Der Song “At Your Library” aus der Sesamstraße

In diesem Jahr feiert die Sesamstraße ihren 40. Geburtstag. 1973 startete die Sesamstraße in Deutschland. Sie wurde eine der erfolgreichsten deutschen Kindersendungen und erhielt zahlreiche Preise. Ridderbusch lobte 2009 die Vorzüge dieser Sendung:

“In der “Sesamstraße” lebte man nach den Prinzipien von Optimismus, Toleranz und “Diversity” – ethnischer Vielfalt – lange bevor diese Werte zum Standardprogramm der Politik werden sollten.”

Was in Bibliotheken, in den Medien und in der deutschen Gesellschaft lange Zeit nicht der Fall war, wurde bereits 1973 in dieser Serie gelebt. Aloys Behler verwies 1984 darauf, dass es im übertragenen Sinne – kein ‚Lesebuch‘, kein Übungsbuch fürs Fernsehen gibt. Ebenso verhält es sich mit öffentlichen Bibliotheken. Gab es bzw. gibt Handlungsanweisungen, welche insbesondere für bildungsferne Zielgruppen einfach, verständlich und trotzdem einladend genug sind? Vielen Besucher und Besucherinnen sieht man manchmal sofort an, dass sie zum ersten Mal eine solche Einrichtung betreten und deshalb einen leicht überforderten Eindruck machen. Ebenso wäre es hilfreich in der Ausbildung und im Studium kommunikative Handlungsanweisungen zu erlernen, wie souverän auf das Kiezdeutsch, unterschiedliche Soziolekte und Ethnolekte reagiert werden kann, so dass der Besucher/die Besucherin der Einrichtung kein allzu großes Gefühl von Distanz und Fremdheit gegenüber Bibliothekar_innen entwickeln, die wiederum eine ganz andere Sprache sprechen. Belehrungen und Zeigefingerpädagogik bei Bibliothekar_innen ist hier wohl an dieser Stelle fehl am Platz. Die soziale Distinktion und die Barrieren im Kopf sich souverän in Bibliotheken zu bewegen und sich zu trauen Bibliothekare und Bibliothekarinnen um Hilfe zu bitten, sind nach wie vor vorhanden. Mehrmals schon wurde ich vor allem in einer ganz bestimmten Berliner öffentlichen Bibliothek von mehreren Personen (teilweise auch Vater und Sohn oder eine dreiköpfigen Familie) angesprochen und um Hilfe gebeten , obwohl ich selbst zu diesem Zeitpunkt “nur” der “Nutzer” war. Zu selben Zeit war eben der Auskunftsschalter zwar besetzt, aber es standen wiederum andere Leute in der Schlange.

Der Ruf nach Medienpädagogik erschallte schon in den 1970er Jahren. Doch welche Position und welche Meinung vertraten seinerzeit die Öffentlichen Bibliotheken in Deutschland? Wie steht die Bibliotheks- und Informationswelt und deren Vertreter heute zu derlei Aussagen in Bezug auf ihre eigene Arbeit? Leider ist mir bis dato noch keine deutschsprachige Folge der Sesamstraße bekannt, in welcher die Vorzüge von Bibliotheken/Büchereien für Kinder leicht verständlich erklärt werden wie in dem nun folgenden englischprachigen Video ein Versuch gestartet wurde.

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[Kurz] Die JIM-Studie 2013 ist gestern erschienen

Gestern wurde die JIM-Studie 2013 zur Mediennutzung Jugendlicher des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest veröffentlicht und ist nun zum Download verfügbar.

Einige Erkenntnisse daraus sind:

Das Internet spielt im Alltag von Jugendlichen eine wichtige Rolle. Im Durchschnitt sind Zwölf- bis 19-Jährige in Deutschland 179 Minuten täglich (Mo-Fr) online. Der Großteil dieser Zeit wird nach Angaben der Jugendlichen für den Bereich Kommunikation verwendet, vor allem die Nutzung von Online-Communities spielt dabei für viele eine zentrale Rolle (75 % mindestens mehrmals pro Woche). […] Der Zugang zum Internet findet bei Jugendlichen insgesamt immer öfter auch über Smartphone oder Handy statt. 73 Prozent der Internetnutzer haben in den 14 Tagen vor der Befragung das Internet über ihr Smartphone genutzt. Im Vergleich zur Erhebung im Vorjahr zeigt sich dabei eine deutliche Steigerung (2012: 49 %). Somit ist die Internetnutzung über Handy ähnlich relevant wie der Zugang über Computer oder Laptop (87 %).”

 

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Aus aktuellem Anlass: Ein Aufklärungsvideo zur Zensur von Büchern im 21. Jahrhundert

In der heutigen Ausgabe der Berliner Zeitung mit dem Titel “Der Protest der Bibliothekare” macht Damir Fras auf die aktuell stattfindende „banned books week“, die „Woche der zensierten Bücher“ in den USA aufmerksam:

Die ALA hat mitgezählt: Seit 1982 gab es mehr als 11 300 Versuche, Romane und Comics aus Büchereien und Schulen zu verbannen. Allein im Jahr 2012 gingen bei der ALA 464 Beschwerden ein. In Wirklichkeit ist die Zensur aber noch viel gewaltiger. Der Büchereiverband schätzt, dass nur jeder fünfte Fall überhaupt gemeldet wird. […] Dav Pilkey und Toni Morrison sind in guter Gesellschaft. Auch Mark Twain tauchte schon auf der Liste der Zensur und Zensurversuche auf, ebenso John Steinbeck und JD Salinger. Selbst in Harry Potter wurde schon Problematisches entdeckt.”

Dabei verwies Damir Fras auch auf das Video von Rocketboom. Die Protagonistin prangert im folgenden Video auf intelligente und humorvoile Weise die Bigotterie der US-amerikanischen Zensur- und Moralapostel an. Das Fernsehen wurde doch bislang auch noch nicht verboten, so der Tenor von Rocketboom, da darin weitaus Schlimmeres gezeigt werde, als in Büchern.

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Wofür wurde YouTube entwickelt?

Dieses Video verrät die ganze Wahrheit.

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[Infografik] Mediennutzung 2012

Teaser Mediennutzung
Radio und Zeitungen verlieren, das Internet und Fernsehen gewinnen bei der durchschnittlichen Mediennutzung. In allem verbringen die Deutschen rund neun Stunden am Tag mit Medien. Allerdings gehört das Buch offensichtlich nicht zur Mediennutzung.
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Die ungewöhnlichsten Bibliotheken der Welt (zusammengestellt von RIA Novosti)

In dem folgenden Fernseheitrag der russischen Agentur für internationale Informationen RIA Novosti werden unterschiedliche ungewöhnliche Bibliotheken auf der ganzen Welt vorgestellt, so z.B. eine Bücherzelle in Berlin, Bibliométro in Madrid, eine Flughafenbibliothek in Italien usw, aber auch das Lozhka Art-Café in Rostov an der Don.

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Aus aktuellem Anlass: Ein Bibliothekssketch zum Weltlachtag aus der Serie Harald & Eddi

Die Idee zum Weltlachtag kommt aus der Yoga-Lachbewegung. Um Punkt 14 Uhr darf für 3 Minuten gelacht werden. Im folgenden Sketch aus dem Jahr 1988 geht es um Aufmerksamkeit und Ordnung in der Bücherei.

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Elektronisches Zeitungslesen bei einem Kaffee

Heute ist es Dank Tablet und Smartphone in vielen Küchen morgens sicher schon üblich, 1981 eine futuristische Vorstellung:

“Imagine, if you will, sitting down to your morning coffee, turning on your home computer to read the day’s newspaper.” A flamboyantly speculative-sounding notion, no doubt, were you watching this television news broadcast back when it aired in 1981.



Quelle:

Marschall, Colin: From the Annals of Optimism: The Newspaper Industry in 1981 Imagines its Digital Future, Open Culture

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“How fiction can change reality” (TED-Ed) von Jessica Wise

Reading and stories can be an escape from real life, a window into another world — but have you ever considered how new fictional experiences might change your perspective on real, everyday life? From Pride and Prejudice to Harry Potter, learn how popular fiction can spark public dialogue and shape culture.” Jessica Wise

Leser aller Alterklassen aufgepasst! Im folgenden Video erklärt Jessica Wise in einem etwas kürzeren TED-Ed-Animationsfilm, wie Romane in der Vergangenheit und noch heute Einfluß auf Ereignisse nahmen und sowohl die Leserschaft in ihrem Denken/ihren Denkgewohnheiten/ihren Traditionen/ihren kulturellen Gepflogenheiten veränderte, als auch ganze Gesellschaft(en) und Kultur(en).

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Ein Imagevideo der Hartford Public Library: “A Place Like No Other”

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