Uni Duisburg-Essen: Mit der Bibliothek durchs Studium

Entwickelt von Eva Kraemer und Marco Cannata. (Herbst 2014)


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Nun doch: Neue Medien für die Duisburger Bibliothek

Die Stadtbibliothek Duisburg war dieses Jahr lange Zeit auf Buchpatenschaften angewiesen, denn der Etat der Bibliothek war sehr gering. 2008 betrug das Budget 900.000 Euro, 2009 noch über 500.000 Euro und dieses Jahr stand der Bibliothek bis vor Kurzem ganze 0 Euro zur Verfügung.

Das hatte für die Bibliothek verheerende Auswirkungen. Es gab kaum aktuelle Bücher, CDs oder DVDs aus den Bestsellerlisten, welche eine einen Chart-Zuschlag von 1-2 Euro kosten. Da diese nicht ausgeliehen werden können, bedeutete dies mit einem sinkenden Interesse an der Nutzung der Bibliothek, d.h. weniger ausgestellten Bibliotheksausweisen, Mindereinnahmen von 90.000 Euro.

Jetzt kann die Bibliothek durchatmen, denn die Bezirksregierung Düsseldorf hat nun doch wenigstens 321.000 Euro für den Medienerwerb zur Verfügung gestellt. Die Bibliothek hatte im Vorgriff auf das bitter benötigte Geld eine Wunschlisste verfasst, die nun an das neue Budget angepasst werden muss, bevor die Aufträge an die Buchhandlungen gehen können und deren Rechnungen über die Stadtkasse abgerechnet werden können.

Buchpatenschaften waren lange Zeit die einzige Hilfe für den Bestand der Bibliothek.

Dass die Stadtbibliothek in diesem Jahr nicht gänzlich zum Sachwalter von Altpapier wurde, verdankt sie dem Projekt „Buchpate“ der Stiftung Bibliothek, das rund 20.000 € ins Haus spülte. (Bibliotheksdirektor Jan-Pieter) Barbian: „Ich freue mich riesig über das hohe Engagement, das nach wie vor anhält.“

Die Einsparungen betreffen besonders den Bildungsbereich und sind daher ein falscher Weg, denn Bildungsinvestitionen ist eine Zukunftsinvestition in die Kinder und somit auch in die des Landes. Auch heute wird Wissen nicht nur am PC gelernt, sondern immer noch aus Büchern bezogen. Bibliotheken helfen, die Liebe zum Buch zu entdecken und auch den richtigen Umgang mit diesem Medium zu lernen.

Quelle:
Duisburger Bibliothek darf doch neue Medien kaufen, Der Westen


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Buchpatenschaft als Hilfe für die Bibliothek

In seinem Beitrag „Tipps für Krisenzeiten: Wie der Einzelne seine Bibliothek auf lokaler Ebene unterstützen kann“ zeigte Wolfgang verschiedene Möglichkeiten auf, wie man seiner Bibliothek wirkungsvoll helfen kann. Anfangs dachte ich, na gut, in den USA funktioniert das sicherlich. Der Beitrag zum Buchpatenaufruf aus Duisburg machte deutlich, dass dies in Deutschland auch sehr notwendig inzwischen ist.

Offiziell hat der Rat beschlossen, dass die Stadtbibliothek über einen Anschaffungsetat von 900 000 Euro verfügt; 25 000 Medien könnten davon erworben werden.
Im letzten Jahr durfte sie 500 000 Euro ausgeben, 2010 noch keinen Cent.

In Augsburg war für den Neubau der Stadtbibliothek genug Geld da, für neue Bücher jedoch nicht. Die Attraktivität einer Bibliothek hängt jedoch nicht unbedingt maßgeblich von einer schönen Leseumgebung ab, die wichtig ist, aber nicht so wichtig wie ein attraktiver, aktueller Bestand, der das stärkste Zugpferd für Leser ist.

Dass sich die Buchpatenschaft zu etablieren scheint, zeigt auch das Buchpatenmodell in der Stadt- und Kreisbibliothek „Hans Keilson“ in Bad Freienwalde. Auch hier setzt man auf Buchpaten, um attraktive Bestände den Lesern anbieten zu können.

In Duisburg ist die Bibliothek nun vollständig auf Buchpatenschaften angewiesen und hat ein entsprechendes Anreizmodell geschaffen:

Ab 50 Euro werden Spendenquittungen ausgestellt. Die Buchpaten werden auf Wunsch mit ihrem Namen im Buch genannt und können als erste das Buch ausleihen.
Unternehmen können ab einem Buchkauf von 150 Euro ihr Logo in die gespendeten Bücher einpflegen lassen. Ab 200 Euro wird das Logo auch auf der Internetseite wiedergegeben. Und ab 1000 Euro wird die Werbung auf einem eigenen Buchpatenposter ermöglicht.

Es leidet durch die städtischen Sparmaßnahmen vor allem der Bildungsauftrag von Bibliotheken und damit auch wiederum besonders die Kinder aus sozial und finanziell schwachen Familien. Die Kampagne der Buchpatenschaft ist notwendig, um Bildung und Chancengleicheit zu schaffen. Die Buchpatenschaft hilft, hilfreiche Medien für Schüler zu gewährleisten und einen aktuellen Bestand bieten zu können. Gerade jetzt ist notwendig, dass sich viele Buchpaten finden, denn gerade in den Monaten von August bis Oktober werden die meisten Neuerscheinungen veröffentlicht und die Leser erwarten, diese in ihrer Bibliothek vorzufinden.

Duisburger, die ihre Stadtbibliothek unterstützen möchten, können in einer Auflistung die Buchhandlungen ausfindig machen, die sich an dem Projekt beteiligen und in denen die Listen mit den benötigten Büchern ausliegen.

Die Duisburger ist neben der Essener Bibliothek die zweite Stadtbibliothek in Deutschland, die über keinen Anschaffungsetat verfügt, aber der Trend, an dieser Stelle einzusparen ist eben auch in anderen Bibliotheken erkennbar. Dies ist ein Trend in die falsche Richtung seitens der Städte. Ich befürchte auch, dass wenn sich die Buchpatenschaften als besonders erfolgreich zeigen, könnte dies dazu führen, dass man in Bibliotheksetats weitere Einsparungspotentiale entdeckt. Die Buchpatenschaften sind eine gute Idee, sofern sie dazu führen, dass ergänzende Anschaffungen für Bibliotheken dadurch ermöglicht werden. Sie darf kein Instrument des regulären Bestandaufbaus werden.

Quellen:
Horstmeier, Anne: Paten spenden 803 Bücher, DerWesten.de
Snowley, John: Duisburg: Stadtbibliothek sucht Buchpaten, RP Online


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Wie sehr muss Lesekultur unterstützt werden?

Samstag ist Hochbetrieb in den Öffentlichen Bibliotheken. Die Menschen haben frei und es zieht sie in die Bibliothek. Auch in der Duisburger türkischen Bibliothek im Erdgeschoss der Stadtbibliothek ist Hochbetrieb und Menschen mit Migrationshintergrund verbringen ihren freien Nachmittag hier lesend. Die Türkische Bibliothek umfasst einen Bestand über 22.000 Medien, zu denen neben rund 18.000 Printmedien (Bücher, Lexika, Noten, Zeitschriften, Tageszeitungen) auch CDs, Literatur- und Musikkassetten, Videofilme und DVDs gehören. Dieser Bestand ist in der Zentralbibliothek, in den Bezirksbibliotheken von Hamborn, Meiderich und Rheinhausen), in den zwei Stadtteilbibliotheken Vierlinden und Beeck sowie im Bücherbus zu finden.

Die Gespräche von Frau Barton-Andrews fanden in der Zentralbibliothek statt.

Numan Ova (43), ein Stahlarbeiter, der vor 30 Jahren nach Duisburg kam, nutzt seit seiner Schulzeit die Bibliothek und liest zweimal die Woche die „Hürriyet„, aber ab und zu auch mal deutsche Zeitungen. Auch als sozialer Ort spielt die Bibliothek eine Rolle, da er hier sowohl deutsche als auch türkische Bekannte trifft.

Erol Özmen (45), der seit 28 Jahren in Deutschland lebt, kommt wegen der neuesten türkischsprachigen Bücher in die Bibliothek, wobei es momentan auf Grund des Sparzwangs nur sehr wenige Neuanschaffungen gibt. Auch seine Kinder kommen alle 14 Tage mit in die Bibliothek, denn Bildung ist für ihn ein essenzieller Bestandteil des familiären Lebens. Aber er benötigt nicht nur türkischsprachige Literatur, sondern nutzt für seine berufliche Weiterbildung deutschsprachige technische Literatur.

Die in Deuschland geborene junge Mutter Hilda Akkaya (28) nimmt ihre beiden Töchter mit in die Bibliothek, um ihnen zum Erlernen der deutschen Sprache deutsche Kinderbücher und Hörspiele auszuleihen, zumal Zuhause sonst nur türkisch gesprochen wird.

Der Rentner Yeniavci Abdullah (64) lebt seit 1970 in Deutschland und kommt häufig in die Stadtbibliothek, weil er sich dort wohlfühlt. In seiner Heimatstadt gibt es auch eine große Bücherei, aber die Duisburger sei besser und die Bibliothek sei besser besucht. Auch er kommt in die Bibliothek, um die „Hürriyet“ zu lesen.

In den Diskussionen, zum Artikel kommt es dann zu den unvermeidlichen Diskussionen.

In Kommentar 1, schreibt Viermann:

Ich verstehe sie nicht, unsere Multikulti-Fanatiker. Duisburg ist seit Jahren pleite, trotzdem wird in türkischsprachige Literatur investiert.

Ich weiß nicht, was „Viermann“ überlesen hat? Im Beitrag steht, dass es auch hier zu wenig Geld gibt. Außerdem ist jeder der liest, ob türkisch, italienisch, vietnamesisch oder deutsch bildungsfähig und lernwillig. Das ist doch mehr, als so mancher Deutsche zeigt. Dafür lohnt es sich immer, Geld zu investieren, zumal es sich ja mehr als nur verzinst, wie die Antworten der Erwachsenen zeigen: Sie bringen ihre Kinder mit, sorgen für ihre eigene Weiterbildung, halten sich politisch auf dem Laufenden.

Kerchack in Kommentar 3 fragt berechtigt:

Wie wären hier die Kommentare wohl ausgefallen, wenn der Bericht über das franz. oder engl. Angebot berichtet hätte (was es dort ja auch gibt und aus den selben Finanzierungs-Buget bezahlt wird).

Das ist eine gute Frage. Wie wäre da die Antwort ausgefallen? Hätten da entsprechende Meinungsmacher nicht eher auf den Sparzwang der Stadt geschimpft?

Links
Stadtbibliothek Duisburg
Türkische Bibliothek der Stadtbibliothek Duisburg
OPAC der Stadtbibliothek Duisburg

Quelle
Barton-Andrews, Verena: Lesekultur – für Menschen vieler Kulturen, Der Westen


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