Das Geheimnis der Sternkammern – Österreichs Nationalbibliothek in Wien

Die größten bibliophilen Schätze Österreichs werden in der Nationalbibliothek in der Hofburg aufbewahrt. Kaiser Karl VI. veranlasste 1723 bis 1726 den Bau, nach Plänen des Hofarchitekten Johann Bernhard Fischer von Erlach.

Bayerischer Rundfunk: br.de/wien
Autor: Till Rüger


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Forschungsbibliothek Gotha erwirbt unbekannte Briefe Paul Ebers

Passend kurz vorm 500. Geburtstages von Paul Eber (1511-1569), einem bedeutenden Luther-Mitstreiter, hat die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt zwei bislang unbekannte Briefe Ebers antiqurisch erwerben können. Dieser war einer der Vertrauten Luthers und einer der führenden Theologen und Predige der Wittenberger Reformatoren in zweiter Generation. Dass sein Erbe heute noch in aller Munde ist, liegt an seinen bekannten Kirchenliedern wie „Herr Jesu Christ, wahr Mensch und Gott1.

Beide Briefe Ebers waren/sind an seinen Schulfreund Friedrich Bernbeck gerichtet, der eine entscheidende Rolle für die Reformation im mainfränkischen Kitzingen spielte. Im Brief von 02. Januar 15482 äußert sich Eber besorgt über die Zukunft der Universität Wittenberg, denn nach dem Schmalkaldischen Krieg sind die finanziellen Mittel knapp und die Professoren der Universität warten auf ein klares Signal vom Hof der sächsischen Kurfürsten für eine weitere Finanzierung der Universität. Der Brief enthält nicht nur Ebers persönliche Ansichten zu diesem Thema sondern auch Persönliches, wie den Namen und Geburtstag seiner Tochter Magdalene3

Die Forschungsbibliothek Gotha bewahrt mehr als 1.000 Briefe Ebers auf. Diese wurden vor kurzem im Rahmen der Katalogisierung der Reformationshandschriften der Forschungsbibliothek, ein DFG-gefördertes Projekt, online erschlossen. Die Ergebnisse der Erschließung sind in der Datenbank für Handschriften und Autografen HANS recherchierbar. Vom 10. – 12. November wird der zu wenig beachtete Reformator mit einer Fachtagung gewürdigt. Diese findet unter dem Titel „Paul Eber. Humanist und Theologe der zweiten Generation der Wittenberger Reformation“. Bei der Tagung sollen u.a. Forschungsergebnisse zur Konfessionalisierung, zur Gelehrtenkultur und zur mitteldeutschen Universitätsgeschichte im 16. Jahrhundert vorgestellt werden.

Quellen:
Forschungsbibliothek Gotha erwirbt bislang unbekannte Briefe Paul Ebers, Jenapolis
Luthers Mitstreiter im Blickpunkt der Wissenschaft, Pressemitteilung der Universität Erfurt
Foschungsbibliothek Gotha würdigt Luther-Mitstreiter Paul Eber, Luther 2017 : 500 Jahre Reformation
Fußnoten

  1. Die erste und fünfte Strophe sind zu einem Teil von Johann Sebastian Bachs Kanatate BWV 127 geworden. []
  2. Dies ist der älteste derzeit bekannte Brief der Korrespondenz Eber-Bernbeck. []
  3. Bei Magdalenes Geburt kam es zu Komplikationen und sie starb noch 1548. []

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Zuwachs für die Luther-Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin

Vor dem Zweiten Weltkrieg war die Luther-Sammung der Preußischen Staatsbibliothek (heute Staatsbibliothek zu Berlin) mit 5641 Drucken die größte der Welt, doch seit dem Krieg ist die einmalige Sammlung verschollen. Diese einzigartige Sammlung enthielt vor allem zeitgenössische Einzeldrucke in allen Varianten aus unterschieldichen Provienzen. Auch eine kleine Bibliothek aus dem Nachlass Luthers, welche von einem Enkel erworben wurde, gehörte mit zum Gründungsbestand. Ergänzt wurde diese durch gezielte Ankäufe theologischer Spezialsammlungen, z.B. von Johann Karl Friedrich Knaake, William Jackson und der Kirchenministerialbibliothek aus Celle.

Natürlich setzt die Stabi Berlin alles daran, die wichtigsten Schriften des Reformators im Rahmen ihres Bestandsschwerpunktes zur Reformationsgeschichte wiederzubeschaffen. Dabei werden Druck mit besonderer Relevanz erworben, um sie der Forschung wieder zugänglich zu machen. Dennoch wird eine Rekonstruktion gerade des zeitgenössischen Teils der Sammlung in dieser Form nicht mehr möglich sein. Inzwischen zählen bereits wieder 900 Drucke zu dieser Sammlung. Kürzlich konnte die Stabi Berlin einen weiteren Druck der Sammlung hinzufügen.

So erwarb die Bibliothek auf einer berliner Auktion den ersten Druck der ersten Baseler Ausgabe von „Sermon vom Wucherer“:

Ein mercklich|| nütz predig wie man|| on verschuldung mit zytliche[n] guot vmb||gan sol. Jtem von dem zinßkauff|| oder iärlicher gülte, auch vo[n]|| dem wuocher. Durch|| D.Martinum Luther beschriben (Basel : Petri, 1520).

Darin vertrat Luther die Auffassung vertrat, dass gute Christen gemäß Matthäus 5,42 zinslos leihen sollten.

Hier die Ausgabe der Bayerischen Staatsbibliothek in München bei Google:

Quellen:
Lutherdruck erworben – Kriegsverlust ausgeglichen, Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz
Luther-Sammlung, Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz


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Die Tinte an der Wand

Heute wurde in einer spektakulären Kunstaktion auf der Wartburg dem 526. Geburtstag von Martin Luther (1483-1546) gedacht. Dabei wurde eine der berühmtesten Mythen um den Reformator an authentischer Stätte in der Lutherstube nachgestellt.

Dieser Legende nach hat Luther 1521/22 wurde Luther bei seiner Bibelübersetzung auf der Burg vom Teufel belästigt und warf deshalb mit einem Tintenfass nach dem Beelzebub1 und vertrieb ihn damit. Als Beweis für Luthers Gegenwehr galt über Jahrhunderte ein Tintenfleck an der Wand.

Der Wuppertaler Ästhetik-Professor Bazon Brock und der in Halle an der Saale lebende Künstler Moritz Götze versuchten Luthers Wurf mit dem Tintenfass zu rekonstruieren. Sicherheitshalber zum Schutz vor Beschädigung wurden die Wände und die Einrichtung der Stube mit Folien abgedeckt.

Die beiden Akteure warfen während dieser Aktion insgesamt 150 mit Tinte gefüllte Glaskugeln von Luthers Stehpult aus auf Büttenpapier, welches an der entsprechenden Wand befestigt wurde. Ab 21.30 Uhr am 24. November will Brock die Ergebnisse in einer zwölfstündigen Veranstaltung in der Temporären Kunsthalle am Berliner Schlossplatz vorstellen. 120 der 150 Tintenklecksarbeiten sollen über den Kunsthandel vertrieben werden. Die übrigen 30 Arbeiten hat die Wartburg-Stiftung erhalten..

Quelle:
«Experimentelle» Kunstaktion auf der Wartburg: 150 fliegende Tintenfässer erinnern an Luther via Netzeitung.de
150 neue Tintenkleckse in Luthers Stube auf der Wartburg auf evangelisch.de

Fußnoten

  1. Die Legende ist nach übereinstimmender Expertenmeinung wissenschaftlich nicht haltbar. Der Mythos fußt auf einer Notiz Luthers, wonach er im übertragenen Sinn hinterließ, dass er mit seiner Bibelübersetzung den Teufel mit Tinte vertrieben habe. []

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