auch von Jungs. Keinesfalls will ich mich in diesem Beitrag für ausrangierte Telefonzellen als Schulbibliothekenersatz aussprechen – im Gegenteil. Als Teaser bzw. als ein einladendes Element können solche Bücherzellen durchaus die Neugier am Lesen wecken. Natürlich hat es mich als ehemaligen Schüler der Grundschule an der Stollstraße Ingolstadt gefreut, als ich in mehreren Artikeln im Donau-Kurier, der Lokalzeitung Ingolstadts, davon las wie die kleinste Bücherei der Stadt entstand und all diejenigen zum Lesen bringen soll, die sonst eher nicht lesen.

Die kleinste Bücherei Bayerns, so lautete am 11.12.2009 der Untertitel des Artikels über die Einweihung der Bücherzelle, deren Medienecho oberflächlich betrachtet dem einer Bibliothekseröffnung gleichkam. Zu meiner Zeit an der Schule gab es im Klassenzimmer einen Holzschrank, der maximal 50 Bücher enthielt, die oftmals noch aus den 1970er Jahren stammten. In der neuerrichteten Bücherzelle befanden sich zu Beginn etwa 300 Bücher. Es war eher die nahegelegene Pfarrbücherei, die uns SchülerInnen damals das Lesen näher brachte.

Bereits am 18. Juli 2009 berichtete Katharina Lachmann von einer solchen Zelle in Buxtehude. Die eher unkonventionelle Idee an der Grundschule an der Stollstraße in Ingolstadt stammt von der ortsansäßigen Freiwiligenagentur. In den Sommerferien 2009 engagierten sich Schüler – unter der Anleitung der Künstlerin Helga Dick- darin die gelbe Telefonzelle in eine Bücherzelle zu verwandeln, die auf dem Pausenhof steht und nun jeden Tag von 7 bis 17 Uhr geöffnet ist.

Die Kinder selbst gestalteten die Zellen nach ihrem Geschmack mit Sprüchen wie “Lesen ist wie Fernsehen im Kopf” oder “nimm 1, lies 1, bring 1”. Der größte Unterschied im Vergleich zu einer herkömlichen Bibliothek ist die Möglichkeit ein Buch solange zu behalten, wie der Einzelne Lust hat. Selbstverständlich birgt die das Risiko, dass einige Exemplare nie wieder ihren Weg zurückfinden und für immer verschwinden. Meines Erachtens ist das genau der richtige Ansatz und ich bin der festen Überzeugung, dass ein Großteil mit dieser nicht auf Sanktionen setztenden Freiwilligkeit seine Bücher dennoch zurückbringt. Selbst die Sozialministerin Frau Haderthauer findet den Gedanken auf Vertrauen zu setzen ein wichtiges Signal in unserer heutigen Gesellschaft. Von einem befreundeten Bibliothekar aus Tel Aviv weiß ich, dass auch an der dortigen Fakultät für Architektur solche (keine Sanktionen bei Fristüberschreitung) und ähnliche Ansätze Erfolg hatten – weg von einer sanktionierenden Bibliothek – hin zur “Erziehung” der Nutzer zu einer fristgerechten Einhaltung ihrer Ausleihdauer. Laut dem Leiter der Freiwilligenagentur und meinen Recherchen gibt es noch weitere Bücherzellen in Deutschland, die aber allesamt eher für Erwachsene sind.

Sollte das Projekt gut laufen, werden weitere Mini-Büchereien eröffnet. “Es sei nur schwierig an die Telefonzellen zu kommen”, so der Leiter der Freiwilligenagentur. Die Agentur ist allerdings auf Buchspenden angwiesen, ohne die das Projekt wohl kaum möglich wäre. Mit viel Presse- und Medienrummel wurde die Bücherzelle am 11.12. 2009 endlich von der Bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen Christiane Haderthauser (CSU) persönlich eröffnet, wie unter der angegeben Verlinkung zu sehen ist. Die Aufmerksamkeit der Politik und Medien scheint wohl größer zu sein, wenn es sich um unkonventionelle Ideen zur Leseförderung handelt, die “fast” nichts kosten. Mir und sicher allen SchülerInnen und PädagogInnen wäre es sicher lieber gewesen, wenn Frau Haderthauer im Zuge der nun stattfindenden Ganztagsbetreuung an dieser Schule eine echte Schulbibliothek eröffnet hätte. Eine Grundschule, die aus allen Nähten platzt und schon viele Containerklassenzimmer aufstellten musste, kann sich bzw. will sich natürlich keine solche Bibliothek leisten.  Bei einem Bundesland, das sich in den letzten Jahren immer damit geschmückt hatte, in Pisastudien und in Ländervergleichen überall Spitzenreiter zu sein, scheint das Schulbibliotheksmanifest der UNESCO  und die Bedeutung von “echten” Schulbibliotheken noch immer nicht auf der Cognitive Map bei allen Unterhaltsträgern und BildungspolitikerInnen bzw. im Wahlprogramm unter dem Stichwort Bildung aufzutauchen:

“Die Schulbibliothek stellt Informationen und Ideen zur Verfügung, die grundlegend für ein erfolgreiches Arbeiten in der heutigen informations- und wissensbasierten Gesellschaft sind. Die Schulbibliothek vermittelt den Schülern die Fähigkeit zum lebenslangen Lernen, entwickelt die Phantasie und befähigt sie so zu einem Leben als verantwortungsbewusste Bürger.” Schulbibliotheken

Nur die Türkei, die Slowakei, Spanien und Irland lassen sich im Vergleich der OECD-Staaten Bildung weniger kosten als Deutschland und in keinem anderen Bundesland ist der schulische Erfolg so sehr von der sozialen Herkunft abhängig wie in Bayern. Das stelle Annette Mängel 2006 in ihrem Artikel “Bildung: Erben statt Erwerben” anhand folgender Vergleiche für Bayern  fest:

“In Bayern beispielsweise hat eine Arzttochter eine fast siebenmal so große Chance, das Gymnasium zu besuchen, wie der Sohn einer arbeitslosen Verkäuferin – und das bei vergleichbarem Leistungspotential. Damit führt Bayern deutlich die Rangliste der sozialen Selektion beim Zugang zu den verschiedenen Schultypen an, denn im nationalen Durchschnitt haben Kinder aus einkommensstarken Familien „nur“ eine viermal höhere Chance, das Abitur zu erlangen. Kinder aus Migrantenfamilien hingegen erhalten noch seltener eine Empfehlung für das Gymnasium: Viertklässler mit deutschen Eltern haben diesbezüglich eine fünfmal größere Chance.”

Die Ungleichheit im Bildungswesen hat laut Klaus Klemm eine Tradition in Deutschland, die bis ins 19. Jahrhundert zurückgeht und dem Humboldtschen’ Ideal “alle Kinder auf eine Schule” zu schicken gänzlich widersprach, da damals erstmals mit der Selektion begonnen wurde. Klemm wies mithilfe der PISA- und den IGLU-Studien nach, dass die schicht- und migrationsspezifische Ungleichheit im deutschen Bildungssystem fest verankert ist. In der  Studie “Bildung auf einen Blick” der OECD, hatte Deutschland bei den Bildungsausgaben 2006 lediglich einen Anteil von 4,8 Prozent des Bruttoinlandsproduktes erreicht. Zwei Jahre später waren 5,1 Prozent gegenüber einem OECD-Durchschnitt von 6,1 Prozent. Aus dem Radiofeuilleton von Deutschlandradio Kultur aus dem Jahre 2007 (“Der Zustand der Schulbibliotheken ist oft armselig” von Anja Herr) und der Webseite des Bibliotheksportals entnehme ich aktuell, dass nur etwa 15% aller Schulen überhaupt über eine Schulbibliothek verfügen. » Weiterlesen

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Rückschau auf die Fortbildung „Sesam Öffne dich“ am 21.09. in der Stadtbücherei in Wasserburg am Inn

Diese eintägige Fortbildung, die von der bayerischen Landesfachstelle für das öffentliche Bibliothekswesen in München organisiert wurde, zeigte einmal mehr wie durch kreative Ideen Kinder und Jugendliche beispielsweise in Form des sogenannten Leseschatzbuches an die Bibliothek gebunden werden können und welchen enormen Wert Mund-zu-Mund-Propaganda bei der Gewinnung von Neukunden haben kann. Das sog. Leseschatzbuch ist ein kleines Heftchen – ich würde es als Bonusheft bezeichnen, wie es manche Geschäfte verwenden -, bei dem für jeden Besuch der Bibliothek das Kind einen Aufkleber erhält unabhängig davon, ob es sich Medien ausleiht oder nicht. Wir durften selbst ein Leseschatzbuch basteln und erhielten Auskünfte wie sehr die Kinder hierfür begeistert wurden und auch deren Eltern, die sonst kaum in die Bibliothek kamen, nun auch regelmäßiger vorbeischauten.

Das Besondere an der Veranstaltung war, dass die teilnehmenden Bibliothekare all die kreativen Ideen und Spiele während der ganztägigen Veranstaltung von Anfang vor Ort ausprobieren durften und obwohl alle Teilnehmer längst über 18 Jahre alt waren, ließ sich dennoch eine kindliche Begeisterung feststellen, als es mit dem Buchstabenzug vom Haupteingang der Bibliothek in das Untergeschoss ging. Die Aufstellung erfolgte alphabetisch nach den Vornamen der Teilnehmer und mit den typischen Zuggeräuschen Tsch-tsch-tsch ging es zur Wand der Bücherwürmer auf der jedes Kind mit Photo als selbstgebastelter Wurm verewigt ist. Diese Wand mit den Basteleien und den eigenen Photos stiftet sicher Identität und eine Zugehörigkeit zur Bibliothek als Ort des gemeinsamen Austauschs und der Begegnung.Denn bei fast jedem Besuch will die Mehrheit der Kinder erst diesen Teil der Bibliothek  sehen, ob vielleicht die Bastel- und Malversuche vom letzten Mal schon aufgehängt wurden und ob sie jemanden auf den neuen Photos kennen.

Beide Bibliothekare (und auch deren nichtanwesende KollegInnen) schenken den Kindern die Aufmerksamkeit, die sie brauchen und behalten dabei stets das pädagogische Feingefühl im Auge. Obwohl an diesem Tage die Bibliothek  geschlossen war und keine Kinder anwesend waren, übertrug sich die Begeisterung der beiden Bibliothekare schnell auf uns Teilnehmer und es war sofort spürbar, dass Leseförderung für diese Bibliothek nicht nur eine Floskel ist oder ein Aufgabe, die abgehakt wird, wenn sie erledigt ist und statistisch erfasst wie eine öknomische Größe, sondern hier wird mit Sicherheit Bibliotheksarbeit (http://www.wasserburg.de/de/bibliothek/lesefoerderung/) mit Kindern gelebt und Kindern ein Forum gegeben, wo sie sich artikulieren können.  Soziales Lernen wird in dieser Bibliothek förmlich gelebt. Durch Wahrnehmungs- und Geduldspiele nehmen Kinder aufeinander mehr Rücksicht und lernen Respekt dem anderen gegenüber zu zeigen. Aufgrund der kurzen Zeit wurden nur exemplarisch Veranstaltungen durchgeführt, die bei weitem unter dem breiten Spektrum der sich auf der CD-ROM befindlichen Möglichkeiten blieben. Zu Beginn erhielt jeder eine Piratenverkleidung (Tuch) samt Augenklappe. Diese Veranstaltung ist insbesondere für Schüler der ersten und zweiten Klassen geeignet und diente dem Kennenlernen der „Schatzinsel“ Kinderbibliothek, den Benutzungsregeln und dem Aussuchen von Büchern. Langsam aber sicher „tauten“ die teilnehmenden Bibliothekare auf und es entstand eine lockere Atmosphäre, die den gegenseitigen Austausch erleichterte und bei allen eine Neugier weckte auf mehr lustige und kreative Veranstaltungen, die eine Bibliothek als fröhlichen Ort der Begegnung erlebbar machen.

Dennoch kann in diesem Blogeintrag nicht auf alle Veranstaltungen eingegangen werden, die an diesem Tage ausprobiert wurden wie etwa den unterschiedlichen Möglichkeiten Geschichten lebendig zu machen und der Herangehensweise bei der Vermittlung von Informationen. Zum Abschluss wurde mithilfe des Inhaltes und der pädagogischen Intention von vier ausgewählten Kinderbüchern in Teamarbeit eigene Programme entwickelt, wie Kinder durch die jeweilige Lektüre (z.B. „Der Punkt: Kunst kann jeder“ von Peter Reynolds, Kopf hoch, Fledermaus von Jeanne Willis oder „Der unglaubliche Bücherfresser“ von Oliver Jeffers) zum Nachdenken und spielen angeregt werden. Diese letzte Übung war praktisch der Lackmustest dafür, dass jeder der anwesenden Bibliothekare imstande war innerhalb kürzester Zeit kreative Programmideen für Kinder zu entwickeln. Fazit der eintägigen Fortbildung war sicher, dass Leseförderung begeisterte Bibliothekare braucht und Schulen, die mit Bibliotheken kooperieren wollen, was sich nicht immer als leicht erweist, wie die vielerlei Statements der Gäste zeigten. Dennoch ergaben sich viele Ideen und kreative Verbindungen alleine durch den Erfahrungsaustausch mit den KollegInnen, die auch Tipps verrieten, wie man mit verhaltensauffälligen und desinteressierten Kindern umgeht. Veranstaltungen wie diese setzen Akzente, die im Studium oftmals zu kurz kommen, denn der Bereich Bibliothekspädagogik gewinnt nicht nur im Zusammenhang mit modernen Konzepten der „Teaching Library“ für wissenschaftliche Zielgruppen, sondern auch im Zuge der verstärkten Kooperation von Bibliotheken mit Schulen, Kindergärten und anderen Bildungseinrichtungen an Relevanz (http://www.htwk-leipzig.de/de/studieninteressierte/studienangebot/master/bibliotheks-und-informationswissenschaft/).

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