Weihnachtlicher Start in den 1. Bibliotheksstammtisch Jena #BibStaJ


Liebe Kolleginnen,
liebe Kollegen,
liebe Bibliotheksinteressierte,

spontan, ohne große Terminumfrage, heben wir den 1. BibStaJ (BibStammtischJena) aus der Taufe.

Wann:
04.12.2019, ab 18.00 Uhr und bleiben, bis wir alle weg sind

Wo:
Hanfried auf dem Weihnachtsmarkt von Jena (Markt).

Ziel:

  • Kennenlernen,
  • wer mag, einen oder zwei Glühwein schlürfen und
  • was uns sonst noch einfällt.

Es braucht eine kurze Absprache, wie es weitergehen soll, wenn wir zu Wiederholungstätern werden wollen wie die Kolleginnen und Kollegen in Bonn (#BibStaBN) und Hamburg (#BibStaHH).

Disclaimer
Bibliotheken können Thema sein, müssen es aber nicht! Und es ist keine Pflicht, aus Jena zu stammen oder hier zu arbeiten. Es geht um Austausch über Themen, die interessieren.

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Einladung zum 1. Bibliotheksstammtisch #bibstaj 2019 in Jena (Absage)

Hallo an alle Leserinnen und Leser,

Hamburg hat sein Bibstammtisch #bibstahh (im Anschluss) und Bonn seinen #bibstabn (im Anschluss) – hier in Jena planen wir jetzt den 1. Bibliotheksstammtisch #bibstaj.
Hamburg hat eine sehr aktive Bibliotheksszene. Die Szene in Bonn hat mich damals sehr überrascht, also ist es vielleicht auch in Jena einen Versuch wert. Daher hier die erste Einladung.

Wer ist eingeladen?
Bibliothekarische, bibliotheksinteressierte und/oder social-media-affine Wesen aus Jena und Umgebung oder gerade aktuelle Besucher in der Stadt

Wozu wird eingeladen?
Zum Kennenlernen auf einer Ebene außerhalb des Internets, informell und offen
Zum Erfahrungsaustausch und Themen jeglicher Art
Zum gemeinsamen Abendessen mit netten Leuten

Treffpunkt?
Ort: Stilbruch, Wagnergasse 1-3, 07743 Jena

Wann?
Tag: Terminabstimmung über den DFN-Terminplaner (Terminabstimmung läuft bis Sonntag, 17.02.) – Ergebnis der Umfrage: 3 Teilnehmer am Montag, 25.02.2019 – Aufgrund Streik in Jena und persönlicher Gründe, wird es eine neue Terminabfrage und einen Versuch 2 geben
Zeit: ?? Uhr (gemäß Umfrage) und fortfolgende Stunden (Wer erst später kann, dazukommen ist kein Problem.)

Erkennbar?
Sofern vor Ort, werden wir alle suchenden Leute frech ansprechen 😉 – Umgekehrt ist das natürlich auch jederzeit willkommen

Anmelden?
Die in der Umfrage ermittelte Teilnehmerzahl ist Grundlage für die reservierten Plätze. Eine Anmeldung oder Abmeldung ist nicht notwendig, aber schön wäre ein Kurzes “Ich komme gerne” oder “Ich kann nicht” dann doch (bis zwei Tage vor dem Termin) – nur um einschätzen zu können, ob und wieviele Plätze reserviert werden müssen. Spontanes Hinzukommen ist aber auch kein Problem.

Wenn die Rahmenbedingungen geklärt sind, wird der Eintrag hier umgearbeitet und man findet hier alle weiteren Informationen.
Wer per Mail informiert werden möchte oder Fragen hat, kann sich per Twitter an @bibliothekarin bzw. @exilbohne oder per Mail an boehner [at] bibliothekarisch.de wenden.

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Meine persönliche Rückschau auf den BID-Kongress 2013 (Teil 6)

Ab 11 Uhr am 13.03. ging es in der KIBA-Lounge um die interdisziplinäre GeNu-Media-Teilstudie (verschiedener Fachbereiche) der HTWK Leipzig: “Analyse der Möglichkeiten und Grenzen intergenerativer Zielgruppenorientierungen in Bibliotheken”.

Sandra Michaelis (GeNuMedia) und Prof. Dr. Gerhard Hacker hielten hierzu einen Vortrag mit dem Titel “Bibliotheken – der neue Ort generationsübergreifender Medienbildung?” Bereits 2012 wurde dieses Teilprojekt auf dem Bibliothekartag in Hamburg mit dem Titel “Senioren im Fokus. Die Nachwuchsforschergruppe GeNuMedia- Barrierefreie Medien – Generationsübergreifende Nutzungskonzepte” vorgestellt. Der letztjährige Vortrag zu diesem Thema gibt die Grundstruktur wieder, welche auch dieses Jahr einleitend so präsentiert wurde. Das Projekt ist in unterschiedliche Schwerpunkte eingeteilt. Nachdem eine Datenbasis zur Medienaneignung und Intergenerativen Medientechnologien erstellt ist, sollen Handlungsempfehlungen für die Konzeption und Realisation generationsadäquater Medientechnologien erstellt werden. Dabei hatte ich den Eindruck, dass der Begriff Medienkompetenz häufiger verwendet wurde als Informationskompetenz. Nach einer Definiton des Begriffs Medienkompetenz nach Tulodziecki wurde auf Sekundäranalysen des (Medien-)nutzungsverhaltens in Bibliotheken eingegangen. Mehr dazu findet sich in der oben angegebenen Verlinkung (hier im Blog) zum letztjährigen Vortrag,

“Medienkompetenz beschreibt das Vermögen und die Bereitschaft in Medienzusammenhängen sachgerecht, selbstbestimmt, kreativ und sozial verantwortlich zu handeln” (Schulz-Zander & Tulodziecki, 2009, S. 44).

Die medialisierten Lebenswelten stellen nicht nur Bibliotheken vor neue Herausforderungen, dass diese z.B. die soziale Inklusion, die Partizipation, die intergenerative Kommunikation oder den Zugang zum Arbeitsmarkt mit-fördern und befördern. Am Ende wurde eine Analyse der Möglichkeiten & Grenzen vorgenommen, bei der die Altersstruktur und das Mediennutzungsverhalten von Alten und Jungen analysiert wurde. In einem nächsten Schritt wurden die Anforderungen und Bedürfnisse an an medienkompetenzvermittelnder generationsspezifischer Anforderungsprofile identifiziert. Schritt Nummer 3 beinhaltet die Analyse bereits vorhandener medienkompetenzvermittelnder angebotsstrukturen für ältere Menschen. Als vorletzten Schritt sollen Schulungen für sächsische Modellbibliotheken konzipiert und durchgeführt werden. Es ist auch angedacht intergenerative E-Learning-Angebote zur Vermittlung zur (Informations- und/oder) Medienkompetenz zu entwickeln.
Am Nachmittag wurde in der Session “Marketing- und Kommunikationsstrategien in öffentlichen und wissenschaftlichen Bibliotheken” von Frau Prof. Dr. Georgy der FH Köln der Marketingbaukasten zum Selbstcheck für den Aufbau eines eigenen Bibliotheksmarketingskonzepts vorgestellt. Leider ist der Zugang hierzu noch nicht für Externe freigeschalten.
Im anschließenden Vortrag wurde das neue Marken- und Kommunikationskonzept der Stadtbibliothek (im Bildungscampus) Nürnberg vorgestellt. Das neue Gebührenmodell der Stadtbibliothek Nürnberg wurde hier im Blog schon am 30.12.2012 besprochen. Die sogenannte Testimonial-Kampagne war durchaus anregend und inspirierend. Erstmals wagte es eine Bibliothek in Deutschland offen und transaperent in der ganzen Stadt mit einer Mitarbeiterin mit einem sogenannten Migrationshintergrund zu werben, die bei der Werbekampagne zur Neueröffnung der Bibliothek freiwillig mitmachte und auf dem Foto so gar nicht dem klassischen/klischeehaften Aussehen von sogenannten ottonormaldeutschen BibliothekarInnen entsprach. In der aktuellen Zeitschrift BuB gibt es auf den Seiten 222-223 ein Interview mit der jungen Bibliothekarin aus Nürnberg, das Susanne Schneehorst führte. Terkessidis bezeichnete solche Kampagnen in seinem Buch “Interkultur” auch als interkulturelles Branding, was im bibliothekarischen Bereich, wie das Beispiel aus Nürnberg zeigt, noch ein Novum ist. Terkessidis appelliert(e) in seinem Buch an den Humorgedanken, als er eine Kampagne aus den 1980er Jahren der Openbaren Bibliotheek in Amsterdam zitierte:

“Auf einem Plakat war damals ein schwarzes Mädchen mit einem Buch in der Hand
zu sehen. Darunter stand: »Ich war mal eine dumme Blondine.«”
Das leider noch in vielen Köpfen vorhandene Ius-Sanguis-Denken, das Ethnisieren und schubladisieren von Menschen anderer Herkunft, ist nicht nur in der Bibliothekswelt unter Nutzern (und vermutlich auch BibliothekarInnen) verbreitet, nein, überall, auch in Schulen, auf der Straße und in sehr vielen Vereinen und Institutionen wären solche Plakate wünschenswert, auch beim Handwerk, das so händeringend in bestimmten Branchen Nachwuchssorgen hat oder bei der Feuerwehr, die ebenso mehr eine Willkommenskultur ausstrahlen könnten, um Hemmnisse und Zugänge zu beseitigen.
Mitte der 2000er Jahre brannte ein Kiosk in Berlin-Kreuzberg (im Wrangelkiez) und die Anwohner waren über das späte Eintreffen der Feuerwehr äußerst verwundert/verärgert/wütend und manche Stimmen warfen den Feuerwehrleuten sogar Rassismus vor. Dennoch traf die Feuerwehr bereits 5 Minuten nach Eingang der Meldung ein, aber der Lottobudenbesitzer Bilal Y. starb leider an einer Rauchvergiftung. Soweit ich mich an diesen Vorfall erinnere, lag die Hauptstelle der Feuerwehr (Wienerstraße) überhaupt nicht weit weg vom Brandtatort (Oppelnerstraße). Es mangelt wohl bei vielen Migranten/Flüchtlingen/Zuwandern gleich welcher Art an Vertrauen gegenüber Institutionen/Behörden und Bildungs- und Lerneinrichtungen, als die sich auch Bibliotheken verstehen.
Im vielleicht meiner Meinung nach beeindruckendsten Vortrag des Bibliothekartages von Armin Heigl, der übrigens kein Bibliothekar, sondern Gymnasiallehrer ist, wurde deutlich, dass Vorurteile über Lehrer nur Vorurteile sind und Armin Heigl vermutlich durch sein Engagement und seinen Einsatz alle beeindruckte, was Idealismus, Tatendrang und Offenheit für Veränderungen betrifft. Die Schulbibliothek war den meisten Schüler_innen bis zum Zeitpunkt der Veränderung eher als Ort bekannt, wo Lehrer_innen ihre Konferenzen abhalten und Essenbons verkauft wurden. Der Change-Prozess zog sich über mehrere Jahre hin. Es wurde ein Projektseminar zum Thema “Umgestaltung der Schulbibliothek zu einem Lern- und Medienzentrum” angeboten, dass eigentlich nur weibliche Schülerinnen belegten, da der einzige männliche Teilnehmer kurz vor Beginn noch absprang. Um diesen Vortrag abzukürzen, will ich an dieser Stelle auf die positiven und hoffentlich nachhaltigen Effekte eingehen. Seit kurzem arbeitet eine gelernte Buchhändlerin halbtags in der Schulbibliothek und eine breite Mehrheit an Lehrer_innen ist bereit diese Bibliothek künftig in ein Medienlabor zu verwandeln, in dem Schüler_innen den Umgang mit Tablets und anderen zeitgemäßen Medien, wie auch den Erwerb von der jeweiligen Medien-Kompetenz, einüben. Eine seiner ehemaligen Schülerinnen, die an dem Projektseminar teilnahm, baute nach ihrer Schulzeit in einem freiwilligen sozialen Jahr eine Bibliothek in Afrika auf. Der Respekt bzw. die Daseinsberechtigung einer Schulbibliothek wird vom Lehrerkollegium nicht mehr angezweifelt und die Weiterentwicklung bzw. ein möglicher Neubau wären weitere Zukunftsprojekte für diese Einrichtung.
Zum ersten Mal nahm ich an einem Treffen der AG Gender/Diversity teil, das von Frau Dr. Karin Aleksander, der Leiterin der Genderbibliothek geleitet wurde. Vorgestellt wurde der vier Tage zuvor im Blog gepostete vornehmlich von Danilo Vetter gedrehte Film “Die geschätzte Kollegin vom festgezurrten Haupthaar : Geschlecht (k)eine Frage in Bibliotheken?“. Die anschließend Diskussion hierzu und die Ermunterung diesen Film Kollegen und Kolleginnen zu zeigen und weiterzuempfehlen, stieß auf ein großes Echo. Die wütende und aggressive Reaktion eines Bibliotheksleiters in der zeitgrößten Stadt Österreichs auf den Vorschlag einer Nutzerin im sogenannten “Wunschbuch” mehr Literatur zum Themenfeld LGBT als Verbesserungsidee anzugeben, war ebenso Thema in der Debatte, da dies erst vor wenigen Jahren geschah und die Reaktionen des Leiters hohe Wellen schlugen. Der Film analysierte auch die Hintergründe der Entstehung des Berufsfelds Bibliothekar/Bibliothekarin und suchte nach Erklärungsmuster, weshalb die(se) Feminisierung nach vor ein entscheidendes Merkmal darstellt. Eines der Fazits, war das Erwerbs-Biografien von Bibliothekaren und Bibliothekarinnen stärker aufgearbeitet werden müßten und der Genderblick auch bei denen geschult werden müßte, welche bislang für diese Thematik nicht genug sensibilisiert, empfänglich und offen sind. Letztlich ist es eine gesamtbibliothekarische Aufgabe vermeintliche Randthemen wie etwa die Genderthematik, den Postkolonialismus und des Implikationen/Auswirkungen (wozu teilweise auch spezielle Bestände und Festivitäten wie der Black History Month zur Geschichte Schwarzer Menschen und zur “Schwarzen Deutschen Bewegung” in Deutschland zählen), Diversität, Intersektionalität oder die Ursachen und Folgen der Feminisierung stärker in den Mainstream eines solchen Bibliothekentages oder Bibliothekstages 🙂 zu tragen. Ähnlich wie bei dem Thema Interkulturelle Bibliotheksarbeit, wo nun auch mehr Bibliothekar_innen mit Migrationshintergrund anwesend sind als früher, könnte die Thematik durchaus einen höheren Stellenwert verdienen, wenn bereits im Studium und in der Ausbildung hierfür eine andere Art der Sensibilisierung und Bewußtseinsschaffung stattfinden würde. Der  zwischenmenschlichen Kontakt zwischen Bibliothekar und Nutzer scheint eine größere Rolle, als bei anderen Bibliothekartagen gespielt zu haben.
Das folgende Plädoyer ist nun nicht kirchlich oder konfessionell gemeint, sondern bezieht sich meiner Auffassung nach auf das Grundverständnis bibliothekarischer Arbeit, was in ähnlicher Form Papst Franziskus für seine Kirche forderte. Nun wage ich den Versuch dies auf (öffentliche) Bibliotheken umzuformulieren (“Bibliothek der offenen Türen”; Stichwort Niedrigschwelligkeit, Barrierefreiheit nicht nur ein Begriffskonstrukt für behinderte Menschen, sondern für alle, bei denen der Zugang zur Bibliothek eine Schwellenangst hervorruft). Gibt es denn keine Statistiken darüber, dass in Gegenden, wo Bibliotheken existieren, der soziale Friede und die Kriminalitätsrate durchschnittlich geringer ist, ähnlich wie es bei Bahnhöfen, in den klassische Musik ertönt, der Fall ist? Deshalb kam mir das Thema der Erreichnung von Nichtnutzer_innen, von Männern und/oder Strategien zur Erreichung von Menschen, welche von Exklusion betroffen sind  (wie etwa Flüchtlingen/Asylbewerber) leider zu  kurz. Die Erfüllung eines echten sozialen Auftrags von öffentliche Bibliotheken als Zusatz zu statistischen Ausleihkennzahlen, wäre sicherlich in (manchen) Stadtteilen und Gemeinden durchaus interessant als Zielvorgabe:
Wenn wir rausgehen auf die Straße, dann können Unfälle passieren. Aber wenn sich die Bibliothekar_Innen nicht öffnen, nicht da präsent sind, wo Bildungsbenachteiligte, Arme und von sozialer Exklusion betroffene Menschen sind, dann können sie beim “Kampf” gegen Armut, den Einsatz für sozialen Frieden und dem Wohl ihrer (potentiellen) Communities herzlich wenig ausrichten. Es geht darum Brücken zu bauen. Wenn ich die Wahl habe zwischen einer bibliothekarischen Öffentlichkeit, die sich beim Rausgehen auf die Straße Verletzungen zuzieht und einer bibliothekarischen Öffentlichkeit, die erkrankt, weil sie sich nur mit sich selbst beschäftigt, dann habe ich keine Zweifel: Ich würde die erste Option wählen.”
Die breite Vielfalt an Themen erlaubte es kaum eine Session zu verpassen und letztendlich verpasste man ständig etwas, da es keine Parallelschaltung zu anderen Vorträgen über die Internetseite www.livestream.com etc. gab. Interessant wäre für künftige Bibliothekar*tage, mehr Vorträge auf YouTube und Slideshare hochzuladen, zusätzlich zu den eigentlichen Präsentationen oder auch gehörlose, blinde und behinderte Bibliothekar_innen mehr einzubeziehen. Bislang habe ich diese Gruppen nie auf irgendeinem Bibliothekartag gesehen. Den folgenden und letzten Tag, den 14.03., nutzte ich zu einem Besuch der Buchmesse, um zu sehen, was gerade “in” ist und welches Lese- und Hörerlebnisse besonders beliebt sind.
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[Bericht] BücherFrauen und Bibliotheken

In der Stabi Hamburg hat heute die Veranstaltung “BücherFrauen und Bibliotheken: Woman in Publishing, Information and Libraries” stattgefunden. 1990 hat sich das Branchennetzwerk1BücherFrauen – Women in Publishing” gegründet, um die Interessen von Frauen in Verlagen, im Buchhandel, als Übersetzerinnen, Agentinnen und als Frauen in Berufen rund um Buch und Medien besser zu vertreten. Das machen sie mit Publikationen, Fortbildungsangeboten, Lobbyarbeit und ihren Aurftritten in der Social Media Welt. Themen sind dabei die Vereinbarkeit von Beruf und Elternschaft, die Verbesserung ihrer Situation in der Arbeitswirklichkeit2.

Bibliotheken wie die Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky sind seit einem Jahrhundert Arbeitgeber für Frauen und werden seit etwa einem Jahrzehnt auch auf den hoch dotierten Führungspositionen durch Frauen vertreten. Dies war Grund genutz, um Stabi und BücherFrauen zu einem Austausch mit Interessierten zusammen zu bringen. Es ging um einen Austausch von Erfahrungen, Positionen und Visionen für die weibliche Berufstätigkeit, um gegenwärtige und zukünftige Arbeitsaufgaben und Arbeitsmodelle von und mit Frauen.

Organisiert hatte dieses Treffen, das sich an weibliche und männliche Interessierte richtete, die Gesellschaft der Freunde der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. Podiumsgäste waren:

  • Prof. Dr. Gabriele Beger, Direktorin der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg
  • Dörte Kanis/Nadine Wedel, Regionalsprecherinnen der Hamburger BücherFrauen
  • Karina Schmidt, Bundesvorsitzende der BücherFrauen 2010-2012
  • Prof. em. Birgit Dankert, Beirätin BücherFrauen, Vorsitzende der Gesellschaft der Freunde der SUB.

Insgesamt war dir Runde der Gäste so überschaulich, dass jeder sich kurz vorstellen konnte. Anwesend waren noch studierende Geisteswissenschaftlerinnen, die sich eine Arbeit in der Buchbranche oder Bibliotheken vorstellen konnten, Bibliothekarinnen und ein Bibliothekar, Lektorinnen sowie Vertreterinnen von Verlagen.

Frau Beger stellte in einer kleinen Präsentation die Stabi vor. Die Historie und die Aufgaben kann man gerne auf den Seiten der Stabi nachlesen. Wichtig ist, dass Frau Beger verdeutlichen konnte, dass sich der Beruf verändert. Der elektronische Bestand, 2011 ca. 1 Million Medieneinheiten, wird immer mehr genutzt. Von 2009 zu 2011 wurden E-Books um das 3,5fache häufiger angeklickt und bei Open-Access-Beiträgen verfünffachte sich die Nutzung sogar fast. Damit seien ältere Arbeitnehmer immer wieder mal überfordert und man müsse sie schrittweise in eine digitale Welt mitnehmen. Für die Europeana digitalisiert man derzeit Zeitungen und hat bereits zwei Millionen Seiten gescannt. Zudem betreibt die Stabi derzeit acht Dokumentenserver, u.a. für das elektronische Pflichtexemplar3, für die ViFas der Sondersammelgebiete der Bibliothek, einen Verlagsserver4, einen für die GIGA-Journal-Familie (OA)5 und sie übernimmt das Hosting von Repositories für andere Hochschulen in Hamburg.

Die Stabi selbst bietet 250 Stellen für FAMIs (10 davon in Ausbildung), BibliothekarInnen (gehobener Dienst), IngenieurInnen und technische Berufe (gehobener Dienst), wissenschaftliche MitarbeiterInnen (höherer Dienst, u.a. dort viele InformatikerInnen) sowie wissenschaftliche und studentische Hilfskräfte. Die Anforderungen an die KollegInnen ändern sich, denn die Nutzer von heute haben entsprechende Erwartungen, die auch bedient werden müssen.

Beger betonte, Bibliotheken müssen auf die neuen Tatsachen reagieren. Das Internet sei längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die jungen Nutzer gehen ganz selbstverständlich damit um und sehen keine künstliche Grenze mehr wie eventuell ältere. Sie nutzen die Clouds und speichern, verwalten und verknüpfen Informationen dort. Außerdem erwarten sie einen geräteunabhängigen Zugang zu ihren Informationen von jedem Ort der Welt. Dorthin geht die Reise und darauf müssen Bibliotheken reagieren und somit auch die Menschen, die das umsetzen müssen.

Bibliotheken müssen wie Wirtschaftsunternehmen die Trends beobachten6 und die eigenen Bibliotheksangebote müssen darauf ausgerichtet werden. So wird die Stabi auch bei den elektronischen Medien einen Großteil der Produkte elektronisch beziehen, aber daneben wird es eigene elektronische Bibliotheksangebote geben. Als ein Beispiel nannte Beger “HamburgWissen digital“. Hier ist die Stabi federführend beim Aufbau einer digitalen Landesbibliothek in Zusammenarbeit mit etwa 20 Kooperationspartnern. Die Bibliothek setzt an dieser Stelle auf Goobi. Weitere digitale Angebote sind die Fachportale oder die bereits oben erwähnten Repositorien. Auch bei den elektronischen Katalogen setzt man auf Weiterentwicklung durch Suchmaschinenoptimierung, Anreicherungen wie bspw. mit Table of Contents, Einsatz von Discovery-Lösungen (Beluga, in Zusammenarbeit mit anderen Hamburger Bibliotheken), Angebot von Open Data und Linked Open Data. Hinzu kommen Apps, das Blog, Twitter, Facebook & Co7, um auch neue Nutzer(gruppen) zu finden, die man sonst mit bisherigen Angeboten nicht erreichte. Auch werden Forschungsinformationssysteme8 zukünftig im Angebot der Bibliothek zu finden sein.

Nach der Beschreibung der sich ändernden Aufgaben und Berufsanforderungen kam Frau Beger zurück auf das Thema Frauen in der Bibliothek. Vor 100 Jahren arbeiteten nur Männer in der Bibliothek. Ab den 1930er Jahren waren auch unverheiratete Frauen als Arbeitnehmerinnen zugelassen. Mit einer Heirat schieden diese aus, da sie nun versorgt waren. Heute gibt es deutlich mehr Frauen in Bibliotheken. Die Situation an der Stabi ist jedoch recht ausgewogen. Das liegt unter anderem am Gleichstellungsplan, in dem Regeln für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf enthalten sind, für die Personalentwicklung (z.B. für das draufsatteln eines Master- berufsweiterqualifizierender Abschluss), das Angebot eines Gesundheitsmanagements9 und Jahresfeedbackgespräche10.

Frau Dankert leitete nun über zu Frau Schmidt, da die Arbeitssituation in der freien Wirtschaft anders aussieht. In der bereits erwähnten Studie zum 20 Jubiläum der BücherFrauen, so Schmidt, seien Bibliotheken nicht enthalten, da sie zum öffentlichen Dienst zählten. Diei Ergebnisse der Studie zeigten jedoch ein schockierendes Bild. Die Frauen eine eine große Leidenschaft für die Materie, sie seien oft gut qualifiziert, häufig sogar mehrfachqualifiziert und anfangs seien die Einstiegsbedingungen für Mann und Frau gleich. Die Schere beginnt jedoch immer mehr auseinander zu klaffen, je länger die Personen dabei sind und je höher die Position sei. In vergleichbaren beruflichen Stellungen gäbe es einen Einkommensunterschied von 28 Prozent zwischen Frauen und Männern. Im Bundesdurchschnitt aller Berufe läge dieser bei etwa 23 Prozent. Auch der Anteil der Frauen in Führungspositionen entspräche nicht dem eigentlichen Anteil der Fauen in dieser Branche, der bei 80 Prozent läge.

Die Erwartungen der Frauen änderten sich auch. Junge Frauen heute möchten Beruf und Familie miteinander vereinbaren können und sie möchten auch Karriere machen. Die Buchbranchen verlören immer wieder hochqualifizierte Frauen, weil diese kein berufliches Weiterkommen sähen. Die Power der 80 Prozent müsste doch da was bewirken und das Problem überholter Strukturen aufbrechen können.

Frau Beger wies darauf hin, dass in der Stabi die Situation zwischen Männern und Frauen bei etwa 50:50 lege. In der Direktion gäbe es drei Frauen und drei Männer. In der mittleren Leitungsebene würden derzeit Frauen überwiegen, denn obwohl man ein ausgewogenes Verhältnis anstrebe, zähle letztendlich die Qualifikation. Ein ausgewogenes Verhältnis sei im Gleichstellungsplan enthalten. Durch die Zugehörigkeit zum Öffentlichen Dienst habe es die Bibliothek besser als die Buchbranche. Dort müsse das Gendermainstreaming mehr ins Bewusstsein gebracht werden.

Die Bibliothek selbst setze auch Instrumente der freien Wirtschaft ein, um die Leistung der KollegInnen zu steigern. Wichtig sei eine ausgewogene Mischung von Männern und Frauen, jungen und alten KollegInnen. Die Anstellungen früher seien auf Langfristigkeit angelegt. Das führt aber zur Zeit dazu, dass immer häufig Stellen erstmal nur befristet ausgeschrieben werden, um zu sehen, ob die Person überhaupt in das Team passe, aber auch Leiharbeiter und Projekte wären eine Folge dessen.

Schmidt wies darauf hin, dass die Frauen in der Buchbranche ihren Beruf häufig aus starken instrensischen Gründen wählten, z.B. weil sie Bücher lieben, gerne mit Worten und Texten arbeiteten, sie seien aber auch relativ schnell bereit, harte Konsequenzen zu ziehen, wenn sie kein Fortkommen sähen. So können sie intrensisch zwar zufrieden sein, aber der Job in einem Verlag, der eben kein 8-Stunden-Tag sei, wäre dann beispielsweise nicht mit der Famlie vereinbar. Die Arbeitgeber selbst müssten erkennen, dass Frauen gefördert werden müssen, weil sie es wer sind, nicht weil sie so arm dran sind, dass sie gefördert werden müssen.

Dankert fragte in die Runde, welche Modelle man schaffen könne, um Verbesserungen im beruflichen Aufstieg für Frauen zu erreichen und auch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die Betroffenen zu erhöhen, zumal Lebenskonzepte und Arbeitsmodelle sich ändern. Deutlich wurde bei dieser Diskussion, dass die Anforderungen im Beruf stetig steigen, dies jedoch keine geschlechterspezifische Tatsache sei. Schmidt sprach von einer schleichenden Prekarisierung von Berufen, die hauptsächlich durch Frauen ausgeübt wurden. Dabei berief sie sich auf die Studie MehrWert. Könnte die geringere Bezahlung u.a. daran liegen, dass Frauen sich realistischer oder geringer einschätzten, fragte eine Teilnehmerin daraufhin. Gibt es Tarifverträge für dies Branche oder wäre diese zu sehr dereguliert:
Schmidt antwortete darauf, dass es zwar Tarifverträge gäbe, aber die Verlage sich nicht daran halten müssen.11 Dies führe jedoch zu Problemen gerade auch in Bezug auf Volontariate. Eine der Studierenden berichtete, dass es Volontariatsangebote gäbe von Verlagen, die bereit waren, für zwei Jahre um die 500-600 Euro im Monat zu zahlen, also einen Bruchteil dessen, was eine ausgebildete Kraft erhielte, dennoch müsse der Volontär hohen Anforderungen gerecht werden (Bewerbung, Doktortitel, Berufserfahrung etc.) Schmidt(?) antwortete, es gäbe innerhalb des Börsenvereins eine Gruppe, die eine Mindestbezahlung für Volontariate anstrebe.

Dankert führte die Diskussion auf die Prekarisierung zurück. Schmidt führte dazu aus, dass man darunter die geringere Bezahlung verstände, welche im Vergleich zu anderen Ländern gezahlt würde, sobald eine Beruf zum “Frauenberuf” würde. Eine allgemeine Forderung war herauszuhören, dass das Geschlecht eines/r ArbeitnehmerIn keinen Einfluss auf die Bezahlung haben darf.

Es stellte sich dann die Frage, wie die Entwicklung in der Buchbranche durch die fortschreitende digitale Technik weitergehe, ob dadurch dieser “Frauenberuf” wieder stärker für Männer interessant sei und Frau abgeschreckt würden, d.h. ob die Branche geschlechtermäßig “zu kippen” drohe. Dem wurde wiedersprochen. Frauen beschäftigten sich heute mehr mit diesen Themen. Beger berichtete, dass sich ursprünglich Männer sehr stark mit IT beschäftigten, aber dass zunehmend auch Frauen diesen Bereich für sich entdeckten. Schmidt merkte an, dass man bei der Weiterbildung der BücherFrauen auf Online-Seminare setze und diese zunehmend ausgebucht seien. Es sei eher eine Generationenfrage, was die Angst vor der Technisierung angehe.

Der Freundeskreis der Stabi, die BücherFrauen und auch Frau Beger begrüßten im Fazit diesen Austausch und wünschen sich zukünftig regelmäßig (mind. einmal im Jahr) einen solchen.

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  1. Ca. 900 Frauen haben sich in diesem Netzwerk zusammengeschlossen. []
  2. Zur Erfassung der Arbeitswirklichkeit gab es zum 20. Jubiläum 2010 eine entsprechende Studie unter dem Titel MehrWert. []
  3. Dies wird behandelt, als gäbe es eine einfache Lizenz dafür, d.h. dieses Pflicht”exemplar” ist nur in den Räumen der Bibliothek zugänglich. []
  4. Auf diesem Server werden experimentelle Angebote ausprobiert. So arbeitet man beispielsweise mit DeGruyter zusammen, der ein Lexikon herausgegeben hat. Nach einem halben Jahr, wenn beim Abverkauf der Printausgabe kein nennenswerter Gewinn mehr zu erwarten ist, wird dieses Lexikon mit dem Stand der Druckausgabe dann über den Server zugänglich gemacht. Gleichzeitig sind die Artikel mit einem Wiki verknüpft, in dem nun das Lexikon auch aktualisiert werden kann. Nach zwei Jahren wird dieses Angebot geschlossen, es wird eine zweite Printausgabe herausgegeben und nach einem halben Jahr beginnt das Spiel von Neumen. []
  5. Hier werden Erfahrungne auch für kleinere Verlage gesammelt, da diese sich oft nicht trauen zu experimentieren. []
  6. Es gibt entsprechende Trendberichte, z.B. den Horizon-Report. []
  7. Auch hier gibt es Änderungen bei den Anforderungen, z.B. mehr IT-Bezogenheit, Social-Media-ManagerIn usw. []
  8. An der Ossietzky-Universität ist gerade ein Forschungsinformationssystem ausgeschrieben, welches die unterschiedlichsten Plattformen, z.B. Repositorien, Hochschulbibliographie, E-Learning-Angebote miteinander verknüpfen sollen. []
  9. Hiermit soll das Wohlbefinden am Arbeitsplatz trotz Arbeitsverdichtung gesteigert werden. Maßnahmen dafür sind Teilzeitangebote, Telearbeit, wobei diese an der Stabi hauptsächlich für Männer interessant zu sein scheint, die daheim ein Kind betreuen wollen, Gleitzeit, Bewegungspausen, Ruheräume, Schultermassagen, Vorsorgeuntersuchungen, Gefährdungsbeurteilungen und die Jahresfeedbackgespräche. []
  10. Die Stabi hat am Wettbewerb “Bester Arbeitgeber” teilgenommen. Dabei erhielt sie gute Noten dafür, dass die MitarbeiterInnen die Ziele des Hauses kennen, sich damit identifizieren und die “KundInnen” in den Mittelpunkt ihrer Arbeit stellen. Problematisch jedoch wurde die interne Kommunikation bezeichnet. Um die Gesprächsbereitschaft und die Knackpunkte innerhalb eines Teams zu erkennen, setzt man auf folgendes Prinzip: Jeder muss sich selbst einschätzen und auch die KollegInnen des Teams schätzen einen ein (Fragebogen). Diese Einschätzungen werden miteinander verglichen und dann wird in einem moderierten Gespräch daran gearbeitet. So sollen Stärken gefördert werden oder notfalls durch die Schaffung von Trainings- und Weiterbildungsmöglichkeiten das Arbeitsklima und die Arbeitseffizienz verbessert werden. []
  11. Die beiden Verlagsvertreterinnen vom Rowohlt-Verlag wiesen kurz darauf hin, dass der Rowohlt-Verlag übertariflich bezahle. []

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