Alles neu im Oktober – Leipziger Stadtbibliothek

Die Leipziger müssen ab August für zwei Monate auf ihre Stadtbibliothek verzichten. Zumindest auf die Hauptbibliothek. Dann schließt die momentane Interimslösung ihre Türen und man zieht zurück ins renovierte Haus am Wilhelm-Leuschner Platz.

Dazu gibt es nun schon ein vorbereitendes Video.

Die feierliche Neueröffnung wird am 27. Oktober 2012 sein.

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Gelesen in Biblioblogs (23.KW’12) – Vertretung Lesewolke

Josef Pauser weist im VÖBBLOG auf einen kurzweiligen Beitrag von Thomas Hoeren hin, der eine Typologie von Kongressteilnehmern anhand von Tarotkarten vornimmt: Das Tarotspiel der Tagungspilger.

Die Zukunft der New York Public Library beziehungsweise ihr Umbau zu einem Multimediazentrum ist Thema von Klaus Graf auf Archivalia und Günter K. Schlamp auf Basedow1764.

Den neuen Richtlinien-Entwurf für verwaiste Werke der EU, der das digitale Veröffentlichen von historischen Film- und Tonaufnahmen, Fotos und Texten ermöglichen soll, thematisieren Klaus Graf (Neuer Entwurf für eine EU-Richtlinie zu verwaisten Werken und Das Drama der verwaisten Werke) und Jörg Pauser (heise online: Neuer Richtlinien-Entwurf für verwaiste Werke).

Infobib, Bibliothekarisch.de und das oebib-Weblog (Nachrichten für öffentliche Bibliotheken in NRW) vermelden, dass die Daten der Deutschen Bibliotheksstatistik (DBS) für das Berichtsjahr 2011 in einer vorläufigen Version eingesehen werden können.

Blog-Kollege Wolfgang Kaiser stellt bei Bibliothekarisch.de die Frage nach der sozialen Nachhaltigkeit für eine gerechte Stadtbibliotheksentwicklung und hält ein Plädoyer für eine Stärkung der sozialen Kohäsion.

Karsten Schuldt denkt in einem umfangreicheren Artikel im LIBREAS. Library Ideas Weblog über Sinn und Unsinn von Peer Review speziell für kleinere Zeitschriften im Allgemeinen und in unserer Disziplin Bibliotheks- und Informationswissenschaft im Besonderen nach. Sein Fazit: die reflexartige Gleichsetzung von Peer Review = Qualitätssicherung greift zu kurz, Aufwand und Nutzen stehen gerade bei kleineren Zeitschriften und Fachcommunitys oft in keinem Verhältnis zueinander. Christian Hauschke von Infobib stimmt Karsten (im Wesentlichen) zu. Die Diskussion ist eröffnet, und zwar hier.

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Positive Nachrichten zum Lesezeichen Salbke

Juli 2011 berichtete Wolfgang über den Kampf des Bürgervereins in Magdeburg Salbke für den Erhalt des Salbker Lesezeichens. Damals sah es nicht gut aus rund um und für das Lesezeichen. Seit dem haben wir das Lesezeichen ein wenig aus dem Blick verloren, um so schöner sind die Entwicklungen, die es seit dem gegeben hat.

Die “feste” Bibliothek, aus der das Lesezeichen Salbke seinen Buchbestand bekommt, ist umgezogen! Das Grundstück, wo das Lesezeichen bis jetzt stand, wurde verkauft. Der neue Eigentümer verlangte zu viel Miete. Daher ist man am 22./23. September nun von Alt Salbke 75 nach Alt Salbke 50 umgezogen. Aus dem Bestand der “festen” Bibliothek werden auch die Bücher in den Vitrinen des “Draussen-Lesezeichens” bestückt.

Am 14. Oktober 2011 berichteten die Deutschlandreporter über die Wiedereröffnung am neuen Standort.

Über zwei Ein-Eurojobber, Ehrenamtliche und das Nachbarschaftszentrum in der Nähe werden regelmäßige Öffnungszeiten ermöglicht für die Ausleihe eines der 40.000 Bücher. Finanzieren tut sich das Lesezeichen durch Spenden. Neben dem Angebot an Büchern werden in den Räumlichkeiten auch ein Englisch- und ein Malkurs angeboten und die Salbker Nachtigallen proben dort ihren Chorgesang.

Das “Draussen-Lesezeichen” in Alt Salbke 37 erhielt am 14. Oktober eine Anerkennung des Deutschen Architekturpreises 2011 (Anerkennung 4). Dies ist eine zweite Auszeichnung für die gelungene Architektur, die im letzten Jahr sogar den “Brit Insurance Award” gewann und im Jahr zuvor mit dem “European Prize for Urban Public Space 2010” bedacht wurde.

Quellen:
Ditmar: Salbker Lesezeichen wurde wiedereröffnet, Deutschlandreporter, 14.10.2011
Mann, Rainer: Deutscher Architekturpreis fürs Lesezeichen Salbke, Salbker Lesezeichen, 19.10.2011
Mann, Rainer: Das Lesezeichen ist umgezogen, Salbker Lesezeichen, 24.09.2011
Mann, Rainer: Salbker Lesezeichen, Salbker Lesezeichen, 21.09.2011

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Vorstellung der Pratham Stiftung: Vermittlung von Bildung durch Bibliotheken und Schulen in Indien

Die Pratham Stiftung hat unterschiedliche Schwerpunkte, wie sie Kindern aus einkommensschwachsen Familien in Indien hilft. Die Hauptaufgabe liegt in der Vermittlung von Bildung. Ziel ist es, ein Bewußtsein zu schaffen mehr unterpriveligierte Kinder den Schulbesuch zu ermöglichen und  Kindern das nötige Handwerkszeug wie auch neben einer Grundbildung die englische Sprache beizubringen. Hierzu wird eng mit den Dorfgeimeinschaften und der lokalen Verwaltung zusammengearbeitet. Es werden Modelle entwickelt, die garantieren sollen, dass einer großen Anzahl von Kindern geholfen werden können und diese auch eine weiteren Einfluß auf deren Bildungsbiographien haben. Pratham setzt sich in seinem “Village Library Programme” dafür ein, dass Kindern in ländlichen Gebieten der Zugang zu Büchern ermöglicht wird. Pratham ist aber in städtischen Slums vor Ort und erreicht mit der verschieden Stiftungssitzen in den USA, Kanada und Großbritannien eine hohe Anzahl von UnterstützerInnen. Auf einem Galadiner kamen z.B. innerhalb von 60 Sekunden £60,000 zusammen. Auch in Deutschland gibt es einen Verein (Pratham e.V.), dass sich für die Anliegen der Pratham Stiftung einsetzt und seinen Sitz in Düsseldorf hat. Er besteht aus 25 Mitgliedern und hat seit seiner Gründung 40.000 € an Spenden aufgebracht. Wer Interesse hat Mitglied zu werden kann sich an gaurav.mehta@pratham.de wenden.

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"The Power of stories and books": Ein TEDx-Vortrag von Yohannes Gebregeorgis (Bibliothekar und Social Entrepreneur)

Im Alter von 19 Jahren erhielt Yohannes Gebregeorgis einen Roman mit dem Titel “Love Kitten” geschenkt, der sein Leben für immer veränderte. In der Folgezeit wurde er gezwungen sein Land Äthiopien zu verlassen und erhielt nach seiner Flucht über den Sudan, 1981 schließlich politisches Asyl in den USA. Er besuchte dort die Universität und erwarb 1985 seinen Abschluss in Bibliotheks- und Informationswissenschaften. Schließlich war er in der Kinder- und Jugendabteilung der San Francisco Public Library tätig. Dort fand er heraus, wie Literatur bereits in der Kindheit junge Menschen Einfluß nehmen kann und begeistern kann. Er hatte nun die Idee und das Ziel vor Augen Kinderliteratur jedem Kind in seinem Heimatland näherzubringen. 2002 kündigte er seinen Stelle als Bibliothekar und kehrte mit 15.000 Büchern nach Addis Abeba, in die Hauptstadt Äthiopiens zurück. Mit diesen Büchern im Gepäck eröffnete er 2003  die “Shola Children’s Library”, das   “Awassa Reading Center” und die erste mobile Eselsbibliothek Äthiopiens, welche den Kindern in abgelegenen Regionen abseits der  ländlichen Stadt Awassa Bücher brachte. Über Yohannes Gebregeorgis und seine Organisation “Ethiopia Reads“ habe ich im September letzten Jahres (”Leseförderung in Äthiopien durch Eselskutschen und neue Schulbibliotheken“) schon ausführlich berichtet. Diesmal kommt Gebregeorgis selbst zu Wort und erzählt über sein Leben und seine heutige Tätigkeit als Social Entrepreneur.

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Erweiterungsbau der Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig eröffnet

Heute wurde endlich der langerwartete und schwer benötigte Erweiterungsbau der Deutschen Bücherei in Leipzig feierlich eröffnet. Der vierte Erweiterungsbau der fast 100jährigen Bibliothek kostete rund 59 Millionen Euro. Er verbindet nun in Form eines aufgeschlagenen Buches das Hauptgebäude von 1912 mit den weniger hübschen, aber sehr markanten Büchertürmen, die während der fast vierjährigen Bauzeit ebenfalls mit einer neuen Fassade versehen wurden.

Der Neubau besteht aus neun Stockwerken, wovon drei unterirdisch liegen. Der Bibliothek stehen nun 14.000 Quadratmeter mehr zur Verfügung, darunter fast 11.000 qm dringend benötigte Magazinfläche. Um die neuen Magazine in die Ablauforganisation der DNB einzubeziehen, mussten rund 170 Regalkilometer Medien bewegt und umgesetzt werden. Für weitere Medien wurden jetzt insgesamt neue 136 km laufende Regalfachböden geschaffen. Auch für eine konstante Luftfeucht von 50% bei 18°C ist gesorgt. Die Bibliothek setzt dabei auf ein innovatives Konzept der Geothermienutzung, wobei 48 Erdwärmesonden mit einer Bohrtiefe von ca. 124 Metern in den Erdboden zu einer Halbierung der Energiekosten gegenüber konventionellen Methoden führen sollen.

Entworfen wurde der Bau von der Stuttgarter Architektin Gabriele Glöckler, die als Siegerin eines europaweiten Ausschreibungswettbewerbes hervor ging. Als Idee liegt das Konzept von “Umschlag – Hülle – Inhalte” der Gestaltung zugrunde und das Gebäude macht in dieser Form auch seine Funktion als Büchermagazin sichtbar.

“Mit der Umsetzung der Vierten Goldbergvariation von Bach in abgestuft rote Fassadenelemente wird zugleich auf das Deutsche Musikarchiv und die Musiktradition der Stadt Leipzig angespielt”, führt Glöckler weiter aus.

Neben den neuen Magazinen wird im vierten Erweiterungsbau auch das Deutsche Buch- und Schriftmuseum untergebracht, welches im März des nächsten Jahres eröffnet werden soll. Außerdem ist dort das Deutsche Musikarchiv untergebracht, welches von Berlin nach Leipzig umgezogen ist. Der Neubau beherbergt neben dem Lesesaal des Musikarchivs auch die Räume der Anne-Frank-Shoa-Bibliothek.

Bewundert werden kann dieser architektonisch gelungene Neubau im hier verlinkten Video :video: .

Die Deutsche Bücherei, der Leipziger Teil der Deutschen Nationalbibliothek sammelt seit 1913 das gesamte deutsche Schrifttum aus dem In- und Ausland, sowie Übersetzungen deutschprachiger Werke und Germanica (fremdsprachige Werke über Deutschland). Durch das Pflichtexemplargesetz müssen alle Verlage zwei Exemplare möglichst unaufgefordert und kostenlos an die Bibliothek liefern. Die Doppelexemplare sind ein Überbleibsel der deutsch-deutschen Teilung. Der gemeinsame Bestand der beiden Standorte beträt momenta etwa 26 Millionen Bücher, Zeitschriften und andere Medien. Ca. 14,5 Millionen sind in Leipzig.

Quellen:
26 Millionen Bücher und Medien lagern in der Nationalbibliothek, The EpocheTimes::online
Deutsche Nationalbibliothek Leipzig : Feierliche Eröffnung des Erweiterungsbau, infoTV Leipzig
Kulturstaatsminister eröffnet Erweiterungsbau der Nationalbibliothek, Pressemitteilung der Deutschen Nationalbibliothek

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"Wertvollste Einrichtung Naumburgs"

“Für mich ist die Bibliothek die wertvollste Einrichtung Naumburgs”, heißt es in einem Kommentar zur Kundenbefragung in der Stadtbibliothek Naumburg im Jahr 2010.

Auch weiteres Lob findet sich in dieser Befragung, jedoch gibt es viele Mängel, die offensichtlich sind. So wünschen sich die Nutzer dringend ein neues Gebäude, in welches sich die Kinder- und Jugendbibliothek integrieren lässt. Davon kann man momentan aber nur träuemen und muss sich der baulichen Situation am provosorischen Standort stellen. Ein Wasserschaden, dessen Ursache zum Glück behoben werden konnte, hat jedoch sichtbare, häßliche Flecke hinterlassen.

Doch auch die baulichen und räumlichen Mängel können die Lesebegeisterten der Stadt Naumburg nicht von einer Besuch der Stadtbibliothek und Kinder- und Jugendbibliothek abhalten, welche sich als die meist besuchtesten Kultur- und Bildungseinrichtungen der Stadt bezeichnen können.

Das macht die Statistik für das Jahr 2010 wieder deutlich. Rund 34 000 Besucher wurden gezählt, die insgesamt 167 500 Medien ausgeliehen haben, davon 56 000 in der Kinderbibliothek am Stephanplatz. Das sind rund 11 000 Entleihungen mehr als 2009.

So gut diese Zahlen sind, darf dies nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zahl der als Nutzer eingetragenen Kunden rückläufig sind. Zurzeit gibt es 2.523 aktive Nutzer, davon 800 Kinder und Jugendliche. Ein Grund dafür könnten die Nutzungsgebühren sein, so dass sich jetzt nicht mehr alle Familienmitglieder anmelden, sondern nur noch eines, welches dann die Medien für alle anderen mit ausleiht. Die fünfstellige Erhöhung der Ausleihzahlen lässt sich sicherlich auf das bessere Angebot der Bibliothek zurück führen. So gab es 2010 mit 42.000 Euro einen größeren finanziellen Rahmen als im Vorjahr. Auch die Veranstaltungen, zu denen insgesamt “37. 1 400” [sic!] Besucher kamen, waren ein voller Erfolg für die Angebote der Bibliothek.

Ein Wunsch zur Verbesserung von Service und Angeboten wäre eine Zusammenführung der Stadt- und der Kinder- und Jugendbibliothek in einem “Neubau mit Standort in der Innenstadt”. Auch die Schulen seien gern Willkommen, das Angebot der Bibliothek intensiver zu nutzen. Willkommen sind auch die Einwohner aus den Ortsteilen von Naumburg.

Quelle:
Heilig, Helga: “Wertvollste Einrichtung Naumburgs”, MZ-Web

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Ein Imagevideo der Fachhochschulbibliothek Aachen am Campus Jülich

Ihre Literatur ist unsere Aufgabe – ein Rundgang durch die Bibliothek Campus Jülich der FH Aachen. Mehr Infos  befinden sich auf der Webseite: http://www.fh-aachen.de/bibliothek.html

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Aus aktuellem Anlass: Die Bibliotheken des Jahres 2010 der Niederlande

Auf den Titel der Bibliothek des Jahres 2010 freuten sich in den Niederlanden vor kurzem die MitarbeiterInnen und BürgerInnen Almeres. Am 9. und 10. Dezember fand die Verleihung in Maastricht statt. Den Preis teilt sich die Stadtbibliothek Almere mit der Stadtbibliothek in Wassenaar.

Weitere Preise gewannen die Bibliotheken in folgenden Städten:

  • – Veghel, 4 ½ Sterne,
  • – Ulft, 4 Sterne
  • – Dokkum und Venlo, 3 ½ Sterne
  • – Haren, Holten und Weesp mit 3 Sternen
  • – Amersfoort-Vathorst, Odoorn und Gravenpolder, 2 ½ Sterne

Anässlich der Verleihung der Bibliothekspreise betonte die Jury die gesellschaftliche Bedeutung der öffentlichen Bibliotheken, zumal diese unter dem Druck der Sparpolitik und schrumpfender Budgets zu leiden haben. In der Jury waren unter anderem der Politiker Felix Rottenberg und die Autorin Nelleke Noordervliet vertreten. Wie ich Anfang diesen Jahres bereits erläutert habe, wird aus jeder niederländischen Provinz eine preiswürdige Bibliothek ernannt. Danach werden unabhängige Mystery-Shopper unangemeldet zu verschiedenen Zeiten in die Bibliotheken geschickt, um folgende Kriterien zu testen und zu überprüfen:

  • den Bau
  • das Design
  • die Ausleihe
  • die Service-und Kundenorientierung

Daraus wurde ein Bericht erstellt, der an die Jury gesendet wurde.

Herzlichen Glückwunsch an die Gewinner!

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Sturm gegen einen Neubau für die Berliner Landesbibliothek

Der Kolumnist Gunnar Schupelius vertrat gestern die Meinung, dass die Landesbibliothek von Berlin kein neues Gebäude benötigt. Grundlage seiner Debatte ist, dass der Regierende Bürgermeister, Klaus Wowereit, in einem Schreiben an das Berliner Abgeordnetenhaust mitteilt, dass der Neubbau der Landesbibliothek finanziell nicht gesichert ist und sich deshalb wahrscheinlich bis 2014 verschoben wird. Der Bürgermeister favorisiert dafür ein neues Gebäude auf dem Flugfeld Tempelhof, welches 270 Millionen kosten soll und dem endlich die Amerika-Gedenkbibliothek und die Stadtbibliothek sowie die Senatsbibliothek eine gemeinsame Heimat finden sollen. Grund laut Wowereit sei eine fehlende zeitgemäße Ausstattung der Leseplätze, Klimaanlagen, die nicht ganz in Ordnung sind und die Bedienzeiten einfach zu lange dauerten, weil beispielsweise Bücher von A nach B nach C und zurück transportiert werden müssen.

Das sei doch nicht der Rede wert. Passend bringt er andere Dinge, die doch viel dringender seien als eine Bibliothek. Schupelius zieht nun das Register der armen Kinder in Grundschulen und Gymnasien von Berlin, deren Toiletten wohl ähnlich denen der Stadtbibliothek nicht zeitgemäß ausgestattet seien und wo es stinkt. Erst müssten die Schulen an die Reihe kommen, bevor sich Wowereit und die Stadt Gedanken über eine neue Landesbibliothek machen dürften.

Und jetzt wird die Rechnung erst recht aufgemacht. Die Berliner Universitätsbibliotheken hätten in den letzten sieben Jahren vier neue Bibliotheksbauten erhalten und das Gebäude der Staatsbibliothek zu Berlin Unter den Linden würde auch schon seit zehn Jahren restauriert. Zudem gibt es auch in jedem Bezirk eine Stadtteilbibliothek. Schlussfolgerung, jeder der lesen will, kann dies überall in Berlin tun. Also, sollte die Stadt, die 65 Milliarden Euro Schulden hat, sparen. Es sei jedem, der lesen will, zumutbar, in der AGB zu sitzen, auch wenn die Klimaanlage nicht funktioniert und das bißchen Warten auf ein Buch wäre die 270 Millionen Euro für einen Neubau auf dem Flugfeld von Tempelhof nicht wert, die zumal nicht zur Verfügung stehen. Daher forderte er:

Streichen Sie diesen Plan, Herr Wowereit!

Bei der mitgelieferten Umfrage sprachen sich ca. 80 Prozent für die Meinung von Herrn Schupelius aus. Heute wurde die Kolumne von Schupelius gleich nochmal als Artikel hinterhergeschoben. Und ein weiteres Mal gaben sie die Telefonnummer und eine E-Mail-Adresse an, wo man mit diesem Kolumnisten des Axel-Springer-Verlages Kontakt aufnehmen soll. Ich gebe sie hier mal weiter:

Rufen Sie an: (030) 2591 73153 oder Mail:
gunnar.schupelius@axelspringer.de

Ich hätte da auch noch einen Vorschlag, der sicherlich auf Dauer weitere Millionen einsparen könnte. Augsburg und das Land Bayern zeigen, wie es geht. Schaffen Sie einen Innovationsstau, bis die Kosten zur Beseitigung so hoch sind, dass eine Zerschlagung der Bibliothek kostengünstiger zu sein scheint als die Beseitigung der Mängel zur rechten Zeit. Auf Dauer spart man da viele Gehälter, Neuerwerbungsetats… :ruhig:

Ja, Schulen sind wichtig und müssen zeitgemäß ausgestattet werden. Bibliotheken jedoch stehen allen Alters- und Zielgruppen, nicht nur Schülern für ein lebenlanges Lernen offen. Die AGB, Stadt- und Senatsbibliothek sind beste Beispiele dafür. Ja, es gibt Stadtteilbibliotheken in jedem Bezirk, aber deren Ausstattung und Raumangebot entspricht auch nicht immer dem, was der jeweilige Stadtteil benötigt, ganz zu schweigen von den dort bestehenden Platzproblemen. Auch die drei Landesteilbibliotheken haben mit Problemen in Bezug auf die Barrierefreiheit zu kämpfen. Mit einem Gebäude, dass allen Anforderungen entspricht – Barrierefreiheit, den Anforderungen an neue Lernkonzepte, etc. – wird den Bedürfnissen aller Altersschichten der Berliner Rechnung getragen.

Quelle:
Schupelius, Gunnar: Schlechter Plan : 270 Mio. für Bibliothek in Tempelhof, BZ
Schupelius, Gunnar: Mein Ärger : Der gerechte Zorn von Gunnar Schupelius – Berlin braucht keine neue Landesbibliothek, BZ

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