Bibliothekartag #bibtag14, Informationskompetenz, Informationspraxis und ein Verein

Ereigisreich umschreibt diesen Bibliothekartag nur ansatzweise. Er war ereignisreich, aber es folgt auch viel Arbeit daraus.

Am Morgen des 05.06. besuchte ich eine Session zu Informationskompetenz. Dabei ging es neben der weiteren Fassung des Begriffs Informationskompetenz, um Kooperationspotentiale, die über die Bibliothek hinaus innerhalb der Hochschule bestehen, auch um die Bibliothek als Third Place. (Mehr Infos im Etherpad)

Die ganze Zeit fieberte ich daraufhin, dass endlich aus der #newLIS-Diskussion etwas Handfestes und Greifbares wird. Mittags gab es zu diesem Zweck ein Zusammentreffen mit drei Kollegen der UB Heidelberg, um darüber nachzudenken, ob Informationspraxis in die Doppelhaushälfte neben Perspektive Bibliothek ziehen kann. Man ging auseinander und hatte das Gefühl, dass dies sehr wohl klappen und vor allem für alle funktionieren könnte. Die Einladung klingt sehr charmant:

Gründungstreffen von Informationspraxis- hochkonzentrierte Arbeitsatmosphäre im Bandonion in Bremen

Mit der Gründung von Informationspraxis am Abend des 05.06. ist nun ein Schritt in die richtige Richtung getan. Mich hat besonders die hochkonzentrierte Arbeitsatmosphäre an diesem Abend beeindruckt, bei dem unsere Tagesordnung in der vorgegebenen Zeit abgearbeitet wurde. Als sehr ambitioniertes Ziel setzte sich die Gruppe von 26 Beteiligten, erste Veröffentlichungen im Rahmen dieser Zeitschrift noch innerhalb dieses Jahres. Ab September sollen erste Beiträge eingereicht werden können.

Im Anschluss gab es ein leckeres Essen, das bewies, dass das Bandonion in Bremen auch in kulinarischer Sicht eine gute Wahl war. Und mit gefülltem Bauch war die Gründung des Schweizer Vereins Informationspraxis eine weitere angenehme Aufgabe, der wir an diesem Tag nachkamen. Der Verein besteht aus dem bisherigen Kernteam von Informationspraxis, Rudolf Mumenthaler (Vereinsvorsitzender), mir als Protokollführerin und den drei Vorstandsmitgliedern Lambert Heller, Gabriele Fahrenkrog und Christian Hauschke. Ziel des Vereins ist allein eine organisatorische Aufgabe. Der Verein wird als Herausgeber der Zeitschrift auftreten, jedoch inhaltlich keinen Einfluss auf die Gestaltung und Ausrichtung der Zeitschrift nehmen.

InformationspraxisJetzt gilt es die Zeitschrift mit Leben zu füllen und die an diesem Abend übernommenen Aufgaben erfolgreich auszufüllen. Informationspraxis ist ein Abenteuer, in das wir uns begeistert stürzen. Wir werden experimentieren, austesten, Fehler machen und Neues entdecken. Darauf freue ich mich schon. Von der Community für die Community. In diesem Sinne bleibt zu sagen, womit die Gründungsveranstaltung offiziell endete: WIR TUN´S!

P.S. Unterwegs gesehen für ein paar ruhige Minuten Zuhause. Leider hat mir das Kleingeld gefehlt, um mir das zu leisten:
Der perfekte Sessel für meine Leseecke :)

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[Crossposting von Informationspraxis] Aus #newLIS wird endlich mehr (@bibliothekarin)

InformationspraxisVor zwei Jahren schlug die Ankündigung der Zentral- und Landebibliothek Berlin, man gäbe den Bibliotheksdienst an de Gruyter, hohe Wellen in meiner Twitter-Timeline. Die Tatsache, dass man nicht den Weg von Open Access wählte, sorgte für Unmut und Unverständnis. Da die Zeitschrift auch nicht billiger wurde, häuften sich die Stimmen, die davon sprachen, den Bibliotheksdienst abzubestellen, aber auf der anderen Seite wurde deutlich, man braucht in der deutschsprachigen Bibliothekswelt eine Zeitschrift, deren Beiträge vielfältig, aber auch sofort zugänglich waren. Der Ruf nach Open Access wurde lauter und formierte sich unter dem Hashtag #newLIS. Die Diskussion schwappte nun unter diesem Schlagwort auch langsam nach Inetbib und in die Blogwelt.

Vollständiger Text auf Informationspraxis.de >>


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Open Access, eJournals, Informationspraxis

In diesem kleinen Video von 2010 erklärt Anali mit Begeisterung, was Open Access bedeutet:

  • einfacher, billiger Zugang zur Information
  • Möglichkeit größerer Sichbarkeit der laufenden Forschung
  • ein Mehr an Zugang zu Forschungsinformationen, die aus Steuergeldern bereits bezahlt wurde
  • für Forscher ein höherer Impact
  • Verbesserung der Kreativität durch einfacheres Nachnutzen, Weiterverwenden und Mixen

Und kein Argument hat seit dem an Wahrheit und Bedeutung verloren, nicht?

Für die bibliothekarische Wissenschaftskommunikation setzt sich der Open Access-Gedanke in der Umsetzung nur langsam durch im deutschsprachigen Bereich durch, aber es gibt bereits einige Beispiele von als OA-gegründeten Journals:

Bis auf das letzte Beispiel waren das alles studentische Gründungen, wobei mit LIBREAS gibt es eine Zeitschrift, die sich von diesem Image als studentische Zeitschrift inzwischen gelöst hat. 027.7 steht für „Hochschul- und Universitätsbibliotheken“ und ist das erste Journal, welches nicht auf einer studentischen Perspektive entstanden ist und Ergebnis der Diskussion um die Notwendigkeit einer Open-Access-Zeitschrift für den Library-Information-Science-Bereich in Deutschland ist (Stichwort: #newLIS).

Informationspraxis Aus dieser Diskussion um #newLIS entsteht derzeit ein weiteres Journal unter dem Titel „Informationspraxis„, welches am 04.06.2014 offiziell gegründet werden soll. Wir suchen Autoren, Herausgeber, Redakteure, Reviewer und natürlich auch Autorinnen, Herausgeberinnen, Redakteurinnen, Reviewerinnen und Menschen mit technischem Verstand, um nicht nur hochwertige Informationen aus der Community für die Community zugänglich zu machen, sondern auch um die Möglichkeiten einer elektronischen Open-Access-Zeitschrift zu testen (siehe:Über uns).

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Vorstellung der Bibliothek von Eoto e.V. in Berlin

Each One Teach One (EOTO) e.V. ist ein Schwarzes Bildungsprojekt, das Literatur und andere Medien von Menschen afrikanischer Herkunft vorstellt und Wissen im intergenerationalen Dialog vermittelt. Der Verein eröffnet am 21. März 2014 seine Büroräume, in denen die Vera-Heyer-Präsenzbibliothek der Öffentlichkeit zugänglich gemacht sowie Workshops und Bildungsveranstaltungen angeboten werden. Die Bibliothek von EOTO e.V. umfasst Publikationen von AutorInnen des afrikanischen Kontinents und der Diaspora und dokumentiert so Schwarze Geschichte und Gegenwart in und außerhalb Deutschlands. Afrikakzent-tv

Zweimal bereits wurde hier im Blog über Eoto e.V. berichtet. Nun drehten Afrikakzent-TV ein Video über die Eröffnung der Bibliothek am 21.03. in Berlin-Wedding. Am 25. November 2012 wurde auf bibliothekarisch.de ausführlich über den Sinn & Zweck einer solchen Einrichtung nachgedacht. Im folgenden Video kommen die Initiatoren zu Wort und erläutern, was bereits jetzt an Aktivitäten in der Bibliothek stattfinden.


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[Kurz] #newLIS 2014 reloaded

Derzeit gibt es auf Twitter zum Thema #newLIS eine erneut aufflammende Diskussion. Erstmals 2012 schwappte diese in den Social Media-Kanälen hoch. Unter dem Hashtag #newLIS wird weiterhin über ein Open Access Journal nachgedacht. Dabei werden immer Fragen wie diese besprochen: Wer wird als Zielgruppe angestrebt? Was soll inhaltlich geschehen? Soll dieses Journal massentauglich praxisnah berichten, auch auf die Gefahr hinaus, dass dann Beiträge zu Auslandsaufenthalten und Lobeshymnen auf eigentlich gescheiterte DFG-Projekte erscheinen werden. Oder sollen es Aufsätze sein, tief recherchiert und belegt mit einen hohen wissenschaftlichen Niveau? Kann man auch vielleicht jede Stufe akzeptieren und die besten durch verschiedene Review-Stufen adeln?

Ich habe mehrfach über diese Diskussion hier im Blog berichtet und habe mit Storify versucht, die aktuelle Diskussion etwas nachvollziehbarer zu machen.

Was glauben Sie / glaubt ihr: Gibt es wirklich einen Bedarf für ein neues Journal im Bereich des Bibliotheks-, Archiv- und Informationswesens oder ist das einfach nur vertane Zeit?
 
 

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Online-Abstimmung für die Each One Teach One (EOTO) e.V. Bibliothek

Im November 2012 wurde hier im Blog bereits ausführlich über den Verein Each One Teach One (EOTO) e.V. berichtet. Zurzeit gibt es einen neuen Aufruf zur Online-Abstimmung, die bis zum 10. November möglich ist.

Je mehr Menschen für die Förderung des EOTO-Archivs abstimmen, desto größer ist die Chance, dass die Förderung an diesen Verein geht. Der Förderbedarf liegt bei 1.000 € und es werden damit Regale, Stühle, Tische, Lampen und weitere Einrichtungsgegenstände für die neue Bibliothek finanziert, die in Berlin-Wedding ihren Sitz haben wird.

Vermutlich gibt es (ehemalige) Bibliotheken bzw. Bibliothekare in Berlin-Brandenburg, die etwas in dieser Form spenden würden.

Each One Teach One (EOTO) e.V., das Schwarze Medienprojekt, hat sich bei der Online-Abstimmungs-Aktion von Quartiermeister e.V. um eine Spende  zur Einrichtung der Bibliothek beworben.

Im Frühjahr 2014 werden mit der Unterstützung des Projekts Lern- und Erinnerungsort Afrikanisches Viertel Räumlichkeiten im Wedding bezogen und die Bibliothek öffentlich zugänglich gemacht.

Sie können bei der Einrichtung der Medienbibliothek konkret und nur mit 10 Sekunden Zeitaufwand helfen:

Mit Eurer/Ihrer Stimme für EOTO e.V. auf dieser Seite http://www.quartiermeister.org/online-abstimmung/
können Sie die Aktion bis zum 10. November unterstützen. Wenn EOTO e.V. zu den drei Top Projekten gehört, erhält unser Verein 1000 € zur Finanzierung der Ausstattung (Regale, Stühle, Tische, etc.) der Bibliothek.

EOTO e.V. freut sich, wenn Sie:

–  dem Projekt eine Online-Stimme abgeben
– diesen Aufruf in Netzwerken verbreiteen und
– ein „like“ auf facebook schenkt: http://fb.com/EOTO.eV.

Vielen Dank für Euere/Ihre Stimme!

EOTO e.V.


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[Zitat] Kommentiert – 2006

Die Stadt Chicago gilt als Vorbildkommune der USA in Bezug auf deren öffentliche Bibliothekspolitik, -nutzung und -entwicklung. Dieser Erfolg geht auch auf Mary Dempsey zurück:

„I’ve purchased and knocked down more liquor stores, more no-tell motels, more really crummy and dilapidated, burned-out buildings in neighborhood after neighborhood and replaced them with libraries than I’d ever thought I’d do in my life.“ Mary Dempsey


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Aufruf zur Online-Abstimmung zur Förderung der Each One Teach One Bibliothek in Berlin bis 2.12.

„Verlauf und Ergebnisse dieser Auseinandersetzung führten dazu, dass sich der Begriff „Schwarze Deutsche“ bis in die Gegenwart hinein für einen großen Teil der Öffentlichkeit als Oxymoron darstellt. Obwohl seit dem 15. Jahrhundert eine schwarze Minderheit in Deutschland lebt, groß genug zu einem „Studienobjekt“ der ersten deutschen Rasseforscher zu werden, ist sie nie zu einen akzeptierten oder auch nur wahrgenommenen Teil der Bevölkerung geworden.“ Fatima El-Tayeb in ihrem Buch „Schwarze Deutsche: Der Diskurs um Rasse und Nationale Identität (1890-1933)“ aus dem Jahr 2001

Bis 2. Dezember besteht noch die Möglichkeit per Online-Abstimmung für eines von vier sozialen Projekten abzustimmen. Finanziert werden  diese über soziale Initiativen und Projekte in Stadtvierteln/Kiezen über den Verkauf der „sozialen“ Biermarke Quartiermeister, die es mittlerweile auch in München und Frankfurt gibt. Quartiermeister als Marke, die sich sozialen Aufgaben widmet, wurde auch schon von der Robert-Bosch-Stiftung für ihr zukunftsweisendes Engagement ausgezeichnet. Weitere Projekte, die zur Abstimmung stehen sind das Rroma Aether Klub Theater (eine neue Eingangstür wird benötigt), das Protestcamp am Kottbuser Tor und das JugendtheaterBüro der Initiative Grenzen-Los e.V..

Dem 2012 in Berlin gegründeten Verein Each One Teach One (EOTO) e. V. geht es darum deutschsprachige Literatur und andere Medien von Menschen afrikanischer Herkunft für (Weiter-) Bildungszwecke bereitzustellen. Für diese finanzielle Förderung kann auch über die Webseite von Quartiermeister abgestimmt werden. Bereits seit längerem gab es Überlegungen eine seit den 1990er Jahren existierende Archivsammlung Schwarzer Literatur einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Initiative stammt von Vera Heyer, die sich schon in den 1970er Jahren auf literarische Spurensuche in Antiquariaten und Buchhandlungen begab, um vor allem Bücher von Schwarzen Menschen aus Deutschland und anderen Länderen aufzuspüren. Das Archiv und der Blog beabsichtigen „neue Stimmen aus der Welt der Schwarzen Medien vorstellen und Lust und Freude an Themen rund um Literatur wecken und am Leben erhalten“, wie es auf der Webseite heißt. Die Zielsetzung der Bibliothek wird auf der Webseite folgendermaßen beschrieben:

„Die Each One Teach One Bibliothek will bekannte und neue Stimmen der Schwarzen Diaspora und des afrikanischen Kontinents vorzustellen und den Einsatz der Materialien (durch den Fokus auf deutschsprachige Literatur und deutschsprachige Übersetzungen) im schulischen Kontext zu fördern. Klassenzimmer in Deutschland sind einer der offensichtlichsten Indikatoren dafür, dass die Gesellschaft vielfältiger und heterogener wird. Hinsichtlich dieser zunehmenden Diversity, müssen Lehr- und Lernmaterialien in einer Weise aufbereitet werden, die es Kindern und Jugendlichen ermöglicht, sich darin widergespiegelt zu sehen.“

Dies soll damit erreicht werden, dass SchülerInnen AutorInnen, bekannte Menschen afrikanischer Herkunft kennen lernen, die entweder WissenschaftlerInnen, ErfinderInnen, politische Persönlichkeiten oder KünstlerInnen sind, welche durch Ihr gesellschaftliches Engagement positive Beiträge leisteten. Es soll das oftmals klischeehafte Bild, das an vielen deutschen Schulen vorherrscht, in ein anderes und differentierteres Licht rücken. Der Verein möchte mit seiner Arbeit erreichen, dass Schwarze Menschen nicht andauernd in einer aus dem Schulunterricht bekannten „Opferrolle“ dargestellt werden. Weiterhin wird auf der Webseite des Vereins deutlich gemacht, dass an Schulen kein Wandel stattfindet, wenn es darum geht SchülerInnen Wissen und Literatur bezüglich der heute existierenden Schwarzen Bevölkerung in Deutschland zu vermitteln. Dass es Schwarze Menschen in diesem Land seit Jahrhunderten gibt, wird kaum im Schulunterricht behandelt.

Hierzu bietet EOTO e.V. ziel- und themengerecht ergänzende Literatur und pädagogische Materialien an mit dem Ziel zum kritischeren Nachdenken zu Themen aus Vergangenheit und der Jetztzeit anzuregen, was dadurch ganzheitlicher verwirklichbar ist.

Seit Juli 2012 ist EOTO e.V gemeinnützig. Derzeit wird der Einzug in einem Raum im Haus der Demokratie und Menschenrechte durchgeführt. Demnächst sollen ca. 1.500 vorhandene Bücher gesichtet und katalogisiert werden. Ab 2013 soll eine finanzielle Grundlage den Umzug in eigene Räume möglich machen, wo dann eine öffentlich zugängliche Bibliothek  errichtet werden soll.

Eine sukzessive Erweiterung des Buchbestands wird weiter angestrebt. Ein Black History Month, wie er an vielen öffentlichen Bibliotheken in den USA und Großbritannien gefeiert wird, sollt auch dort Teil eines breiten Veranstaltungsspektrums sein, um auch Jugendliche für dieses Thema zu interessieren und zu sensibilisieren. In Form von  Workshops zu Schwarzer Literatur können Jugendliche die Geschichte und Gegenwart der afrikanischen Diaspora kennen lernen und erfahren. Es soll in Ihnen Lust und Neugier wecken zu schreiben und die für sie geeigneten Ausdtucksformen zu ergründen wie z.B. SpokenWord, Film/künstlerische Darstellung/Performance/, Bildsprache/Photographie oder Musik in Form von HipHop.

Die Vereinsmitglieder sind innerhalb der Berliner und Deutschland weiten aktiven Schwarzen Community vernetzt und werden dieses Netzwerk nutzen, um den Verein und seine Aktivitäten bekannt zu machen und unsere Aktivitäten vor allem der jüngeren Generation vorzustellen.

Neben der jungen Generation, die für diese Thematik angesprochen werden soll, ist es aber auch geplant ältere Menschen miteinzubeziehen, um einen intergenerationalen und interkultureller Austausch möglich zu machen. Das Voneinander lernen sollte hierbei im Vordergrund stehen.

Mit der Förderung durch Quartiermeister, aber auch durch Spenden sollen bald folgende Vorhaben finanziert werden:

„Erweiterung des existierenden Buchbestandes um neue (v.a. nach 1995 erschienene) deutschsprachige Schwarze Literatur verschiedener Genres (Roman, Lyrik, Kurzgeschichten, Kinder- und Jugendliteratur). Die Finanzierung des Büroraummiete (2 Monate), der vom Verein Büro zur Umsetzung von Gleichbehandlung (BUG) e.V. im Haus der Demokratie und Menschenrechte zu Verfügung gestellt wird. Der Verein hat eine private Spende erhalten, durch die 4 Monate der Miete (von Dezember 2012-März 2013 jeweils 200 Euro monatlich) finanziert werden können. Für die Katalogisierung und Erfassung der Bücher sowie die organisatorische Vorbereitung der Bibliothekseinrichtung benötigt der Verein nach eigener Einschätzung der vorhandenen Ressourcen 6 Monate. Durch eine Ergänzungsfinanzierung der Miete (April und Mai 2013, jeweils 200 Euro) könnte der Verein den erforderlichen (Zeit)Raum finanzieren, um die Vorbereitungsarbeit für die Bibliothek bis Juni 2013 abzuschließen.“

Eigentlich wäre diese Thematik ebenso für öffentliche Stadtteilbibliotheken geeignet, um die immer noch vorhandenen Schwierigkeiten der sogennanten „weißen Mehrheitsgesellschaft“ (nach Hornscheidt/Agwu) (selbstbenannte) nichtweiße Identitäten anzuerkennen, auf die Agenda zu bringen. Leider gibt es hierzulande bislang (kaum)Stadtbibliotheken, welche beispielsweise einen Black History Month mit in ihr Veranstaltungsprogramm bisher aufnahmen. Diese Form von Bibliotheken, welche noch am Rande des deutschen Bibliothekswesens stehen, weil 1.) noch neu, 2.) noch unbekannt oder 3.) noch nicht Mitglied z.B. bei BiB (oder anderen Verbänden) müsste in Zukunft auf Bibliothekartagen und Ähnlichem mehr Aufmerksamkeit und Wertschätzung zuteil werden. Was könn(t)en ganz „normale“ Stadtteilbibliotheken beispielsweise von  Each One Teach One e.V. und dessen Bibliothek lernen?

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Zur aktuellen #newLIS-Diskussion

Die Diskussion um #newLIS erscheint mit dem InfoCamp in Chur (Etherpad zur Diskussion dort vor Ort) neue Fahrt aufzunehmen. Die meisten Punkte in diesem Beitrag sind nur kurz angedacht und bedürfen daher noch einer weitergehenden Diskussion.

Es muss zu diesem Zeitpunkt eine Trennung der Diskussion um Plattform und Journal geben. Erst sollten wir wissen, was wir von einem neuen Journal inhaltlich erwarten, bevor wir die machbare, technische Umsetzung prüfen.

Gewünscht wird ein Journal mit einer sehr praxisorientierten Ausrichtung. Diese kann dann gegebenenfalls durch wissenschaftliche Beiträge, Qualifikationsarbeiten und ausgewählte Folien ergänzt werden. Die Themenbreite sollte dabei nicht über Gebühr eingeschränkt werden, um für alle im LIS-Bereich (Bibliothekare, Archivare, Museologen, Informations- und Bibliothekswissenschaftlern, Informationsmanagern etc.) ein Anlaufspunkt für ihre Publikation zu sein.

Der Einstieg soll sehr niedrigschwellig sein, d.h. jeder darf seine Beiträge einreichen. Diese können recht kurz (z.B. eine DIN-A4-Seite) sein oder auch recht lang.

Ideal fände ich beipsielsweise auch Beitragsreihen, in denen jemand oder mehrere vom Einstieg in ein Thema bis hin zu den Problemen, Lösungsansätzen etc. bei der Umsetzung berichten würden, so eine Art Schritt-für-Schritt-Berichterstattung. Um es zu verdeutlichen: Ein Autor könnte den QR-Code zuerst beschrieben, in einem nächsten Beitrag würde er oder jemand anderes dann die Einsatzmöglichkeiten beleuchten und in einem weiteren die Probleme bei der Auswahl des richtigen Generators usw. als ein Thema aufgreifen. Nehmen Sie die Kollegen mit, wenn Sie ein Thema bearbeiten. In einem weiteren Beitrag kann es dann Hinweise auf die Codierung, Apps etc. geben.

Dieses Beispiel soll zeigen, dass die Komplexität der einzelnen Beiträge so aufgeteilt werden sollte, dass Einsteiger in ein Thema genauso zum Zuge kommen wie Fortgeschrittene und Experten. Heeres Ziel der Zeitschrift könnte es also sein, auf diese Weise mehr Innovation in Bibliotheken zu bringen.

Unstrittig bei der Diskussion ist auf jeden Fall, dass es ein deutschsprachiges Journal sein sollte. Dies ergibt sich aus der Zielgruppe, die derzeit als die erstrebenswerte Leserschaft herauskristallisiert – die Praktikerinnen und Praktiker der deutschsprachigen LIS-Welt.

Wer sich als Autor mehr Renomee wünscht, könnte dann in diesem Fall entsprechende andere Publikationen nutzen, z.B. entsprechend englischsprachige oder sollte es sich ergeben die „English Corner“ des Journals oder das „High Level“-Journal, welches Prof. Kuhlen plant. Denkbar wäre hier eine Kooperation oder je nach Vorstellung der Plattform (z.B. bei der Umsetzung der Idee eines LIS ONE) einen entsprechend anderen Kanal.

Bei den Konzepten für ein neues Journal gibt es verschiedene Vorstellungen. Eine Idee, die immer wieder hochschwappte, war die Einrichtung eines Overlay-Journals.

„An overlay journal or overlay ejournal is a term for a specific type of open access academic journal, almost always an online electronic journal (ejournal). Such a journal does not produce its own content, but carefully selects from texts that are already freely available online.“ ( Quelle: Overlay Journal, Wikipedia, 08.09.2012)

Der Vorteil eines Overlay-Journals hier wäre sicherlich, dass man keine eigenen Beiträge einwerben müsste und auf bestehende OA-Artikel aus Blogs, Abschlussarbeiten etc. zurückgreifen könnte. Diese könnten ggf. nochmal durch einen einfachen Peer-Review-Prozess geschleust werden, um so eine gewissen Qualitätsanspruch zu halten. Allerdings kann es hier zu zeitlichen Verzögerungen kommen. Andererseits hielte sich der Aufwand vermutlich in überschaubaren Grenzen. Auch in der Diskussion mit Prof. Umstätter klang immer wieder der Bedarf eines Review-Journals durch, in dem Empfehlungen für bestimmte Artikel etc. gegeben werden sollten. Ein solches Journal könnte auch Printartikel beinhalten.

Sollte man sich für ein Journal mit verschiedenen Qualitäts-Rubriken entscheiden, so ließen sich diese Vorstellungen sicherlich gut miteinander verknüpfen. Vorteil eines Journals, das sich am Konzept von PLoS ONE orientieren würde – Stichwort LIS ONE – wäre, dass alle Rubriken oder einzelnen Journals von einer Infrastruktur und einer „Marke“ profitieren könnten und gerade auch „Randthemen“ oder eher als „abwegig“ zu bezeichenende Themen und Diskussionen ein Platz finden könnten.

Immer wieder klang in den Diskussionen auch das Ziel durch, dass das neu zu schaffende Journal ein Bindeglied zwischen Printlesern und E-Journal-Lesern wird. Hier müssen entsprechende Verknüpfungen geschaffen werden. Dafür wäre das Festhalten der feststehenden Struktur eines Journals (Heft, Band, Seitenzählung, Inhaltsverzeichnis etc.) sinnvoll. Am Anfang wären Printausgaben denkbar, um die Printleserschaft anzufüttern. Auch das Informieren und Anlocken über einen Newsletter könnte eine denkbare Lösung sein. Je nachdem, mit welchem Anspruch man an die Lösung der P-vs-E-Problematik geht, muss natürlich dafür eine entsprechende Organisations- und Finanzierungsstruktur geschaffen werden.

Unabhängig davon ist eine Frage, wo diese Zeitschrift letztendlich organisatorisch angebunden werden soll. Unstrittig erscheint, dass eine Zusammenarbeit mit den verschiedensten Hochschulen im LIS-Bereich angestrebt werden und dass dies länderübergreifend für den gesamten D-A-CH-Raum inkl. Lichtenstein geschehen sollte. Ist es sinnvoll, die Zeitschrift dann an eine Hochschule oder große Universalbibliothek zu binden oder sollte aus allen Einrichtungen + einige Experten ein Verein als Träger geschaffen werden? LIBREAS beispielsweise wird durch den LIBREAS e.V. unterstützt, BRaIn hingegen ist bei der Potsdamer Fachhochschule, Fachbereich Informationswissenschaften angesiedelt.

Dies sind erstmal meine Gedanken zu dem derzeitigen Stand der Dinge in der #newLIS-Diskussion. Ungeklärt sind weiterhin die Punkte: Wer macht es? Wer ist die eigentliche Zielgruppe? Besteht überhaupt ein Bedarf oder sollte nochmal das Gespräch mit bestehenden Print-Journalen der LIS-Branche gesucht werden, um einen Bedarf an einem raschen OA-Zugang noch einmal zu verdeutlichen und mit den Verantwortlichen über Strategien in diesem Bereich zu diskutieren? Woher bekommen wir das passende KnowHow für den Start bzw. den Betrieb eines Journals?
Eine Liste mit weiteren offenen Fragen findet sich im #newLIS-Wiki.

Was muss folgen? Es muss ein Zusammenschluss derer geschehen, die aktiv an der Entstehung eines OA-Journals mitarbeiten wollen. Diese müssen die grundlegenden Entscheidungen treffen und ein Grundlagen-Konzept erstellen. Sicherlich wäre es sinnvoll, dem Ganzen eine empirisch erfasste Grundlage (der Bedarf ist bereits in der Diskussion) zu geben:

Zeitdruck gibt es nicht, allerdings darf es nicht dazu kommen, dass man zu viel Zeit verstreichen und damit die Diskussion und das Engagement verteilt lebender Interessierender einschlafen lässt. Eine gewisse Aufmerksamkeitsökonomie ist notwendig, wenn auch sicherlich das Engagement nicht durch Ruhephasen komplett einschlafen wird, zumal es ettlichen Beteiligten stark unter den Fingernängeln brennt 😉 . Auch sollte diese Ermittlung der Bedarfsgrundlage etc. nicht zu hoch angehängt werden, um nach der Auswertung eine „Niederschwelligkeit“ für alle Beteiligten zu erhalten. Hier kann sich jedoch eine Zusammenarbeit mit den Hochschulen auch bei der Schaffung eines Rahmens als sehr hilfreich erweisen.


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LIBREAS, #newLIS und eine OA-Diskussion

Hallo Ben, hallo Karsten,
hallo liebes LIBREAS-Team,

dies ist meine persönliche Replik auf euren Beitrag und die dazugehörige Diskussion. Vorab: Ben, ich wäre gerne zum BBK gekommen und habe dafür auch entsprechend Werbung gemacht, aber einfach mal über 70 Euro in die Hand zu nehmen, um für 2 Stunden von Hamburg nach Berlin zu fahren, ist uneingeplant einfach nicht drin. Vielleicht sollte man bei solchen Diskussionen zukünftig über die Möglichkeit einer Anbindung per Videokonferenz oder ähnliches nachdenken.

Für mich gestaltet sich die Debatte momentan etwas unübersichtlich und geht in verschiedene Richtungen, wie auch dieser Beitrag deutlich widerspiegeln wird. Ich versuche zur Zeit die verschiedenen Enden im Blick zu behalten und zumindest zu dokumentieren, um eine Transparenz herzustellen, damit alle in diese Diskussion einsteigen können, sofern sie das wollen (per Mail, Mailingliste, Blogbeiträgen, im Etherpad, im Wiki, mündlich (später dokumentiert). Dass ihr von LIBREASEigentlich gefällt mir dieser Ausdruck gar nicht, da ich euch persönlich kenne und weiß, dass jeder einzelne eine eigene Meinung zu diesem Thema hat und sie auch entsprechend vertritt. Dennoch werde ich an dieser Stelle so verallgemeinernd bleiben, um die Punkte etwas generalisiert darstellen zu können. euch an dieser Diskussion beteiligt, ist ein wichtiger Impuls in dieser Diskussion.

Ich bin völlig offen, wie wir und ob wir ein neues oder altes Journal letztendlich aufziehen. Die Idee eines MegaJournals (vielleicht nicht von der Masse der Beiträge her, aber von der Art der Umsetzung) finde ich dabei genauso interessant wie eine engere Verknüpfung mit LIBREAS. Es gibt für alles ein Für und Wider. Continue reading

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