Ein Video zur Geschichte des gedruckten Buches

Long before there were iPads and Kindles changing communication as we know it, there were other disruptive technologies and breakout information delivery systems. Like the printing press. And the Guttenberg Bible. “

Das Wall Street Journal machte im letzten Jahr auf ein Video aufmerksam, das sich mit der Geschichte und der Weiterentwicklung des Buches befasst. Darin kommen natürlich auch Bibliotheken vor. Der Erzähler, Marshall Crook, spricht dabei sehr schnell, während er in etwa sechs Minuten von der Geschichte des gedruckten Buches erzählt.

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Zwei Videos zur Hauptbücherei Wien am Urban-Loritz-Platz

“Ob lernen für die nächste Schularbeit, weiterbilden für den Beruf oder aus Lust und Laune schmökern, die neuesten Filme und Konsolenspiele ausleihen oder eine der vielen Veranstaltungen besuchen – in der Hauptbücherei kommt jeder auf seine Kosten.”

W24

Auf der Suche nach Videos zur Hauptbücherei Wien auf der Webseite des privaten Wiener Fernsehsenders W24 erhalte ich mehr als 30 Treffer seit 2004. Wieviel Treffer erhalten Bibliotheken hierzulande, wenn Sie auf München TV, RBB, oder anderen Lokalsendern in Deutschland nach der Berichterstattung über ihre Bibliothek recherchieren? Im folgenden Kurzbeitrag führt Christian Jahl, der Direktor durch die Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz. Am Ende des Blogeintrags habe ich das Video von W24 angefügt.

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[Bildzitat] Unkommentiert – Entstehungsjahr zw. 2007-2011

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Ein Fernsehinterview mit Monika Ziller aus der Sendung "Kaffee oder Tee" (SWR)

Am 3.1.2011 war Monika Ziller, die Leiterin der Stadtbibliothek Heilbronn und Vorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbands in der Sendung  “Kaffee oder Tee” des SWR zu Gast. Im Interview mit dem Moderator Jens Hübschen sprach sie über  Öffentliche Bibliotheken gestern und heute. Die beiden Highlights des Videos sind ein Imagefilm einer Bibliothek (in Baden-Württemberg) aus dem Jahr 1981 und das mitgebrachte E-book von Monika Ziller. Am Ende zog der Moderator folgendes Fazit: “Bibliotheken gehen mit der Zeit”

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Der Gewinner des Dutch Design Award 2010: Die Universitätsbibliothek von Amsterdam

Bisher war das dekorative Element in Bibliotheken die Bücher. Welches Design sollen Bibliotheken im 21. Jahrhundert bekommen, in dem gedruckte Bücher immer weniger zum eigentlichen “Kerngeschäft” und Hauptbestandteil  einer Hochschulbibliothek zählen werden? Diese Frage stellte kürzlich die Autorin Suzanne Labarre in dem Artikel “A Library Designed for the Post-Print Era” auf fastcodedesign.

An der Universität von Amsterdam, haben das niederländische Studio Roelof Mulder and das Büro von Ira Koers einen 27.000 Quadratfuß (Maßeinheit im angloamarikanischen Raum enstpricht etwa 9.396 m²) großen Raum in eine  “Lesesaal” verwandelt, in dem keine Bücher zu sehen sind. Der Raum ist für etwa 1.500 bis 2.000 Studenten gedacht, die täglich vorbeikommen sollen. Anstatt Regalen, ist der Ort mit Arbeitsplätzen ausgefüllt und anstatt Ausleihschaltern gibt es den sogenannten “Red Room”, einen Raum mit mehr als 100 roten Kisten, wo Studenten ihre Bücher abholen können, die sie online bestellt haben. Der Buchbestand der Universität ist in verschiedenen geschlossenen Magazinen und Bücherdepots aufbewahrt. Nach Ansicht der Autorin ist diese eine geschickte Methode, um sich an das Post-Print-Zeitalter anzupassen. Bibliotheken sind teuer in ihrer Bewirtschaftung. Weil Bücher zunehmend digital verfügbar sind, macht es  Sinn für Bibliotheken, so Suzanne Labarre, den Bestand an Büchern zu verkleinern und so den Schwerpunkt mehr auf die (potentiellen) BibliotheksbesucherInnen zu setzen als auf die Bücher, die nun nicht mehr im Vordergrund stehen.

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Wie BibliothekarInnen arbeiten – eine persönliche Stellungnahme von Joyce Valenza

Beeinflußt durch das Gedicht von Taylor MaliWhat Teachers Make” schrieb Joyce ValenzaWhat Librarians Make. Or Why Should I be More than a Librarian?“.

Manch einer mag darin zuviel Pathos enthalten sehen, aber Joyce Valenza Kasman geht mit dem Thema offensiv um und erklärt der Außenwelt per Video, was eigentlich ihre Arbeit  und die vieler anderer BibliothekarInnen auf der ganzen Welt ausmacht. Dafür zolle ich ihr großen Respekt, denn dieses Plädoyer für die leidenschaftliche Arbeit von BiliothekarInnen, die Kindern und Jugendliche nicht nur Informations- und Medienkomepetenz vermittelt, sollte durchaus in den Köpfen der Unterhaltsträger, der Politiker und der Eltern Eingang finden.

What librarians make. Or Why Should I be More than a Librarian? from Joyce Valenza on Vimeo.

In der heutigen FAZ am Sonntag beschreibt Tilman Spreckelsen im Artikel “Die andere Bibliothek” zahlreiche Leseförderungsprojekte in Deutschland und deren Bedeutung für die Zukunft eines Landes, in dem das Budget für Neueinkäufe der öffentlichen Bibliotheken trotz gestiegener Buch- und Medienpreise seit 20 Jahren gleichblieb:

“Lesen muss sein, da sind sich alle einig. Besonders in einem Land, das sich als Wissensgesellschaft versteht und es doch zulässt, dass viele von der Grundschule gehen, ohne richtig lesen zu können. Büchereien wären doch richtige Orte für eine erfolgreiche Leseförderung. Wenn man sie denn lässt.”

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Leseförderung in Äthiopien durch Eselskutschen und neue Schulbibliotheken

Nach Luis Soriano in Kolumbien mit seinem Bücheresel (“Biblioburro“) und den Kamelbibliotheken in Kenia folgen nun die “Eselskutschen” der Organisation “Ethiopia Reads“. In einem Artikel auf “Yourhub” heißt es lakonisch, dass der Äthiopienheimkehrer Yohannes Gebregeorgis feststellte, dass es in den ländlichen Gebieten dort mehr Esel als Bücher gab. Insgesamt sind bisher fünf Esel im Einsatz, um Kindern in entlegenen Gegenden Literatur und den Umgang mit Büchern näherzubringen. Die mobile “Eselsbücherei” ist eine Idee von Ato Yohannes Gebregeorgis, der viele Jahre in den USA unter anderem in der “San Francisco Public Library” als Bibliothekar tätig war. 2002 kehrte er mit dem Ziel zurück Bibliotheken nachhaltig aufzubauen.  Er ist auch der Mitbegründer von “Ethiopia Reads”, mit der der Grundstein für die Lese- und Lernförderung junger äthiopischer Kinder gelegt wurde. Gebregeorgis kam als politischer Flüchtling in die USA und wurde 2008  in einem Video als  “CNN-Hero” nominiert. Dies verschaffte ihm die Aufmerksamkeit für sein Anliegen zu werben, um Geld- und Buchspenden und zu erhalten. In Äthiopien verfügen nur 1 % aller Schulen über eine Bibliothek. Seit der Gründung von “Ethiopia Reads” wurden 52 neue Bibliotheken im Land geschaffen.

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Kommt endlich Schwung in die Sache? – E-Book-Handel und Verleger

Seit einigen Jahren, besonders seit Anfang 2009 ist das E-Book in aller Munde. Wie in Wellen rauschte der Hype über uns hinweg und doch hat man seit dem immer wieder etwas über E-Books gehört. Auch hier im Blog gab es zahlreiche Diskussionen dazu.

Trotz der Euphorie war der Start des E-Book in Deutschland sehr schleppend. Einen E-Book-Markt gibt es noch nicht wirklich in Deutschland. Nach dem zähen Start in Deutschland soll jetzt jedoch Schwung in den Handel mit E-Books kommen, wenn auch nur ein wenig. Das Umsatzvolumen mit Belletristik soll bis 2015 insgesamt 352 Millionen Euro erreichen. Außerdem soll es bis dahin einen Absatzmarkt für 2,5 Millionen E-Book-Reader geben.

Das ist noch ein weiter Weg bis dahin, solen doch bisher gerade mal 50 000 bis 80 000 Geräte verkauft werden. Außerdem werden in diesem Jahr Buch-Erlöse von lediglich bei 20 Millionen Euro erwartet werden. So lassen sich zwar hunderte Romane auf einem Reader speichern, was einem immens viel Platz im heimischen Buchregal und Schlepparbeiten beim Umzug erspart. Die Texte können in sekundenschnelle nach Stichwörtern durchsuchen, wobei sich hier auch die Frage stellt, ob diese Erschließung auf Dauer ausreichend für die Nutzer ist. Natürlich hat man mit 500 Gramm E-Book (mal pauschales, geschätztes Gewicht eines durchschnittlichen Lesegerätes) auch alle seine Bücher im Urlaub mit dabei. Dennoch gibt es noch viele Contras und Hemmschwellen. Zwar halten die Akkus der Geräte inzwischen lange, aber Strom wird dennoch benötigt. Die Haptik gefällt auch nicht jedem, weil sie eben dem Papierbuch nicht ähnelt.

Die Verleger dürfen nicht jammern, schließlich ist ein großes Problem auch das zu geringe deutschsprachige E-Book-Angebot, das mit dem internationalen Verlgeich nicht mithalten kann. Auch die Preisgestaltung ist dem Verkauf von E-Books nicht besonders förderlich:

Derzeit koste die digitale Ausgabe eines Hardcover-Bestsellers im Durchschnitt rund 15,50 Euro und damit lediglich drei Euro weniger als das gebundene Buch. Bei Taschenbuch-Bestsellern betrage der Preisvorteil des E-Books bei einem Durchschnittspreis von rund 9,20 Euro sogar nur etwa 40 Cent.

Aber auch die hohen Kosten der E-Book-Reader sind momentan nicht dazu angetan, die Konsumenten zum “Mintahme”-Kauf zu verführen, denn noch sind sie eine Investition. Das ist jedoch nicht alles, was als Hemmnis für den deutschen E-Book-Markt zu gelten hat. So besteht eine große Furcht vor E-Book-Piraterie, so dass viele Anbieter auf direkte oder versteckte Formen von Digitalem Rechtemanagement setzen. Dies ist für den Käufer häufig nicht unbedingt sichtbar und verunsicht diesen zusätzlich. Noch ist das Verlagswesen dabei, die Chancen und Risiken des Handels mit E-Books abzuwägen. Neben den Fragen des Schutzes der E-Books stellen sich für die Verwertung genauso Fragen wie bei der Buchpreisbindung.

Hier muss viel getan werden. Die Verlage müssen ihre Angst vor dem neuen Medium endlich überwinden. Hier nur Geschäftskalkullationen, den Aufbau neuer Workflows und rechtliche/technische Unsicherheiten als Hinderungsgrund bzw. Grund für das langsame Voranschreiten zu nennen, halte ich für Augenwischerei. Andere Verlage gerade im Ausland zeigen, wie es funktioniert. Das E-Books selbst ist spätestens seit 2000 immer wieder ein Thema. Was haben die Verlage (unabhängig von den Lesegeräten) in den letzen 10 Jahren im Bereich E-Books getan? Jetzt müssen sich die Verlage beeilen und einen Markt erobern, bevor dies ausländische Verlage oder branchenfremde Firmen tun.

Quellen:
Umsatz mit E-Books in Deutschland erreicht 2015 über 350 Millionen Euro, börsenblatt.net
Wissenswertes zum Thema E-Book, Südkurier.de
Pluta, Werner: E-Books haben in Deutschland Startschwierigkeiten, golem.de

Interessantes Lesematerial zum Thema:
Romy Peemüller: ›Chancen und Risiken des Handels mit E-Books für die Verlagsbranche‹
(Stuttgarter Beiträge zur Verlagswirtschaft 2). Stuttgart: Hochschule der Medien 2009
URL: http://www.mediapublishing.org/index.php?option=com_content&view=
category&layout=blog&id=69&Itemid=129

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“Le Labo BnF” in der Bibliothèque François Mitterrand: Ein zeitgemäßer Ort für neue Technologien und Nutzer

Vor fast genau einem Monat, am 2. Juni hat die Nationalbibliothek Frankreichs (BnF), die Bibliothèque François Mitterrand das sogenannte “Labo BnF” eröffnet.  Die Zeitung “Le Figaro” betonte, dass die zur Eröffnung 1996 vergebene Einschätzung über die Bibliothèque François Mitterrand nun Wirklichkeit wird, dass es sich bei der BnF mit dem “Labo” um eine neue Art von Bibliothek handelt:  “N’avait-on pas dit, à l’époque de sa construction, qu’elle serait une bibliothèque «d’un genre nouveau»?”  Zu diesem Zeitpunkt war man sich vielleicht noch nicht der Außmaße und der zukünftigen (möglichen) Rolle der Bibliothek  bewußt. Spätestens jetzt wird klar, dass es sich bei der Funktion des damals (1996)  neuen Baus der Bibliothek, um eine neue und zusätzliche Aufgabe handelt, den Menschen die Befürchtungen und Ängste vor den neuen Technologien zu nehmen. Letzteres betont der Direktor Bruno Racine in vielen Stellungnahmen.  “Labo BnF” erstreckt sich auf einer Fläche von 120 m² und ist jeden Montag von 14-19 Uhr, Dienstag bis Samstag von 10-19 Uhr und an den Sonntagen von 13-19 Uhr geöffnet. Im Gegensatz zur kostenpflichtigen und aktiven Nutzung der Nationalbibliothek, ist dieser Bereich für alle Besucher frei zugänglich, unabhängig davon, ob jemand über einen Ausweis verfügt oder nicht. Dieser neugeschaffene Raum ist das erste öffentliche “Experimentierlabor“, dass den NutzerInnen ermöglicht die neuen Technologien des Lesens (E-Books), des Schreibens (z.B. elektronische Tinte) und des Web 2.0 näher zu bringen. Den Besuchern wird auf die “userorientierte” Weise ein anderer Zugang zum Bestand der Bibliothek gewährt. Gibt es denn vergleichbare deutschsprachige Bibliotheken, die ähnliche Dienstleistungen zum Ausprobieren anbieten und Räume hierfür zur Verfügung stellen?

Die BesucherInnen werden im Eingangsbereich des “Labo BnF” auf einen riesengroßen Multitouch-Bildschirm stoßen, wo der Zugang auf tausende digitalisierte Bestandsdaten möglich ist. Diese “Auswahlmauer” stammt aus den USA und ermöglicht eine Übertragung der Daten auf Terminals oder auf elektronische Lesegeräte und ist das erste Gerät seiner Art, das jemals in Europa installiert wurde.  Die “Mauer” mag im Betrachter Assoziationen mit  dem Film Minority Report von Spielberg wecken. Es ist möglich mit einem Stift auf digitalem Papier zu schreiben. Der Bildschirm verfügt über ein Augmented-Reality-System, wo die Öffentlichkeit zum Beispiel 3D-Modelle eines Theaters sehen kann. Darüber hinaus gibt es noch einen digitalen Koran von der Größe einer Streichholzschachtel und viele andere Technologien. Das “Labo BnF” verfügt auch über einen Twitteraccount und über ein Blog. Weitere Hightlights sind das sogenannte “Storytelling”, das iPad und der Einbeziehung der Kognitionswissenschaften in Form von Robotern. Diese wurden vom Institut des Systèmes Intelligents et de Robotique (ISIR) entwickelt und  vor allem dafür verwendet nicht-frankophonen Besuchern und Menschen mit Behinderung beim Zugang zu den neuen Technologien behilflich zu sein. Zur Vermittlung der Technologien finden auch Konferenzen und themenbezogene Workshops statt. » Weiterlesen

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Ich weiß, was du letzten Sommer gelesen hast…

Wer auf dem Kindle von Amazon liest, sollte drauf achten, dass der Inhalt des Kindle jugendfrei ist, denn Amazon schnüffelt auf seinen Lesegeräten.

Amazon und will Nutzer seines E-Book-Readers künftig vernetzen. Damit das klappt, schaut Amazon ihnen beim Lesen über die Schulter und merkt sich, welche Textpassagen Leser spannend finden.

Kindle, "1984"

Big Brother is watching you

Graus, das spricht dagegen, dass ich mir einen Kindle anschaffe. Ich möchte meine Bücher allein lesen. Das ist ewas sehr Privates. Sicherlich unterhalte ich mich über Bücher und empfehle sie weiter: Für alle, die es genau wissen wollen, zur Zeit lese ich:

Morton, Kate: Der verborgene Garten. – Diana Verlag, München, 2010 – Taschenbuch mit der ISBN: 978-3-453-35476

Ich empfehle dieses spannende Buch, weil ich es toll finde, aber eines möchte ich nicht, dass Amazon mir dabei über die Schulter schaut und herausfindet, dass ich mich dabei mit einer Lesegeschwindigkeit von zweimal acht Minuten vorwärts bewege. Soviel dazu…

Also, was hat Amazon vor. Amazon will das Lesen in eine neue Stufe heben und den Leser aus seinem stillen Kämmerlein holen, um ihn mit anderen Lesern zu vernetzen: LESEN 2.0. Zukünftig soll man aus dem Kindle heraus andere mit Textstellen in Twitter oder bei Facebook bombardieren können. Außerdem soll sich jeder Kindle-Nutzer anzeigen lassen können, welche Textstellen durch andere hervorgehoben worden sind. Dazu wird der Kindle “nach Hause telefonieren“.

Technisch ist das kein Problem, da alle Kindle-Reader ja sowieso über Internet mit Amazon-Rechnern in den USA verbunden sind und die Gerätesoftware sowieso dafür sorgt, dass der Reader mit ihnen Kontakt aufnimmt. “Big Brother is watching you” trifft wohl zunehmend zu. Auf diese Weise kann Amazon bereits jetzt auslesen, welche Bücher man liest. Zukünftig filtert man einfach noch heraus, welche Textpassagen beim Lesen unterstrichen worden sind.

Natürlich sind die Daten nicht personalisiert, aber die Textmarkierungen sollen auf der Website des Online-Buchhändlers für Hitlisten ausgewertet werden. Dies zeit eine Betaversion der neuen Funktion:
Most Highlighted Passages of All Time

Auf der Seite kann man entdecken, dass mehr Kindle-Leser Dan Browns “Lost Symbol” intensiv lesen als die Bibel.

Die Kindle-Leser haben dies Möglichkeit des Spielens mit positiver Resonanz aufgefasst, weil viele sie für interessant und hilfreich halten? Ist sie das aber auch? Welchen Mehrwert bringt es mir, dass ich weiß, dass ca. 1800 Leser Passage XY unterstrichen haben? Den Mehrwert außer der Befriedigung einer Spanner-Neugier muss ich wohl noch entdecken.

Lesen ist für mich in vielen Fällen ein Rückzug in die Privatheit, ein Abgeschlossensein von äußeren Einflüssen, wenn ich da an das Lesen von Romanen denke. Bei wissenschaftlichen Büchern ist es vielleicht anders, aber da lese ich ein Buch unter einem bestimmten Aspekt. Kann es mir dabei weiterhelfen zu sehen, wie 20 andere ganz andere Passagen für wichtig erachteten? Kontakt zu diesen Lesern kann ich nicht aufnehmen, da aus datenschutzrechtlichen Gründen (vermutlich eine reine Frage der Zeit und des Geldes, bis wann dies unüblich ist) sämtliche Daten anonymisiert sind. Ganz im Opt-out-Verfahren von Datenkraken wie Facebook, Google & Co kann man die Funktion deaktivieren. Damit bestraft man sich aber selbst. Um andere nützliche Funktionen des E-Book-Readers nutzen zu können, muss man diese Funktion aktiviert haben.

Auch us-amerikanische Datenschützer, wie Larry Ponemon haben Bedenken, denn schließlich kann man mehr noch als an den gelesenen Büchern anhand der unterstrichenen Passagen Aussagen über einen Menschen treffen. Zwar sind die weitergegebenen Daten anonym, aber wie sieht das in der Datenbank des Online-Buchhändlers aus? Dort sind die Daten sicherlich und dem Namen des Kindle-Nutzers gespeichert und werden sicherlich auch ausgewertet.

Amazon erfährt so noch wesentlich mehr über seine Kunden, von denen er ja bereits jetzt weiß, welche Bücher und CDs er so kauft, um dann über sein Empfehlungssystem passende Informationen zu empfehlen. Der Onlinehändler merkt sich genauso, welche Suchanfragen sein Kunde gestellt hat, wo er kommentiert und rezensiert hat und natürlich wieviel Geld er bei Amazon gelassen hat. Dann wartet der Medienriese mit passenden Kaufempfehlungen für exakt diesen Käufer auf, um noch mehr Geld zu erhalten.

Nun möchte man eigentlich meinen, Amazon wäre lernfähig. Sein E-Book-Reader geriet erst Juli letzten Jahres ins Visier der Datenschützer, als Amazon ohne große vorherige Ankündigung E-Books (George Orwells Klassiker “Farm der Tiere” und “1984”) auf den Lesegeräten seiner Kunden aus “urheberrechtlichen” Gründen löschte :video: . Die Electronic Frontier Foundation (EFF) steht daher dem Kindle wie jedem anderen funkgesteuerten E-Book-Reader krititsch gegenüber. Solche Geräte räumen E-Book-Anbietern wie Amazon die Macht ein, sich via Internet in die elektronischen Lesegeräte einzuklinken und dort dem Besitzer bei etwas sehr Privatem über die Schulter zu schauen und Daten über ihn zu sammeln, ohne dass dieser sich ernsthaft dagegen verwehren kann. Die Geräte sind teuer genug erworben worden, ohne dass man dafür noch dauerhaft mit privaten Daten bezahlt. Und ganz ehrlich, wer würde sich gerne bei einem Techtelmechtel mit mit dem Bergdoktor oder den gehauchten Liebesbeteuerungen von Hedwigs Courths-Mahler erwischen lassen? 😉

Aufgepasst: Big Brother Is Watching You!

Quelle:
Krüger, Alfred: Amazon liest mit, ZDF heute.de

Bild: derecholaeer bei Flickr.com unter CC-BY

Mehr:
Ingram, Mathews: Amazon Starts Sharing What You’ve Highlighted on Your Kindle, Gigaom (03.05.2010)
[Hugendick, David]: Contra Amazon: Du liest nicht allein!, Zeit online
[Klopp, Tina]: Du bist nicht allein! Du bist einer von ihnen, Zeit online

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