[Infografik] Acht Möglichkeiten wie Bibliothekare und Bibliothekarinnen für die Zukunft relevant bleiben

Quelle: Stephen’s Lighthouse

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Ein Imagevideo der Riyad Nassar Bibliothek der Amerikanischen Universität im Libanon

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Eppo van Nispen tot Sevenaer (TEDxRotterdam ): “Building the most modern library in the world”

Das folgende Video wurde bereits auf mehreren Blogs gepostet. Dennoch ist dieser Enthusiasmus und die Begeisterungsfähigkeit von Eppo van Nispen tot Sevenaer, dem Direktor vom “DOK library concept center” in Delft (http://www.dok.info) äußerst ansteckend und erheiternd. Darüber hinaus wirkt sein Vortrag sehr fesselnd auf die Zuschauer und diese scheinen nicht zwangsläufig bibliotheksaffin und typische Bibliothekare zu sein.

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Aus aktuellem Anlass: Die Anton-Saefkow-Bibliothek in Berlin-Lichtenberg erhält heute den Preis als Bibliothek des Jahres 2011

Die Nachricht, dass die Anton-Saefkow-Bibliothek in Berlin-Lichtenberg Bibliothek des Jahres 2011 ist, war ja schon länger bekannt. Zum heutigen “Tag der Bibliotheken” wird am Abend im sächsisches Großenhain die Karl-Preusker-Medaille an Bundespräsident a. D. Horst Köhler verliehen, mit dessen Nominierung doch auch einige auch aus der Bibliothekswelt ihre Verwunderung, ihr Unverständnis und ihre Skepsis offen zeigten. Zum Start der bundesweiten Bibliothekswoche (24.-31.10.) wird der Preis von 30.000 Euro vom Deutschen Bibliotheksverband e.V. und der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius zum zwölften Mal vergeben. Es war vor allem das ganzheitliche Konzept, was letztendlich die Jury von der Anton-Saefkow-Bibliothek überzeugte hatte. Wie Nikolaus Bernau bereits am 14.06. in der Berliner Zeitung im Artikel “Mehr Migranten an die Ausleihe” erwähnte, befindet sich die Anton-Saefkow-Bibliothek inmitten eines typischen DDR-Plattenbauviertels in Lichtenberg. Welches Signal kann aber durch die Verleihung an andere Bibliotheken ausgehen? Es reicht heutzutage nicht architektonisch modern und bildungsbürgerlich aufzutreten, sondern auch die sozialen Unterscheide im Stadtteil aufzugreifen und die unterschiedlichen EinwohnerInnen, welche bespeilsweise aus der ehemaligen Sowjetunion und Vietnam stammen, “mitzunehmen” und ihnen einen adäquaten Service zur Verfügung stellen:

So vermittelt eine russischsprachige Bibliothekarin nicht nur Bibliotheksangebote, sondern hilft auch beim Umgang mit Ämtern und Bewerbungen. Bibliothekseinführungen für Teilnehmer von Integrationskursen, Bürgernähe durch Angebote als Bürgerinformationszentrum, Sprechstunden des Gesundheitsamts und der Verbraucherzentrale sind weitere Beispiele für die Leistungen des Bibliotheksteams.”

An dieser Stelle möchte ich ein Plädoyer aussprechen, dass Berlins Stadtteilbibliotheken mehr gefördert werden sollen, anstatt zu glauben, dass mit weniger Mitteln immer gute Qualität erreicht werden kann. Im Artikel “Viel mehr als Bücher” von Marijke Engel schreibt die Autorin ein “riesiges Budget brauche man nicht, um gute Arbeit zu leisten”. Das mag ja richtig sein, aber Nikolaus Bernau schrieb Mitte Juni in “Mehr Migranten an die Ausleihe“, dass laut der Bezirkspolitikerin Katrin Framke (Die Linke) Lichtenberg so viel Geld für Bibliotheken ausgebe wie kein anderer Bezirk Berlins. Falls diese Aussage tatsächlich zutreffen sollte und nicht Wahlkampfrhetorik war, verwundert es einem dann schon, dass ein so finanziell klammer Bezirk wie Lichtenberg-Hohenschönhausen das meiste Geld (rund 95.000 € jährlich) für Bibliotheken ausgibt im Vergleich zu allen anderen Stadtbezirken Berlins.

An dieser Stelle sei lobend Elvira Ullmann erwähnt, ohne deren Arbeit die Bibliothek vermutlich diesen Preis nicht erhalten hätte. Herzlichen Glückwunsch und danke für Ihre vorbildliche Arbeit:

Die in Kasachstan geborene Bibliothekarin hangelt sich seit Jahren von einem befristeten Vertrag zum nächsten, aber ohne ihre Arbeit hätte es den mit 30.000 Euro dotierten Preis für die Bibliothek sicher nicht gegeben. Sie sorgt für den 3.000 Medien umfassenden russischsprachigen Bestand, der in ganz Berlin gefragt ist, der aber gerade für die vielen Russland-Deutschen in Lichtenberg ein Schatz ist. Mit ihren Sprachkenntnissen steht sie auch jenen zur Verfügung, die vorne beim Bürgeramt Schwierigkeiten mit den Formularen haben. Elvira Ullmann verfügt über einen Etat von rund 2.000 Euro pro Jahr, für den sie Bücher, CDs, DVDs und Zeitschriften kaufen kann. Sie weiß um die Vorlieben ihrer Klientel, „und ich informiere mich ständig über Neuerscheinungen“, sagt Ullmann.”

Bernau stellte mit seinem Artikel “Mehr Migranten an die Ausleihe” keinessfalls fest, dass es mehr Menschen mit Zuwanderungshintergrund an der Ausleihe arbeiten sollen, sondern, dass es in Berlin generell im Vergleich zum prozentualen Anteil von Migranten an der Stadtbevölkerung viel zu wenig BibliothekarInnen mit Zuwanderungshintergrund gibt. Welche Antworten liefern zukünftig die sich im Entstehen befindliche Koalition aus CDU-SPD, die Ausbildungseinrichtungen und Hochschulen (in Berlin-Brandenburg), welche BibliothekarInnen ausbilden? In der Mittelpunktbibliothek in der  Adalberstr. in Berlin-Kreuzberg konnte dieses Jahr ein Fachangestellter für Medien und Information, der türkischer Herkunft ist, nach seiner Ausbildungnicht übernommen werden, weil der Bezirk kein Geld übrig hatte. An dieser Stelle zitiere ich nochmals Bernau für sein engagiertes Plädoyer für mehr Förderung und mehr Wertschätzung von Bibliotheken, Mehrsprachigkeit und MitarbeiterInnen mit Zuwanderungshintergrund:

So klagen Bibliothekare schon seit Jahren, dass der Anteil von fremdsprachigen Medien weit unterhalb des prozentualen Anteils der eingewanderten Bevölkerung liegt. Auch überwiegen englische, französische und spanische Bücher und Medien bei Weitem diejenigen in polnischer, türkischer, arabischer, russischer oder vietnamesischer Sprache. Und nur ein minimaler Bruchteil der Berliner Bibliothekare hat einen, wie es so unschön heißt, “migrantischen Hintergrund” mit Kenntnis solcher Sprachen. Doch die ist wichtig, wenn etwa Mütter endlich einen Deutsch-Kurs belegen wollen, aber das Buch dazu nicht finden. Die Informationsmaterialien der meisten Bibliotheken gibt es nur in deutscher Sprache. Die Wähler hören zwar gerne Reden über die hundertfach belegte Bedeutung der Bibliotheken für die Integration von Minderheiten. Aber wenn es zum Spruch kommt, plädieren sie eher für eine neue Straße. Ist das in Lichtenberg anders? Kaum. “

 

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Weimarer EDOC-Tage 2011: Bibliothekssicht auf E-Books

E-Books und E-Reader als Herausforderung für Bibliotheken

Die bibliothekarische Sicht auf E-Books brachte Rudolf Mumenthaler ein, Leiter des Bereichts Innovation und Marketing der ETH Zürich. Dort ist es unter anderem seine Aufgabe sich mit E-books und den dazugehörigen Lesegeräten auseinandersetzen. Bei der derzeitigen Entwicklung ist dies “a work in progress”. Rudolf wollte uns mit seinem Beitrag auf den aktuellen Stand bringen und die derzeitigen Herausforderungen von E-Books und E-Readern für Bibliotheken zeigen.

2010 War als das Jahr der E-Book-Reader angekündigt worden. Sony Touch, Kindle 2, Nook Color, Cool-ER sind nur einige Reader, die käuflich zu erwerben waren. Auch großformatige reader auf eInk-Basis sollten kommen, aber das geschlossene System des iPads verhinderte ihr Erscheinen. Im Gegensatz zum E-Reader handelt es sich beim iPad um ein multifunktionales Gerät, welches eben nicht nur E-Books anzeigt, sondern Dank Internetzugang auch Multimedia-Inhalte zugänglich macht. Steht die Frage, ob 2011 das Jahr des leichteren, schnelleren und flacheren IPAD 2 und anderer Tablets wird. Als weitere Anwärter auf den Tablet-Thron stehen das Motorola Xoom, das Blackberry Playbook, das Samsung Galaxy Tab, das Asus EE Slate oder das HP Slate in den Startlöchern, die auf verschiedene Betriebssysteme, so z.B. Windows 7, Android u.a. setzen. Über 80 Tablets sind angekündigt und man muss sehen, welche sich davon durchsetzen werden.

Bei den E-Books zeigen die Verkaufszahlen auch aufgrund der guten E-Reader/Tablets, dass in den USA das E-Book einen Druchbruch zu verzeichnen hatte. 2010 stieg der Umsatz um 164 Prozent und der Anteil der E-Books am Buchhandelsmarkt der USA von 3,2 Prozent 2009 auf 8,3 Prozent im Jahr 2010 (Zahlen von Publishers.org). Diese Zahlen zeien, dass sich das E-Book in den USA durchgesetzt hat. So verkaufte Amazon im ersten Halbjahr des letzten Jahres erstmals mehr E-Books als Hardcoverbücher, teilte der Konzern Anfang diesen Jahres mit, dass erstmals mehr E-Books als Taschenbücher verkauft wurden. Letzten Monat waren es dann bereits mehr verkaufte E-Books als gedruckte Bücher insgesamt.

Betrachtet man die Durchsetzung des E-Books im deutschen Sprachraum, so muss man hier feststellen, dass sich dieses noch nicht durchgesetzt hat. Ein Grund dafür ist zum einen die vergleichsweise sehr geringe Anzahl von deutsprachigen Titeln, zum anderen die Tatsache, dass die E-Books z.B. von Barnes&Noble oder Google Books zuerst nur in den USA verfügbar waren/sind. Amazon Deutschland ist mit gerade 25.000 deutschsprachigen Titeln gestartet und die deutschsprachigen Verlage hinken zögerlich der Entwicklung hinterher.

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Aus aktuellem Anlass: Ein Video zur "Library Ireland Week 2011"

“Smart people use smart libraries.”

www.libraryirelandweek.ie

Mit dem heutigen Tag beginnt die Bibliothekswoche 2011 in Irland. Das folgende Video gibt einen Vorgeschmack auf eine Woche, die sicherlich Freude macht und Spannung verspricht. In dieser Woche wird es hunderte von Veranstaltungen geben. Diese Bibliothekswoche wird vom irischen Bibliotheksverband gesponsert.  Das folgende Video wurde von etwa 10 verschiedenen Organisationen und Unternehmen gesponsert.

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Eine E-Book-Ecke in der Bibliothek – eine gute Idee?

Der Vorschlag richtet sich an Öffentliche Bibliotheken. Mary Minow, Bibliothekarin aus den USA und Autorin des LibraryLaw Blogs, schlägt vor, in der Bibliothek eine Ecke mit E-Book-Readern einzurichten. Diese sollten mit Bestsellern bestückt sein und kostenlos von Verlagen oder Händlern für die Nutzung in der Bibliothek zur Verfügung gestellt werden.

Ihrer Meinung nach läge der Vorteil für die Händler/Verleger darin, dass viele Leser E-Reader und ihre E-Book-Formate ausprobieren können. Da es ziemlich schwer ist, so ein Buch in einer Sitzung zu lesen, werden wohl viele Bibliotheksbesucher zu E-Book-Konsumenten. Außerdem würde das Image der Händler/Verleger verbessert, da sie als großzügige Spender der Öffentlichkeit bekannt werden.

Damit würde die Bibliothek zur Werbefläche von Verlagen und E-Book-Händlern. Wäre das wirklich wünschenswert für die Bibliothek? Was wäre der Vorteil für die Bibliotheken? Die Bibliotheksnutzer können natürlich E-Books und E-Reader ausprobieren. Sie können die aktuellsten Bestseller in einer angenehmen Umgebung lesen. Leser, die sich den Kauf von E-Books und Lesegeräten nicht leisten können, melden sich deshalb in der Bibliothek an, wo sie ohne Einschränkungen das Buch in der Bibliothek lesen können, beispielsweise nur eingeschränkt durch die Öffnungszeiten der Einrichtung.

Brian Herzog äußert sich sehr kritisch zu der Idee. Jedes E-Book-Modell, welches nicht auch eine Möglichkeit für Bibliotheken beinhaltet, E-Books zu verleihen, so dass Leser sie in Ruhe genießen können. Und wenn dies nicht nach den Regeln der Bibliothek möglich ist, so ist das sicherlich nicht gut für Bibliotheken und Bibliotheksnutzer.

Er hat recht, wenn er sagt:

I think libraries should be a complete resource in and of themselves, with patrons getting materials from us that they can use in a way that fits their needs.

Aber genau das scheint mit Angeboten wie den UTB-Studi-e-Books oder den E-Book/-Readern einer E-Book-Ecke in Bibliotheken passieren. Bibliotheken werden zu einem Show-Room, in dem Anbieter ihre Produkte glänzend präsentieren, um dann den Nutzern der Bibliothek damit Geld aus der Tasche zu ziehen. Das hat nichts mehr mit der Aufgabe der Bibliotheken zu tun, den Bürgern eines Landes Zugang zu Informationen zu gewähren. Wo ist da der Mehrwert für Bibliotheksnutzer, wenn sie einzig dazu dienen, den Menschen die Möglichkeit zu bieten, Geräte/Hardware auzuprobieren?

I do see the value in letting people try out devices before they buy, but libraries aren’t about devices (be it an ereader, printed book, DVD, whatever) – we’re about the information those devices contain (as an analogy, we don’t loan out Blu-ray players to let patrons test them to see if it’s worth buying).

Wichtiger ist, dass solange der Markt um die E-Books sioch noch nicht gefestigt hat, Bibliotheken um Modelle kämpfen, die auch Raum für die Aufgaben der Bibliotheken lassen, ihren Lesern Informationen zu liefern und ihre Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen.

In dem Sinne, Bibliotheken als Erfüller alter Geschäftsmodelle einzusetzen, in dem sie als Werbefläche für Verkaufsmodelle herhalten sollen, sind die E-Book-Ecken meiner Meinung keine gute Idee. Was diese Ecken sicherlich nicht schaffen werden, ist es, neue Leser in die Bibliothek zu locken, die auf Grund zu enger Öffnungszeiten bisher nicht gekommen sind oder eben deshalb fernbleiben, weil sie nicht lesen. Wenn es darum geht, technikaffine Menschen anzulocken, fürchte ich, reichen E-Reader nicht aus, weil diese Menschen so ein Gerät unter technischen Gesichtspunkten anschauen und dann kaufen. Sie kommen deshalb vielleicht nur ein einziges Mal in die Bibliothek, um sich über die Geräte zu informieren und dann sind sie wieder weg. Hier greift das Modell zu kurz. Für sie würde die Bibliothek nur Sinn machen, wenn sie die Inhalte kostenlos liefern könnte.

Quelle:
Minow, Mary: Ebook corner in library – good model, LiberaryLaw Blog

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