Umberto Eco: Die Bibliothek als Modell für Kultur

Die folgende Vorlesung vom 18. Oktober 2013 des am Freitag, den 19.02. verstorbenen Autors und Semiologen Umberto Eco, fand in der Yale University Art Gallery statt. Sie soll an einen der bedeutendsten Fürsprecher für Bibliotheken und Buchkultur erinnern. Der vollständige Titel des Vortrags lautet: „The Library as a Model for Culture: Preserving, Filtering, Deleting and Recovering“

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Die Krummel-Sammlung im Nietzsche-Dokumentationszentrum

Es ist neun Jahre her, dass der Geschäftsführer der Nietzsche-Gesellschaft Naumburg, Ralph Eichberg, in den USA Richard F. Krummels dessen Sammlung von Primär- und Sekundärliteratur von und über Friedrich Nietzsche abkaufte. Heute befindet sich die Krummel-Sammlung von rund 7.500 Bänden im Depot der städtischen Sammlungen des Nietzsche-Dokumentationszentrums (NDZ). Eichberg stellte gestern etliche wertvoll Druckwerke aus den original verpackten US-Kartons dem ehemaligen Oberbürgermeister Curt Becker, Oberbürgermeister Bernward Küper sowie dem Fachbereichsleiter Kultur und Bildung, Gerd Förster, vor.

Unter den Werken befinden sich zwei in limitierten Auflagen erschienene Kunstdrucke aus dem Leipziger Insel-Verlag: „Ecce Homo“ und „Zarathustra„. Die Prachtausgabe des letzteren Stückes wurde von Henry van de Velde gestaltet und erschien 1908 in einer Auflagenhöhe vn 1.250 Stück, welche ausgekauft war, bevor sie überhaupt gedruckt worden war. Der Preis heute läge bei ca. 4.000 Euro. Daneben hat die Krummel-Sammlung weitere Raritäten zu bieten, so z.B. zahlreiche Erstausgaben von Nietzsches Veröffentlichungen. Diese waren zu dessen Lebzeiten aber Ladenhüter.

Auch die ehemaligen Besitzer der einzelnen Bücher lassen sich anhand verschiedener Ex-Libris in den Werken nachvollziehen. So gibt es Bände, die einst dem großen Nietzsche-Verehrer Hermann Gocht gehörten, welcher als Orthopäde ind Schkopau lebte und Nietzsches Schwester Elisabeth Förster-Nietzsche bei der Einrichtung des Weimarer Archivs finanziell unterstützt und unter anderem dafür Briefe Nietzsches angekauft hatte.

Etwas unscheinbar wirkte das erste gedruckte Werk das Philosophen von 1870. Damals war Nietzsche gerade als Professor nach Basel geholt worden. Zu diesem Zeitpunkt verfasste er eine Gedenkschrift für Professor Dr. Franz Dorotheus Gerlach und dessen fünfzigjähriger Lehrtätigkeit am Pädagogium in Basel. Dieses Werk erschien in einer Auflage von 100 Stück.

Zur Zeit wird die Sammlung geordnet und katalogisiert. Dies wird bis Mitte nächsten Jahres dauern. Primär- und Sekundärliteratur werden gesondert aufgenommen. Es wird Querverweise zu den einstigen Besitzern geben. Der Katalog soll dann im Internet zugänglich gemacht, damit jeder Interessent sich über das Angebot des Naumburger Nietzsche-Dokumentationszentrum informieren kann. Das Zentrum bittet zudem andere Nietzsche-Forscher, ihre Publikaktionen dem NDZ zur Verfügung zu stellen. Die Bestände der Nietzsche-Gesellschaft werden ebenfalls in diese Bibliothek integriert. Sobald die Katalogisierung abgeschlossen ist, soll die Bibliothek für die Präsenzbenutzung im Leseraum des NDZ zugänglich gemacht werden.

Quelle:
Heilig, Helga: Sammlung birgt viele Schätze, Mitteldeutsche Zeitung


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