Carson Block: “The Great Library Swindle: Your Rights Are At Risk”

Der folgende Vortrag wurde am 17 Mai 2012 auf der Ignite in Fort Collins gehalten.

Quelle: Facebookfanseite “Libraries Are Essential” vom 23. Mai 2012

Teilen

Ähnliche Beiträge

Mein bibliothekarisches Leben – “Bibliotheken tragen zur Menschlichkeit bei”

Von Elisabeth Simon
Arbeitsstelle
Simon-Verlag für Bibliothekswissen,Riehlstr. 13
D-14057 Berlin

1. Wie lange begleiten Sie den bibliothekarischen Zirkus?

Ich selber bin ja Uraltgestein, sozusagen aus der bibliothekarischen Steinzeit, ohne Kopierer, ohne Fax ohne E-Mail und elektronische Hilfe und jetzt auch alt an Jahren.

2. Was hat Sie angetrieben, sich gerade eine Arbeit im Bibliotheksbereich zu suchen?

Schlichte wirtschaftliche Rahmenbedingungen und große Naivität!

Eine Flüchtlingsfamilie mit vier Kindern hatte schon eine große Leistung vollbracht, wenn alle Kinder Abitur machten (4% der Deutschen machten Anfang der 1960er Jahre Abitur). Für die weitere Ausbildung standen mir höchstens drei Jahre zur Verfügung. Auf der Suche nach einer Ausbildung begegnete ich Dr. Joerden, dem damaligen Direktor der Hamburger Öffentlichen Bücherhallen. Er sprach so hinreißend über den bibliothekarischen Beruf, dass ich beschloss diesen zu ergreifen.

3. Wie sahen und sehen Ihre Aufgaben aus und was hat sich Ihrer Meinung nach am deutlichsten verändert?

Zum ersten Teil der Frage: Eigentlich hat sich mein Berufsfeld mehrfach drastisch verändert, d.h. ich habe eigentlich drei Berufe ausgeübt. Ich begann als Kinder- und Jugendbibliothekarin und war faktisch Mädchen für alles: Ausstellungen, Nutzerschulungen Katalogisierung, Bestandsaufbau, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit Heute würde ich sagen, ich durfte alles machen, auch Interviews geben und die Bibliothek bei Seminaren vertreten und war doch erst 22 Jahre alt.

Danach ging ich ein Jahr in die USA an die neu erbaute Public Library in Lima Ohio und arbeitete auch in Columbus, Ohio. Man bot mir damals die Leitung der Öffentlichen Bibliothek in Marietta, Ohio an. Dieses Angebot nahm ich nicht an. Es war das Jahr, das mich am stärksten geprägt und mir auch nachfolgend Ärger eingebracht hat, weil ich vieles, was in den Öffentlichen Bibliotheken Deutschlands geschah, nicht mehr so recht akzeptieren konnte. Viele Probleme der Bibliotheken, die heute den Bibliothekaren das Leben schwer machen, wurden damals schon angelegt.

Ich arbeitete nach meinem US-Aufenthalt an den Hamburger Öffentlichen Bücherhallen und studierte Geschichte und Soziologie. Weil mein Mann Leiter des Phonogramm-Archivs am Ethnologischen Museum wurde, zog ich mit ihm nach Berlin und übernahm den Aufbau der Bibliothekarischen Auslandsstelle am DBV, später wurde diese in “Deutsches Bibliotheksinstitut” umbenannt. Es war eine wunderbare und aufreibende Aufgabe. Außer meinem Gehalt und der notwendigen Infrastruktur musste ich alle Mittel für Aktivitäten einwerben. Ich begann mit Schulden von 6.000 DM und warb bis zur Abwicklung dieser Arbeit durch die Schließung des DBI 370.000 DM ein, mit steigender Tendenz.

Die Arbeit hat mich voll in Anspruch genommen, weil es viele Hindernisse zu überwinden galt, sowohl im In- und Ausland, als auch in politischer und administrativer Hinsicht. Dagegen wurde immer eine fachliche Übereinstimmung sowohl auf der nationalen, als auch auf internationaler Ebene gefunden.

Seit 2008 betreibe ich nun einen kleinen Fachverlag für Bibliotheks- und Informationswissenschaft, quasi mein dritter Beruf mit neuen Anforderungen

Nun zur zweiten Hälfte der Frage: Was hat sich am deutlichsten verändert? Eigentlich alles oder auch nichts. Verändert hat sich das Umfeld oder besser gesagt die Infrastruktur. Von der gegenwärtig zur Verfügung stehenden Infrastruktur konnten wir nicht einmal träumen. Ich weiß noch, mit welcher Begeisterung ich das Fax begrüßt hatte, das meine Auslandsarbeit um vieles vereinfachte und wie wütend ich die administrativen Hürden bekämpfte, die die Verwaltung des DBI vor dem Nutzen dieses Mediums aufbaute.

Nun zur zweiten Hälfte der Frage: Was hat sich am deutlichsten verändert? Eigentlich alles oder auch nichts. Verändert hat sich das Umfeld oder besser gesagt die Infrastruktur. Von der gegenwärtig zur Verfügung stehenden Infrastruktur konnten wir nicht einmal träumen. Ich weiß noch, mit welcher Begeisterung ich das Fax begrüßt habe, das meine Auslandsarbeit um vieles vereinfachte und wie wütend ich die administrativen Hürden bekämpfte, die die Verwaltung des DBI vor dem Nutzen dieses Mediums aufbaute.

Der Nutzen von E-Mails hätte mir viele lange Abende in den Räumen des DBI erspart. Alle Möglichkeiten des Informationstransfers und der Dienste durch die Bibliotheken sind auf einem Standard, den man sich früher nicht vorstellen konnte.

Nicht verändert haben sich die politischen Rahmenbedingungen und teilweise das Selbstverständnis der Bibliotheken, so dass deren Dienste und deren Selbstbild immer noch von den gleichen Dingen verdunkelt werden, die mich vor nun mehr fast 40 Jahren nach meiner Rückkehr aus den Vereinigten Staaten zum ersten Mal geärgert hatten: Eingeschlossenheit, Betriebsblindheit, Regionalismus, Behördenangst, Hochmut, Selbstverliebtheit, mangelnde politische Einsicht und Mut.

Es fehlt immer noch eine Zielsetzung der Bibliotheken jenseits der administrativen Regularien und ihre konsequente Umsetzung.

4. In welcher Form spielen Social Media-Angebote eine Rolle in oder für Ihre Arbeit?

Social Media-Angebote werden eine große Rolle spielen. Gegenwärtig ist Facebook beherrschend und es ist sehr komisch, es wird allenthalben gegen Facebook gewettert, aber alle sind Mitglied, vom ZDF bis zu einer großen Augenklinik in Berlin-Lichterfelde. Wir wollen ja alle wissen, was unser Gegenüber, unser Kunde, unser Nutzer über unsere Dienstleistungen denkt. Wir sind eigentlich nicht so sehr an deren privaten Befinden und Tun interessiert, als daran, was wir über die Dienste, die wir anbieten, erfahren.
Das bedeutet, dass die Kommunikation mit den Nutzern auf einer anderen Ebene möglich ist als in vergangenen Jahren und die Bibliotheken auch zwingen wird, ihre Dienstleistungen zu überdenken. Diese Art der Kommunikation wird das Leben aller sehr verändern, besonders das der Bibliotheken und derjenigen, die in diesen arbeiten.

Nutzerbefragungen hat es immer schon gegeben und bei vielen Problemen wusste man, dass diese das Leben der Nutzer erschweren, aber man wird diese Beschwerden nicht mehr ignorieren können. Auf die Folgen dieser veränderten Kommunikation im politischen Prozess weist auch eine Publikation des Simon Verlages für Bibliothekswissen hin: Ingo Caesar „Social Web – politische und gesellschaftliche Partizipation im Netz: Beobachtungen und Prognosen“.

5. In welche Richtung entwickelt sich die Bibliothek zukünftig?

Ich möchte damit beginnen, was sich nicht ändern wird. Man wird Bibliotheken immer brauchen. Bibliothekare sind leider immer etwas „Medium besoffen“, d.h. sie glauben, dass durch die gegenwärtige mediale Vielfalt ihre Arbeit obsolet ist. Das ist mitnichten der Fall. Menschen, die behaupten, dass das Internet bibliothekarische oder bibliographische Arbeit unnötig macht, haben wahrscheinlich noch nie ausgiebig gesucht.

Ein Buch in unserem Programm Simon, Artur: Ethnomusikologie wird wahrscheinlich deshalb so eifrig gekauft, weil es eine einführende Bibliographie enthält, sehr begrüßt von allen Studenten dieses Faches. Es ist eine Illusion zu glauben, dass sich jeder im Netz oder auch in modernen hybriden Bibliotheken zurechtfinden wird. Wir brauchen Bibliotheken als Informationszentren aber auch als Kulturzentren. In bestimmter Weise nimmt das Internationale ab und das Regionale gewinnt an Bedeutung. Die Menschen wollen, vielleicht gerade angesichts der furchteinflößenden Globalisierung, wieder im Kiez verankert sein. Desto wichtiger ist, dass die Bibliothek Zentrum wird – gerade auch in ländlichen Bereichen, die sonst kulturell auszutrocknen drohen.
Die Arbeit der Bibliotheken kann und muss sich in diese Richtung entwickeln, wenn nicht droht ihr das Aus, so wie es Rainer Strzolka so drastisch beschrieben hat in seinem Handbuch der Kulturzerstörung. Das kann uns aber nicht egal sein, denn Bibliotheken tragen zur Menschlichkeit bei. Bibliothekar ist ein wunderbarer Beruf. Deshalb braucht der Beruf aber auch Kommunikatoren und zwar viele. Die Zahl der Katalogisierer kann dagegen wirklich schrumpfen. Das kann und sollte zentral geschehen.

Bibliotheken sind kein Instrument für machtbesessene Politiker, sie schaffen eine Atmosphäre des Vertrauens untereinander und mit ihrem Gegenüber, der Kommune, sei es eine Stadt, eine Universität oder eine Institution.

Teilen

Ähnliche Beiträge

[Zitat] Unkommentiert – 2011

Every single librarian does something special, and it doesn’t matter if they’re in a school, public library, academic, prison, commercial – any. We help to or perhaps even inspire people to read, we help people get jobs, we change lives. We make a community better. We make a community better, and yes I did repeat that, because it’s important. We help protect free speech, we help provide people with hope, and I don’t make any excuse for using such hyperbole, because it needs to be heard. It needs to be shouted.”

Phil Bradley am 13.10.2011

Teilen

Ähnliche Beiträge

Was heißt soziale Nachhaltigkeit für eine gerechte Stadtbibliotheksentwicklung? Ein Plädoyer für eine Stärkung der sozialen Kohäsion

 “Unter dem Gesichtspunkt sozialer Brauchbarkeit sind die wachsende Armut, die Bildung neuer Unterschichten und die zunehmende Wohnungsnot
in den gegenwärtigen Städten der Bundesrepublik kontraproduktiv für eine nachhaltige Stadtentwicklung. Nachhaltigkeit setzt Verteilungsgerechtigkeit
voraus, weil nur dann der schonende Umgang mit den begrenzten Ressourcen gewährleistet, und gleichzeitig die Voraussetzungen für eine Maximierung des schöpferischen Potenzials der Stadtbewohnerschaft gelegt sind.“ Werner Nohl

Der Begriff der Nachhaltigkeit verkommt in gegenwärtigen Diskursen immer mehr zu einer leeren Worthülse und wird häufiger im ökonomischen Kontext verwendet bzw. instrumentalisiert, als im sozialen Bereich. Doch wie reagieren die Städte und Landkreise, um einer steigenden Spaltung der Gesellschaft entgegenzuwirken, welche unter anderem durch eine soziale Entmischung gekennzeichnet ist? Wie nachhaltig handeln Kommunen und deren Kultureinrichtungen wie z.B. (öffentliche) Bibliotheken im Sinne einer gerechten Stadtentwicklungspolitik? “Wo bleibt eigentlich in Deutschland die produktive Unruhe für eine neue Kultur der Anerkennung?” fragte der Sozialwissenschaftler Wilhelm Heitmeyer am 3.6.2012 am Ende eines Interviews mit der Berliner Zeitung. Die Antwort blieb und bleibt offen. Wie  kann die soziale Kohäsion in den Kommunen hergestellt werden und welche Rolle können Bibliotheken als soziokulturelle Einrichtungen dabei einnehmen?

2011 wurde durch einen Blogger und Kreativkopf des Vereins Nachhaltigskeitsguerilla e.V., Maik Eimertenbrink, Obdachlose in Berlin nach ihren BildungsInteressen befragt. Die Antworten hierzu ähnelten dem Bestandsangebot öffentlicher Bibliotheken und erweckten den Eindruck einer Nutzungsanalyse, wie ich sie als Student an einer Unibibliothek durchführte. Der Titel hätte auch “Was Obdachlose an Bibliotheksbeständen interessieren könnte”, lauten können. Bislang fehlt so etwas im deutschen Bibliothekswesen, das sich offenbar nur an bestimmten “Zielgruppen” orientiert, insbesondere an den Mittelschichten und denjenigen, welche nicht am Rande der Gesellschaft stehen.

“Computer- und Sprachkurse, Geschichte, Technik, Musik, Sport, Naturwissenschaften, Philosophie und Handwerk – das Interesse Berliner Obdachloser an Bildung ist groß. Dabei will der „gemeine Obdachlose“ nicht nur Bildung konsumieren, sondern auch seinen Teil dazu beitragen und selbst gern einmal „Professor“ sein. Einerseits besteht großes Interesse, dem „Neuen“ auf der Straße zu zeigen, wie er sich auf der Straße zurecht findet und, viel wichtiger, wie er möglichst wieder runterkommt“! Andererseits haben viele Obdachlose auch Interesse über allgemeine Themen wie Musik und Schach, aber auch über Theater und Geschichte zu dozieren. Fragen, seitens der Obdachlosen, wie „Wann könnte es frühestens losgehen?“ lassen darauf schließen, dass Interesse auf einen baldigen Start besteht.”

Seit kurzem gibt es in Berlin nun die Obdachlosen-Uni, die ein einzigartiges und noch junges Bildungs- und Partizipationsprojekt für Obdachlose ist. Es finden in verschiedenen soziokulturellen Zentren allen voran in Obdachloseneinrichtungen Kurse statt, die in ganz Berlin verteilt sind u.a. Internet- und Computerkurse. Die Zahl der Wohnungslosen steigt stetig – nicht nur in Berlin der Obdachlosenhauptstadt Deutschland mit etwa 11.000 Obdachlosen. Andere Schätzungen, die vom Verband für sozial-kulturelle Arbeit und aus dem Reichtums- und Armutsbericht der Bundesregierung stammen, gehen nämlich von 300.000 Obdachlosen in Deutschland aus. Hierzu gibt es keine glaubwürdigen Statistiken wie bei Arbeitssuchenden oder Millionären. Gründe dafür sieht die BAG bei steigenden Mietpreisen, dem Rückgang von sozialem Wohnraum und der Verarmung unterer Einkommensgruppen. Ein weiterer Faktor seien die hohen Zahlen an Langzeitarbeitslosen und das Anwachsen des Niedriglohnsektors. Ihre Prognose: Anstieg der Wohnungslosigkeit um weitere zehn bis 15 Prozent bis 2015.

Mithilfe ehrenamtlicher Mitarbeiter bietet die Obdachlosen-Uni Angebote zu folgenden Themen an, wobei die Dozenten oftmals Akademiker sind, welche an Unis und Forschungsinstituten tätig waren bzw. sind:

“Von Computerkurse über Geschichte, Philosophie, Schreibwerkstatt, Psychologie der Werbung, Ägypten, Überleben auf der Strasse, Persönlichkeitsentwicklung, Deutsch, Schach, Campingkochen, Geschirrherstellung aus Ton, Alkoholkrankheit und Depression, Keramik und Blumengestecke, die Geschichte der Lüge, Englisch und Französisch, bis hin zu Bewegungs- und Bewerbungstraining sowie Motivationstechniken.Die Dozentinnen und Dozenten sind teilweise ehemalige Dozenten von der Universität der Künste, eine Dozentin von der Humboldt-Universität ist vertreten, ein Mitarbeiter des Max-Planck-Instituts, der Leiter des Instituts für Sozialwissenschaften und Partizipation, sowie Bewohnerinnen und Bewohner von Wohnungsloseneinrichtungen, Studentinnen und Studenten, Berufstätige und, naja, einfach Engagierte!”

Wenn Stadtteilbibliotheken in Berlin und in anderen Städten mehr die Zusammenarbeit mit diesen Unis bzw. “Volkshochschulen” und anderen soziokulturellen Einrichtungen für Obdachlose bereit wären einzugehen, würde dies Synergieeffekte ermöglichen.

Der folgende Kurzfilm stammt von Tomas Koolhaas, dem Sohn des Stararchitekten Rem Koolhaas. Von letzterem Koolhaas stammt die beeindruckende Architektur der 2004 erbauten Seattle Public Library. In den USA ist es seit etwa 2 Jahren weit verbreiterer, dass zum Beispiel die Stadtbibliothek San Francisco einen Sozialarbeiter beschäftigt, der sich um die Sorgen, Nöte und Probleme von Obdachlosen kümmert. Ebenso wurde in diesem Blog mehrmals über das Thema Obdachlosigkeit und Bibliotheksarbeit berichtet.

Haferklee verwies 2010 auf eine Diplomarbeit von von Carolin Schneider aus dem Jahr 2006: “Bibliothekarische Angebote für Obdachlose in England : mit einem Vergleich zur bibliothekarischen Praxis in Deutschland“. Doch leider ist diese Arbeit nicht online zugänglich. Welche Angebote bieten Bibliotheken hierzulande? Mir sind keine bekannt.

Teilen

Ähnliche Beiträge

Gelesen in Biblioblogs (21.KW’12) – Vertretung Lesewolke

Wie Dörte letzte Woche bereits erwähnte, werden wir nun als Urlaubsvertretung die “Blogschau” von Liane Haensch für wenige Wochen fortführen.

In der letzten Woche fand der 101. Bibliothekartag in Hamburgstatt. Bibliothekare und Bibliothekarinnen aller (Bundes-) länder “vereinigten” sich in der Stadt mit dem größten Seehafen Europas. Das diesjährige Motto lautete “Bibliotheken – Tore zur Welt des Wissens”. Dörte hat hierzu den Der Bibliothekartag 2012 in der Biblioblogosphäre beobachtet und laufend aktualisiert. Den Anfang machten die Eindrücke vom Festabend des Bibliothekartages 2012.

Es fällt mir schwer einige Highlights herauszugreifen. Das war zu einem die Veranstaltung “Heilige Kühe:Eine Podiumsdiskussion in der KIBA Lounge 2012”, über die H.-C. Hobohm ein Vorabstatement postete. Er stellte fest, dass sich die Diskurse und Fachgebiete mittlerweile mit Information und Bibliothek intensiver beschäftigen als die Bibliothekswissenschaft. Des Weiteren warnte er vor einer Nichtbeschäftigung mit gesellschaftlichen Entwicklungen und eine bislang fehlende eigene Position zu bestimmten Themen, welche dazu führen könnte, dass die Profession von Technik und Management mehr und mehr vereinnahmt wird.

Zum anderen hatte die Mitglieder der “Kritischen Bibliothek” ihre öffentliche Arbeitssitzung, bei der sie mit zwei Vorträgen zum Oberthema “Bibliothek und Gesellschaft: Mehr Demokratie wagen” vertreten waren.

Außerdem stimmten im Rahmen einer Mitgliederversammlung des VDB (Vereins deutscher Bibliothekare) nun über 60 Prozent für die geschlechtsneutrale Umbenennung. Dennoch konnte die hierzu benötigte Dreiviertelmehrheit nicht erreicht werden und weiterhin wird die Bezeichnung “Verein deutscher Bibliothekare” deshalb bestehen bleiben.

Zudem gab der Direktor der Bibliothek der LMU München, der gleichzeitig der Vorsitzende des VDB ist, dem Deutschlandfunk ein Interview, in dem er sich zum Lernort Bibliothek, Plagiaten und der Digitalisierung äußerte.

Klaus Graf stellt auf Archivalia die Frage “Was ist faul im deutschen Bibliothekswesen?” und listet ganz konkret auf, was aus seiner Sicht falsch läuft, wobei er nur einige Punkte zusammenstellte.

Josef Pauser verweist auf dem VÖBBLOG auf einen Artikel im Berliner Tagespiegel, der am 22.05. von Andreas Degwitz, dem Direktor der Bibliothek der Humboldt Universität verfasst wurde: “Bibliotheken im 21. Jahrhundert – Superdome des Wissens“.

Nachrichten für öffentliche Bibliotheken in NRW berichtete am 23. Mai von einem Stopp des Bibliotheksgesetzes in Schleswig.Holstein, worüber auch der Deutsche Bibliotheksverband in seinem aktuellen Newsletter berichtete.

Der seit einem Jahr existierende Libreasverein lädt im August 2012 zu zwei Veranstaltungen ein. Zum einen wird 17. August die Fachhochschule Potsdam als Veranstaltungsort für die Unkonferenz frei<tag>-2012 (Titel “Stand der Bibliotheks- und Informationswissenschaft”) dienen. Einen Tag später wird die erste Sommer School zu den Methden der Bibliotheks- und Informationswissenschaft stattfinden. last but not least wird der Verein Libreas zu seiner Jahresversammlung zusammenkommen.

Ganz aktuell äußerte sich Julia Bergmann in einem Video zur Serie “This week in libraries” (TWIL # 73) zu den Preisträgern der diesjährigen German Mover & Shaker Awards 2012 und den Innovationspotential der Bibliothekslandschaft in Deutschland und deren Hemmnissen.

Teilen

Ähnliche Beiträge

Hintergründe zum aktuellen “Call for Postings Berufsbild Bibliothekar/ Your Job Image”

“Vielmehr ist ein Erfolg unseres gesellschaftlichen Engagements davon abhängig, wie viele Leute es vorantreiben würden. Wenn wir unsere Inhalte (offizielle Stellungnahme, Diskussionen, Beiträge mit anderen Meinungen u.v.m.) twittern, in Facebook für alle unsere Freunde posten, in unseren Blogs erwähnen und verlinken etc., gewinnen wir an Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit. Wenn wir das zeitnah, inhaltlich relevant und mit genügend Teilnahme machen, sind wir nicht mehr von der öffentlichen Diskussion auszuschließen. So erreicht man einen großen und bedeutsamen Effekt bei minimaler Teilnahme – jede/r soll einfach „Share“ oder „Like“ klicken. Nicht nur virtuell. Letztendlich sind wir „Fleisch und Blut“ und leben in einer physischen Welt. […] Die Zeiten eines isolierten Bücherwurms, der sich von der Außenwelt in seiner Bibliothek abschottet, sind vorbei. Heute sind wir vernetzt, wir können miteinander kommunizieren, diskutieren, und vor allem – handeln. Wir sind mit der Welt besser verbunden und können Einfluss auf Entwicklungen nehmen, bevor sie uns in der Bibliothek erreichen, und somit der Gesamtgesellschaft Gutes tun und nicht nur unseren Benutzer/-innen oder unserem Gewissen. Unterm Strich: Wenn wir uns für die Gesellschaft einsetzten, setzten wir uns für Bibliotheken ein. Wenn wir im öffentlichen Bewusstsein als wahre Kämpfer für die Rechte aller Menschen wahrgenommen würden, gäbe es kein besseres Marketing.” Shaked Spier

Zum aktuellen “CfP: Projekt Berufsbild/ Your Job Image” sollte auf das Plädoyer von Shaked Spier verwiesen werden, welche es in die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Bibliotheksdienst [46. Jg. (2012), H. 3/4, S. 171-181] schaffte und eine gewisse Reflexionskompetenz und Präsenz (z.B. Internet und Web 2.0) von BibliothekarInnen oder/und Information Professionals” (über die normale berufliche Arbeit hinaus) auch im Hinblick auf die Erhöhung des (sozialen) Engagements im virtuellen, als auch  im reellen Raum forderte.

Als ich am 31. Januar im britischen Guardian den Artikel Beyond books. what it takes to be a 21st librarian las, kam ich nach einer Diskussion mit Dörte auf die Idee einen Aufruf zu starten, in dem ich nach Bibliothekar_Innen fahndete, die bereit wären an einem imagefördernden Zeitungsartikel mitzuschreiben.

Allein der Aufruf war schon die Mühe wert, da es für mich, aber auch für andere, durchaus eine Erfahrung und auch ein Lerneffekt waren, zu sehen, dass das Agenda Setting  in überregionalen Tageszeitungen von brandaktuellen News, Medienhypes (Guttenberg, Wulff und Piraten) und den Lieblingsthemen (Stichwort Boulevardisierung statt Inhalte und Aufklärung) der Meinungsmacher bestimmt ist und Artikel blitzschnell an Relevanz verlieren oder hinzugewinnen. Wäre der Piratenparteitag in einer großen Bibliothek abgehalten worden, wäre Bundespräsident Joachim Gauck mit einer Bibliothekarin (statt Journalistin) liiert oder wären Magdalena Neuner oder Lindsay Vonn neben ihrer Karriere als Sportlerinnen noch Bibliothekarinnen, würden sich durchaus mehr Chancen ergeben diesem Berufsfeld in überregionalen Tageszeitungen und vielen anderen Medien mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Würden einige der Darsteller bei GZSZ, der Lindenstraße oder “Türkisch für Anfänger” BibliothekarInnen verkörpern, wäre Bibliothekar/Bibliothekarin ein Beruf wie jeder andere (wie z.B. D.J. oder Taxifahrer) und jeder Artikel darüber hätte leichter lanciert werden können.

Mehrere Journalisten derselben Wochenzeitung vertrösteten mich letztes Jahr, da zu der Zeit Fukushima oder anderes mehr LeserInnen interessiere und dieses Thema gerade sehr brisant war. Welche Rubrik eignet sich über ein Berufsfeld zu schreiben/ zu polemisieren, das die wenigsten Menschen wirklich kennen und die wenigsten Menschen zu (angeblich) zu interessieren scheint? Nach dem Idealismus folgte die Ernüchterung. Die Journalisten schienen auch nach mehrmaligen Überzeugungsversuchen bis zum Schluss immer noch nicht so wirklich interessiert gewesen zu sein. Für die meisten schien es in ihre Zeitung nicht hineinzupassen.

Durch die Verbreitung dieses Aufrufs meldeten sich durchaus einige Interessenten und potentielle Co-AutorInnen. Bis auf einen Kontakt zu einer überregionalen Zeitung, den ich hatte, waren andere Zeitungen nicht bereit Berufsangehörige über ihren eigenen Berufsstand einen Artikel verfassen zu lassen. Nicht jeder Journalist oder Wissenschaftler (z.B. Gunther Dueck) ist mit einer Bibliothekarin verheiratet und macht sich die Mühe sorgfältig über einen vielfältiges Berufsfeld zu recherechieren.

Lee Rainie vom Pew Internet Research Center betonte ja letztes Jahr die Chancen und die Synergieeffekte für beide Berufe, die sich daraus ergeben, wenn beide mehr miteinander arbeiten und die Gemeinsamkeiten der beiden Berufswelten zusammen zu verbinden. Inwieweit wurde das, was er vorschlug in den einschlägigen Bibliotheksverbänden und in der Berufsbildung bislang rezipiert? Letztlich können einen solchen Artikel maximal 1-3 Personen verfassen. Die Schwierigkeit und das hehre Ziel war eine überregionale Zeitung zu finden. Auf lokaler Ebene pflegen Bibliothekar_Innen bereits gut Kontakte zu Journalist_Innen, welche ihnen wohlgesonnen sind und durchaus gute PR für öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken machen. Nach einem gebrochenen Versprechen, das ein Journalist auf einen Bibliotheksleiter zugeht, der sich auf meinen Aufruf meldete und eine Polemik verfassen hätte sollen, brach ich dann den Kontakt mit der Zeitung ab, da es sich der Journalist dann doch plötzlich nach einer anfänglichen Zusage anders überlegte.

Den Höhepunkt bildete schließlich ein Beitrag von DRadio Wissen Anfang Dezember 2011, der in differenzierter Weise in der Kategorie “Mein Studium” das Fach Bibliotheks- und Informationswissenschaft  dezidiert vorstellte, wobei auch Doreen, unsere Bloggerkollegin, interviewt wurde. Neben Claudia Lux kamen auch Patrick Danowski und Oliver Pohl zu Wort.

Ein weiteres Highlight kam von unserer Bloggerkollegin Stefanie Hotze: Als einzige Bibliothekarin aus dem deutschsprachigen Raum, nahm sie am Library Day in the Life-Projekt teil. In dem eingangs erwähnten Artikel “Beyond books: what it takes to be a 21st century librarian” wird das ebengenannte Projekt vorgestellt und einzelne BibliothekarInnen berichten von ihrer Arbeit.

“Books are only one aspect of what libraries and librarians are about. Librarianship is a people profession; a librarian’s job is to connect people with the information they are seeking, whatever format that may take. At their heart, all library jobs have a central purpose: to help people access and use information, for education, for work, or for pleasure. In all library roles customer service and communication skills are important. If anyone ever thought they’d become a librarian because they liked books or reading, they would be sorely disappointed if they did not also like people too. Libraries of all kinds are keen to demonstrate their value to as wide an audience as possible, and to open up access to culturally significant resources that they hold.” Emma Cragg und Katie Birkwood

Bislang gibt es weder in Fachzeitschriften noch in der Biblioblogosphäre nähere Hinweise, ob noch andere BibliothekarInnen aus Deutschland daran teilnahmen.

Letzterer Satz passt als Überleitung zum nächsten Thema. Vor wenigen Tagen bloggte Herr H.-C. Hobohm die Frage “Warum sind Information Professionals so internetavers?”

“Oder technophob, arachnophob, digiphob… jedenfalls nicht internetaffin? […] Letztlich wurde mir sogar als Begründung für die Netzverweigerung gesagt: “weil ich information professional bin.” Es handelt sich auch nicht nur um die Ablehnung eines bestimmten Konzerns wie Facebook, Google oder Microsoft, sondern meist um eine generelle Abstinenz. Interessanterweise erlebe ich auch gerade bei diesen Personen eine Art Microsoft Hörigkeit. Und das Argument, dass gerade Microsoft Daten auf dem heimischen PC sammelt kommt hier nicht an. […] Gut, es müssen ja nicht alle Digital Natives sein, aber als Informationsspezialist müsste man doch zumindest “heavy user” und “visitor” sein, wie Peter Kruse es anschaulich untersucht hat.”

Hat er recht? Oder hätte er den Zusatz “im deutschsprachigen Raum” noch anführen können? Ist es eine Generationenfrage und wird mit der allmählichen Verrentung der Baby-Boomer-BibliothekarInnen der Anteil der netzaffinen und digitalen “Information Professionals” zunehmen?

Ich weiß es nicht. Fest steht, dass im anglo-amerikanischen Raum, aber auch in Frankreich sehr viel mehr gebloggt, gefacebookt, getwittert wird und das Internet durch BibliothekarInnen genutzt wird. Was Frankreich betrifft, gibt es dort durchaus auch mir bekannte junge Abstinenzler, aber meiner Ansicht nach, gibt es ein wenig mehr DokumentarInnen und BibliothekarInnen, welche virtuell präsent sind und das auch in ihrer privaten Freizeit mitverfolgen. Vermutlich ist es vielmehr die “German Angst” und weniger die German Openness, welche diese These unterstützt. Es gibt ja immer noch die Möglichkeit Aliasnamen zu nutzen, wie es die Blogger von “Ultra Biblioteka” und auch andere tun. Niemand wird gezwungen sich mit seinem wahren Namen zu “outen”.

In diesem Sinne gibt es nun die Möglichkeit sich über Bibliothekarisch.de über das eigene Berufsbild in fünf Fragen zu äußern, so dass am Ende eine Vielfalt an beruflichen Tätigkeiten zusammenkommt. BibliothekarInnen, ob ehrenamtlich, verrentet, ehemalig oder professionell, welche Interesse haben beim CfP mitzumachen und fünf Fragen zu beantworten, sind herzlich dazu eingeladen sich bei uns zu melden.

Schicken Sie uns Ihren Beitrag und Ihr Bild oder Fragen, die Sie haben, an cfp[at]bibliothekarisch.eu oder doerte.boehner[at]bibliothekarisch.de.

Teilen

Ähnliche Beiträge

“Redefining Research”: Eine Infografik zur heutigen Entwicklung und Nutzung von Wikipedia

“According to this infographic, you don’t matter. You are replaceable. You are overpriced. You are irrelevant in a world embracing Wikipedia. You are obsolete.” Matthew C. Winner

Nach 244 Jahren regelmäßigem Erscheinen der Encyclopedia Britannica in Printform wurde der Druck eines der bekanntesten Nachschlagewerke im März diesen Jahres eingestellt. Durch den Wettbewerbsdruck mit Wikipedia wird Encyclopedia Britannica künftig online zur Verfügung stehen.Wikipedia liefert auf 26 Millionen Seiten Inhalt und Informationen zu unterschiedlichen Themengebieten. Obwohl des Öfteren die Informationsqualität und die Glaubwürdigkeit der Quellen auf Wikipedia infrage gestellt wird, achten die Schreiberlinge bei Wikipedia auf Aktualität und Fehler. Studien haben gezeigt, dass Wikipedia inzwischen genauso fehlerfrei und präzise ist, wie die Encyclopedia Britannica. Die folgende Infografik zeigt, wie Wikipedia die Suche nach enzyklopädischem Wissen revolutioniert hat und zu einer vertrauenswürdigen Wissensquelle wurde. “The Busy Librarian“, aber auch Joyce Valenza setzten sich kritisch mit dieser Infografik auseinander, welche Behauptungen aufstellt, dass Schüler mehr Wikipedia als Bibliotheken nutzen. Die Infografik wirft in der Tat einige Fragen auf, welche sich u.a. auch auf das Nutzungsverhalten von öffentlichen Bibliotheken im Vergleich mit Wikipedia beziehen. Lassen sich eine Enzyklopädie wie Wikipedia mit öffentlichen Bibiotheken so einfach vergleichen und gegenüberstellen? Ich denke, es ist nicht jedes Detail an dieser Infografik zu hinterfragen, da durchaus einige Aussagen Tatsachen entsprechen.

Wikipedia
Via: Open-Site.org

Teilen

Ähnliche Beiträge

[Zitat] Unkommentiert – 2010

“The librarian is not simply a checkout clerk whose simple task could be done by anyone and need not be paid for. Those who think that every expert can be replaced by a cheerful volunteer who can step in and do a complex task for nothing but a cup of tea are those who fundamentally want to see every single public service sold off, closed down, abolished.”

Philip Pullman

 

Teilen

Ähnliche Beiträge

Die “Teen Tech Week” 2012 (TTW) von YALSA: Geek Out @ your library

Derzeit (04.03.-10-03.2012) findet  die “Teen Tech Week” in den USA statt. Interessierte öffentliche (Schul-) – und Stadtbibliotheken können sich daran beteiligen. Im folgenden Video erklärt die Präsidentin von YALSA, Sarah Flowers, was es mit der “Teen Tech Week” auf sich hat.

“Teen Tech Week is a national initiative aimed at teens, librarians, educators, parents, and other concerned adults meant to encourage teens to take advantage of libraries’ nonprint resources. The 2011 theme — Mix and Mash @ your library — focuses on encouraging teens to use library resources to express their creativity by developing their own unique online content and safely sharing it by using online collaborative tools. It also positions the library as a place for safe exploration of the many types of technology available at libraries, including DVDs, music, gaming, video production, online homework help, social networking, tech workshops, audiobooks and more.”

YALSA

Internetbasierte Tools, wie Facebook, Instant Messenger und Smartphoneappplikationen sind Teil der Kultur und der Freizeit von Teenagern geworden. Schulbibliotheken und öffentliche kommunale Bibliotheken öffnen derzeit noch bis 10. März ihre Türen, um insbesondere Jugendlichen im Teenageralter moderne Informations- und Kommunikationstechnologien in den jeweiligen Bibliotheken näher zu bringen. Dabei geht es auch darum die “digital literacy skills” vieler Jugendlichen zu verbessern, indem Digitale Medienworkshops, E-books, Datenbanken, einer Online-Hausaufgabenhilfe und Gaming-Wettbewerben angeboten werden.

In diesem Jahr steht die Teen Tech Week unter dem Motto Geek Out @ your library. Jugendliche und Bibliothekar_innen werden zusammenarbeiten, um sich ihren eigenen und einzigartigen Webtechnologiecontent zu schaffen. Außerdem wird den Jugendlichen beigebracht wie sie “ethical users” ihrer Informations- und Kommunikatonstechnologien werden können. Eine Vielzahl von Studien hat gezeigt, dass bei einer Mehrheit von jungen Menschen, welche sie ihre Lieblingssongs aus dem Internet herunterladen oder Instant Messaging-Dienste mit ihren Freunden zusammen nutzen, dass es an kritischem Denken und an Informationskompetenz mangelt. Gemäß einer Pew Internet-Studie, gaben 70 Prozent der befragten Jugendlichen an, dass sie Ratschläge zum Thema Internetsicherheit von Lehrer_innen oder einem anderen Erwachsenen in der Schule erhielten. Laut Sarah Flowers sind sich die Bibliothekar_innen dort weitesgehend einig, welche wichtige Rolle Informations- und Kommunikationstechnologien für Teenager spielen:

“Libraries and librarians recognize that technology plays an important part in a teen’s life. […] Education is the key to safe and ethical use of the Web and other technologies, and librarians are uniquely suited to provide teens and their families with the knowledge they need.”

Viele Teenager in den USA bewerten Bibliotheken als  “technology hubs”, die einen Zugang zu Experten gewähren: Bibliothekar_Innen
Das U.S. National Crime Prevention Council fand heraus, dass 43 % der Jugendlichen in den USA bereits Opfer von Cyberbullying-Attacken im letzten Jahr wurden. Wie hoch sind die Zahlen in Deutschland und was konkret unternehmen Schulen, Bibliotheken und Eltern dagegen? Die öffentliche  Briggs Lawrence County (Ohio) Bibliothek wird Teenagern Informationsveranstaltungen zum Thema Cyberbullying anbieten und St. Johns (Fla.) County Public Library wird Internetsicherheitsworkshops anbieten, um den Jugendlichen zu zeigen, wie diese sich online besser schützen können.
Außerdem wird es im Rahmen der Teen Tech week in manchen Bibliotheken ein Geek Olympics Wettbewerb geben. Jugendliche werden in folgenden Disziplinen gegeneinander antreten: einem Suchmaschinenwettbewerb, Webseitenerstellungswettkampf, ein unknackbares Passwort und eine digitale Pinwand zu entwickeln usw.
Partner, Förderer und Sponsoren der diesjährigen “Teen Tech Week” sind ALA Graphics, Audio Publishers Association, AudioGO, Figment.com, Hackasaurus, Peachtree Publishers und Tutor.com.
Teilen

Ähnliche Beiträge

Gesucht: Movers & Shakers in Bibliotheken 2012

Die US-amerikanische Zeitschrift Library Journal vergibt seit 2003 jährlich den Preis Movers & Shakers an besonders innovative Bibliothekar_Innen. Ähnlich wie bei Filmpreisverleihungen gibt es hierzu verschiedene Kategorien. Gewinner waren 2011 unter anderem schon Ned Potter (Marketer), Buffy J. Hamilton (“The Unquiet Librarian“) (Change Agent), Bobbi Newman (Innovator), Ryan Deschamps (Community Builder), Eli Neiburger (Tech Leader) und Tracy Crawford (Advocate).Unter den Preisträger_Innen fällt auf, dass es recht viele im Alter von 30-40 Jahren gibt. Wie hoch ist das Durchschnittsalter innovativer Bibliothekar_Innen in Deutschland? Besonders bekannt dürfte der deutschsprachigen Bibliothekswelt die Preisträger 2009 in der Kategorie Marketers sein, da zwei von ihnen auch letztes Jahr auf dem deutschen Bibliothekartag über die Zukunftswerkstatt eingeladen wurden: Erik Boekesteijn, Jaap Van De Geer, Geert Van Den Boogaard (DOK Delft)

Nun stiftet der Verlag De Gruyter in Kooperation mit der Zeitschrift BIBLIOTHEK Forschung und Praxis (BFP) und der Zukunftswerkstatt Kultur- und Wissensvermittlung e.V. erstmals den Preis “Movers & Shakers”. Im Auschreibungstext heißt es:

“Wir suchen Personen mit dem Blick nach vorn, die Ideen konkret umsetzen und so Bewegung in die Bibliothekslandschaft bringen. Wir suchen die Movers & Shakers der Bibliotheken. […] Mit dem Preis werden Personen oder Gruppen ausgezeichnet, die sich besonders erfolgreich für die Umsetzung von innovativen und zukunftsweisenden Ideen in öffentlichen oder wissenschaftlichen Bibliotheken oder deren Umfeld engagiert haben.”

Die Preisvergabe kann an Einzelpersonen gehen oder an ein Team. Vergeben wird der Preis in zwei Kategorien:

1.  Innovatives Benutzererlebnis / innovativer Benutzerservice und 2. neue Technikanwendung.

Prämiert werden bereits umgesetzte Aktivitäten, die in Bibliotheken oder um Bibliotheken herum oder allgemein bei der Informationssuche bzw. Wissensvermittlung zum Einsatz kamen nd kommen.Besonderes Hauptaugenmerk liegt auf Projekte und Services, welche zum Mitmachen anregen oder als Best Practice Beispiele auch auf andere Einrichtungen übertragbar wären.

Diese Projekte oder Angeboten sollten in den letzten zwei Jahren erfolgreich in die Praxis umgesetzt worden sein. Was besonders hervorsticht ist die Tatsache, dass auch Projekte eingereicht werden können, welche noch nicht realisiert wurden. Die Hauptbedingung hierfür ist, dass das Endresultat dennoch bereits erkennbar ist.

Bedauerlich ist meines Erachtens nur, dass es keinen kreativeren und innovativeren Namen als “Movers & Shakers” hierfür gibt, da dieser je bereits in den USA genauso verwendet wird und wie ein Abklatsch oder eine Kopie wirkt.

Der Preis ist je Kategorie mit € 500 dotiert. Die Preisträger (Personen oder Teams) erhalten darüber hinaus ein Anerkennungszertifikat und werden eingeladen, ihre Leistung während des Bibliothekartags 2012 im Rahmen der Veranstaltungen der Zukunftswerkstatt zu präsentieren.

Zudem wird ihnen ermöglicht, in der Zeitschrift BFP über Ihre Arbeit zu berichten.

Bewerbungsverfahren:

Für den Preis kann man sich selbst bewerben oder vorgeschlagen werden. Bei Vorgeschlagenen ist die Annahmebereitschaft vorab zu klären.Teilnahmeberechtigt sind Bibliothekarinnen, Bibliothekare und andere Informationsprofis im deutschsprachigen Raum.

Dadurch, dass die Infos über den Preis auch über den schweizerischen Bibliotheksnewsletter Swiss-Lib gingen (leider nicht auf Italienisch und Französisch. Wenn schon die Schweizer_Innen angesprochen werden, sollten auch aus Fairneßgründen die anderen nicht rein deutschsprachigen Kantone und Bibliothekar_Innen berücksichtigt werden), können sich neben Schweizer_Innen mit Sicherheit auch Österreicher_Innen, Südtiroler_Innen, Liechtensteiner_Innen und Belgier_Innen (Deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens mit Sitz in Eupen) bewerben.

Inwieweit sich andere deutsche Bibliothekar_Innen, welche im Ausland tätig sind (z.B. bei den Goethe-Instituts-Bibliotheken weltweit, in Skandinavien und Frankreich oder einer deutschsprachigen Minderheit in Russland, Brasilien oder Ungarn angehören) auch bewerben können ist nicht ganz deutlich, aber ich denke die Möglichkeit einer Bewerbung dieser Gruppen ist sicherlich gegeben.

Es wird im Ausschreibungstext keine Angabe über den Ort der Bibliothek und Arbeits- und Wohnort und die Staatsangehörigkeit möglicher Kandidaten gemacht. (Erik Boekesteijn, Jaap Van De Geer und Geert Van Den Boogaard waren 2009 auch keine US-Amerikaner_Innen und erhielten den Preis aufgrund ihrer innovativen Bibliotheksdienstleistungen, welche weltweit (v.a. nur Nordamerika und Europa) für Furore und Bekanntheit sorgten.)

Für die Bewerbung einzureichen ist eine max. 3-seitige deutschsprachige Beschreibung des Produktes oder Projektes (einschließlich Abbildungen und weiterführenden Links). Beizufügen ist eine Kurzbiographie der Kandidatin bzw. des Kandidaten oder der Teammitglieder. Die Unterlagen müssen bis zum 25.04.2012 beim Verlag als E-Mail-Attachment vorliegen (senden an: alice.keller@degruyter.com).

Eine fünfköpfige Jury, welche aus Herausgebern der Zeitschrift BFP (Bibliothek-Forschung-Praxis) und Mitgliedern der Zukunftswerkstatt Kultur-und Wissensvermittlung e.V.  besteht, wird die eingereichten Vorschläge einer kritischen Beurteilung unter Heranziehung eines Kriterienkatalogs unterziehen. Zur Erhöhung der Chance diesen Preis zu erhalten, wird besonders berücksichtigt, ob die Idee oder das Projekt innovativ und/oder kreativ ist und ob sich in der Institution oder für ihre Services und Kunden etwas bewegt hat und diese Innovation/dieser Service von anderen übernommen oder für ihre Zwecke adaptiert werden kann. Dieses Verfahren wird nicht öffentlich sein und die Entscheidung bei der Auswahl wird endgültig sein. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Die Benachrichtigung der Gewinner_in(nen) der Institution oder für ihre Services und Kunden etwas bewegt hat erfolgt schriftlich und die Preisvergabe wird während des Bibliothekar*tages 2012 stattfinden

Teilen

Ähnliche Beiträge
1 2 3 4 5 8