stARTcamp Köln-Bonn in Tweets – mein persönlicher Rückblick

Am Samstag habe ich am stARTcampKB teilgenommen. Es war ein inspirierender 19. November mit vielen neuen Gesichtern und Menschen, die aus dem virtuellen Social Media-Bereich real geworden sind.

Aufmerksam geworden auf diese Veranstaltung bin ich auf den letzten Drücker durch diesen Tweet:

Also habe ich mich rasch nach meiner Rückkehr von den 12. Wissensmanagement-Tagen in Stuttgart angemeldet, gar nicht klar, ob ich am Wochenende noch einen Kopf dafür haben werde. Aber ja, es hat sich gelohnt. Denn diese Aussage stimmt:

Start

Vor dem #start ein wenig Organisatorisches:

Es ging wie gewohnt mit der Vorstellungsrunde los, auf der viel gelacht wurde und einer wichtigen Frage:

Und als eine ganze Reihe Teilnehmer gebeichtet hatte, dass sie noch nicht bei Twitter waren, kam die richtige Erkenntnis:

Daraufhin:

Bis dahin galt für die Nicht-Twitterer:

Auch dies war etwas, was Neulinge das erste Mal erlebten:

Und eine Neuheit gibt es auch:

Ein Session-Slot war am Ende der Planung noch frei und als Thema in die Runde geworfen wurde die Frage zu einer Einführung ins Wiki. Naja, was war da wohl meine Antwort?


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35. ASpB-Tagung 2015 1.Tag Teil 1 #aspb2015

Dann schau ich mal, wie weit ich mit meiner Mitschrift hier komme. Da dies nicht meine Stärke ist, … ist es mal wieder zu lang geworden 😉

Heute startete am Mittag die 35. ASpB-Tagung in Bonn, also direkt um die Ecke und wenn man schon mal vor Ort ist und Urlaub hat, nutzt man den einfach mal bibliothekarisch zum Blick über den Tellerrand. ASpB steht für Arbeitsgemeinschaft der Spezialbibliotheken. Der Verein wird jetzt 69 Jahre alt, veranstaltet alle 2 Jahre eine Tagung. Wer rechnen kann, stellt fest, dass er dies mit großer Regelmäßigkeit geschafft hat.

Moderator Henning Frankenberger eröffnete die ASpB-Tagung und moderierte dann die erste „Session“ unter dem Motto Echte Fründe ston zosamme – Spezialbibliothekarische Arbeitesgruppen und Fachverbünde stellen sich vor.


Geplant waren 6 Vorträge, wobei der Vortrag von Jürgen Plieninger leider ausfallen musste, da dieser seine Bibliothek nicht für drei Tage allein lassen konnte („Das Los eines OPLers“). Mit fünf Vorträgen war diese Session trotzdem eng gespickt.
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Ein paar Impressionen vom Bibcamp #bib8

Dann versuche ich mich hier mal mit einer Zusammenfassung des Bibcamps. Die Eindrücke werde ich entsprechend mit eingebundenen Tweets von Kolleginnen und Kollegen unterstützen. Ich hoffe, ich kriege die richtige Atmosphäre vom Bibcamp transportiert, denn es wurde gelacht, sich angeregt ausgetauscht und auch nicht gehungert.

Schon bevor es mit dem Bibcamp richtig losging war ich eigentlich dabei, weil die Berichterstattung über die Social Media Kanäle mich begeistert hat. Ein junges freches Team organisiert da also das nächste Bibcamp, spricht darüber und man merkt ihm an, dass sie mit Spaß dabei sind. Das machte schon im Vorfeld gespannt.
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Beiträge zum Bibcamp 8 #bib8 (12.05.2015, letztes Update)

BibCamp 2015Das Bibcamp hat wieder viele interessante Artikel verursacht 😉 Hier die Übersicht! Sie wird im Laufe der nächsten Stunden/Tage immer wieder ergänzt.

Die Liste mit den Twitter-People des Bibcamp gibt es hier: https://twitter.com/bibliothekarin/lists/bib8
Sessionplan 17.04.15 & Sessionplan 18.04.2015– mit Klick auf die PostIts kommt man zu den Etherpad-Mitschriften

Twitterwall, Twitter #bib8

11.05.2015

05.05.2015


26.04.2015

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Beiträge zum Bibcamp 7 #bib7 (14.10.2014)

Das Bibcamp hat wieder viele interessante Artikel verursacht 😉 Hier die Übersicht!

Die Session-Beiträge werden entsprechend auch im Wiki des Bibcamps gesammelt. (Muss im Wiki noch angelegt werden, daher hier erstmal der Plan auf Google Docs.)

07.10.2014
Bornschein, Mathias: Schrecklich informativ und fürchterlich kommunikativ, Fernweiterbildung

02.10.2014
Tielker, Nicole: Wiki, Teilnehmerliste und mehr, Bibcamp

01.10.2014
Stör, Matti: “Wünsch dir was”-Runde zur Literaturverwaltung auf dem 7. Bibcamp in Potsdam, Literaturverwaltung

30.09.2014
Haensch, Liane: Highlights vom #bib7, Lesewolke
Wolf, Sabine: BibCamp 2014 – Wo waren die FaMI?, Fernweiterbildung

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Beiträge zum Bibcamp 6 #bib6 [Update 05.05.2013]

Das Bibcamp hat wieder viele interessante Artikel verursacht 😉  Hier die Übersicht!

Die Session-Beiträge werden entsprechend auch im Wiki des Bibcamps gesammelt.

Bilder bei Instagram zu #bib6 und bibcamp (via Statigr.am) [Update]

05.05.2013

02.05.2013

29.04.2013

27.04.2013

26.04.2013

23.04.2013

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[Zitat] Unkommentiert – 2007

„Weiterführende Kooperationsansätze zwischen den Bibliotheken wie zum Beispiel ein länderübergreifender Entwicklungsplan, Bildungsziele,
Qualitätsstandards oder Projektförderung für kommunale Bibliotheken existieren in Deutschland nicht. Bemerkbar macht sich auch das Fehlen
einer Definition der gesellschaftlichen Aufgaben und Zielgruppen von Bibliotheken. Eine fachliche Koordinierungsstelle könnte derartige Aufgaben
übernehmen. Innovative Projekte könnten gefördert, verbreitet und unterstützt werden. Eine Stärkung von länderübergreifenden Koordinations- und Kooperationsmechanismen kann gesamtstaatliche Entwicklungsziele formulieren, Qualitätsstandards abstimmen und einführen und eine erfolgreiche Zusammenarbeit fördern. […] Die Enquete-Kommission empfiehlt dem Bund und den Ländern die Einrichtung einer Bibliotheksentwicklungsagentur zu prüfen. Diese Agentur kann dazu beitragen, strategische, innovative und qualitätssichernde Zielsetzungen länderübergreifend abzustimmenund umzusetzen.“

Auszug aus dem Schlussbericht der Enquete-Kommission „Kultur in Deutschland“

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Meine persönliche Rückschau auf den BID-Kongress 2013 (Teil 4)

Diesmal habe ich mir auch die vielen Posterpräsentationen angesehen und es gibt zum Beispiel auf der Internetseite von EIGE (European Institute for Gender Equality) nun europaweite Ressourcen zur geschlechtsspezifischen Gewalt, auch gegen Männer, wie Frau Dr. Karin Aleksander  mir gegenüber betonte. Doch ist Spiralcurriculum nicht schon seit Jahren in Nordrhein-Westfalen, Hamdburg und anderswo ein etablierter Standard zur Kooperation mit Schulen und Bibliotheken, um Medien- und Informationskompetenz zu fördern? Auch hierzu gab es ein Poster über Leipziger Kooperationen zwischen Schulen und Stadtbibliotheken und deren Kooperationsweisen in der Vermittlung von Medienkompetenz und Leseförderung. Leider habe ich das Poster zum Thema „Train the Trainer: Motivation, Selbstreflexion und fachliche Kompetenz von Student Advisors bei der Vermittlung von Informationskompetenz“ nicht gesehen oder übersehen, was von Michaela Zemanek von der UB Wien stammte. Dabei ging es um folgende Fragen: „Was müssen Studierende, die andere Studierende in Informationskompetenz unterweisen sollen, können? Über welche Kenntnisse und Soft Skills sollen sie verfügen? Was hilft ihnen, ihre eigene Kompetenz richtig einzuschätzen? Wie kann ihre Motivation gesteigert werden? Welche neuen Lehr- und Lernformen sind dafür geeignet?“

Am Nachmittag fand die öffentliche Arbeitssitzung des Arbeitskreises Kritische Bibliothek statt, die ich zum ersten Mal besuchte. Es sprach Peter Jobmann, der den ganzen Vortrag übernahm, den er sich ursprünglich mit Gerhard Zschau teilen wollte. Beide haben ein zusätzliches Fernstudium Demokratiepädagogik an der Freien Universität Berlin bald abgeschlossen und gemeinsam eine Abschlussarbeit zum Thema „Demokratiepädagogik und Bibliotheksentwicklung“ verfasst, welche die arg bestandorientierte Sichtweisen und Herangehensweisen in öffentlichen Bibliotheken kritisierte.

Ein weiterer Aspekt war die kritische Auseinandersetzung mit dem Begriff des Kunden, der deutlich machte, dass es hierzu keinen funktionalen Problembezug und keine wissenschaftliche Auseinandersetzung zu dessen Verwendung im bibliothekarischen Berufsfeld gibt. Jobmann machte die Machtasymmetrien deutlich und prangerte den semantischen Mißbrauch hierzu an. Den die Auftragsformen Markttausch, Vertragsbezeichnung und bürokratische Subordination sind Indizien dieser Asymmetrie. Er plädierte für eine berufsstandsweite Rollendiskussion und untersuchte in einem nächsten Schritt den Begriff des Leitbilds und deren Verwendung in Bibliotheken, sowie deren Implikationen. Dabei wurden 6 Typen von Leitbildern unterschieden: implizite, explizierte, propagierte (z.B. Ideen mit Leitbildpotenzial), explizite und oktroyierte Leitbilder.

Der „Code of Ethics“ vom BID (BID e.V.) wurde vom Referenten als okrtoyiert eingestuft, da das Leitbild als fremdgesetzt bewertet wurde. Demokratiepädagogisch betrachtet müssten z.B. Leitbilder 3 Dimensionen erfüllen, um wirklich als impliziert und expliziert bezeichnet werden zu können: 1. Die Erscheinungsform: mental und manifest, 2. Handlungswirksamkeit = zukunftsbezüglich, verinnerlicht, denk- und handlungsanleitend und 3. von den Vertretern selbst getragen. Bin ich automatisch Mitglied bei BID e.V., wenn ich Mitglied im Berufsverband BiB bin? Wie auch immer, wie lässt sich ein von (allen) Mitgliedern aller Bibliotheks- und Informationsverbände getragener „Code of Ethics“ denn durchsetzen? Durch Liquid Democracy? Beispiele aus anderen Ländern bzw. anderen Bibliothekwesen im internationalen Vergleich, wo Entscheidungen und Willsensbildungsprozesse auf bibliothekarischer Ebene demokratiepädagogisch durchgesetzt wurden und werden, wären sehr interessant und wichtig gewesen, um dnoch deutlicher zu machen, wie wichtig die Demokratiesierung von Bibliotheken, Berufsverbänden und dem Berufsstand im Allgemeinen wäre.

In einem vorletzten Kapitel seines Vortrags ging Jobmann auf Musik in öffentlichen Bibliotheken im Speziellen ein. Mir war zwar bekannt, dass öffentliche Bibliotheken Musik des Labels Aggro Berlin anschaffen, das frauenfeindliche und sexistische Texte enthält, aber neonazistische Musik war mir neu. Die Methode Standing Order wurde hier  teilweise kritisiert. Auch die zurecht in der Kritik stehende Musikgruppe Frei.Wild (Rechtsrock) und die Anschaffung von Musik nach dem Motto, weil es der „Kunde so will“, wurde hierbei angeprangert. Jobmann plädiert für den Aufbau von Medienkompetenz bei Bibliothekaren und Bibliothekarinnen, was laut ihm eine Leerstelle in der bibliothekarischen Aus- und Weiterbildung darstellt. Meines Erachtens ist unser Rollenverständnis durchaus in Gefahr, wenn wir Medien gleich welcher Art anschaffen, aber dem „Kunden“ nicht medienkompetent genug machen und jeden Wunsch erfüllen. Der Referent sprach sich auch für Veranstaltungen in öffentlichen Bibliotheken aus, in denen über Musikalien wie Labels wie Aggro Berlin und anderen Medien über Gefahren und deren Inhalt kritisch aufgeklärt wird. Sein Credo war das einer dialogischen Bestands- und Bibliotheksentwicklung, als nur ungefragt und unreflektiert gewünschten Content für den „Kunden“ zur Verfügung zu stellen. Das Publikum gab ihm größtenteils Recht. Besonders gefiel mir das Statement einer Bibliothekarin, die wie ein Gedicht das Rollenverständnis von vielen BibliothekarInenn satirisch deutlich machte:

„Ein Leser liest, ein Nutzer nutzt, ein Bibliothekar betreut eine Bibliothek. Ist diese krank?“

Prof. Dr. Rösch kritisierte die Novolatrie im Bibliothekswesen, die Alles Neue sofort für gut befindet und ständig Neues als gut und Altes als per se schlecht einordnet. Dabei machte er deutlich, dass nach seiner Meinung die Bestandorientiertung in deutschen Bibliotheken immer noch von einem obrigkeitsstaalichen Handeln geprägt ist. Statt nur Ausleihen und die Mediennzutung zu messen und zu beurteilen, galt sein Plädoyer den Bildungsprozessen, die durch Bibliotheken angeregt werden und im Lernort Bibliothek mit verschiedenen Lehrarrangement stattfinden. Wie können Unterhaltsträger diesen Mehrwert erkennen? Er lobte ausdrücklich den Vortrag, sprach sich gegen die „marktkonforme“ Bibliothek aus und appellierte an die Bibliothekswelt mehr Transparenz bei Entscheidungsprozessen zu schaffen und mehr Diskurse zu organisieren. Shaked Spier verlangte vom Berufsstand mehr in die Offensive zu gehen, als in Deckung und seine Rolle und sein Verständnis des Berufs besser nach außen zu kommunizieren und deutlicher zu machen, was unsere Aufgaben und unser Wert ist.

Ein letzter Votrag des Tages, welchen ich noch besuchte, handelte vom E-Day an der Staatsbibliothek zu Berlin, der phonetisch betrachtet eine Ähnlichkeit mit dem D-Day von 1944 hat. Dabei handelt es ich bei Ersterem um einen Thementag zu elektronischen Ressourcen. So wurde ein erster E-Day 2011 von 800 Menschen besucht.

Zu guter letzt ein Schlussplädoyer, das wohl von Peter Jobmann oder Gerhard Zschau stammt. Beide könnten zusammen als die Willy Brandts des deutschen Bibliothekswesens bezeichnet werden, da sie legitimerweise „Mehr Demokratie wagen“ fordern, was wohl das Credo von Brandt war. Heute scheint dies dringender und nötiger denn je. Im Europäischen Jahr der Bürger und Bürgerinnen (2013), in dem Vereine wie „Mehr Demokratie e.V.“ großen Zulauf  und Zuspruch finden und Volksentscheide und -begehren mehr und mehr von Menschen in Deutschland eingefordert werden, greifen die beiden ein Thema auf, dass auch im Unternehmenskontext zunehmend Machtstrukturen verändert werden. Doch Demokratie macht Arbeit und Innovation entsteht wohl leichter durch demokratische als durch autokratische Strukturen, oder?

Ich will weg vom Verwaltungsbibliothekswesen. Ja – dieser Teil wird den Weg gehen, den Gunter Dueck beschreibt: unterbezahlt und in Masseneinrichtung organisiert. Der einzige Weg in die Zukunft führt Bibliotheken über demokratische Wege. Bisher sind wir grenzwertig “unterprofessionell”. Wir haben fast keine Ahnung von Medienpädagogik, obwohl wir täglich Medien hin und her reichen und wir haben keine Ahnung ob unsere Leseförderung funktioniert, obwohl wir uns damit legitimieren. Wir wissen auch nicht, wie wir eigentlich die Verteidigung gegen unmenschliche (fängt bei Alltagsrassismus an) Inhalte organisieren, so wir denn überhaupt wollen (wo wir ja so neutral sind).


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Auftaktveranstaltung zu „Treffpunkt Bibliothek“ in Hamburg

Gestern fand in der Bibliothek der Helmut-Schmidt-Universität die Hamburger Auftaktveranstaltung zur Bibliothekswoche „Treffpunkt Bibliothek“ statt. Redner waren Dr. Fast, Leiter der UB der HSU, Vizepräsident Lehre der HSU Prof. Beckmann und Frau Prof. Gabriele Beger als dbv-Vorstandsmitglied. Aydan Özoguz, MdB, u.a. Mitglied der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestages, sprach das Grusswort, bevor Alexandra Sender, Geschäftsführerin der Stiftung Buchkunst Frankfurt am Main und Leipzig, in die Ausstellung „Die schönsten deutschen Bücher 2012“ einführte.

Dr. Fast begrüßte die zahlreichen Besucher, stellte in aller Kürze die Gäste vor und gab einen schnellen Überblick über den Ablauf des Abends. Erster Redner des Abends war Prof. Beckmann. Er betonte dass dieses Event und das Buch „einigermaßen“ wichtig sei, wie seine Anwesenheit zeigt. *Schluck*! „Einigermaßen“ war vermutlich nur ein kleiner Ausrutscher gleich zu Anfang der Rede, denn Beckmann kam dann immer besser in die Rede. Er habe in Vorbereitung zu dieser Rede mal nach Zitaten zum schönen Buch gesucht, gefunden habe er vieles zum schönen Inhalt, aber zum schönen Buch nur wenig. Als nächstes habe er dann nachgeschlagen, was ein Bibliophiler sei. Dazu habe er Wikipedia bemüht, wo man als Bibliophilen (Bücherfreund) in der Regel eine Privatperson bezeichnet, die schöne, seltene oder historisch wertvolle Bücher meist zum Aufbau einer Privatbibliothek nach bestimmten Kriterien sammelt. Ihm geht es also um die Schönheit der Bücher, nicht jedoch um den Inhalt. Das heißt aber nicht, dass schöne Bücher sich niciht auch durch einen schönen Inhalt auszeichnen können oder durch besondere Mühe am Text. Als Beispiel nannte er dafür die Kippling-Gesamtausgabe. Hier sei die Sorgfalt am Inhalt mit der Sorgfalt bei der Gestaltung kombiniert worden.

Die Gestaltung eines Buches ist wichtig, damit man es „schmerzfrei“ konsumieren könne. Dies gilt auch für wissenschaftliche Literatur. Beckmann teilte damit einen Seitenhieb auf billig erstellte, schlecht gemachte PDFs aus. Schönheit ist damit nicht nur Selbstzweck, schöne Gestaltung geschieht aber auch zum Selbstzweck. Stellt sich die Frage: Sollen Bücher schön sein? Diese Frage beantwortete er mit einer Gegenfrage. Sollen Rosen durften? Dies sei eindeutig mit einem laute JA zu beantworten.

Lobend äußerte Beckmann sich dann auch noch über die Bibliothek, ihren Raum, den gebotenen Service und die angebotenen Medien. Daher lade man hierher gerne Gäste ein, so auch für diese Veranstaltung und man beherberge daher auch sehr gern diese Austellung.
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[Bericht] BücherFrauen und Bibliotheken

In der Stabi Hamburg hat heute die Veranstaltung „BücherFrauen und Bibliotheken: Woman in Publishing, Information and Libraries“ stattgefunden. 1990 hat sich das Branchennetzwerk1BücherFrauen – Women in Publishing“ gegründet, um die Interessen von Frauen in Verlagen, im Buchhandel, als Übersetzerinnen, Agentinnen und als Frauen in Berufen rund um Buch und Medien besser zu vertreten. Das machen sie mit Publikationen, Fortbildungsangeboten, Lobbyarbeit und ihren Aurftritten in der Social Media Welt. Themen sind dabei die Vereinbarkeit von Beruf und Elternschaft, die Verbesserung ihrer Situation in der Arbeitswirklichkeit2.

Bibliotheken wie die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky sind seit einem Jahrhundert Arbeitgeber für Frauen und werden seit etwa einem Jahrzehnt auch auf den hoch dotierten Führungspositionen durch Frauen vertreten. Dies war Grund genutz, um Stabi und BücherFrauen zu einem Austausch mit Interessierten zusammen zu bringen. Es ging um einen Austausch von Erfahrungen, Positionen und Visionen für die weibliche Berufstätigkeit, um gegenwärtige und zukünftige Arbeitsaufgaben und Arbeitsmodelle von und mit Frauen.

Organisiert hatte dieses Treffen, das sich an weibliche und männliche Interessierte richtete, die Gesellschaft der Freunde der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. Podiumsgäste waren:

  • Prof. Dr. Gabriele Beger, Direktorin der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg
  • Dörte Kanis/Nadine Wedel, Regionalsprecherinnen der Hamburger BücherFrauen
  • Karina Schmidt, Bundesvorsitzende der BücherFrauen 2010-2012
  • Prof. em. Birgit Dankert, Beirätin BücherFrauen, Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde der SUB.

Insgesamt war dir Runde der Gäste so überschaulich, dass jeder sich kurz vorstellen konnte. Anwesend waren noch studierende Geisteswissenschaftlerinnen, die sich eine Arbeit in der Buchbranche oder Bibliotheken vorstellen konnten, Bibliothekarinnen und ein Bibliothekar, Lektorinnen sowie Vertreterinnen von Verlagen.

Frau Beger stellte in einer kleinen Präsentation die Stabi vor. Die Historie und die Aufgaben kann man gerne auf den Seiten der Stabi nachlesen. Wichtig ist, dass Frau Beger verdeutlichen konnte, dass sich der Beruf verändert. Der elektronische Bestand, 2011 ca. 1 Million Medieneinheiten, wird immer mehr genutzt. Von 2009 zu 2011 wurden E-Books um das 3,5fache häufiger angeklickt und bei Open-Access-Beiträgen verfünffachte sich die Nutzung sogar fast. Damit seien ältere Arbeitnehmer immer wieder mal überfordert und man müsse sie schrittweise in eine digitale Welt mitnehmen. Für die Europeana digitalisiert man derzeit Zeitungen und hat bereits zwei Millionen Seiten gescannt. Zudem betreibt die Stabi derzeit acht Dokumentenserver, u.a. für das elektronische Pflichtexemplar3, für die ViFas der Sondersammelgebiete der Bibliothek, einen Verlagsserver4, einen für die GIGA-Journal-Familie (OA)5 und sie übernimmt das Hosting von Repositories für andere Hochschulen in Hamburg.

Die Stabi selbst bietet 250 Stellen für FAMIs (10 davon in Ausbildung), BibliothekarInnen (gehobener Dienst), IngenieurInnen und technische Berufe (gehobener Dienst), wissenschaftliche MitarbeiterInnen (höherer Dienst, u.a. dort viele InformatikerInnen) sowie wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte. Die Anforderungen an die KollegInnen ändern sich, denn die Nutzer von heute haben entsprechende Erwartungen, die auch bedient werden müssen.

Beger betonte, Bibliotheken müssen auf die neuen Tatsachen reagieren. Das Internet sei längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die jungen Nutzer gehen ganz selbstverständlich damit um und sehen keine künstliche Grenze mehr wie eventuell ältere. Sie nutzen die Clouds und speichern, verwalten und verknüpfen Informationen dort. Außerdem erwarten sie einen geräteunabhängigen Zugang zu ihren Informationen von jedem Ort der Welt. Dorthin geht die Reise und darauf müssen Bibliotheken reagieren und somit auch die Menschen, die das umsetzen müssen.

Bibliotheken müssen wie Wirtschaftsunternehmen die Trends beobachten6 und die eigenen Bibliotheksangebote müssen darauf ausgerichtet werden. So wird die Stabi auch bei den elektronischen Medien einen Großteil der Produkte elektronisch beziehen, aber daneben wird es eigene elektronische Bibliotheksangebote geben. Als ein Beispiel nannte Beger „HamburgWissen digital„. Hier ist die Stabi federführend beim Aufbau einer digitalen Landesbibliothek in Zusammenarbeit mit etwa 20 Kooperationspartnern. Die Bibliothek setzt an dieser Stelle auf Goobi. Weitere digitale Angebote sind die Fachportale oder die bereits oben erwähnten Repositorien. Auch bei den elektronischen Katalogen setzt man auf Weiterentwicklung durch Suchmaschinenoptimierung, Anreicherungen wie bspw. mit Table of Contents, Einsatz von Discovery-Lösungen (Beluga, in Zusammenarbeit mit anderen Hamburger Bibliotheken), Angebot von Open Data und Linked Open Data. Hinzu kommen Apps, das Blog, Twitter, Facebook & Co7, um auch neue Nutzer(gruppen) zu finden, die man sonst mit bisherigen Angeboten nicht erreichte. Auch werden Forschungsinformationssysteme8 zukünftig im Angebot der Bibliothek zu finden sein.

Nach der Beschreibung der sich ändernden Aufgaben und Berufsanforderungen kam Frau Beger zurück auf das Thema Frauen in der Bibliothek. Vor 100 Jahren arbeiteten nur Männer in der Bibliothek. Ab den 1930er Jahren waren auch unverheiratete Frauen als Arbeitnehmerinnen zugelassen. Mit einer Heirat schieden diese aus, da sie nun versorgt waren. Heute gibt es deutlich mehr Frauen in Bibliotheken. Die Situation an der Stabi ist jedoch recht ausgewogen. Das liegt unter anderem am Gleichstellungsplan, in dem Regeln für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf enthalten sind, für die Personalentwicklung (z.B. für das draufsatteln eines Master- berufsweiterqualifizierender Abschluss), das Angebot eines Gesundheitsmanagements9 und Jahresfeedbackgespräche10.

Frau Dankert leitete nun über zu Frau Schmidt, da die Arbeitssituation in der freien Wirtschaft anders aussieht. In der bereits erwähnten Studie zum 20 Jubiläum der BücherFrauen, so Schmidt, seien Bibliotheken nicht enthalten, da sie zum öffentlichen Dienst zählten. Diei Ergebnisse der Studie zeigten jedoch ein schockierendes Bild. Die Frauen eine eine große Leidenschaft für die Materie, sie seien oft gut qualifiziert, häufig sogar mehrfachqualifiziert und anfangs seien die Einstiegsbedingungen für Mann und Frau gleich. Die Schere beginnt jedoch immer mehr auseinander zu klaffen, je länger die Personen dabei sind und je höher die Position sei. In vergleichbaren beruflichen Stellungen gäbe es einen Einkommensunterschied von 28 Prozent zwischen Frauen und Männern. Im Bundesdurchschnitt aller Berufe läge dieser bei etwa 23 Prozent. Auch der Anteil der Frauen in Führungspositionen entspräche nicht dem eigentlichen Anteil der Fauen in dieser Branche, der bei 80 Prozent läge.

Die Erwartungen der Frauen änderten sich auch. Junge Frauen heute möchten Beruf und Familie miteinander vereinbaren können und sie möchten auch Karriere machen. Die Buchbranchen verlören immer wieder hochqualifizierte Frauen, weil diese kein berufliches Weiterkommen sähen. Die Power der 80 Prozent müsste doch da was bewirken und das Problem überholter Strukturen aufbrechen können.

Frau Beger wies darauf hin, dass in der Stabi die Situation zwischen Männern und Frauen bei etwa 50:50 lege. In der Direktion gäbe es drei Frauen und drei Männer. In der mittleren Leitungsebene würden derzeit Frauen überwiegen, denn obwohl man ein ausgewogenes Verhältnis anstrebe, zähle letztendlich die Qualifikation. Ein ausgewogenes Verhältnis sei im Gleichstellungsplan enthalten. Durch die Zugehörigkeit zum Öffentlichen Dienst habe es die Bibliothek besser als die Buchbranche. Dort müsse das Gendermainstreaming mehr ins Bewusstsein gebracht werden.

Die Bibliothek selbst setze auch Instrumente der freien Wirtschaft ein, um die Leistung der KollegInnen zu steigern. Wichtig sei eine ausgewogene Mischung von Männern und Frauen, jungen und alten KollegInnen. Die Anstellungen früher seien auf Langfristigkeit angelegt. Das führt aber zur Zeit dazu, dass immer häufig Stellen erstmal nur befristet ausgeschrieben werden, um zu sehen, ob die Person überhaupt in das Team passe, aber auch Leiharbeiter und Projekte wären eine Folge dessen.

Schmidt wies darauf hin, dass die Frauen in der Buchbranche ihren Beruf häufig aus starken instrensischen Gründen wählten, z.B. weil sie Bücher lieben, gerne mit Worten und Texten arbeiteten, sie seien aber auch relativ schnell bereit, harte Konsequenzen zu ziehen, wenn sie kein Fortkommen sähen. So können sie intrensisch zwar zufrieden sein, aber der Job in einem Verlag, der eben kein 8-Stunden-Tag sei, wäre dann beispielsweise nicht mit der Famlie vereinbar. Die Arbeitgeber selbst müssten erkennen, dass Frauen gefördert werden müssen, weil sie es wer sind, nicht weil sie so arm dran sind, dass sie gefördert werden müssen.

Dankert fragte in die Runde, welche Modelle man schaffen könne, um Verbesserungen im beruflichen Aufstieg für Frauen zu erreichen und auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Betroffenen zu erhöhen, zumal Lebenskonzepte und Arbeitsmodelle sich ändern. Deutlich wurde bei dieser Diskussion, dass die Anforderungen im Beruf stetig steigen, dies jedoch keine geschlechterspezifische Tatsache sei. Schmidt sprach von einer schleichenden Prekarisierung von Berufen, die hauptsächlich durch Frauen ausgeübt wurden. Dabei berief sie sich auf die Studie MehrWert. Könnte die geringere Bezahlung u.a. daran liegen, dass Frauen sich realistischer oder geringer einschätzten, fragte eine Teilnehmerin daraufhin. Gibt es Tarifverträge für dies Branche oder wäre diese zu sehr dereguliert:
Schmidt antwortete darauf, dass es zwar Tarifverträge gäbe, aber die Verlage sich nicht daran halten müssen.11 Dies führe jedoch zu Problemen gerade auch in Bezug auf Volontariate. Eine der Studierenden berichtete, dass es Volontariatsangebote gäbe von Verlagen, die bereit waren, für zwei Jahre um die 500-600 Euro im Monat zu zahlen, also einen Bruchteil dessen, was eine ausgebildete Kraft erhielte, dennoch müsse der Volontär hohen Anforderungen gerecht werden (Bewerbung, Doktortitel, Berufserfahrung etc.) Schmidt(?) antwortete, es gäbe innerhalb des Börsenvereins eine Gruppe, die eine Mindestbezahlung für Volontariate anstrebe.

Dankert führte die Diskussion auf die Prekarisierung zurück. Schmidt führte dazu aus, dass man darunter die geringere Bezahlung verstände, welche im Vergleich zu anderen Ländern gezahlt würde, sobald eine Beruf zum „Frauenberuf“ würde. Eine allgemeine Forderung war herauszuhören, dass das Geschlecht eines/r ArbeitnehmerIn keinen Einfluss auf die Bezahlung haben darf.

Es stellte sich dann die Frage, wie die Entwicklung in der Buchbranche durch die fortschreitende digitale Technik weitergehe, ob dadurch dieser „Frauenberuf“ wieder stärker für Männer interessant sei und Frau abgeschreckt würden, d.h. ob die Branche geschlechtermäßig „zu kippen“ drohe. Dem wurde wiedersprochen. Frauen beschäftigten sich heute mehr mit diesen Themen. Beger berichtete, dass sich ursprünglich Männer sehr stark mit IT beschäftigten, aber dass zunehmend auch Frauen diesen Bereich für sich entdeckten. Schmidt merkte an, dass man bei der Weiterbildung der BücherFrauen auf Online-Seminare setze und diese zunehmend ausgebucht seien. Es sei eher eine Generationenfrage, was die Angst vor der Technisierung angehe.

Der Freundeskreis der Stabi, die BücherFrauen und auch Frau Beger begrüßten im Fazit diesen Austausch und wünschen sich zukünftig regelmäßig (mind. einmal im Jahr) einen solchen.

Fußnoten

  1. Ca. 900 Frauen haben sich in diesem Netzwerk zusammengeschlossen. []
  2. Zur Erfassung der Arbeitswirklichkeit gab es zum 20. Jubiläum 2010 eine entsprechende Studie unter dem Titel MehrWert. []
  3. Dies wird behandelt, als gäbe es eine einfache Lizenz dafür, d.h. dieses Pflicht“exemplar“ ist nur in den Räumen der Bibliothek zugänglich. []
  4. Auf diesem Server werden experimentelle Angebote ausprobiert. So arbeitet man beispielsweise mit DeGruyter zusammen, der ein Lexikon herausgegeben hat. Nach einem halben Jahr, wenn beim Abverkauf der Printausgabe kein nennenswerter Gewinn mehr zu erwarten ist, wird dieses Lexikon mit dem Stand der Druckausgabe dann über den Server zugänglich gemacht. Gleichzeitig sind die Artikel mit einem Wiki verknüpft, in dem nun das Lexikon auch aktualisiert werden kann. Nach zwei Jahren wird dieses Angebot geschlossen, es wird eine zweite Printausgabe herausgegeben und nach einem halben Jahr beginnt das Spiel von Neumen. []
  5. Hier werden Erfahrungne auch für kleinere Verlage gesammelt, da diese sich oft nicht trauen zu experimentieren. []
  6. Es gibt entsprechende Trendberichte, z.B. den Horizon-Report. []
  7. Auch hier gibt es Änderungen bei den Anforderungen, z.B. mehr IT-Bezogenheit, Social-Media-ManagerIn usw. []
  8. An der Ossietzky-Universität ist gerade ein Forschungsinformationssystem ausgeschrieben, welches die unterschiedlichsten Plattformen, z.B. Repositorien, Hochschulbibliographie, E-Learning-Angebote miteinander verknüpfen sollen. []
  9. Hiermit soll das Wohlbefinden am Arbeitsplatz trotz Arbeitsverdichtung gesteigert werden. Maßnahmen dafür sind Teilzeitangebote, Telearbeit, wobei diese an der Stabi hauptsächlich für Männer interessant zu sein scheint, die daheim ein Kind betreuen wollen, Gleitzeit, Bewegungspausen, Ruheräume, Schultermassagen, Vorsorgeuntersuchungen, Gefährdungsbeurteilungen und die Jahresfeedbackgespräche. []
  10. Die Stabi hat am Wettbewerb „Bester Arbeitgeber“ teilgenommen. Dabei erhielt sie gute Noten dafür, dass die MitarbeiterInnen die Ziele des Hauses kennen, sich damit identifizieren und die „KundInnen“ in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen. Problematisch jedoch wurde die interne Kommunikation bezeichnet. Um die Gesprächsbereitschaft und die Knackpunkte innerhalb eines Teams zu erkennen, setzt man auf folgendes Prinzip: Jeder muss sich selbst einschätzen und auch die KollegInnen des Teams schätzen einen ein (Fragebogen). Diese Einschätzungen werden miteinander verglichen und dann wird in einem moderierten Gespräch daran gearbeitet. So sollen Stärken gefördert werden oder notfalls durch die Schaffung von Trainings- und Weiterbildungsmöglichkeiten das Arbeitsklima und die Arbeitseffizienz verbessert werden. []
  11. Die beiden Verlagsvertreterinnen vom Rowohlt-Verlag wiesen kurz darauf hin, dass der Rowohlt-Verlag übertariflich bezahle. []

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