[Zitat] Unkommentiert – 2006

“The library is a place, where conflicting ideas co-exist, where people can discover undiscovered knowledge and where the powerless can be empowered through access to knowledge. At the same time, the library can be a place that maintains social and cultural order by collecting, distributing and organizing hegemonic knowledge. Controlling knowledge has historically been a way of controlling people. When one understands that the role of the library is double-edged sword, diversity comes to hold a vital place. However, from the dominant culture’s perspective, diversity in libraries is a threat because it challenges normalized knowledge, ideas and practices. […] Library communities need to unlearn racism, sexism, homophobia and relearn what we have learned. No matter how much we try to create a more so called “diverse” library community, without unlearning and exposing our own racist thinking we can never create a truly diverse environment. The library should be place, where we not only facilitate the education of our users, but also of ourselves.

Shin Joung Yeo and James r. Jacobs: “Diversity matters? Rethinking diversity in libraries”. In: Counterpoise 9 (2) Spring, 2006, p. 5-8

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Ein Nachtrag: Das Afrika Medienzentrum wurde vor kurzem in Berlin-Wedding eröffnet

Das intellektuelle Afrika bleibt vielen Deutschen, aber auch vielen Afrikanern unbekannt. Dabei gibt es in Afrika nicht nur hervorragende Autoren und Autorinnen, Musiker und Musikerinnen, sondern es gibt auch eine florierende Filmindustrie. Auch europäische Filmemacher entdecken den Kontinent für sich. Den an Afrika Interessierten fehlt es allerdings an leicht zugängigen Medien, anhand derer sie sich über Musik, Filme, Geschichte, Politik und Kultur informieren können.” Hervé Tcheumeleu

Über die französische Webseite Livres Hebdo wurde ich gestern auf die Eröffnung eines Afrika Medienzentrums in Berlin-Wedding aufmerksam, die bereits am 18.08. 2010 stattfand.  Die Suche nach einer Berichterstattung über dieses Ereignis in den einschlägigen Berliner Tageszeitungen (Tagesspiegel, TAZ, Berliner Zeitung),  verlief leider erfolglos. Wenn in den überregionalen und regionalen Mainstreammedien Meldungen wie die Eröffnung eines Afrika Medienzentrums in Berlin überhaupt nicht Erwähnung findet, ist das sicher kein Einzelfall im Hinblick auf eine gewisse Ignoranz von multikulturellen Themen, die weniger Klischees und Stereotype transportieren, als die bekannten reißerischen Meldungen. Bereits im Blogeintrag vom 9. Mai diesen Jahres zum 5. Geburtstag der Hannah-Arendt-Bibliothek in Hannover kam ich am Ende meiner Ausführungen auf das afrikanische Viertel in Berlin-Wedding und möglichen Synergieeffekten mit Stadtteilbibliotheken zu sprechen. Die Aussagen von Herrn Diallo, dem Leiter des Afrikahauses Berlin, haben durch die Eröffnung des Afrika Medienzentrums wieder an Aktualität gewonnen. Er merkte am 07.10.2009 an, dass sich deutsche Bibliotheken und BibliothekarInnen  stärker für die Informationsbedürfnisse der Einwohner Deutschlands, welche aus Afrika stammen, interessieren sollten. Für sie sei die Bibliothek nicht attraktiv genug, da sie die Menschen, welche dort arbeiten nicht sehen bzw. keine „echte“ Kommunikation stattfinde und keine Mitarbeiter ihrer Herkunft vertreten sind. Nun hat der Initiator Hervé Tcheumeleu aus Mitteln der EU und dem Programm „Zukunftsinitiative Stadtteil“ ein eigenes Medienzentrum gegründet, obwohl meiner Meinung nach eine Integration in die “Mainstreambibliotheken” des Stadtteils dem interkulturellen Gedanken förderlicher gewesen wären. Mainstream-NutzerInnen könnten so leichter neugierig auf das Angebot gemacht werden, das nun etwas weiter von “ihrer Stadtteilbibliothek” entfernt liegt. Herr Hanke, der Berliner Bürgermeister des Bezirks Mitte,  sprach zwar von einer großen Ausstrahlungskraft, aber meines Erachtens wäre eine interkulturelle afrikanisch-deutsche Stadtteilbibliothek, die Teil des Verbunds der Öffentlichen Bibliotheken Berlins  ist, eine erster Schritt der Normalisierung dessen was sich der Bürgermeister und viele anderen wünschen: » Weiterlesen

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Rückschau auf den “Study Visit: Multicultural Libraries: practice makes perfect!” vom 2-3 November in Rotterdam (2. Teil)

Bibliotheek_RotterdamBevor ich vom zweiten Tag des Study Visit berichte, will ich kurz auf das von Herrn Benito vorgestellte Programm ESME – (European Strategy for multicultural Education) eingehen. Hierbei handelt es sich um eine Kooperation der Stadtbibliothek Frankfurt am Main, dem Multicultural Center in Prag, der Projektstelle für Zuwanderung und Integration in Dornbirn (Österreich) und dem Immigrant Institut in Borås (Schweden).  Das Hauptziel der genannten Einrichtungen ist es, den Aufbau eines multikulturellen Lerncenters voranzutreiben, das als Treffpunkt für formelles und informelles Lernen dienen soll.  Informationen über den Fortgang der Projektarbeit und klassische Best Practice Beispiele finden sich auf der folgender Webseite: http://www.librariesforall.eu. Hinzu kommen Literaturhinweise, Texte und Anregungen für die eigene Einrichtung, die es gilt mutikultureller bzw. interkultureller zu gestalten.

Der zweite Tag des Study Visit begann mit einem Vortrag zur Publikation “Diversity Management – Eine neue Managementkultur der Vielfalt – für eine neues Image der Bibliotheken” von W. Kaiser. Sie setzt sich mit dem Konzept Diversity Management näher auseinander. Kaiser plädiert für mehr Heterogenität innerhalb der Mitarbeiterschaft und innerhalb der Zielgruppen. Im Vordergrund steht der Umbau der Organisationskultur hin zu einer multikulturellen Organisation und dem Eingeständnis, dass der Beruf für Menschen mit Migrationshintergrund (aber auch für den “Ottonormalazubi” bzw. den Großteil der StudentInnen) sowohl in den USA, als auch in Deutschland nicht attraktiv genug ist. Es wurden Vorschläge gemacht wie eine mögliche Umgestaltung aussehen kann, mit dem Verweis darauf, dass die Bibliothek sich mehr als lernende Organisation verstehen sollte. Best Practice Beispiele, welche die Attraktivität der Bibliothek für die LGBT-Community, für MigrantInnen, Ältere und behinderte Menschen zum Ausdruck bringen, wurden kurz vorgestellt. Darüber hinaus wurden die Hochschulen und Ausbildunseinrichtungen (für FAMIs) als erste Diversity Recruiting -Adressen genannt, die den Gedanken der Wertschätzug von Vielfalt stärker fördern sollten, indem sie sich auf Ausbildungsmessen mit anderen Plakaten präsentieren, welche die Vielfalt der eigenen Gesellschaft stärker widerspiegelt.  Er hatte auch auf die Interkulturelle Kompetenzvermittlung und die sogenannten Diversity Trainings für die angehenden BibliothekarInnen und Fachangestellten für Medien und Information hingewiesen, die bisher an Hochschulen und Berufsschulen noch nicht im Curriculum verankert sind (fakultativ an der HAW Hamburg). Durch all diese genannten Maßnahmen, Forderungen und Ziele wäre  eine stärkere Identifikation und ein anderes Image  möglich, wenn sie (auch die Berufsverbände) Andersheit als Ressource wertschätzen anstatt die monokulturelle Norm aufrecht zu erhalten. » Weiterlesen

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