Aus aktuellem Anlass: Zwei Videos zum gestrigen “Save Our Libraries Day”

Gestern fand in Großbritannien der “Save your libraries day” statt. Vor manchen Bibliotheken sah es tatsächlich wie auf dem folgenden Retrobild von Phil Bradley aus. In der Bibliothek in Bampton (siehe Foto) und in vielen anderen wurden sogenannte “Read-Ins” verstanstaltet. Dabei handelt es sich um öffentlichkeitswirksame Proteste, bei denen beispielsweise junge NutzerInnen die Regale leer räumten, um Solidarität zu zeigen. Das “Chartered Institute of Library and Information Professionals” rief die UnterstützerInnen zu folgenden Aktionen auf:

  • Got less than 2 minutes? Tweet why you love libraries using the hashtag #savelibrariesPost this page to your Facebook profile and spread the word
  • Got 2 minutes? Visit your library website to download an ebook or use online reference resources.
  • 5– 10 minutes? Contact all your friends and family, ask them to join their library and use library services on the 5th. Search and reserve books through this guide to library services in England.
  • 10 – 15 minutes? Email or write to your local MP, local press or Secretary of State for Culture, Media and Sport about the unique contribution public libraries make to society.
  • 15 – 30 minutes? Pop down your local library on the 5th. Borrow as many books as you can. While you are there read a newspaper, go online and find out what’s happening in your local community.”

Die britische Zeitung “The Guardian” hatte vor einigen Tagen eine geographische Karte veröffentlicht. Sie bildet die von Schließungen bedrohten Bibliotheken landesweit ab und zeigt an, wo überall Aktionen stattfanden.  Folgende Aktionen wurden gestern durchgeführt:

  • Love your Library
  • “normale” Proteste
  • Autorenlesungen
  • Öffentliche Kundgebungen
  • Poetry Day

Am häufigsten wurden Proteste abgehalten. Insgesamt geht es um die Schließung von  etwa 450 Bibliotheken. Betroffen sind nach wie vor öffentliche Bibliotheken in den Grafschaften Suffolk, South Yorkshire, Sommerset, Oxfordshire, Gloucestershire, Cornwall, Essex, Dorset, Gloucestershire und Buckinghamshire und Cambridgeshire. Genauere und ausführlichere Informationen befinden sich auf der Webseite des Guardian, auf der Internetseiten “Voices for the Library” und das Weblog von Alan Gibbons ist auch sehr informativ. Des Weiteren kommen folgende Städte, die zum Metropolregionen zählen bzw.  Stadtteilbibliotheken sind, hinzu: Bolton, London (mehrere Stadtteilbibliotheken betroffen), Edinburgh


In dem folgenden Video sind die EinwohnerInnen von Milborne zu sehen, wie sie gegen die Sparpläne und die mögliche Schließung mobil machen:

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We love Libraries

Über die in der Grafschaft Somerset geplanten Bibliotheksschließungen hat Wolfgang mit seinem Beitrag “Opening hours”: Ein trauriger Kurzfilm gegen die geplanten Bibliotheksschließungen in der Grafschaft Sommerset (Großbritannien) hier im Blog bereits auf die Situation aufmerksam gemacht.

Ein weiteres Plädoyer für ihre Bibliotheken geben nun die “Friends of Somerset’s Libraries”:

This film is an independent project in support of the Friends of Somerset’s Libraries – a coalition of library campaigners in the West of England with media support from the Friends of Glastonbury Library & the Friends of Shepton Mallet Library.

Die hier genannten Argumente sind sicherlich auch für hiesige Bibliotheken eine Unterstützung im Kampf gegen Kürzungen und Schließungen.

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“Opening hours”: Ein trauriger Kurzfilm gegen die geplanten Bibliotheksschließungen in der Grafschaft Sommerset (Großbritannien)

Der folgenden Film wurde innerhalb eines Tages gedreht und macht auf auf drastische Weise deutlich, wie das schier unmögliche, die Schließung oder gar der Abriß von Bibliotheken dargestellt werden kann. Der Film soll eine Reaktion auf die geplanten Bibliotheksschließungen in der Grafschaft Sommerset sein, die vorsieht 60 % der Zweig- und Fahrbibliotheken zu schließen, einschließlich der gut besuchten “Glastonbury library“:

“This is disgusting. If you feel the same please show your support by joining the ‘Friends of Glastonbury Library’ facebook page which you can find by following the link below or similarly by sending an email of support to saveglastonburylibrary@googlegroups.com”

Etwas Ähnliches und ebenso Besorgniserregendes haben B. Kaden und K.Schuldt in der letztjährigen Ausgabe von Libreas (Thema “Kinder”) zusammengestellt: Einen Berliner Photoessay mit dem Titel “Was kommt nach den Kinderbibliotheken?” Die Frage konnten die beiden durch ihre Photodokumentation zwar beantworten, doch das Ergebnis hilft den Kindern dort meist nicht weiter, denn viele Flächen sind entweder verwaist oder es haben sich Läden angesiedelt, die nichts für Kinder tun. Wie können Kinder, die in solchen Stadtteilen leben, in denen Bibliotheken geschlossen wurden, ihre Lesekompetenz, ihr Bedürfnis nach Medien und das soziale Miteinander, wie es in Bibliotheken in Form von Veranstaltungen für Kinder gefördert wird, nun aufrechthalten bzw. kompensieren? Obwohl Berlin vermutlich nach 1990 eher eine Phase einer klassischen Shrinking City durchlebte, wächst die Stadt heute wieder, aber die Bibliothekslandschaft ist im kommunalen Bereich dort in den letzten 21 Jahren drastischen Schrumpfungsprozessen ausgesetzt gewesen. Wie hat sich das negativ für die Bevölkerung in den betreffenden Stadtteilen ausgewirkt? Klingt Bibliothekssterben nicht irgendwie zu passiv? Es gab doch immer wieder Bibliotheken, die sich nicht über zu geringe Nutzerzahlen beschweren konnten, aber dennoch am Ende geschlossen wurden, obwohl sie gut funktionierten und von fleißigen BibliothekarInnen geführt wurden. In solchen Fällen klingt meiner Meinung nach “Bibliothekssterben”  viel zu verharmlosend, treffender fände ich den Begriff  “Bibliothekstötungen”. Eigentlich könnte diese photographische Dokumentation des langsamen Bibliothekssterbens  von Kaden & Schuldt eine Aufgabe sein, der sich jeder in einer betroffenen Kommune bzw. einem von “Bibliotheksschließungen” heimgesuchten Bundesland widmen könnte und hierzu Ausstellungen durchführt und der Frage nachgeht was nach den Bibliotheken kommt. Sind Bücherschränke die neue Alternative? Oder pensionierte BibliothekarInnen und andere Buchliebhaber, “die neuen Freiwilligen“, welche den Service aufrechterhalten? Sind also ausgebildete BibliothekarInnen ersetzbar geworden? Stört das denn irgendwen? Doch wie groß ist eigentlich  der finanziell schwer zu bezifferende Schaden, der durch  die gezielten “Bibliothekstötungen” zustande kommt? Oder wie stehen Bürger einer Kommune heute da, deren Bibliothek vor 10 Jahren oder mehr geschlossen wurde? Hatte die Schließung keinerlei Konsequenzen für ihr Wohlbefinden oder traf sie diese sehr hart, da die Nutzung der Angebote der Bibliothek Teil ihrer Freizeit waren oder gab es Alternativlösungen? Was passierte mit den arbeitslos gewordenen BibliothekarInnen und den bibliotheksarm gewordenen EinwohnerInnen, für welche die Bibliothek ein Informations- und (Weiter-)Bildungsort war? Zukünftig wird es mehr und mehr “Shrinking Cities” geben, die mit einer Schrumpfung der Gesellschaft einhergeht. Mich würde interessieren wie nicht nur die Kommune, sondern auch die Bibliotheksverbände und die Ausbildungseinrichtungen auf diese Herausforderungen reagieren werden. Wäre es nicht ebenso eine Aufgabe bzw. ein Anliegen der Zukunftswerkstatt, sich mit dem Aspekt von Bibliotheken im Spannungsfeld von Shrinking Cities (“Schrumpfende Städte“) auseinanderzusetzen, um die Frage zu beantworten, ob schrumpfende Städte per se ein Bibliothekensterben bedeuten müssen? » Weiterlesen

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[Zitat] Unkommentiert – 2006

“The library is a place, where conflicting ideas co-exist, where people can discover undiscovered knowledge and where the powerless can be empowered through access to knowledge. At the same time, the library can be a place that maintains social and cultural order by collecting, distributing and organizing hegemonic knowledge. Controlling knowledge has historically been a way of controlling people. When one understands that the role of the library is double-edged sword, diversity comes to hold a vital place. However, from the dominant culture’s perspective, diversity in libraries is a threat because it challenges normalized knowledge, ideas and practices. […] Library communities need to unlearn racism, sexism, homophobia and relearn what we have learned. No matter how much we try to create a more so called “diverse” library community, without unlearning and exposing our own racist thinking we can never create a truly diverse environment. The library should be place, where we not only facilitate the education of our users, but also of ourselves.

Shin Joung Yeo and James r. Jacobs: “Diversity matters? Rethinking diversity in libraries”. In: Counterpoise 9 (2) Spring, 2006, p. 5-8

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Zum 66. Geburtstag von Nancy Pearl: “Happy Birthday”

An dieser Stelle wünschen wir Nancy Pearl, die als Vorbild der “Superheldenbibliothekarin” dient, alles Gute zum Geburtstag. Happy birthday Nany Pearl!

Es wäre doch durchaus wünschenswert, wenn sich auch weitere Actionfiguren in jedem Land auf der Welt finden, um BibliothekarInnen im Mainstream der Spiel- und Berufswelt auftauchen zu lassen. Trotzdem sollte eine mögliche heutige Figur zeitgemäßer, weniger klischeehaft und dem Beruf entsprechend adäquater aussehen als die “Nancy Pearl Librarian Action Figure” z.B. mit E-bookreadern in der Hand. Die Firma Playmobil stellt(e) viele Figuren unterschiedlicher Berufsgruppen her, aber BibliothekarInnen gibt es bis heute nicht im Sortiment.  Vor wenigen Jahren verschenkten die Berliner Verkehrsbetriebe anlässlich der Baumaßnahmen auf der Linie U1/U3 Playmobilfiguren, die in Form von Bauarbeitern, für Verständnis und um Aufmerksamkeit bei Kindern und Erwachsenen warben. Wenn schon die BVG es sich leisten konnte, eigene Playmobilfiguren herzustellen, dann doch sicherlich auch die Bibliotheksverbände hierzulande und anderswo. Auf Jobmessen und bei Veranstaltungen, an denen NichtbibliothekarInnen teilnehmen, wären solche Giveaways ideale Instrumente zur Kundengewinnung und Kundenbindung oder als Aufmerksamkeitsteaser, dass es uns (noch) gibt.

Laut Pearl müssten angehende BibliothekarInnen trotz gewisser anderer Trends und Prioritäten in der Ausbildung und im Studium, weiterhin folgende Fähigkeiten beherrschen:

The largest problem facing librarianship today is, that we have yet to balance the three important functions a library has in a community: information access, providing people with books and material for their recreational learning and reading, and offering quality programs for our patrons. The pendulum swung way over on the information access side and has yet to right itself. We graduate people from library schools (information schools) knowing how to build a website, but not knowing how to recommend a book to someone who comes in asking for something good to read.”

Bestimmte Personen fühlen sich in einer Buchhandlung vermutlich besser beraten als in so mancher Bibliothek. Das spiegeln auch meine Erfahrungen wider. Seit einigen Jahren gibt es auf Deutschlandradio Kultur jeden Freitag die Sendung “Ihre Buchhändlerin empfiehlt“. Dabei fällt auf, dass es Buchhändlerin nicht BuchhändlerIn heißt, so dass der Öffentlichkeit wieder einmal mehr suggeriert wird, dass dieser Beruf per se als ein typischer Frauenberuf zu verstehen sei. So zumindest mein Eindruck. Zudem wundert es mich sehr, dass es hierzulande bisher noch keine vergleichbare Sendung gibt, die da lautet  “Ihr(e) BibliothekarIn empfiehlt”. Aus dem Studium ist mir noch bekannt, dass es  in Finnland  schon seit mehreren Jahren eine Radiosendung gibt, wo es nicht nur um Bücher geht, sondern um die Förderung der Neugierde und dem Hunger nach Wissen, indem jeder Fragen an BibliothekarInnen stellen kann. Warum wird hierzulande eigentlich nicht schon längst der Kontakt mit Radiostationen auf lokaler Ebene gesucht und so etwas Ähnliches ausprobiert? Oder bin ich nur unzureichend informiert?

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Lachen BibliothekarInnen? – Persönliche Eindrücke & unbeantwortete Fragen & ein Best Practice Beispiel aus Österreich

Das Image hat besonders bei Dienstleistungen eine Orientierungsfunktion. Das Image entsteht aus der Ganzheit aller –richtigen und / oder falschen Vorstellungen über ein Produkt / eine Dienstleistung und / oder ein Unternehmen / eine Institution.”

Prof. Dr. U. Georgy nach Manfred Bruhn

“Do librarians laugh?” So lautete der Titel eine Vortrags von Justyna Jasiewicz-Hall anläßlich des 15. BOBCATSSS-Symposiums 2007 in Prag.  Was dann folgte waren Best Practice Beispiele aus den Medien, redundante und allseits bekannte Aufzählungen von Gründen, wieso und weshalb  es mit dem Image schlechtsteht und die  Bibliotheksarbeit nicht ausreichend anerkannt wird. Ihre Beispiele stammten meist aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum und ebenso verhielt es sich mit ihren angegebenen Webseiten.  Ihr ging es damals darum zu zeigen, wie BibliothekarInnen im Alltag wahrgenommen werden und was woanders (z.B. in den USA) besser laufe.  Auf Anfrage an Frau Engelkenmeier ob es denn deutschsprachige Filme gibt, in denen BibliothekarInnen (klischeehaft oder nicht) vorkommen, fiel die Antwort nicht gerade positiv aus, denn es gibt kaum welche.  Als ich in letzter Zeit selbst auf YouTube und anderswo danach suchte, fand ich kaum etwas: keinen Bibliothekssketch mit Dieter Krebs & Iris Berben bzw Beatrice Richter (Beispiel Sketchup: “Beatrice Richter und Diether Krebs spielen Menschen allen Alters, aller Berufssparten und abstruseste Charaktere”; Für fast alle Berufssparten muss hinzugefügt werden, denn der Beruf BibliothekarIn schien ihnen damals nicht sketchwürdig genug zu sein und scheint es vielen bis heute nicht.) oder BibliothekarInnen, die bei “Verstehen Sie Spaß?” hereingelegt wurden oder nie ein Scherz oder eine Anspielung auf Bibliotheken/BibliothekarInnen durch die zahlreichen deutschsprachigen Comedians und Kabarettisten, kaum Bibliotheksfilmchen oder Ausschnitte aus Serien oder Filmen. Es ist als ob in der Pop- und Fernsehkultur Deutschlands (und auch anderswo) BibliothekarInnen nichtexistent sind und keinen Platz haben. Wie kann hier mehr Intersse erwachsen? Es gibt Vince Ebert für Naturwissenschaftsinteressierte und “Piano” Paul für Mathematikbegeisterte und solche, die es werden wollen. Bei genauerem Nachdenken gäbe es noch für andere unbeliebte Fächer und Berufe den ein oder anderen Multiplikator wie die eben genannten von mir. Doch wer vermittelt Menschen, die sonst nicht in eine Bibliothek gehen würden, das trockene Bibliothekseinmaleins und begeistert sie in herzerfrischender Weise für einen lohnenswerten Besuch in einer Bibliothek in ihrer Nähe? Manchmal hat es den Anschein, dass ja die Ausleihzahlen immer stetig steigen und mehr “Menschen mit Migrationshintergrund” die Bibliothek besuchen als solche ohne M.h.  und das dem Image zumindest in den einschlägigen Fachzeitschriften nur gut tut. Ich glaube an diese Selbstbeweihräucherungen nicht und  bei genauerem Hinsehen ist es vermutlich ähnlich wie in den Niederlanden. Über Rotterdam berichtete ich im letzten Jahr, dass dort die Stadtbibliothek die rückläufige Zahl an Medienausleihen in den Besuchsflyern explizit erwähnt und hinzufügt, dass die Kundenorientierung nun oberste Priorität einnimmt (weniger die Anschaffung von Medien und deren exakte Einarbeitung), anstatt diese Zahlen und Statistiken aufzuhübschen oder gar zu verleugnen. Eigentlich hätte ich mir eine breitere Debatte darüber gewunschen, was wir – Deutschland (nationale Verbände,  aber auch EUCLID und andere) und Polen und viele andere europäische Länder tun könnten, um diese von Justyna Jasiewicz-Hall genannten Best Practice Beispiele von heute auf morgen umzusetzen und nicht (wie immer) nur neidisch oder in beidenswerter Manier “über den großen Teich” zu blicken, sondern selbst in der Lage wären europäische Best Practice Beispiele zu entwickeln. Hierbei geht es doch nicht nur um ein verbessertes Image, sondern auch um mehr Aufmerksamkeit im Popkulturbereich und somit in plurimedialen Diskursen überhaupt vorzukommen, was sicherlich dem Berufsstand stärken könnte und langfristig eine bessere Lobby in der Gesellschaft und bei den Unterhaltsträgern zur Folge hätte. Denn wem nützt es denn, wenn nur Arte, 3Sat und Deutschlandradio Kultur über Bibliotheken berichten und nicht mehr private Fernsehsender und Sender, die von einer Mehrheit der arbeitenden und weniger bibliotheksaffinen Bevölkerung gesehen werden? Würde eine Analyse vorgenommen werden, ob in anderen Ländern diese Trennschärfe zwischen der “höheren” Bibliothekskultur im Bildungsfernsehen (Arte, 3Sat usw.) ebenso vorgenommen wird, könnte ich mir gut vorstellen, dass im anglo-amerikanischen Raum diese starke Trennung zwischen bildungsbürgerlichen Bibliotheksinteressierten und den weniger bibliotheksaffinen Bürgern nicht existiert, wie sie in der Fernseh- und Medienlandschaft hierzulande vorkommt. Es gibt eben eine große Mehrheit, die sich eher der “seichteren” und einfacheren Unterhaltung widmet. Durchaus interessant wäre es bibliothekarische Themen im Radio (nicht im klass. Kulturradio, sondern Unterhaltungsradio) und im Privatfernsehen populär zu vermitteln, um auch solche potentiellen Nutzergruppen besser zu erreichen. Wenn die Bibliothek bei vielen Nicht-NutzerInnen kaum  mehr auf deren cognitive map vorkommt, wie kann dann das mit alten Klischees angereicherte Image verbessert werden?

Das Angebot der UB ist vermutlich besser als das von Google, trotzdem bin ich meistens mit Google schneller.“

Antwort eine Studenten anläßlich einer Imageanalyse einer Universitätsbibliothek als Basis zur Kundenbindung von Prof. Dr. UrsulaGeorgy & U. Engelkenmeier aus dem Jahr 2005

1. Ähnlich wie der Beruf des Grundschullehrers, des Politikers, des Bäckers, des Fleischers, des Pflegers, des Landwirts oder des Journalisten, zählt der des Bibliothekars nicht gerade zu den beliebtesten Berufen in Deutschland.  Die Feuerwehr und insbesondere das Handwerk im Allgemeinen (“Die Wirtschaftsmacht von nebenan“) starteten in den letzten Jahren zahlreiche Imagekampagnen, um mehr junge Menschen zu gewinnen. In bestimmten Bundesländern ist da durchaus schon ein Mangel an jungen und motivierten Männern, aber an noch mehr Frauen zu verzeichnen. Eine derartige Imagekampagne, die für den Beruf des Bibliothekars bzw. der Bibliothekarin wirbt, ist mir  aus dem deutschsprachigen Raum bis dato nicht bekannt, obwohl es wahrscheinlich zu viele BibliothekarInnen gibt, die derzeit ein regelmäßiges Auskommen suchen im Verhältnis zum Angebot an Stellen. Dringend von nöten wäre ein Aufbrechen von Bibliotheken als klassischer Frauenbereich. Hierfür wäre eine Imagekampagne durchaus hilfreich. Diesen Tatsachen trug  Susanne Korb in ähnlicher Form 2009 in ihrer Dissertation Rechnung: “Nach unseren Ergebnissen werden Bibliotheken noch so lange ein Frauenbereich bleiben, solange sich an Bezahlung und Aufstiegschancen nichts ändert. Eine wichtige Voraussetzung für die positive Entwicklung der Rolle der Frau in Bibliotheken und Informationseinrichtungen ist, dass Frauen zukünftig mit den Neuen Medien und den technischen Entwicklungen offensiver umgehen und dass alte Strukturen aufgebrochen werden.“ » Weiterlesen

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Drehort Bibliothek: Ein Videowettbewerb der Deutschen Volleyball-Liga

Im folgenden Video wird deutlich, dass auch Sportler BibliothekarInnen sein können oder BibliothekarInnen sportlich sein können. 🙂 Der Zuschauer gewinnt den Eindruck, dass hier für kurze Zeit ein Rollentausch stattgefunden hat, indem nun VolleyballerInnen für einen Tag die Bibliothek führen. Doch eigentlich geht es um Folgendes:

“Was macht Volleyballer zu Helden im Alltag? Die Deutsche Volleyball-Liga will es wissen und sucht den Videobeweis. Zeigt, wie Volleyballer ihre Fähigkeiten oder Ausrüstungsgegenstände außerhalb der Sporthalle einsetzen. Dreht euer Video und gewinnt wertvolle Preise. Als Hauptpreis winken 1.000 Euro in bar. Einsendeschluss ist der 15.02.2011.”

Nun könnte man einen Schritt weitergehen und fragen: “Was macht eigentlich BibliothekarInnen zu Helden im Alltag?”Welche Bibliothek, welcher Verband oder welche Organisation wäre bereit hierfür einen Preis auszuloben?

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Die Online-Hausaufgabenhilfe der Stadtbibliothek San Diego: “Got Homework? We’ve Got Help!”

Die Stadtbibliothek San Diego bietet mithilfe von “one-on-one professional tutors” eine Hausaufgabenhilfe an, die von zuhause aus genutzt werden kann.  Vorraussetzung ist eine Bibliotheksausweis. Für SchülerInnen, die eine Grundschule besuchen bis hin zu College-Studenten, wird eine Unterstützung in den Fächern, Mathematik, Englisch, Sozialwissenschaften und Naturwissenschaften angeboten. Tutoren helfen dabei Aufsätze und wissenschaftliche Hausarbeiten zu verbessern.

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Vorstellung der Zentralbibliothek Norrköping in Schweden: Die “Digital Cultural Institution” 2010

Seit einigen Jahren zählt die Zentralbibliothek in Norrköping zu den meistbesuchten Bibliotheken in Schweden. Sie ist die achtgrößte Stadt in Schweden mit etwa 125.000 Einwohnern. Außer der Zentralbibliothek gibt es noch acht Zweigbibliotheken mit weitreichenden “Outreach”-Aktivitäten. Ferner bietet die Zentralbibliothek Projekte wie die Agenda 21 (Umwelt) an. In dem Gebäude ist noch ein Bürgerservice und eine Medienzentrale (Service für Schulen)  untergebracht. Die durschnittliche Besucherzahl pro Tag beträgt etwa 4.000 und die Bibliothek ist 70 Stunden pro Woche geöffnet. Das Verhältnis zwischen Ausleihen und eingeschriebenen NutzerInnen ist in Schweden 1-1, wohingegen die Korrelation der Zentralbibliotheks Norrköping 0,5-1 beträgt. Dies zeigt, dass weitaus mehr Menschen die Bibliothek aufsuchen und mehr als “nur” Medien ausleihen. 12 % der Stadtbevölkerung stammen nicht aus Schweden und sind Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Für sie stellt die Bibliothek oftmals eine Brücke zwischen ihren Heimatländern dar, weil sie mithilfe der Computer kostenlos das Internet benutzen können. Im Film heißt es:

“Bono, Frontmann der Band U2 erklärte einst den Unterschied zwischen einer Pop- und einer Rockband. Wenn eine Popband auf dem Weg ist eine Rockband zu werden, ist sie auf der Suche nach etwas Anderem – nach Alternativen zu ihrem derzeitigen Image. Popbands sind zufrieden und Rockbands möchten sich weiterentwickeln. Deshalb begreift sich die Norrköping City Library als Rockband, da sie sich lieber dem Pathos umgibt die Welt verbessern zu wollen und sich allgemein der Dimension verschreibt Neugierde und die Freude am Entdecken zu fördern. Das ihre Einstellung zur Welt und gleichzeitig ist ihre Bibliotheksphilosophie.”

Die Zentralbibliothek Norrköping wurde während der IFLA-Konferenz in Göteborg mit dem Preis der “Digital Cultural Institution 2010” ausgezeichnet. » Weiterlesen

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Drehort Bibliothek: Ein Video der Kampagne “Reading for all” aus Ägypten

“Let us make reading part of our daily life. Let us read for life. It is a message to our children and youths and all social categories to make reading an integral part of Egyptian life.” Suzanne Mubarak

Diese mittlerweile 20 Jahre alte Kampagne “Reading for all”, die von der Gattin des ägyptischen Präsidenten ins Leben gerufen wurde, setzt sich zum Ziel die Lese- und Schreibfähigkeit von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Um dies zu erreichen fördert Suzanne Mubarak weiterhin den Bau und den Unterhalt von mobilen Bibliotheken und den Vertrieb von kostengünstigen Büchern für Erwachsene und Kinder. Inzwischen hat sich die Reichweite der unterschiedlichen Zielgruppen, die bei dieser Kamapagne erreicht werden sollen vergrößert, so dass auch Kleinkinder über “Read for your child” erreicht werden können. Darüber hinaus sind verschiedene Altersgruppen angesprochen, die aus ärmeren sozio-ökonomischen Verhältnissen stammen. Hierzu gibt es die  “Family Library”, welche beliebte und bekannte Buchtitel zu günstigen Konditionen anbietet. Die Frau von Präsident Mubarak machte deutlich, dass es zur kulturellen Gerechtigkeit gehöre das Lesen für jeden Menschen ermöglicht wird. Staatliche Fernseh- und Radiosender puschen diese Kampagne in der Öffentlichkeit, um eine größere Nutzung von öffentlichen Bibliotheken zu erreichen und deren Vorzüge gegenüber herkömmlichen vom Staat geführten Buchläden zu betonen. Die ‘Reading for all’ Kampagne beinhaltet verschiedene Aktivitäten, unter anderem das Erlernen von Fremdsprachen, Kunst- und Musikworkshops, sowie den Erwerb von Soft Skills. Mohamed Al-Minyawi und Omar Al-Shibawi von der “Greater Cairo Library” sind sich einig, dass der Erfolg “Reading for all” Kampagne davon abhängt, wie die SchülerInnen erreicht werden: » Weiterlesen

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