Aus aktuellem Anlass: Der diesjährige Gewinner des “Libraries Change Lives Award” ist die Bibliothek der Haftanstalt von Saughton (Edinburgh)

Eine Gefängnisbibliothek in Edinburgh, welche erst im November 2008 eröffnet wurde, erhielt vorgestern im Rahmen der Libraries Change Lives Konferenz (in London) den Libraries Change Lives Award. Das Chartered Institute of Library and Information Professionals (CILIP) ist der Ausrichter der Konferenz und Sponsor des Preises. Die Auszeichung belohnt gute und innovative Bibliotheks- und Informationsprojekte, welche Menschen zusammenbringen, Nutzer einbeziehen und  das Leben von Menschen verändern. Die Gefängnisbibliothek setzte sich damit gegen andere innovativen Initiativen und Projekte aus Manchester und London (Bezirk Barking und Dagenham) durch. Hierfür erhielt sie eine Trophäe und 5.000  britische Pfund. Sie ist die einzige Bibliothek in Schottland mit einer Warteliste. Den Gutachtern zufolge übt die Bibliothek einen bemerkenswert positiven  Einfluss auf alle Insassen und Mitarbeiter aus. Das bei der Errichtung der Bibliothek vorgebene Ziel war es, eine soziale Inklusion für alle Insassen zu verwirklichen, indem ihnen Weiterbildungsmöglichkeiten und Berufsperspektiven aufgezeigt und angeboten werden, um ihnen den Übergang von der Haft in die Freiheit zu erleichtern.  Dies wird durch ein einladendes Design und eine moderne Ausstattung (z.B. Laptops und Schreibtische) gewährleistet, wobei die Häftlinge bei der Gestaltung und dem Bau der Inneneinrichtung aktiven mitwirkten. Außerdem wird den Insassen nicht nur dabei geholfen ihre Lesefähigkeit zu verbessern, sondern ihnen auch bei der Erstellung ihrer Lebensläufe und Bewerbungen  Hilfestellung gegeben. Eine weitere Besonderheit ist die Tatsache, dass dort Häftlingen Fähigkeiten und Kompetenzen eines Bibliothekars vermittelt werden. Betrieben wird die Bibliothek aber von der erfahrenen “Berufsbibliothekarin” der Stadtbibliothek von Edinburgh, Kate King. Sie und einige Häftlinge kommen im folgenden Video zu Wort.

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“Le Labo BnF” in der Bibliothèque François Mitterrand: Ein zeitgemäßer Ort für neue Technologien und Nutzer

Vor fast genau einem Monat, am 2. Juni hat die Nationalbibliothek Frankreichs (BnF), die Bibliothèque François Mitterrand das sogenannte “Labo BnF” eröffnet.  Die Zeitung “Le Figaro” betonte, dass die zur Eröffnung 1996 vergebene Einschätzung über die Bibliothèque François Mitterrand nun Wirklichkeit wird, dass es sich bei der BnF mit dem “Labo” um eine neue Art von Bibliothek handelt:  “N’avait-on pas dit, à l’époque de sa construction, qu’elle serait une bibliothèque «d’un genre nouveau»?”  Zu diesem Zeitpunkt war man sich vielleicht noch nicht der Außmaße und der zukünftigen (möglichen) Rolle der Bibliothek  bewußt. Spätestens jetzt wird klar, dass es sich bei der Funktion des damals (1996)  neuen Baus der Bibliothek, um eine neue und zusätzliche Aufgabe handelt, den Menschen die Befürchtungen und Ängste vor den neuen Technologien zu nehmen. Letzteres betont der Direktor Bruno Racine in vielen Stellungnahmen.  “Labo BnF” erstreckt sich auf einer Fläche von 120 m² und ist jeden Montag von 14-19 Uhr, Dienstag bis Samstag von 10-19 Uhr und an den Sonntagen von 13-19 Uhr geöffnet. Im Gegensatz zur kostenpflichtigen und aktiven Nutzung der Nationalbibliothek, ist dieser Bereich für alle Besucher frei zugänglich, unabhängig davon, ob jemand über einen Ausweis verfügt oder nicht. Dieser neugeschaffene Raum ist das erste öffentliche “Experimentierlabor“, dass den NutzerInnen ermöglicht die neuen Technologien des Lesens (E-Books), des Schreibens (z.B. elektronische Tinte) und des Web 2.0 näher zu bringen. Den Besuchern wird auf die “userorientierte” Weise ein anderer Zugang zum Bestand der Bibliothek gewährt. Gibt es denn vergleichbare deutschsprachige Bibliotheken, die ähnliche Dienstleistungen zum Ausprobieren anbieten und Räume hierfür zur Verfügung stellen?

Die BesucherInnen werden im Eingangsbereich des “Labo BnF” auf einen riesengroßen Multitouch-Bildschirm stoßen, wo der Zugang auf tausende digitalisierte Bestandsdaten möglich ist. Diese “Auswahlmauer” stammt aus den USA und ermöglicht eine Übertragung der Daten auf Terminals oder auf elektronische Lesegeräte und ist das erste Gerät seiner Art, das jemals in Europa installiert wurde.  Die “Mauer” mag im Betrachter Assoziationen mit  dem Film Minority Report von Spielberg wecken. Es ist möglich mit einem Stift auf digitalem Papier zu schreiben. Der Bildschirm verfügt über ein Augmented-Reality-System, wo die Öffentlichkeit zum Beispiel 3D-Modelle eines Theaters sehen kann. Darüber hinaus gibt es noch einen digitalen Koran von der Größe einer Streichholzschachtel und viele andere Technologien. Das “Labo BnF” verfügt auch über einen Twitteraccount und über ein Blog. Weitere Hightlights sind das sogenannte “Storytelling”, das iPad und der Einbeziehung der Kognitionswissenschaften in Form von Robotern. Diese wurden vom Institut des Systèmes Intelligents et de Robotique (ISIR) entwickelt und  vor allem dafür verwendet nicht-frankophonen Besuchern und Menschen mit Behinderung beim Zugang zu den neuen Technologien behilflich zu sein. Zur Vermittlung der Technologien finden auch Konferenzen und themenbezogene Workshops statt. » Weiterlesen

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Ein Bücherpanzer als Instrument zur Leseförderung in Buenos Aires: "El Arma de Instrucción"

In den letzten 30 Tagen berichteten mehrere Medien unter anderem BoingBoingHuffington PostActu Litté, sowie das belgische Blog DE PAPIEREN MAN über Raúl Lemesoff, einem argentinischen Künstler, der ein Fahrzeug der Marke Ford Falcon aus der Zeit der Militärdiktatur Argentiniens (1976-1983) so umfunktionierte, dass er es regelmäßig mit gespendeten Büchern “auftankt” und diese kostenlos in der Stadt verteilt.  Zu den größten Interessenten der Bücher zählen junge Menschen im Alter zwischen 5-18 Jahren. Seine “Waffe” bezeichnet  Raul Lemesoff  als “Weapon of Mass Instruction“, als Waffe, welche imstande ist die Massen zu bilden.  Ihm geht es darum Literatur dorthin zu bringen, wo sie (noch) zu selten vorkommt. Hierzu zählen Stadtviertel, die von Armut und Marginalisierung betroffen sind.

Vorgestern kam unter anderem in der Wochenzeitschrift New Yorker ein Blogeintrag von Monica Racic hinzu, in welchem sie nicht nur Zitate zu Büchern und Waffen aus dem Film “Die Träumer” von Bertolucci aufgriff, sondern auch die Hauptziele von Lemesoffs Tätigkeit Bücher unters Volk zu bringen, benannte: » Weiterlesen

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Reisetipps für Leseraten II. – Schlafen mit Dewey

Im Big Apple kann man in mitten von Bücher nächtigen. Ganz in der Nähe der New York Public Library in Manhattan liegt das “Library Hotel”. Dieses ist ganz dem Medium Buch gewidmet und bedient sich dabei der Dewey’schen Dezimalklassifikation. Jedes Stockwerk steht dabei für eine der zehn Kategorien der Klassifikation. Die einzelnen Zimmer sind dabei sehr individuell gestaltet und mit Literatur ausgestattet.

Wer bei seinem nächsten New York Trip in diesem Hotel absteigen will, sollte allerdings etwas mehr Geld investieren, denn die Zimmerpreise variieren je nach Ausstattung des Zimmers und beginnen bei etwa 100 Dollar pro Nacht und Person. Allerdings bietet das Hotel viel Spezielles an, unter anderem ein “Broadway Package”, bei dem zwei Tickets für ein Musical inklusive sind. Außerdem bietet das Hotel seinen Gästen einen „Reading Room“, einen „Poetry Garden“ und einen „Writer’s Den“ teilweise mit einer atemberaubenden Aussicht auf die Stadt – zumindest lassen dies die Bilder auf der Homepage vermuten.

Ein Besuch der Homepage empfiehlt sich aber auch für all diejenigen, die in nächster Zeit nach New York reisen können. Besonders die Kategorie Dewey Decimal Concept ist zu empfehlen. Hier wird die Möglichkeit geboten in einem Buch zu blättern, um sich genau alle im Hotel vertreten Kategorien der Klassifikation anzuschauen. Dabei kann man auf die einzelnen Kategorien gehen und erfährt, welche Ausstattung das jeweilige Zimmer bietet. Allen Bibliothekaren sei das Zimmer 1000.001 empfohlen, hier gibt es die passende Fachliteratur zu entdecken.

Aufmerksam geworden über:
Kovalik, Claudia: Die Bibliothek als Hotel, Schweizerischer Bibliotheksblog

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Ljubljana – Welthauptstadt des Buches vom 23.04.2010-23.04.2011

Nach Amsterdam (2008)  und Beirut (2009) wird ab heute für ein Jahr Ljubljana  zur  Welthauptstadt des Buches. Sie konnte sich 2008 gegen Städte wie Riga, Wien, Sankt Petersburg und andere durchsetzen.

Seit dem 15.04. gibt es auf den folgenden Webseiten umfangreiche Informationen: http://www.ljubljanasvetovnaprestolnicaknjige.si/ und http://www.ljubljanaworldbookcapital.si/ Allerdings wird man noch von der englischsprachigen URL direkt auf die slowenischsprachige Webseite verlinkt. Bisher gibt es leider noch keine englische Übersetzung der Webseite. Meine Informationen stammen größtenteils vom Stand des Landes Slowenien auf der Leipziger Buchmesse 2010.

Das offizielle Programm wurde am 19.04. in Anwesenheit des Bürgermeisters  von Ljubljana, Herrn Zoran Jankovic und der slowenischen Kulturministerin Frau Majda Sirca, sowie der Generaldirektorin der UNESCO, Frau Irina Bokova,  in Paris vorgestellt. Es sei unbedingt erwähnt, dass Slavoj Žižek zu den drei konzeptionellen Entwicklern und Organisatoren des Programms zur Weltbuchhauptstadt zählt. In diesem einen Jahr werden nicht nur  Bücher und Literatur im Vordergrund stehen, sondern auch der interkulturelle Dialog. Zu diesem vielfältigen Programm zählt unter anderem das Festival “Literaturen der Weltkontinente”, an welchem Schriftsteller aller Kontinente teilnehmen werden, sowie der Weltkongress “Bücher als Motor der Entwicklung der Menschheit” mit anerkannten Fachleuten und Forschern.

Mit dem Hissen der Flagge der neuen Weltbuchhauptstadt durch den Bürgermeister von Ljubljana wird das ein Jahr dauernde Event eröffnet. Am Abend wird es eine vom slowenischen Regisseur Matjaz Berger entwickelte Theaterperformance geben, bei der durch die Begegnung von Kunst, den Wissenschaften und der Philosophie, der Buch- und Lesekultur Anerkennung zuteil wird. Insgesamt wird es etwa 300 Veranstaltungen geben, welche folgende Ziele haben:

1.) die Leseförderung, 2.) die Lesekultur zu stärken, 3.) den Zugang zu Büchern zu erleichtern, 4.) die Vielfalt der Literatur verschiedenster Gattungen einer möglichst großen Öffentlichkeit näherbringen

Zu den Programmhighlights zählen die folgenden Schwerpunkte:

  • The International within the Local: Dabei handelt es sich um eine Reihe von Poesielesungen  durch Gastautoren aus China und aus vielen anderen Ländern.
  • Ljubljana liest: Growing up with books ist ein Projekt für dreijährige Kinder und für Grundschüler, bei dem jedes Kind ein Geschenk in Form eines Bilderbuchs oder eines slowenischen Romans erhält.
  • Books for everyone: Zur Förderung des Lesens werden 21 Bücher (unterschiedler Gattungen) in ausreichender Anzahl gedruckt und für jeweils 3 € verkauft » Weiterlesen
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Mal wieder mit dem Bus durch Hamburg?

Des Morgens in der Bahn oder dem Bus sieht man sie zu Hauf, diese lesenden Mitreisenden, die ganz versunken in ihr Buch, die Zeit bis zu ihrer Haltestelle überbrücken. Doch welcher dieser Reisenden kennt das Problem nicht: Man liest gerade ein Buch und es sind nur noch 20 Seiten bis zum Ende. Es steht fest, das aktuelle Buch reicht nur noch für die Hinfahrt am nächsten Tag und das nächste liegt schon bereit. Aber sie sind dick – alle beide – und man muss sie den ganzen Tag mit sich herumschleppen. Im Zweifelsfall entscheidet man sich dafür, das angefangene noch schnell auszulesen oder man nimmt doch beide mit. Für die nächsten drei Jahre wird den Fahrgästen der Busse in Hamburg dieses Problem genommen.

In 100 Hamburger Bussen werden Regale eingebaut und mit Büchern bestückt. Diese werden regelmäßig durch den Kooperationspartner STILBRUCH ausgetauscht, aber auch der Fahrgast ist gefragt. Die Nutzer dieser fahrenden Bibliotheksbusse können nicht nur im Bus auf das Angebot zugreifen, sie dürfen die Bücher auch mit nach Hause nehmen oder auch ausgelesene eigene Exemplare einstellen und so für ein immer wechselndes Angebot sorgen. Die Busse sind leicht an den orangefarbenen Piktogrammen am Einstieg zu erkennen. Sie werden auf allen Busstrecken in Hamburg fahren. Man muss allerdings Glück haben, einen dieser Busse zu erwischen, denn einen Bücherbusfahrplan wird es nicht geben.

Dies ist eine interessante Idee, die hoffentlich von Erfolg gekrönt ist und dann vielleicht nicht nur drei Jahre durch Hamburg fahren wird. Vielleicht schafft diese Idee es auch in andere Städte und andere öffentliche Transportmittel, z.B. die Straßenbahn. Bis dahin kann man den Hamburgern nur viel Spaß beim Schmökern wünschen.

Quelle:
Einfach entspannend – 100 Bücherregale rollen in Bussen durch Hamburg via VHH PVG News

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Wenn der Wecker zweimal klingelt

Ein Wecker findet sich wohl in fast jedem Haushalt und zwingt deren Bewohner beinah jeden Tag pünktlich aus den Federn. Er zeigt uns die Uhrzeit und erinnert uns mit seinem unermüdlichen Klingeln, dass wir jetzt aufstehen müssen. Es ist also eines dieser praktischen kleinen Dinge, die man Zuhause hat. Ein Student der Universität Kassel dachte sich das auch und hat als Teil seiner Diplomarbeit einen Bücherwecker konzipiert.

Doch was ist denn nun ein Bücherwecker?

Die simple Antwort lautet: ein Erinnerungsdienst für die Bibliotheksnutzer. Diese können über die Website des Bücherweckers einfach ihre Bibliothekskonten verschiedener Einrichtungen verknüpfen und diese über die Seite abrufen. Wenn ein Buch oder mehrere Bücher fällig sind, wird der Nutzer per E-Mail daran erinnert. Diese Benachrichtigung via Mail ist jetzt keine neue Entwicklung, da mittlerweile viele Bibliotheken ihren Nutzern diesen Service anbieten. Das neue an dem Service des Bücherweckers ist die Verknüpfung mehrerer Konten. Er bietet die Möglichkeit alle gleichzeitig abzurufen, ohne sich in jeder Bibliothek einzeln dafür anzumelden. Der Nutzer spart also Zeit und hat schnell auf einen Blick, welches Buch wann fällig ist. Das ganze basiert darauf, dass der Nutzer mit seinen Daten den Bücherwecker beauftragt, regelmäßig den Status der entliehen Bücher abzurufen. Hier zu werden die E-Mail Adresse und die Zugangsdaten des jeweiligen Bibliothekssystems gespeichert.

Bis jetzt sind 31 Bibliothek aus ganz Deutschland an das System angeschlossen. Wenn ein Nutzer eine seiner Bibliotheken nicht findet, kann er eine Mail an den Bücherwecker schicken, damit diese an das System angeschlossen wird. Dazu ist nur ein Nutzerkonto nötig, auf dem mindestens drei Bücher entliehen ist, damit die Bibliothek in das System aufgenommen werden kann.

Der Service bietet sich vor allem für Nutzer an, die in mehren Bibliotheken ausleihen und so ihre Konten einfacher verwalten können. Da momentan mit 31 Bibliotheken noch serhr wenige Einrichtungen angeschlossen sind, kann es hier durchaus passieren, dass nicht jeder seine Bibliothek findet. Die Möglichkeit, diese an den Betreiber Sven Stefani zu melden, lässt hoffen, dass sich im Laufe der Zeit immer mehr Einrichtungen beim Bücherwecker finden lassen. Für den Nutzer von WBs und ÖBs ist es mit Sicherheit ein zu empfehlender Service, um den Überblick über die eigenen Bibliothekskonten nicht zu verlieren.

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[Zitat] Unkommentiert – 1996

“Lieber Borges, …Sie haben gesagt, dass wir der Literatur alles schulden, was wir sind und was wir gewesen sind. Wenn Bücher verschwinden, wird die Geschichte verschwinden, und die Menschen werden ebenfalls verschwinden.Bücher sind nicht nur die beliebige Summe unserer Träume und unseres Gedächtnises. Sie bieten uns auch das Vorbild für Selbsttranszendenz”…Susan Sontag, New York, 13. Juni 1996 (Quelle: Arche-Literaturkalender 2009)

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Bücher für die Mongolei

Zeit-Online stellt in regelmäßigen Abständen interessante Projekte von Studenten verschiedener Hochschulen und Disziplinen vor. Im Dezember ist die kurze Vorstellung einem Projekt namens “Bücherbrücke” gewidmet, welches kurz gesagt gebrauchte englischsprachige Bücher in die Wüste schicken will. Die Idee dazu entstand vor vier Jahren, als einige Pfadfinder aus Neumarkt in der Oberpfalz in die Mongolei reisten. Es folgte ein Gegenbesuch aus der Partnerstadt Arvaikher in der Mongolei. Bei der Reise in die Mongolei wurde schnell deutlich, wie wichtig Bildung und Fremdsprachen für die Zukunft der Kinder sind, so entstand die Vision einer bildungsgerechten Welt.

Die Initiative “Bücherbrücke Mongolei” will akutem Lehrbuchmangel in den Schulen der Region entgegen wirken. Mir diesem Ziel konnten vier städtische und 22 weitere Schulen mit Lehrmitteln ausgestattet und Lehrkräfte geschult werden. Außerdem bietet das Projekt Sprachkurse für Kinder und Lehrkräfte an.

Doch was hat das ganze jetzt für einen bibliothekarischen Hintergrund?

Ganz einfach: Im Zuge des Projektes entstand auch eine Schulbibliothek, die nur durch gespendete Bücher bestückt wurde. Diese stammen vor allem aus Schulen in Bayern und Baden-Württemberg. Da die Spenden so zahlreich waren, musste man sich bald von der Idee des Versandes per Post verabschieden und nahm statt dessen einen Container, der mit etwa 300 Bücherkisten bestückt wurde. Die Vorarbeit in Deutschland wurde durch eine Bibliothekarin unterstützt und vor Ort wurden zwei weitere Bibliothekare geschult, die sich nun um den täglichen Betrieb kümmern. Die ganze Bibliothek wurde in zwei Monaten vor Ort von acht Bücherwächtern und mongolischen Jugendlichen aufgebaut. Am 2.September 2009 feierte man Eröffnung und seit dem nutzen jeden Tag 150 Kinder diese Einrichtung. Bei Bücherbrücke handelt es sich um ein Projekt, das von Erfolg gekrönt ist.

Doch die Initiatoren wollen mehr. Immer noch werden für die Bibliothek und die Schulen Bücher gesammelt. Gleichzeitig soll die “Bücherbrücke Mongolei” ein Anfang sein und man hofft ähnliche Bücherbrücken auch außerhalb der Mongolei errichten zu können. Damit dieses Ziel erreicht werden kann, sucht das Projekt Studenten, die als Bücherwächter vor Ort arbeiten möchten oder als Buchsammler weitere Bücher sammeln.

Man kann dem Projekt auf Twitter oder auf den Facebook-Fanpages Bücherbrücke bzw. BookBridge folgen. Ein interessantes Projekt, das zeigt, dass auch das alte Medium Buch noch die Tür in eine bessere Welt öffnen kann.

Quelle: Studentisches Projekt: Bücher in die Wüste schicken auf Zeit-Online

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Hotels für Bücherfreunde

Welcher Bücherwurm träumt nicht davon einmal in mitten von Büchern zu nächtigen. Dieser Traum lässt sich heute ganz einfach in einem sogenannten Bücherhotel verwirklichen. Diese haben sich darauf spezialisiert, dem Bücherfreunde ein perfektes Umfeld zu bieten. Die Bewertung der Hotels erfolgt ganz nach dem Motto Lesen mit kleinen Büchersymbolen.  So darf der Gast in einem Fünf-Buch-Bibliotel eine Buchauswahl von mindestens 1500 Büchern erwarten.

Zum Service der Häuser gehört es, dass der Gast sich bereits im Vorfeld ein Buch seiner Wahl auf das Zimmer bestellen kann, welches bei der Ankunft für bereit liegt. Zudem ist der ganze Service des Hotels auf die Bedürfnisse einer wahre Leserate abgestimmt. So sind die Essenszeiten flexibel und auch das Lesen bei Tisch ist gestattet. Außerdem warten gemütliche Leseplätze im ganzen Haus auf den Gast.
Die Idee stammt von dem Salzburger Unternehmer Sebastian Mettler, der selbst leidenschaftlich gern liest. Mittlerweile gibt es in Österreich 50 dieser Bibliotels, die sich teilweise sogar auf bestimmte Genre spezialisiert haben.

Doch warum in die Ferne schweifen, auch in Deutschland kann man in einem Bücherhotel nächtigen und natürlich lesen. Das erste Bücherhotel Deutschlands liegt auf dem Gutshof in Groß Breesen in Mecklenburg-Vorpommern im Dreiländereck zwischen Hamburg, Rostock und Berlin. Hier wird man von über 100.000 Büchern erwartet, die in verschiedenen Gebäuden untergebracht sind. Zum einen befinden sich natürlich in den Zimmern selbst Bücher, zum anderen gibt es ein Bücherhaus mit Bücherstube, außerdem ein Gutshaus mit Bibliothek und ein Denkhaus mit Privatbibliothek. Die Bestände des Hotels sind aber weder sortiert noch archiviert, so dass man sich auf gut Glück durch die Bücherberge wühlen muss. Der Gast kann gern eigene Bücher mit bringen und diese mitgebrachten Bücher dann tauschen: für zwei eigene gibt es im Tausch ein Buch aus dem Bestand des Hotels zur Mitnahme.

Eine schöne Idee 💡 finde ich. Der Vorteil, wenn man als bekennende Leserate in einem solchen Hotel absteigt, ist mit Sicherheit, dass man eine Menge an Gepäck spart, denn die eigene Literatur für den Urlaub kann man sich ja getrost vor Ort suchen. Und dass dieses Konzept durchaus funktioniert, zeigt das erste Bücherhotel Österreichs in Bad Kleinkirchheim, welches seit zehn Jahren existiert.

Quelle:
Bibliotels: “Bücherhotels” erobern neue Gäste via ORF.at

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