Drehort Bibliothek: Ein französischer Werbespot zur Förderung des ehrenamtlichen Engagements

2011 ist dasEuropäische Jahr der Freiwilligkeit“, und die Politik in der Bundesrepublik wird nicht müde, das soziale, ehrenamtliche Engagement der Bevölkerung zu beschwören. […] Rund 23 Millionen, ein Drittel der Bevölkerung über 15 Jahren, sind hierzulande ehrenamtlich tätig, von ein paar Stunden pro Jahr bis zu vielen Stunden in der Woche. In manchen EU-Ländern ist ihr Anteil sogar noch höher; » Weiterlesen

Teilen

Ähnliche Beiträge

Rumänien erhält 26,9 Millionen US-Dollar von der Bill & Melinda Gates Stiftung

Wie das Internetportal Romania Business Insider gestern berichtete, werden die öffentlichen Bibliotheken Rumäniens demnächst von der Bill & Melinda Gates Stiftung  nochmal mit 26,9 Millionen US-Dollar unterstützt. In Polen, Lettland und Vietnam sponsert die Bill & Melinda Gates Stiftung ähnliche Programme. Ziel ist es 800 Bibliotheken in Rumänien zu modernisieren. Bisher wurden schon öffentliche Bibliotheken mit 3.800 Computern ausgestattet. Biblionet wurde ebenfalls von der Bill & Melinda Gates Stiftung finanziert und beinhaltete unter anderem Weiterbildungsmaßnahmen für BibliothekarInnen.


Eines der Ziele von Biblionet ist es, den Zugang der Bevölkerung Rumäniens zu öffentlichen Bibliotheken  zu forcieren und das nationale Bibliothekswesen besser zu organisieren. Ein Blick auf die Webseite lohnt sich, wie ich finde, da es die Tragweite und den Erfolg von Biblionet deutlich macht. Biblionet wurde 2007 gegründet und definiert auf der Webseite folgende Ziele:

  1. Facilitating Access to Information […]
  2. Preparing Public Librarians  […]
  3. Promoting the Value of  Libraries […]
  4. Fostering Government Support […]

Die finanzielle Förderung von Biblionet durch den Staat wird nach Auslaufen der Unterstützung durch die Bill & Melinda Gates Stiftung im Jahr 2013 nötig werden. Der gegenwärtigen Haushaltslage des Landes zu urteilen, wird dies  sicherlich schwierig werden.  Im Zuge der Finanzkrise erhielt Rumänien einen Kredit von insgesamt 17 Milliarden Euro vom IWF (Internationalen Währungsfonds), weiteren internationalen Organisationen und der Europäischen Kommission. In den letzten zwei Jahren hat sich die Staatsverschuldung von 109,1 Milliarden Lei bzw. 21,6% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2008 auf nunmehr 193,89 Milliarden Lei und damit auf 37,9% des BIP  im Jahr 2010  fast verdoppelt. Gegenüber dem Internationale Währungsfonds (IWF) und der Europäische Kommission hat sich die rumänische Regierung verpflichtet das Haushaltsdefizit auf unter 4,4 % des BIP zu senken. Wenn die Löhne weiter so niedrig bleiben in Rumänien und der Staat versucht seine Schulden durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer und anderen Möglichkeiten zulasten der Bürger auszuschöpfen, wird es weiter einen sogenannten Brain Drain geben. Bereits im letzten Jahr verließen 2,77 Millionen Rumänen das Land, was einem Anteil von ca. 13 % (11,8 % Hochschulabsolventen) an der Gesamtbevölkerung entspricht. Spätestens 2013 ist ein erhöhter Brain Drain zu befürchten, wenn am 1. Mai in der EU der Arbeitsmarkt für Rumänen und Bulgaren geöffnet wird.

Teilen

Ähnliche Beiträge

Aus aktuellem Anlass: Die Freiluftbibliothek in Madeburg ist Gewinner des “Brit Insurance Award” 2011

“The success of this experience counters the scepticism that often hovers over the trade-off between participative processes and the practice of good architecture. Far from being gentrified, the urban setting of Salbke takes on added value with the presence of this building, which sagely takes over an interstitial run-down space to give it order and also signal its presence. […] The citizen participation that is revitalising the social fabric does not end with conceiving a building since, now the professionals who acted as advisers have gone, the residents have taken over its management. The result points to the possibilities of a civil society that is able to emancipate itself from the upside-down State protection when the public administration does not satisfactorily meet its needs.”David Bravo Bordas

2009 und 2010 berichtete Dörte bereits von der Freiluftbibliothek im Madeburger Stadtteil Salbke. Das Projekt „Lesezeichen für Salbke” gewann nun diesen Jahr den prestigeträchtigen “Brit Insurance Award”. Herzlichen Glückwunsch! Über das franko-kanadische Bibliotheksweblog “Bibliomancienne” (von Marie D. Martel) erfuhr ich am 11.03. davon. Natürlich berichtete auch das Weblog des Lesezeichens Salbke bereits am 04.03. darüber. Das Konzept und die Idee in Städten, die in der Sprache der Soziologen als “Shrinking Cities” bezeichnet werden, solche Open-Air-Bibliotheken zu errichten, hätte doch durchaus Zukunft. Andere Städte, die mir in Sachsen-Anhalt bekannt sind (u.a. Halberstadt) verlieren zunehmend an Plattenbauten, da diese abgerissen wurden. An deren Stelle treten Grünflächen auf deren Böden solche Freiluftbibliotheken gut “gedeihen” würden. Mit der zweiten internationalen Auszeichung nach dem “European Prize for Urban Public Space” hat die Freiluftbibliothek aus Magdeburg mit dem “Brit Insurance Award” 2011 über die europäischen Landesgrenzen Schlagzeilen gesorgt. Die am 16. Januar diesen Jahres von mir gestellte Frage ob Bibliothekslandschaften in “Schrumpfenden Städten” per se ein Bibliothekssterben bedeuten müssen, kann ich nun selbt mit nein beantworten. Wenn Bibliotheken in der Lage sind sich an die demographische Entwicklung  welche neue  “Landschaften”  schafft und die soziale Segregation eher verstärkt, anpasst, dann wird es auch dort ein “Revival” von Bibliotheken geben. Bisher gibt es wohl aufgrund sozialer Verwerfungen und Bildungsarmut bisher noch wenig BibliothekarInnen, die  angemessen niedrigschwelligere Angebote bereitsstellen und selbst vor Ort mit den potentiellen NeunutzerInnen in Kontakt treten.  Es ist wohl auch der Ort und die Architektur, welche die Attraktivität  steigert und die Hemmschwellen sinken lässt. Dadurch, dass es sich bei den MitarbeiterInnen dieser Freiluftbibliotheken um Menschen aus dem Viertel handelt, in dem die Freiluftbibliothek steht, wird es sicherlich leichter Kinder und Erwachsene diesen neuen Ort “schmackhaft” zu machen. Wenn zukünftig BibliothekarInnen aus anderen Ländern auf Bibliothekenexkursion in Deutschland sind, könnten diese auch die Freiluftbibliothek in Madeburg besuchen. Warum denn nicht? Sie ist ein Best Practice Beispiel dafür, wie die Bibliothek der Zukunft in bestimmten Regionen und Stadtteilen aussehen sollte und muss.

In dem nun folgenden Video kommt einer der Architekten, David Bravo Bordas zu Wort.

» Weiterlesen

Teilen

Ähnliche Beiträge

Zum einjährigen Bestehen der interkulturellen Kinderbibliothek "Il était une fois…" in Luxemburg-Gasperich

“Wenn in einer mehrsprachigen Umgebung eine mehrsprachige Erziehung nicht gelingt, dann sind dafür verschiedene Faktoren verantwortlich, die wir kennen müssen, um ihnen in der Erziehung zu begegnen. Auf jeden Fall ist sicher, dass eine gute Sprachkompetenz in einer Sprache ein besseres Lernen einer oder mehrerer anderer Sprachen ermöglicht. Kindergärtner(innen) bestätigen: Kinder mit guten Erstsprachkenntnissen lernen schnell und zuverlässig die zweite! […] Denn wenn die Ausbildung in der Erstsprache stagniert, ist auch die Entwicklung in der Zweitsprache in Gefahr. […] Medien können aber auch eine positive Rolle beim Spracherwerb und überhaupt beim Lernen spielen, wenn man sie denn richtig einsetzt.” Dr. Sabine Schiffer

Vor dem Hintergrund der Aktualität des Themas der Sprachförderung und  prioritär der Förderung der Muttersprache im Besonderen, welche durch den Besuch des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan vor wenigen Wochen in Düsseldorf ausgelöst wurde, habe ich ein Best Practice Beispiel aus Luxemburg gefunden, das ich an dieser Stelle vorstellen will. Vor etwa einem Jahr wurde die multikulturelle Bibliothek für Kinder „Il était une fois“ in Luxemburg-Gasperich eröffnet.  Die Vorsitzende des Vereins, der sich ebenso „Il était une fois“ nennt, war über dieses Jubiläum sehr glücklich. Ob es wohl mehr solche Bibliotheken in Luxemburg gibt oder war dies erst der Anfang? Die Bibliothek an sich will nicht als traditionell gelten. In Luxemburg ist der Anteil der Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit am höchsten in Europa und in Luxemburg ist Mehrsprachigkeit kein Novum, als was  es hierzulande gerne gesehen wird, sondern gelebter Alltag.  Dort beträgt die Quote der Menschen mit ausländischer Staatsangehörigkeit  43, 5 % und liegt weit vor Ländern wie Deutschland  mit ewa 8 %. Die Bibliothek verfügt über eine Leseecke, in der sich Eltern mit ihren Kindern treffen können und gemeinsam in Bücher schmökern können.  Die Bibliothek richtet sich an Kinder im Alter von 0 bis 12 Jahren. Sie bietet auch Ateliers (Musikworkshops und Leseworkshops) an. Inhalt dieser Ateliers sind Rollenspiele, Diskussionen und Malaktivitäten. Dies bietet den Kinden die Möglichkeit ihre Muttersprache zu verbessern. Samstags zwischen 15 und 18 Uhr finden diese Ateliers statt. Als die Bibliothek vor einem Jahr ihren Betrieb aufnahm, gab es Bücher in elf verschiedenen Sprachen. Mittlerweile hat sich der Bestand vergrößert und auch die Anzahl der Sprachen. Es gibt Bücher in luxemburgischer, deutscher, französischer, englischer, holländischer, spanischer, albanischer, schwedischer, dänischer, griechischer, serbokroatischer, polnischer, italienischer und portugiesischer Sprache. Die Vereinigung “Il était une fois” kooperiert auch mit Schulen und Kinderbetreuungsstätten. Das ermöglicht dann LehrerInnen, ErzieherInnen und BetreuerInnen ihren Wortschatz zusammen mit Kindern zu erweitern.  Besonders beeindruckt hat mich der Webauftritt der Bibliothek: www.iletaitunefois.lu Insgesamt ist die Webseite in acht verschiedene Sprachen verfügbar. Erwähnenswert ist vielleicht noch, dass die Bibliothek leider nur ehrenamtlich von etwa 17 freiwilligen Helferinnen betrieben wird. » Weiterlesen

Teilen

Ähnliche Beiträge

Aus aktuellem Anlass: Der Neubau der galizischen Bibliothek in Santiago de Compostela ist fertiggestellt

Bisher war Santiago de Compostela vor allem als Ziel vieler Pilger am Ende des Jakobsweges bekannt.  Die Altstadt ist zusammen mit der Kathedrale und dem Jakobsweg UNESCO-Weltkulturerbe. Am 12.01. wurde eine neue Bibliothek und ein Archiv für galizische Literatur-Manuskripte eröffnet, die Teil des Kulturzentrums (www.cidadedacultura.org) sind, das sich auf dem Berg Gaiás befindet. Enworfen wurde das Kulturzentrum mit dem Namen  „Ciudad de la Cultura“ (Stadt der Kultur) von Peter Eisenman. Bei einem 1999 nach der Eröffnung Guggenheim-Museums in Bilbao ausgeschriebenen Architekturwettbewerb, konnte sich Eisenman gegen ebenso bekannte Kollegen wie Rem Koolhaas, Jean Nouvel oder Dominique Perrault durchsetzen. Weitere Gebäude, die sich sich noch im Entstehungsprozeß befinden, sind das Galizische Museum, ein Zentrum für Musik und darstellende Künste, ein internationales Kunstzentrum sowie einem Verwaltungsgebäude.

Die Gesamtfläche wird dann 175.000 Quadratmeter betragen. Eisenman ließ sich durch die mittelalterlich geprägte Stadt inspirieren und begründete seinen Entwurf folgendermaßen:

„Anstatt das Gelände als eine Art Hintergrund zu gestalten, aus dem die Gebäude wie Figuren heraustreten, kann sich hier das Terrain zur Form erheben und die Gebäude sinken in das Terrain ein. In dieser neuartigen urbanen Struktur erscheint der bewohnte Raum sowohl ebenmäßig als auch gefurcht, ähnlich einer Muschelschale, dem historischen Symbol von Santiago. Die Einschreibung der mittelalterlichen Vergangenheit in die ‚Stadt der Kultur‘ erzeugt den Eindruck einer aktiven Gegenwart, die sich in einer taktilen, pulsierenden neuen Form wieder findet – einer Art fließenden Schale”.

Die Bibliothek erstreckt sich auf insgesamt 8 Stockwerke und beträgt etwa 26.000 Quadratmeter.  Hiervon  umfasst das Archiv mit drei Geschossen insgesamt 11.000 Quadratmeter. Der Preis dieser Bauten belief sich bisher auf  etwa 300 Millionen Euro. Dieses Kulturzentrum könnte doch als Musterbeispiel für andere Städte dienen. Ich denke da zum Beispiel  an das zukünftige Humboldtforum in Berlin.

» Weiterlesen

Teilen

Ähnliche Beiträge

[Kurz] Die sozialdemokratische spanische Bürgermeisterin der Stadt Basauri ließ ein Buch zum Thema Folter aus der Stadtbibliothek entfernen

Et de même pour les sociétés : comment respecter un État dont on sait qu’il pratique la torture? La situation est encore pire lorsque l’État présente ces pratiques non comme une exception, comme une “bavure”, mais comme une pratique légitime, que le droit a pour fonction de justifier. Alors, c’est l’idée même de droit qui se trouve ébranlée. Pour que les lois soient respectées, il faut qu’on croie à l’État de droit ; à partir du moment où la torture est légalisée, l’idée même de justice perd son sens.” Tzvetan Todorov

Deutschlandradio Kultur berichtete gestern von der spanischen Bürgermeisterin der Stadt Basauri, die das Buch “Handbuch des spanischen Folterers”  von Xabier Makazage aus der Stadtbibliothek entfernen ließ. Die Bürgermeisterin rief andere Städte auf es ihr gleichzutun. Spanien wurde bereits zum wiederholten Mal durch die UNO und Amnesty International mit Foltervorwürfen konfrontiert. Die spanischen Behörden haben aber stets bestritten, Menschen misshandelt zu haben, die nach dem Anti-Terror-Gesetz verhaftet wurden. Von Foltermethoden in Gefängnissen wie Schlafentzug, Scheinerschießungen oder Schläge spricht der Baske Xabier Makazage in seinem Buch. Aber da es laut offizieller Darstellung keine Folter gibt, darf es auch keine Bücher über derartige Praktiken geben. Als Reaktion darauf hat sich der Verlag nun entschlossen, dass Buch auf seiner Internetseite zum freien Download anzubieten.”

P.S: 2007 gab es eine Waffenruhe der ETA, auf die die spanische Regierung Zapatero laut ETA mit “Festnahmen, Folter und Verfolgung” reagierte.  Einen Film (GAL“), den ich vor etwa 2 Jahren durch Zufall in einem wirklich sehr großen Kino in Frankreich sah, thematisierte die Rolle des spanischen Staates bei der Bekämpfung der ETA in den 1980er Jahren. Um den Terrorismus der ETA zu bekämpfen wurden Gegenterroristen (GAL=Grupos Antiterroristas de Liberación) von hohen Funktionären der spanischen Regierung mit der Rückendeckung des damaligen spanischen Minsterpräsidenten González der PSOE (der Sozialistischen Arbeiterpartei Spaniens) finanziert. In den Jahren 1983 – 1986 verübte die GAL über 28 Attentate an Sympathisanten der ETA. Später jedoch stellte sich heraus, dass über 1/3 der Opfer keine Beziehungen zum Terrorismus hatten.  In Spanien wird diese Periode des Anti-Terror-Kampfes als “der schmutzige Krieg” bezeichnet. Auch vor der Organisation GAL gab es unter dem Franco-Regime bewaffnete Gruppen, die gegen die ETA kämpften (Triple A, Batallón Vasco Español (BVE), Comandos Antimarxistas, Grupos Armados Españoles und Antiterrorismo ETA).

Teilen

Ähnliche Beiträge

Lachen BibliothekarInnen? – Persönliche Eindrücke & unbeantwortete Fragen & ein Best Practice Beispiel aus Österreich

Das Image hat besonders bei Dienstleistungen eine Orientierungsfunktion. Das Image entsteht aus der Ganzheit aller –richtigen und / oder falschen Vorstellungen über ein Produkt / eine Dienstleistung und / oder ein Unternehmen / eine Institution.”

Prof. Dr. U. Georgy nach Manfred Bruhn

“Do librarians laugh?” So lautete der Titel eine Vortrags von Justyna Jasiewicz-Hall anläßlich des 15. BOBCATSSS-Symposiums 2007 in Prag.  Was dann folgte waren Best Practice Beispiele aus den Medien, redundante und allseits bekannte Aufzählungen von Gründen, wieso und weshalb  es mit dem Image schlechtsteht und die  Bibliotheksarbeit nicht ausreichend anerkannt wird. Ihre Beispiele stammten meist aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum und ebenso verhielt es sich mit ihren angegebenen Webseiten.  Ihr ging es damals darum zu zeigen, wie BibliothekarInnen im Alltag wahrgenommen werden und was woanders (z.B. in den USA) besser laufe.  Auf Anfrage an Frau Engelkenmeier ob es denn deutschsprachige Filme gibt, in denen BibliothekarInnen (klischeehaft oder nicht) vorkommen, fiel die Antwort nicht gerade positiv aus, denn es gibt kaum welche.  Als ich in letzter Zeit selbst auf YouTube und anderswo danach suchte, fand ich kaum etwas: keinen Bibliothekssketch mit Dieter Krebs & Iris Berben bzw Beatrice Richter (Beispiel Sketchup: “Beatrice Richter und Diether Krebs spielen Menschen allen Alters, aller Berufssparten und abstruseste Charaktere”; Für fast alle Berufssparten muss hinzugefügt werden, denn der Beruf BibliothekarIn schien ihnen damals nicht sketchwürdig genug zu sein und scheint es vielen bis heute nicht.) oder BibliothekarInnen, die bei “Verstehen Sie Spaß?” hereingelegt wurden oder nie ein Scherz oder eine Anspielung auf Bibliotheken/BibliothekarInnen durch die zahlreichen deutschsprachigen Comedians und Kabarettisten, kaum Bibliotheksfilmchen oder Ausschnitte aus Serien oder Filmen. Es ist als ob in der Pop- und Fernsehkultur Deutschlands (und auch anderswo) BibliothekarInnen nichtexistent sind und keinen Platz haben. Wie kann hier mehr Intersse erwachsen? Es gibt Vince Ebert für Naturwissenschaftsinteressierte und “Piano” Paul für Mathematikbegeisterte und solche, die es werden wollen. Bei genauerem Nachdenken gäbe es noch für andere unbeliebte Fächer und Berufe den ein oder anderen Multiplikator wie die eben genannten von mir. Doch wer vermittelt Menschen, die sonst nicht in eine Bibliothek gehen würden, das trockene Bibliothekseinmaleins und begeistert sie in herzerfrischender Weise für einen lohnenswerten Besuch in einer Bibliothek in ihrer Nähe? Manchmal hat es den Anschein, dass ja die Ausleihzahlen immer stetig steigen und mehr “Menschen mit Migrationshintergrund” die Bibliothek besuchen als solche ohne M.h.  und das dem Image zumindest in den einschlägigen Fachzeitschriften nur gut tut. Ich glaube an diese Selbstbeweihräucherungen nicht und  bei genauerem Hinsehen ist es vermutlich ähnlich wie in den Niederlanden. Über Rotterdam berichtete ich im letzten Jahr, dass dort die Stadtbibliothek die rückläufige Zahl an Medienausleihen in den Besuchsflyern explizit erwähnt und hinzufügt, dass die Kundenorientierung nun oberste Priorität einnimmt (weniger die Anschaffung von Medien und deren exakte Einarbeitung), anstatt diese Zahlen und Statistiken aufzuhübschen oder gar zu verleugnen. Eigentlich hätte ich mir eine breitere Debatte darüber gewunschen, was wir – Deutschland (nationale Verbände,  aber auch EUCLID und andere) und Polen und viele andere europäische Länder tun könnten, um diese von Justyna Jasiewicz-Hall genannten Best Practice Beispiele von heute auf morgen umzusetzen und nicht (wie immer) nur neidisch oder in beidenswerter Manier “über den großen Teich” zu blicken, sondern selbst in der Lage wären europäische Best Practice Beispiele zu entwickeln. Hierbei geht es doch nicht nur um ein verbessertes Image, sondern auch um mehr Aufmerksamkeit im Popkulturbereich und somit in plurimedialen Diskursen überhaupt vorzukommen, was sicherlich dem Berufsstand stärken könnte und langfristig eine bessere Lobby in der Gesellschaft und bei den Unterhaltsträgern zur Folge hätte. Denn wem nützt es denn, wenn nur Arte, 3Sat und Deutschlandradio Kultur über Bibliotheken berichten und nicht mehr private Fernsehsender und Sender, die von einer Mehrheit der arbeitenden und weniger bibliotheksaffinen Bevölkerung gesehen werden? Würde eine Analyse vorgenommen werden, ob in anderen Ländern diese Trennschärfe zwischen der “höheren” Bibliothekskultur im Bildungsfernsehen (Arte, 3Sat usw.) ebenso vorgenommen wird, könnte ich mir gut vorstellen, dass im anglo-amerikanischen Raum diese starke Trennung zwischen bildungsbürgerlichen Bibliotheksinteressierten und den weniger bibliotheksaffinen Bürgern nicht existiert, wie sie in der Fernseh- und Medienlandschaft hierzulande vorkommt. Es gibt eben eine große Mehrheit, die sich eher der “seichteren” und einfacheren Unterhaltung widmet. Durchaus interessant wäre es bibliothekarische Themen im Radio (nicht im klass. Kulturradio, sondern Unterhaltungsradio) und im Privatfernsehen populär zu vermitteln, um auch solche potentiellen Nutzergruppen besser zu erreichen. Wenn die Bibliothek bei vielen Nicht-NutzerInnen kaum  mehr auf deren cognitive map vorkommt, wie kann dann das mit alten Klischees angereicherte Image verbessert werden?

Das Angebot der UB ist vermutlich besser als das von Google, trotzdem bin ich meistens mit Google schneller.“

Antwort eine Studenten anläßlich einer Imageanalyse einer Universitätsbibliothek als Basis zur Kundenbindung von Prof. Dr. UrsulaGeorgy & U. Engelkenmeier aus dem Jahr 2005

1. Ähnlich wie der Beruf des Grundschullehrers, des Politikers, des Bäckers, des Fleischers, des Pflegers, des Landwirts oder des Journalisten, zählt der des Bibliothekars nicht gerade zu den beliebtesten Berufen in Deutschland.  Die Feuerwehr und insbesondere das Handwerk im Allgemeinen (“Die Wirtschaftsmacht von nebenan“) starteten in den letzten Jahren zahlreiche Imagekampagnen, um mehr junge Menschen zu gewinnen. In bestimmten Bundesländern ist da durchaus schon ein Mangel an jungen und motivierten Männern, aber an noch mehr Frauen zu verzeichnen. Eine derartige Imagekampagne, die für den Beruf des Bibliothekars bzw. der Bibliothekarin wirbt, ist mir  aus dem deutschsprachigen Raum bis dato nicht bekannt, obwohl es wahrscheinlich zu viele BibliothekarInnen gibt, die derzeit ein regelmäßiges Auskommen suchen im Verhältnis zum Angebot an Stellen. Dringend von nöten wäre ein Aufbrechen von Bibliotheken als klassischer Frauenbereich. Hierfür wäre eine Imagekampagne durchaus hilfreich. Diesen Tatsachen trug  Susanne Korb in ähnlicher Form 2009 in ihrer Dissertation Rechnung: “Nach unseren Ergebnissen werden Bibliotheken noch so lange ein Frauenbereich bleiben, solange sich an Bezahlung und Aufstiegschancen nichts ändert. Eine wichtige Voraussetzung für die positive Entwicklung der Rolle der Frau in Bibliotheken und Informationseinrichtungen ist, dass Frauen zukünftig mit den Neuen Medien und den technischen Entwicklungen offensiver umgehen und dass alte Strukturen aufgebrochen werden.“ » Weiterlesen

Teilen

Ähnliche Beiträge

Vorstellung der Europäischen Bibliothek in Rom

Im Oktober 2006 wurde in den Räumlichkeiten des Goethe-Instituts in Rom die Europäische Bibliothek eröffnet. Sie entstand aus der intensiven Zusammenarbeit zwischen dem römischen Stadtbibliothekssystem – Biblioteche di Roma, elf in Rom ansässigen Einrichtungen der auswärtigen Kulturarbeit (Ungarische Akademie, Kulturabteilung der Französische Botschaft, Kulturabteilung der Botschaft der Niederlande, Kulturabteilung der Botschaft der Schweiz, Schweizer Kulturinstitut, The British Council, Österreichische Kulturforum Rom, Goethe-Institut, Instituto Cervantes, Polnische Kulturinstitut, Slowakische Kulturinstitut) und den Repräsentanzen der Europäischen Kommission und des Europäischen Parlaments in Italien.

Teilen

Ähnliche Beiträge

Zum 150. Gründungsjubiläum der “Alliance Israélite Universelle” Paris: Ein zweiteiliges Imagevideo der Bibliothek

Die 1860 gegründete Institution “Alliance israélite universelle” (AIU) feiert dieses Jahr ihr 150. Gründungsjubiläum. Vor dem Hintergrund dieses Jahrestages findet momentan die kostenlose AusstellungAlliance israélite universelle : 150 ans de combat au service de l’éducation” statt, die noch bis 16. Oktober im Hôtel de Ville von Paris zu sehen ist. Die Organisation trug maßgeblich zur Emanzipation des Judentums bei. Laut Bertrand Delanoë hat die “Alliance Israélite Universelle” nicht nur zur Verbreitung von Bibliotheken und Schulen weltweit beigetragen, sondern auch die Rolle der Frankophonie und des Judentums gestärkt. 1860 trafen sich 17 Franzosen jüdischer Herkunft und verfassten den folgenden Gründungstext, der die Menschrechte hervorhob, sich dem Kampf gegen Hass (insbesondere des Antisemitismus)  und  gegen Vorurteile auf die Fahnen schrieb: » Weiterlesen

Teilen

Ähnliche Beiträge

Aus aktuellem Anlass: Der Europäischen Tag der Sprachen und was die Hauptbücherei Wien hierzu anbietet

Obviously, there is diversity, but Europe is a union of diversity. Jean-Pierre Raffarin

Was macht eigentlich Ihre Bibliothek heute anläßlich des  “Europäischen Tags der Sprachen“? In der  Hauptbücherei Wien steht heute alles im Zeichen dieses europäischen Tages,  der die Vielfalt an Sprachen durch Workshops und mit Schnupperkursen in Wolof, Hebräisch, Arabisch, Russisch u.v.m. widerspiegelt. Im Jahr 2001 wurde das „Europäische Jahr der Sprachen” von der EU und dem Europarat erstmals ausgerufen, um Sprachenvielfalt zu fördern. Die Initiative der EU dient der Wertschätzung unterschiedlicher Sprachen und Kulturen mit der Intention sich Sprachkenntnisse anzueignen und auf die Vorteile der Mehrsprachigkeit hinzuweisen. Laut Martina Adelsberger, die für die Durchführung des “Europäischen Tags der Sprachen” verantwortliche Person, ist das Interesse an Schnupperkursen sehr groß.  Besonders beliebt waren im letzten Jahr die romanischen Sprachen, aber auch asiatische Sprachen wie Chinesisch oder Japanisch. Nahezu auf keiner Interesse stießen die Sprachen, welche bedingt durch Arbeitsmigranten ins Land Österreich kamen: Türkisch und Bosnisch/Kroatisch/Serbisch

We should never denigrate any other culture but rather help people to understand the relationship between their own culture and the dominant culture. When you understand another culture or language, it does not mean that you have to lose your own culture.”
Edward T. Hall

Ein weiteres Ziel, welches an diesem Tag der Sprachen verfolgt wird, ist Kindern das Bewußtsein für deren Muttersprache zu schärfen. Der Gedanke, dass jede Sprache gleich viel Wertschätzung erfahren sollte und das Beherrschen von Fremdsprachen eine Bereicherung darstellt steht dabei im Vordergrund.  “Geschichtenzeit” nennt sich die für Kinder ab 4 Jahren entwickelte Veranstaltungsreihe. Auf dem Kinderplanten der Hauptbücherei, “Kirango” genannt, werden am “Europäischen Tag der Sprache” Geschichten auf Deutsch und auf Tschechisch vorgelesen. Bei dem an diesem Tag angebotenen Workshop geht um die Mehrsprachigkeit, die den TeilnehmerInnen ein Gefühl dafür geben sollen, wie deren Mehrsprachigkeit in ihnen bereits vorhanden ist. An diesem Tag bietet die Hauptbücherei Wien Führungen an, in denen sie sich als “Ort der Sprache” darstellt. Als “Ort der Sprachen” präsentiert sich die Hauptbücherei im Rahmen einer Führung zum Thema Sprache. Hierbei wird auf den umfangreichen Bestand  Sprachlernmedien verwiesen und der Vielfalt an fremdsprachigen Filmen und Belletristik. Ein Mittel, um die Besucher für das Thema zu begeistern, ist das in Großbritannien weit verbreitete “Pubquiz”. Bei diesem Spiel gibt es verschiedene Teams, die Fragen rund um das Thema Sprache beantworten müssen. Für alle GewinnerInnen gibt es Preise wie etwa Sprachkurse, Büchergutscheine oder eine kostenlose Jahreskarte für die städtischen Büchereien Wiens. Weitere Highlight bei der die Volkshochschule Wiens und andere Institutionen beteiligt sind, ist die Lange Nacht der Sprachen, welche durch das Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur finanziert wird und zum dritten Mal stattfindet.

Teilen

Ähnliche Beiträge
1 3 4 5 6 7 8