Hugh McGuire (TEDxMontreal): “The Blurring Line Between Books and the Internet”

Hugh McGuire hat in den letzten Jahren viel über neue Buchpublikationsmodelle geforscht. McGuire macht in dem folgenden Vortrag anhand verschiedener Argumente deutlich, weshalb Bücher und das Internet bald eins werden könnten. Auch das Leseverhalten wird sich weiter ändern und die Bewertung dessen, was als wertvoll und “druckenswert” erachtet wird, könnte in nächster Zeit einen Wandel erfahren.

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“Meine Stelle als Metadaten-Managerin hätte es vor 10-15 Jahren in der Form gar nicht gegeben…”

Von Kirsten Jeude
Arbeitsstelle:
ZBW – Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften
Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft
Neuer Jungfernstieg 21
D-20345 Hamburg

1. Wie lange begleiten Sie den bibliothekarischen Zirkus?

Wie viele andere habe ich meine ersten Erfahrungen mit Bibliotheken als Nutzerin gehabt. Nachdem ich die Kinder- und Jugendbuch-Abteilung der Stadtbücherei meiner heimatlichen Kleinstadt durchgelesen und nichts mehr zu tun hatte, durfte ich die Kurzvorstellungen für neue Jugendbücher schreiben und hab mir als nächstes dann die Bibliothek der nächsten Großstadt vorgenommen.

Ich habe nach meinem Schulabschluss zwar zunächst über ein Studium im Bibliothekswesen nachgedacht, mich aber dann doch für das Studium der Geographie entschieden. Während meines Studiums habe ich dann aber wieder die Nähe der Bibliothek gesucht und viele Semester als studentische Hilfskraft in unserer Fachbereichs-Bibliothek gearbeitet, Praktika in Pressestelle und Zeitungs-Archiven gemacht und mich nach dem Studium entschieden, eine berufsbegleitende Weiterbildung zur Wissenschaftlichen Dokumentarin zu machen. Jetzt arbeite ich im Metadaten-Management einer großen wissenschaftlichen Spezialbibliothek.

2. Was hat Sie angetrieben, sich gerade eine Arbeit im Bibliotheksbereich zu suchen/anzunehmen?

Würde die Frage meinen Freundinnen und Freunden gestellt werden, würden die sagen: „Klar, das die in der Bibliothek gelandet ist. Sie ist eine „Klarsichthüllen-Fetischistin““. Was sie damit sagen wollen ist, dass ich schon immer Spaß am Ordnen und Systematisieren gehabt habe und mit viel Vergnügen Informationen zusammengetragen habe. Bei meiner Abschlussarbeit habe ich die Literaturrecherche mit großer Leidenschaft betrieben und hatte dabei definitiv mehr Spaß als beim Schreiben selbst. Heute daran mitzuarbeiten, das Wissen, welches Einzelne in mühevollem Tun erarbeitet haben, für die Allgemeinheit einfach und bequem nutzbar zu machen, erfüllt mich einfach mit Zufriedenheit.

3. Wie sahen und sehen Ihre Aufgaben aus und was hat sich Ihrer Meinung nach am deutlichsten geändert?

Meinen Berufseinstieg hatte ich als Volontärin und später als Projektkoordinatorin in einem Retro-Digitalisierungsprojekt in der Mitte der Nuller Jahre. Damals haben wir den Speicherbedarf für unsere Digitalisate berechnet und sind auf einige Terabyte gekommen. Eine damals für mich unvorstellbare Größe, die man heute auf und im heimischen Schreibtisch bunkert. Auch meine jetzige Aufgabe im Metadaten-Management ist sehr mit der technologischen Entwicklung verknüpft, so dass die schnellen Veränderungen durch neue oder populär werdende Technologien großen Einfluss auf meine tägliche Arbeit haben.

Der Arbeitsplatz von Kirsten Jeude in der ZBW

Meine Stelle als Metadaten-Managerin hätte es vor 10-15 Jahren in der Form gar nicht gegeben. Ich arbeite daran heterogene Metadaten zu integrieren; das bedeutet, dass ich als Vorgabe für die IT-Abteilung und in Zusammenarbeit mit ihr Konversionsregeln entwickle, um bibliographische Metadaten, die in verschiedenen Formaten (z.B. PICA3/PICA+, MODS, MARC21 etc.) vorliegen, zu homogenisieren, um sie gemeinsam in unserem Portal komfortabel durchsuchbar zu machen. Dazu gehört auch die Beteiligung an der Weiterentwicklung der Informationssysteme – vor allem natürlich von Funktionen, die auf den bibliographischen Daten beruhen, wie „Ähnliche Titel“, Exporte in Literaturverwaltungsformate, Merklisten u.Ä. Zudem bin ich für die Koordination von Datenlieferungen von und an die Institution, an der ich beschäftigt bin, zuständig.

Dies sind alles Aufgaben, die erst dann wichtig wurden, als die Kataloge ins Netz wanderten, Daten zunehmend ausgetauscht und aggregiert wurden und die Vielfalt an Ressourcen (neben klassischem Bibliotheksgut auch Forschungsdaten, Internetquellen etc.) und an Informationssystemen (neben dem Katalog auch Virtuelle Fachbibliotheken, Repositories etc.) immer größer wurde.

4. In welcher Form spielen Social Media-Angebote eine Rolle in oder für Ihre Arbeit?

Mittlerweile spielen Social Media-Angebote in meiner täglichen Arbeit eine nicht unerhebliche Rolle. Ich gehöre nicht gerade zu den „Early Adopters“ in Sachen Social Media, aber als ich feststellte, dass sich große Teile des fachlichen Austauschs von Mailinglisten weg hin zu Twitter, Facebook und Google+ bewegten, habe ich mich mitbewegt und nutze diese Dienste heute selbstverständlich für fachliche Diskussionen und Informationen. Dabei habe ich festgestellt, dass ich mich von einer passiven Leserin von Mailinglisten zu einer immer aktiveren Mitspielerin entwickle. Ich fand aber sowieso schon, dass im Bibliothekswesen eine große Hilfsbereitschaft untereinander herrscht und Informationen großzügig ausgetauscht und zur Nachnutzung zur Verfügung gestellt werden. Das wird mit Hilfe der Sozialen Netzwerke nur noch leichter.

5. In welche Richtung entwickelt sich Ihre Arbeit /die Bibliothek zukünftig?

Wenn ich mir die (technologischen) Entwicklungen so anschaue, brauche ich mir keine Sorge um meine berufliche Zukunft zu machen. Der Trend geht nach wie vor dahin, Informationsressourcen verschiedenster Provenienz miteinander zu verknüpfen und für eine komfortable Recherche bereitzustellen. Da die verschiedenen Ressourcentypen jeweils spezielle Eigenschaften haben, wird auch die Vielfalt an Standards (Formaten) für unterschiedlichste Einsatzbereiche weiter zunehmen. Und will man sie zusammenbringen, braucht es Know-How in Sachen Metadaten und Standards. Ich werde in meinem Berufsleben also vermutlich noch viele Standards kennenlernen und mich mit ihren teils eleganten Lösungen und teils hirnverknotenden Tücken auseinandersetzen.

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GND löst PND, GKD und SWD ab

Das Blog “Nachrichten für Öffentliche Bibliotheken” berichtet darüber, dass die GND (Gemeinsame Normdatei) ab sofort online (19.04.2012) einzusehen ist.
In der GND werden die während der letzten drei Jahrzehnten im deutschsprachigen Raum aufgebauten großen überregionale Normdateien, d.h. die GKD (Gemeinsame Körperschaftsdatei), die PND (Personennamendatei) und die SWD (Schlagwortnormdatei) in eine einzige Normdatei überführt. Die Verbünde sind derzeit dabei, die neuen Normdateien in ihre Kataloge einzuspielen und damit die alten Normdaten zu ersetzen. Diese soll webfähig und zudem auch für MARC21 nutzbar sein.

Im Auftrag der Deutschen Nationalbibliothek haben die Experten der Arbeitsstelle für Standardisierung in Zusammenarbeit mit den Expertengruppen Formalerschließung, Normdaten und Sacherschließung GND-Übergangsregeln (Version 1.2, Stand: 16. März 2012, PDF 2 MB) erstellt.

Am 05.04. werden PND, GKD und SWD bei der DNB geschlossen. Aktuelle Informationen zu den Datendiensten der DNB sind auf der Webseite des “Rundschreiben Datendienst” zu finden.

Mehr Informationen zum Thema GND auf der Website der DNB.

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"Oh Metadata!"

Das folgende Video stammt von Phil Shapiro, der gleichzeitig auch darin vorkommt. Drehort des Videos ist die öffentliche Bibliothek in Takoma Park (Maryland). Die Melodie des nun folgenden Songs stammt von dem Spiritual “Oh, Happy Day”. Weitere Unterstützung erhielt Shapiro beim Singen von der Benson Family of Bethesda (Maryland). Shapiro schreibt u.a. für die Zeitschrift PC World, wo er sich mit (öffentlichen) Bibliotheken, deren Zukunft und deren MitarbeiterInnen auseinandersetzt.

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[Veranstaltung] “Freie Katalogdaten und Linked Data”

Ein Thema in Bibliotheken ist Open Access bei Texten. Die Einrichtungen positionieren sich dabei als Befürworter und Unterstützer. Ein neueres Thema ist die Freigabe von Metadaten. Soll man die mühsam gepflegten Katalogmetadaten einfach kostenlos zur Verfügung geben?

Am Donnerstag, dem 14.10.2010 findet in diesem Zusammenhang in der KOBV-Zentrale ein Vortrag von Adrian Pohl (@acka47) vom hbz statt, an den sich eine Diskussion anschließen kann. Pohl spricht über Wege und Chancen der Veröffentlichung von Katalogdaten.

Der Titel der Veranstaltung lautet: »Freie Katalogdaten und Linked Data – Von der Öffnung der Bibliothekskataloge im Internetzeitalter«.

Datum: 14.10.2010
Zeit: 10.00 – 13.00 Uhr
Ort: Konrad-Zuse-Zentrum (ZIB) in Berlin-Dahlem (Anreise)
Raum: Seminarraum

Da die Zahl der Plätze begrenzt ist, bittet das KOBV-Team um eine Online-Anmeldung.

Einladung des KOBV

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COinS und Citavi

Vascoda war es nur eine kurze Mitteilung wert in ihren Vascoda-News, dass das Portal zukünftig Literaturverwaltungsprogramme besser unterstützt.

NutzerInnen des Literaturverwaltungstools Zotero (Plugin für Firefox) oder von Citavi Picker (für IE und Firefox) können nun vascoda Treffer direkt importieren. In die Trefferübersichten und in den Detailansichten von vascoda sind die Trefferinformationen nun im COinS-Format eingebunden.

COinS steht für ContextObjects in Spans. Sie werden in HTML-Seiten eingebunden und können dann durch entsprechende Programme oder PlugIns herausgelesen werden.

Importiert werden COinS z.B. durch den Citavi Picker und das Literaturverwaltungs-PlugIn Zotero. Auf diese Weise können Metadaten (bibliografische Angaben) von Websiten, z.B. Bibliothekarisch.de, oder aus Katalogen wie dem OPAC der UB Augsburg oder dem Gateway Bayern, bequem in die Literaturverwaltungsprogramme übernehmen.

Öffnen Sie dazu eine Seite, die COinS enthalten. Bei einem aktivierten Citavi Picker z.B. erscheint rechts unten im Browser ein kleines Fensterchen. Mit Klick auf den Link importiert das Literaturverwaltungsprogramm die Daten in das geöffnete Projekt, wo sie dann kontrolliert und weiterverarbeitet werden können.

Der Picker übernimmt an dieser Stelle die in den COinS enthaltenen Metadaten. Bei Übernahme von bibliografischen Angaben zu Büchern werden die vorhandenen Daten übernommen und es wird keine ISBN-Suche durchgeführt.

Beim Online-Katalog der UB Augsburg können Sie so gleich auf einmal alle 10 angezeigten Treffer importieren. Es empfiehlt sich jedoch, auf die Einzelanzeige des Treffers zu gehen, um diesen in Citavi einzuspielen und die Metadaten gleich zu überprüfen. Probleme bei der Datenübernahme gibt es jedoch, wenn die Daten aus der Merkliste übernommen werden sollen, denn dabei werden nur ISBN, Autor und Titel in Citavi importiert und die übrigen Daten müssen später ergänzt werden. Wenn Sie die Daten aus der Merkliste (auch im Vollformat) im Endnote/Citavi-Format exportieren, gibt es sowohl im Gateway Bayern als auch beim OPAC der UBA Schwierigkeiten bei der Erkennung des Dokumenttyps.

Tests mit Vascoda ergaben, dass beim herkömmlichen Export-Import von Metadaten ohne COinS und Picker, sehr wenige Metadaten übernommen werden. Der Dokumenttyp wird nicht richtig erkannt und es werden nur Autor, Titel und Erscheinungsjahr korrekt übernommen. In der Regel fehlt die Quelle, d.h. die Zeitschrift oder der Sammelband incl. der Seitenzahlen. Diese Probleme treten beim Import über COinS und den Picker nicht auf.

In den beiden beschriebenen Fällen empfiehlt sich eine Übernahme der Daten mit dem Picker.

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BRaIn 3 ist online

Volume 3 von BRaIn (Potsdamer Beiträge und Reportagen aus den Informationswissenschaften)1

Themen sind:

„Informationswissenschaftler als Ökokrieger“ – Prof. Hohbohm berichtet von der „Berufsfeldtagung“ des Fachbereichs Informationswissenschaften am 24. April 2009

Von den „Leiden des jungen Werther“ bis zu Metadaten für Multimedia: Aspekte der Verknüpfung heterogener Ressourcen – diesem Thema widmet sich der neue potsdamer Prof. F. Sasaki

Anastasia Schadt, Ingo Caesar und Dierk Eichel schreiben ihre Impressionen vom Bibliothekartag 2009 nieder.

Weitere Impressionen gibt es zum 3. IFLA-Presidential Meeting 2009 von Katharina Droese, Dierk Eichel, Anastasia Schadt und Evelyn Weiser.

Über das „Wissen(s)peicher(n)“ schreibt Katharina Klausner.

Johannes Braun listet ettliche Publikationshinweise des Simon Verlags für Bibliothekswissen auf. Leider hätte die ein oder andere Rezension diesen Beitrag erheblich aufgewertet.

Anja Nachtweide und Katharina Klausner beitreiben Blogwatch mit BRaIn.

In dieser Ausgabe hat das BRaIn-Team, neben der Betreibung des hauseigenen Blogs, auch mal einen Blick hinaus in die weite Welt des bibliothekarischen Weblogs riskiert. Dabei haben wir uns die Diskussion um Open Access und die Verwendungsmöglichkeiten von Twitter näher angesehen und uns einer Bibliothek zugewendet, die das Medium Blog auf vielfältige Weise benutzt.

Mich freut es, dass ich mit meinem Beitrag zu Twitter in diese Betrachtungen hineingerutscht bin. 🙂

Alexander Mehwald berichtet abschließend über den 3. Konsortialtag des Friedrich-Althoff-Konsortiums.

Eine interessante und thematisch gut durchmischte Ausgabe von BRaIn.

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  1. Frage mich gerade, wieviele Informationswissenschaften es gibt? Kann mir hier jemand weiterhelfen? Laut meines Verständnisses und der “allwissenden” 😉 Wikepedia, die im Artikel von Informationswissenschaft spricht, gibt es nur eine Informationswissenschaft. []

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DiPP geht in die dritte Runde

3.0 ist momentan Standard in vielen Bereichen. Ich erinnere mich da an die CC-Lizenzen in der Version 3.0 oder an den inzwischen auch immer häufiger gebrauchten Begriff Web 3.0. Citavi will, wie ich heute gelesen habe, 2009 ebenfalls mit einer Version 3.0 auf den Markt kommen. So verblüfft auch die Nachricht nicht, dass die DiPP-Lizenzen nun endlich auch als Version 3.0 zur Verfügung stehen.
Neben den Creative Commons Lizenzen werden die DiPP-Lizenzen gerne übersehen. Sie bieten sich jedoch besonders für wissenschaftliche Texte im Rahmen von (Open Access-)E-Journals aus. Besonders ihre klaren Richtlinien in Bezug auf den Umgang mit Metadaten, ihre Gültigkeitserklärungen bezüglich ihrer älteren Versionen sorgen für ein hohes Maß an rechtlicher Sicherheit im wissenschaftlichen Umfeld. Hier kann keine CC-Lizenz mithalten.

Die überarbeiteten Lizenzen berücksichtigen die aktuellen Veränderungen im Urheberrecht, die mit dem In-Kraft-treten des so genannten Zweiten Gesetzes zum 1. Januar 2008 zur Regelung des Urheberrechts in der Informationsgesellschaft gelten. Ausgehend von diesen Neuerungen wurde insbesondere die Aufnahme von unbekannten Nutzungsarten ergänzt.

Es hat lange gedauert, bis diese Änderungen eingearbeitet worden sind und negativ wirkt sich neben dem geringen Bekanntheitsgrad sicherlich auch die derzeitige Einsprachigkeit aus. Die Lizenzen sind zur Zeit nur deutschsprachig vorhanden.
Positiv hingegen ist:

Die Lizenzen regeln jetzt außerdem Kombinationen mit Werken, die bereits unter anderen Lizenzen, z.B. Creative Commons (CC), erschienen sind. Damit ist Lizenzgebern die Möglichkeit gegeben, die näheren Bedingungen einer Verbindung von eigenen Inhalten mit CC-Lizenzinhalten klarzustellen. Die einzelnen Bestimmungen sorgen für die Kompatibilität der DPPL-Lizenzen mit CC-Lizenzen und der GNU Free Documentation License.

Damit ist eine wichtige Voraussetzung geschaffen worden, die eine weitere Verbreitung der Lizenz ermöglichen wird. Jetzt heißt es, entsprechende Übersetzungen ins Englische rasch zu tätigen und eine grafische Anzeige der Lizenz zu ermöglichen.

Quelle:
Digital Peer Publishing Lizenzen Version 3.0 veröffentlicht via Digital Peer Publishing NRW
Suber, Peter: Version 3.0 of the DiPP licenses:engl: via Open Access News

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Die 10 Prinzipien für die Digitale Langzeitarchivierung

Nach den in letzter Zeit eher zu bezeichnenden Horromeldungen zur Langzeitarchivierung will Nestor, das Kompetenznetzwerk Langzeitarchivierung, 10 zentrale Anforderungen an digitale Langzeitarchive gefunden haben, um als vertrauenswürdig zu gelten:

  • Das digitale Langzeitarchiv übernimmt die Verantwortung für die dauerhafte Erhaltung und kontinuierliche Pflege der digitalen Objekte für die identifizierten Zielgruppen.
  • Das digitale Langzeitarchiv belegt die organisatorische Beständigkeit (auch in den Bereichen Finanzierung, Personalausstattung, Prozesse), um seine Verantwortung zu erfüllen.
  • Das digitale Langzeitarchiv verfügt über die erforderlichen Rechte (per Vertrag oder Gesetz), um seine Verantwortung zu erfüllen.
  • Das digitale Langzeitarchiv besitzt ein effektives und effizientes Geflecht von Grundsätzen (policy).
  • Das digitale Langzeitarchiv erwirbt und übernimmt digitale Objekte auf der Grundlage definierter Kriterien gemäß seinen Verpflichtungen und Fähigkeiten.
  • Das digitale Langzeitarchiv stellt die Integrität, Authentizität und Nutzbarkeit der dauerhaft aufbewahrten Objekte sicher.
  • Das digitale Langzeitarchiv dokumentiert alle Maßnahmen, die während des gesamten Lebenszyklus auf die digitalen Objekte angewendet werden, durch angemessene Metadaten.
  • Das digitale Langzeitarchiv übernimmt die Bereitstellung der digitalen Objekte.
  • Das digitale Langzeitarchiv verfolgt eine Strategie zur Planung und Durchführung von Langzeiterhaltungsmaßnahmen.
  • Das digitale Langzeitarchiv besitzt eine angemessene technische Infrastruktur zur dauerhaften Erhaltung und Sicherung der digitalen Objekte.

Diese Punkte stellen eine Einigung mit den Institutionen Center for Research Libraries (CRL):engl: und Digital Curation Center (DCC):engl: und dem Projekt Digital Preservation Europe (DPE) dar.

Dieses Leitbild enthält die Punkte, die in dem Moment umgesetzt werden müssen, wenn die software- und hardwaretechnischen Vorraussetzungen gefunden worden sind, um Daten sicher und dauerhaft zu speichern. Doch erstmal müssen diese Speichergrundlagen und Speichersysteme entwickelt werden. Es gibt zwar bereits einen Speicher, aber der ist vielen nicht digital genug (Das Schwarz auf Weiß in Büchern).

Quellen:
nestor Newsletter 11/2007 [27. April 2007] auf nestor
Schulze, Carsten M.: 10 Prinzipien für Vertrauenswürdige Digitale Langzeitarchive via Blog-o-scope

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