Bücher und Leselisten gegen Rassismus?

Der Hashtag #BÜCHERGEGENRASSISMUS stammt vom Literaturblogger Marius Müller (https://buch-haltung.com/). Er thematisierte in seinem Blogeintrag vom 3. Juni die aktuellen Ereignisse in den USA, die nun von einer großen Anzahl von Menschen nicht mehr weiter hingenommen und akzeptiert werden. Aus aktuellem Anlass erstellte er eine Liste antirassistische Literatur. Ich finde diese Liste durchaus gelungen, da neben Sachbüchern und bekannten Klassikern u.a. von J. Baldwin auch Krimis enthalten sind.

Der Blogger geht auch auf den Rassismus in Deutschland ein, der in den letzten Jahren erneut zunahm. Müller gibt sich keinesfalls der Illusion hin, dass Bücher viel gegen Extremismus und Rassismus ausrichten können. Trotz seines Realismus, glaubt er dennoch an die Macht der Worte und die Kraft der Veränderung:

“Denn wenngleich Bücher konkret wenig an herrschenden Verhältnissen verändern, so ist es doch das Denken, auf das sie einen großen Einfluss haben können. Bücher können Sachverhalte vor Augen führen, Privilegien sichtbar machen oder Diskurse anstoßen. Freilich: ohne einen aufgeschlossenen Geist wird das alles nichts – aber bei den Leser*innen der Buch-Haltung gehört eine solche Offenheit ja eh zur Grundeinstellung.”

Wenn ich selbst meine eigene Lesebiografie analysiere, komme ich durchaus zum Schluss, dass es sehr wohl einen Unterschied macht MalcolmX und Roots als Teenager gelesen zu haben. Von MalcolmX ist es kein weiter Weg zu Marcus Garvey und Huey Newton. Die Sensibilität und das Bewusstsein von Diskriminierung betroffene Minderheiten besser zu verstehen, kann durch die Lektüre, welche deren  Anliegen und Geschichte verdeutlicht, erzeugt und geschärft werden. Es gäbe noch weitere Beispiele, die klar machen wie wichtig es sein kann Literatur gegen Rassismus möglichst frühzeitig kennen zu lernen. Erst später entstanden mehr und mehr Sachbücher dazu im deutschsprachigen Raum. Der Bestand zum Thema Fremdenfeindlichkeit/Rassismus fiel in der Kindheit und meiner Jugend in der lokalen Bibliothek vor Ort äußerst dürftig aus, wenn man diesen mit der heutigen Anzahl an Medien vergleicht.

Mit Sicherheit können andere Künste wie Musik und Malerei ebenso ihren Beitrag dazu leisten ein bessere Verständnis für eine antirassistische Haltung zu erzeugen.

Insbesondere im englischsprachigen Raum werden derzeit jeder Menge  Literaturtipps gegen Rassismus weiterverbreitet. Laut dem Slate Magazine vom 1. Juni 2020, sind viele antirassistische Bücher auf Amazon ausverkauft, auf den Bestsellerlisten vor allem im Bereich Non-Fiction sind diese Bücher ganz weit oben zu finden. An dieser Stelle werde ich kurz auf die wichtigsten Quellen der englischsprachigen Literatur gegen Rassismus verweisen ohne eine Garantie auf Vollständigkeit abzugeben:

Zurecht stellte Lauren Michele Jackson am 4. Juni im Vulture Magazine die Frage “What Is an Anti-Racist Reading List For?”. Die Autorin machte darauf aufmerksam, dass die typische antirassistische Literatur wie sie oben genannt wurde und auch in den oben stehenden Gliederungspunkten aufgelistet wurde, keine pädagogische Anleitung gibt und selbstreferentiell ist. Die Autorin glaubt nicht an die Selbstgewisserung derer, die einen solchen Kanon aufstellen und an die Heilsversprechen eines solchen:

“As a friend pointed out on Twitter, George Zimmerman was acquitted seven years ago. Donald Trump was elected four years ago. Black History Month happens every year. Cops kill all the time. The books are there, they’ve always been there, yet the lists keep coming, bathing us in the pleasure of a recommendation. But that’s the thing about the reading. It has to be done.”

Ihren Fatalismus kann ich zwar nachvollziehen, aber ich teile ihn nicht vollkommen. Ob eine Buchempfehlung oder eine Liste mit Literatur ernst genommen wird von all jenen, die Nachholbedarf in Geschichte und Rassismus haben, ist immer fraglich. Es ist aber nachgewiesen, dass Bücher heilsam sein können und nicht nur jungen Häftlingen bei der Resozialisation helfen. Die Wirkpotenziale des Lesens dürfen nicht unterschätzt werden. So gab es bereits vor dem Projekt an der JVA Stadelheim in Dresden einen sogenannten “Dresdner Bücherkanon“. Ein Blick in den Bücherkanon macht deutlich, dass Lesen eine Erziehungsfunktion insbesondere in der Jugendgerichtshilfe haben kann. Der Kanon enthält auch Bücher, die sich mit dem Fremdenfeindlichkeit und anderen Jugendthemen auseinandersetzen. Er richtet sich an jugendliche Straftäter im Alter von 12-20 Jahren.

Die Autorin Nic Stone plädierte am 8. Juni im Cosmopolitan Magazine dafür nicht nur Sachbücher über Rassismus zu lesen, sondern auch Geschichten darüber, wie Schwarze Menschen leben, zu lesen: “Don’t Just Read About Racism—Read Stories About Black People Living

An ihrem Post vom 30. Mai auf Instagram wird deutlich, wie wichtig Kinderbücher sind, in denen zum Beispiel Schwarze vorkommen und Hauptakteure sind. In diesem Zusammenhang sei auf den Blogeintrag “Diversität im Literaturbestand Öffentlicher Bibliotheken?” verwiesen:

Hier ein Auszug ihres Postings:

“Read all the books about racism. All of them. Recognize that racism, racist acts, racist ideas, and racist terror are and have always been about dehumanization. “Those beings aren’t (insert illusorily elevated trait) like us, so we are human and they are not.” Once we become less human in someone else’s sight, we become less worthy of compassion, empathy, space, existence, justice, fairness. Less worthy of love. Peace. Power. Less worthy of of oxygen. Of life. So while you’re reading those books about racism, please also read books about explicitly black people–especially black kids–just being human. Doing things humans are allowed to do in our imaginations: falling in love, dealing with illness, navigating time travel, questioning other aspects of their identities, saving their country, fighting with their parents.”

Nachdem ich mich nun im Zuge des Blogeintrags mit dem Thema Leselisten und deren Funktion ausführlich befasste und selbst über besuchte Lesungen der letzten Jahre wie etwa die von Zafer Şenocak, Anne Chebu, Mark Terkessidis und Sascha Stanicic zurückerinnere und nachdenke, komme ich zum Entschluss, dass Rassisten eher selten bis gar nicht Lesungen besuchen würden, bei denen Meinungen und Haltungen vertreten werden, die den ihren entgegenstehen. Meistens gab es wenig bis keinen Widerspruch aus dem Publikum bei solchen Lesungen, da die Teilnehmer*innen oft einem ähnlichen Milieu angehören und ohnehin fast die gleiche Einstellung wie der Autor/die Autorin mitbringen. Die Sarrazin-Lesung aus dem Jahr 2010 in München ist ein gutes Gegenbeispiel dafür, dass Rassisten aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten, allen voran der bügerlichen Mittelschicht, einer Lesung beiwohnten, die deren Weltbild bestätigte. Antirassisten, welche etwa die Lesung “störten”, bestätigen genau das Weltbild, welche Rassisten von ihnen haben. All jene, die störten und einen Abbruch erzwingen wollten, erreichten bei den Gästen mitnichten deren Einstellungen & Meinungen zu verändern. Im Gegenteil, die, welche den Autor “gut” fanden, sahen sich in der Meinungsfreiheit beschnitten und bezichtigten die, welche seine Thesen als rassistisch bezeichneten als “Störer”. Der überwiegende Teil der Zuhörerschaft stimmte in diesem Fall mit der Meinung und Haltung des Autors überein, obwohl er und seine Thesen erwiesenermaßen bis zum heutigen Tage rassistisch bleiben.

Leselisten verfolgen zwar ein hehres Ziel und eine “Mission”, aber im seltensten Falle bewirken sie das, wofür sie eigentlich gedacht sind und meist werden nie jene erreicht, die “bekehrt” werden sollten. Solche thematischen Leseempfehlungsaufstellungen und Bücherschaukästen kenne ich aus der eigenen bibliothekarischen Arbeit und beobachte sie auch noch jetzt regelmäßig bei Besuchen in Bibliotheken. Es ist aber durchaus wohlfeil und selbstgerecht, gerade immer das Thema “auszuhängen”, was opportun ist und sich gut verkaufen/ausleihen lässt. Rassismus und der Kampf dagegen sollte nicht für eigene Zwecke instrumentalisiert werden. Auf Menschen, die nicht per se die in den Büchern vermittelte Einstellung teilen, nicht tolerant und antirassistisch sind, mag eine solche Liste paternalistisch, arrogant und bildungsbürgerlich überheblich wirken. Es ist durchaus möglich, dass solche Leselisten eine bürgerliche weiße Mittelschicht erreichen, Angehörige bestimmter Minderheiten, Studierende und auch Leute aus dem Arbeitermilieu. Dennoch wird Lesen alleine, am strukturellen Rassismus und an der ethnischen Diskriminierung beispielsweise an Schulen kaum bis gar nichts ändern. Es könnten noch weitere Beispiele angeführt werden, die noch andere Rassismen anderer Gesellschaftsbereiche aufzeigen und deren mangelnder Abbau durch das Lesen keine unmittelbare Veränderung herbeiführt. Lesen ist immerhin ein Anfang. Ähnlich verhält es sich mit der geplanten Streichung des Begriffs “Rasse” im Grundgesetz. Sollte diese zustande kommen, gibt es ja immer noch den Rassismus.

Dirk Roßmann, der Gründer der gleichnamigen Drogeriekette verschenkte im Herbst 2019 25.000 Bücher von Jonathan Safran Foers Werk “Wir sind das Klima!”. Rossmann war sich nach der Lektüre bewusst, dass sich etwas an der Klimapolitik und an der Haltung jedes einzelnen ändern müsse. Jedem Buchgeschenk Rossmann war ein Brief beigefügt mit der persönlichen Bitte Rossmans mit anderen Menschen über das Buch und dessen Inhalt zu sprechen. Was heißt das nun für Bücher gegen Rassismus? Schließlich kann es immer hilfreich sein, mit anderen über Gelesenes zu sprechen und den ein oder anderen Rassisten außerhalb seines Milieus, innerhalb der Verwandtschaft, als auch im Freundes- und Bekanntenkreis davon zu überzeugen Haltungen, Meinungen und Einstellungen zu überdenken und diese infrage zu stellen. Es kommt vor allem darauf an, mit wem man über das Gelesene spricht und ob die Menschen am Ende tatsächlich bereit sind ihre langjährigen festgefahrenen Vorurteile und Stereotypen aufzugeben. Einen Versuch ist es ja wert.

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Diversität im Literaturbestand Öffentlicher Bibliotheken?

The single story creates stereotypes, and the problem with stereotypes is not that they are untrue, but that they are incomplete. They make one story become the only story.” (vgl. Ngozi Adichie, 2009)

2014 (Maisha Maureen Eggers & Tupoka Ogette über Kinderbücher und Empowerment) und 2015 wurde hier Blog über die Bedeutung und Relevanz von Diversität insbesondere bei Kinderbüchern berichtet. Dieser Blogeintrag wurde 2016 im Entwurfsordner abgelegt und seitdem nicht weiter bearbeitet.

Was ist seitdem geschehen? Wie positionieren sich Öffentlichen Bibliotheken aktuell in diesem Bereich in Deutschland? 2015 wurde auch festgestellt, dass auch in den USA eine mangelnde Diversität bei (Kinder-)büchern existiert.

Anlässlich des Diversity-Tages am 27.05.2020 gibt es von der Stadtbibliothek München nun die Aktion “BlogSlam: Diversität in der Literatur“, die noch bis zum 20. Juni läuft. Einzelne Leser*innen machten bereits Empfehlungen, insbesondere eher bei Büchern für “Erwachsene”. Wie begingen andere Öffentliche Bibliotheken den Diversity-Tag? Der Hashtag auf Twitter lautet(e) #diversebibliothek. Tipps und Vorschläge können an 20. Juni an stb.web@muenchen.de gesendet werden. Die Mitarbeiter*innen der Stadtbibliothek wollen Folgendes wissen:

“Welche Bücher, in denen Vielfalt abgebildet wird, haben Sie gelesen oder mit ihren Kindern angeschaut? Welche Held*innen haben Sie besonders beeindruckt? Mit welchen Geschichten können Sie sich identifizieren? Wo werden alternative Familienkonzepte abgebildet und Menschen eine Stimme gegeben, die in der Gesellschaft und in der Literatur oft überhört werden? Schicken Sie uns Ihre Tipps mit einer kurzen Beschreibung zu, warum das von Ihnen vorgeschlagene Buch Vielfalt abbildet und was es besonders macht.
Wir werden Ihren Tipp in diesem Blog veröffentlichen und es – wenn das Buch nicht bereits in unserer Bibliothek ist – wenn möglich beschaffen.”

Aktuell gibt es sicherlich neuere Bücher, die Vielfalt abbilden. Als Motivation könnte die Anschaffung des vorgeschlagenen Buches mit Sicherheit dienen. Dennoch könnten auch andere Leser*innen außerhalb Münchens Vorschläge für Literatur machen, die Diversität widerspiegelt.

Die Professorin für Kinder- und Jugendliteratur Ute Dettmar gab 2019 dem Redaktionsnetzwerk Deutschland ein Interview, in dem sie unter anderem darüber Auskunft gibt, wie gut sich Verlage hinsichtlich von mehr Diversität in Kinderbüchern positionieren. Dabei macht sie deutlich, dass nach wie vor, insbesondere bei kommerziell erfolgreichen Kinderbüchern stereotype Rollenbilder vorherrschen. Es sind oft auch die Eltern, die bewährte Literatur aus deren eigener Kindheit weitergeben. Der wohl essenziellsten Satz, den Dettmar in dem Interview äußerte, lautete:

“Nur weil im Kinderbuch Vielfalt thematisiert wird, verschwinden keine vermeintlich „traditionellen“ Werte. Es geht vielmehr um das Abbilden einer kindlichen Lebenswirklichkeit – und die ist nun mal divers und nicht schwarz-weiß.”

Die US-Organisation “WE NEED DIVERSE BOOKS” will das ändern. Im folgenden Video kommen die Autor*innen Matt de la Pena, Jacqueline Woodson, Grace Lin, Cindy Pon, Lamar Giles, Arthur Levine und John Green zu Wort und machen deutlich, warum es mehr Diversität in Büchern geben sollte.

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5. Forum Bibliothekspädagogik – Pluspunkt Kultur erleben

Ein Gastartikel von Carolin Dahl, Franziska Simon und der Projektgruppe “5. Forum Bibliothekspädagogik” der HTWK Leipzig

Am 29. Januar 2020 fand in der Leipziger Stadtbibliothek das 5. Forum Bibliothekspädagogik unter dem Motto „Pluspunkt Kultur erleben“ statt. Das Forum lud zur Auseinandersetzung mit der Förderung kultureller Bildung in und durch Bibliotheken ein und stellte Kooperationsprojekte von Bibliothekspädagog*innen mit weiteren Kulturvermittler*innen vor. Es wurde Wert gelegt auf eine praxisorientierte Veranstaltung, die Anstöße für die pädagogische Arbeit mit unterschiedlichen lokalen Kulturakteur*innen gibt. Kulturelle Bildung ist für die Persönlichkeitsentwicklung und aktive Teilhabe an der Gesellschaft von großer Bedeutung. In Bibliotheken wird Kultur in ihrer ganzen Vielfalt gelebt und vermittelt. Dabei gestalten insbesondere Öffentliche Bibliotheken niedrigschwellige kulturelle Bildungsangebote für alle Altersgruppen. In kleineren Städten und Gemeinden ist die Bibliothek nicht selten der wichtigste außerschulische Kultur- und Bildungsort. Es fanden parallel viele Vorträge und Workshops statt, sowie eine Podiumsdiskussion zwischen Expert*innen zum Thema „Bindestrichpädagogiken“, an der sich auch das Publikum aktiv beteiligen und Fragen stellen konnte.

Das Thema kulturelle Bildung wurde in den folgenden Themenkreisen behandelt:

  • Wege zur Kultur entdecken: kulturelle Teilhabe, niedrigschwellige Angebote, Chancengleichheit
  • Partnerschaftlich kulturell bilden: Kulturnetzwerke, Kooperationspartner
  • Kultur erlebbar machen: neue Vermittlungsformate, Literatur und Sprache intermedial und interaktiv
  • Digitale Chancen nutzen: digitale Angebote der kulturellen Bildung
Foto: 200 Gäste bei der Begrüßung in der Stadtbibliothek Leipzig

200 Gäste bei der Begrüßung in der Stadtbibliothek Leipzig (Foto: HTWK Leipzig)

Organisiert werden die Bibliothekspädagogischen Foren von Student*innen und Dozent*innen verschiedener Medienhochschulen Deutschlands: der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, der Technischen Hochschule Köln, der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, und der Hochschule der Medien Stuttgart. Die Hochschulen kooperieren mit Bibliotheken und dem Berufsverband Information Bibliothek e.V. Im Jahr 2020 wurde die Tagung von der HTWK Leipzig und den Leipziger Städtischen Bibliotheken veranstaltet. Unterstützt wurde die Tagung dankenswerterweise von der ekz.bibliotheksservice GmbH, der b.i.t. verlag GmbH und dem Förderverein der HTWK Leipzig. Impressionen und Präsentationen der Tagung sind hier zu finden:
https://forumbibliothekspaedagogik.wordpress.com/

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Wie funktioniert der Bücherbus der Münchner Stadtbibliothek?

Der Film erklärt Dir, wie der Bücherbus der Münchner Stadtbibliothek funktioniert!

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Der Straßenbibliothekar

In der 30-minütigen Dokumentation “The Street Librarian” (2015) geht es um die Arbeit von Edward Fungo,dem Regionalbibliothekar aus Morogoro. Er ist unter anderem dafür zuständig, dazu beizutragen, dass Tansania eine Informationsgesellschaft wird. Dies geschieht in Kooperation mit dem Finnischen Bibliotheksverband für Entwicklungszusammenarbeit, der neben Tansania auch mit Namibia kooperiert. Hierbei werden neue IT-Trainings entwickelt, um Menschen an Computer heranzführen.

The Street Librarian (2015) from Kirjastokaista on Vimeo.
Quelle: Kirjastokaista

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[Infografik] Die mangelnde Diversität bei Kinderbüchern

„By including diversity in its programs and collections, the library has the potential for helping children make cross-cultural connections and develop the skills necessary to function in a culturally pluralistic society.“ (vgl. Campbell Naidoo, 2014, S. 5)

“Warum sehe ich nur weiße Gesichter?” So lautete die Frage von Terkessidis in seinem Artikel “Vor und auf der Bühne. Ein Großteil der Bevölkerung taucht im Theater nicht auf.” Auf Kinderbücher bezogen könnte die Frage lauten, wieso sehe ich kaum Kinderbücher, in denen Vielfalt und Interkulturalität thematisiert werden? Inwieweit werden in Kinderbüchern in Bibliotheken Geschichten erzählt bzw. in einem angemessenen Maße Teil des Bestands in Bibliotheken, so dass nicht nur klischeehaft nur weiße und blonde Kinder vorkommen? Reflektieren die Inhalte in den Kinderbüchern die Vielfalt innerhalb der Gesellschaft? Wird Diversität in Büchern, aber vor allem im Bibliotheksbestand gezielt gefördert?

The single story creates stereotypes, and the problem with stereotypes is not that they are untrue, but that they are incomplete. They make one story become the only story.” (vgl. Ngozi Adichie, 2009)

Ngozi Adichie beschreibt anhand dieses Zitats, worin die Gefahr liegt, wenn zum Beispiel monokulturelle Literatur (Themen in Büchern, die zu wenig die gesellschaftliche Realität der Vielfalt widerspiegeln) in Bibliotheken, Buchhandlungen, aber auch bei der eigenen Lektüre kultiviert und zu selten über den Tellerrand der eigenen Community “hinausliest”. Vor wenigen Jahren hat sich vor allem in den USA die Bezeichnung Diverse (Children‘s) Books herausgebildet. Der Bestandsaufbau vor allem in Kinder- und Jugendbibliotheken in den USA trägt verstärkt diesen Tatsachen Rechnung. Geschichten, in denen Fremdheit und kulturelle Vielfalt vorkommen, wurden in der Vergangenheit zu selten im Bestandsaufbau für eine vielfältig zusammengesetzten Bibliotheksnutzerschaft berücksichtigt. Diese inhaltliche Vielfalt bei Kinderbüchern zu fördern, wäre nicht nur für Ureinwohnerkinder ohne Migrationsgeschichte hilfreich, um Vorurteile abzubauen, sondern auch für Kinder, welche aus bi- bzw. multikulturellen Familien stammen.Prognosen in den USA gehen davon aus, dass im Jahr 2043 (ethnische) Minderheiten zu Mehrheiten innnerhalb der Gesellschaft werden (sog. Majority-Minority-Effekt).

Anhand von drei Blogbeiträgen aus dem Jahr 2014 wurde versucht deutlich zu machen, dass Kinderbücher und Empowerment für Afrodeutsche aber auch andere “Minderheiten” von Bedeutung sein können. Inwiefern werden Empfehlungen und Erkenntnisse durch Personen wie Prof. Dr. Maisha Maureen Eggers oder Tupoka Ogette für die eigene Bibliotheksarbeit berücksichtigt? Gibt es Fort- und Weiterbildungen durch Personen wie diesen, um das Bibliothekspersonal für diese Thematik zu sensibilisieren? Welche Rolle spielt vorurteilsbewusste Literatur in der Bibliotheksarbeit?

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[Infografik] Kindern den Wert des Lesens beibringen

Teaching Children the Value of Reading Infographic
Find more education infographics on e-Learning Infographics
Gefunden auf: EDTECH und Chronicle Books

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Maisha Maureen Eggers über Kinderbücher und Empowerment (Teil 2)

In Teil 2 des Interviews mit Prof. Dr. Maisha Maureen Eggers (Erziehungswissenschaftlerin und Geschlechterforscherin, Professorin für Kindheit und Differenz an der Hochschule Magdeburg-Stendal), wird fortgesetzt, welche Rolle vorurteilsbewusste Literatur in der Bildungspraxis spielt.

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Maisha Maureen Eggers über Kinderbücher und Empowerment (Teil 1)

Im 1.Teil des Interviews mit Prof. Dr. Maisha Maureen Eggers (Erziehungswissenschaftlerin und Geschlechterforscherin, Professorin für Kindheit und Differenz an der Hochschule Magdeburg-Stendal), wird der Antwort nachgegangen, welche Rolle vorurteilsbewusste Literatur in der Bildungspraxis spielt. Bibliothekare und Bibliothekarinnen können durch Veranstaltungen, einem sinnvollen Bestandsaufbau und einer geeigneten Literaturpädagogik bereits Kindern Empowerment durch das Lesen geeigneter Bücher ermöglichen.

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Auskunft ist Jazz

„Auskunft ist Jazz — Das bibliothekarische Auskunftsinterview” wurde im Rahmen eines Studienprojekts des Studiengangs Bibliothekswesen der FH Köln im Wintersemester 2013/14 und im Sommersemester 2014 durch eine studentische Arbeitsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Hermann Rösch konzipiert und hergestellt.

Im folgenden Video handelt es sich um den Lehrfilm „Auskunft ist Jazz — Das bibliothekarische Auskunftsinterview“. Er zeigt anhand beispielhafter Szenarios all die Vorgehensweisen beim Auskunftsinterview, bei der die Schülerin Clarissa auf der Suche nach Informationen für ihre Facharbeit an der Auskunftstheke der Bibliothekarin Nadine begegnet. Der Film soll in der universitärer Lehre, sowie in der bibliothekarischen Aus- und Fortbildung Anwendung finden. Hierzu gibt es auch eine Kurzversion, sowie eine filmische Checkliste.

In jeweils negativen und positiven Varianten werden anhand des folgenden Auskunftsgesprächs die Erzeugung der Grundstimmung zu Anfang, die Ermittlung des Informationsbedarfs mit Hilfe geeigneter Fragetechniken, die gemeinsame Recherche und die Qualitätskontrolle durch das Follow-up zum Abschluss gezeigt. Zwischen den Szenen sorgt ein Moderator erklärend für Orientierung und es werden weitere unterhaltsame und lehrreiche Szenen aus dem bibliothekarischen Alltag gezeigt. Darüber hinaus geht der Film auch auf schwierige Phänomene wie großer Andrang und ungeduldige Nutzer an der Auskunftstheke ein.

Musik: “Sandu” von Hugo ‘Droopy’ Contini ist unter einer Attribution-NonCommercial-ShareAlike 3.0 International License veröffentlicht

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