[Adventskalender] 11.12.2014 – Die Weihnachtsgans

ein Gedicht von Heinz Erhardt, vorgetragen von Elisabeth Milarch

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Weihnachten 1944
(Als ich keinen Urlaub bekam)
Heinz Erhardt

Winternacht

Winternacht

Wenn es in der Weltdezembert
und der Mond wie ein Kamembert
gelblich rund, mit etwas Schimmel
angetan, am Winterhimmel
heimwärts zu den Seinen irrt
und der Tag stets kürzer wird –
sozusagen wird zum Kurztag –
hat das Christkindlein Geburtstag!
Ach, wie ist man dann vergnügt,
wenn man einen Urlaub kriegt.
Andrerseits, wie ist man traurig,
wenn es heißt: “Nein, da bedaur ich!”
Also greift man dann entweder
zu dem Blei oder der Feder
und schreibt schleunigst auf Papier
ein Gedicht, wie dieses hier:

Die Berge, die Meere, den Geist und das Leben
hat Gott zum Geschenk uns gemacht;
doch uns auch den Frieden, den Frieden zu geben,
das hat er nicht fertiggebracht!
Wir tasten und irren, vergehen und werden,
wir kämpfen mal so und mal so …
Vielleicht gibt’s doch richtigen Frieden auf Erden?
Vielleicht grade jetzt? — Aber wo? …

Quelle:
Das große Heinz Erhardt Buch, Bertelsmann Club, 1984, S. 307-308

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Engel

Engel

Ein Weihnachtslied
Heinz Erhardt

Es ist Weihnachten geworden.
Kalter Wind bläst aus dem Norden
und hat Eis und Schnee gebracht.

Doch am Weihnachtsbaum die Kerzen,
die erwärmen unsre Herzen,
und des Kindes Auge lacht.

Und man sieht auf den verschneiten
Straßen weiße Engel schreiten
durch stille, heil’ge Nacht.

Quelle:
Das große Heinz Erhardt Buch, Bertelsmann Club, 1984, S. 301

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