“Charlie goes to the Inforum”

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Digitale Straßenbibliotheken Teil II: Die Vodafone Bibliothek an der Metrostation Piaţa Victoriei in Bukarest

“Vodafone Romania are using QR Codes in Victoriei station, Bucharest. The ‘digital library’ allows passengers to scan a QR Code on the book’s spine and download a pdf, ePub or audio version to use on the train.” QR Code ® Artist

Ende August 2011 wurde hier im Blog das Leseförderungsprojekt “Lecturi Urbane” vorgestellt, das sich inzwischen in vielen Städten Rumäniens verbreitete. Dabei handelt(e) es sich um eine Art Bücherverteilaktion, um U-Bahnfahrgäste zum Lesen zu animieren.

Die neueste Aktion wird von Vodafone Romania, den Firmen Metrorex, McCann Ericsson România und dem Verlag Humanitas finanziert und dauert noch bis Ende Oktober an. Auf einer rumänischen Webseite wird die Bibliothek als «Biblioteca digitală Vodafone« bezeichnet. Passanten und U-Bahnfahrgäste, welche die U-Bahnstation “Piaţa Victoriei” betreten, können sich unabhängig vom Mobilfunkanbieter, kostenfreie Inhalte auf ihre Handys oder Tablet-PCs herunterladen.Dabei ist aber zu beachten, dass es nur ein Buch gibt, das überhaupt vollständig im Volltext zum Download freigegeben ist: “Sub pecetea tainei” (“Unter dem Siegel des Geimnisses”) von Mateiu I. Caragiale. Des Weiteren ist es mögliche Teile aus Werken von Neagu Djuvara, Lucian Boia, Mircea Cartarescu, Mircea Eliade, Constantin Noica Liiceanu Andrei Plesu, Radu Paraschivescu und ausländische Autoren wie Amos Oz, Nikos Kazantzakis, Franz Kafka, Paulo Coelho, CS Lewis, Milan Kundera, Gottfried August Bürger und Leo Tolstoi zu lesen. Insgesamt sind 49 E-books und zum Download mithilfe von QR-Codes freigegeben. In den Formaten PDF und EPUB können diese gelesen werden. Die Nutzer werden dann auf folgende Webseite geleitet: http://www.bibliotecapemobil.ro

Wenn Besucher der Digitalen Vodafone Bibliothek an anderen Titeln, welche sich auf der soeben genannten Webseite befinden, interessiert sind, dann werden sie auf den Webauftritt des Verlags Humanitas weitergeleitet. Es besteht dann die Möglichkeit diese Titel kostenpflichtig zu erwerben. Die zeitlich begrenzte und seit Mitte August 2012 laufende Aktion ist Teil der Vodafone-Kampagne “Vodafone brings the optimistic together. Together we are stronger”. (Vodafone aduce impreuna oamenii care cred in mai bine. Impreuna suntem mai puternici).

In einem anderen Teil der Metrostation gibt es einen “digitalen Floristen”. Durch das Einscannen eines virtuellen Blumenstraußes können U-Bahnfahrgäste diese an Bekannte, Freunde und Verwandte in der ganzen Welt versenden.

Auf dem Blog “The Digital Reader” wird auch auf das Projekt Ingeborg in Klagenfurt verwiesen, das mit der Digitalen Vodafone Bibliothek in Bukarest bislang einzigartig ist. Ähnlich wie die Firma Vodafone Teile der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar sponserte (ca. 5 Millionen €) ist diese digitale, aber zeitlich begrenzte Bibliothek, ein weiteres Beispiel für eine Kulturförderungsinitiative, die Lust auf E-Books machen soll.

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Andrea Tavchar (TEDxHumberCollege): “Teaching the professional digital native”

Andrea Tavchar lehrt als Dozentin am Humber College in Toronto (Kanada) und beschreibt sich selbst als eine lebenslange Lernerin. “Digital natives” wissen, wie Facebook zu benutzen ist, um mit ihren Freunden zu quatschen und wie Partyeinladungen erstellt werden können, aber sie haben nur wenig Ahnung, wie Twitter verwendet werden kann, um sich mit Kunden zu vernetzen. Bei TEDxHumberCollege unterscheidet Andrea Tavchar zwischen Technologien zum persönlichen und sozialen Gebrauch und Lerntechnologien, bei denen die Definiton, was “digital literacy” meint, auf den Arbeitsplatz angewandt werden muss. Laut Tavchar stellt es eine Herausforderung dar “Sociale Media” Kompetenzen Schülern und Studenten beizubringen, welche viele Freunde auf Facebook haben und mehr Apps auf ihren iPhones haben.Das kollaborative Lernen über Soziale Medien zeigt, worum es bei dieser Art von Erwachsenenbildung geht. Andrea Tavchar bringt 15 Jahre Erfahrung in der Geschäftskommunikation in einer größeren Anzahl von Fernsehsender mit. Tavchar verfügt zudem über einen Mastertitel in Erwachsenenbildung und erhielt 2010 einen Fakultätspreis.

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Hintergründe zum aktuellen “Call for Postings Berufsbild Bibliothekar/ Your Job Image”

“Vielmehr ist ein Erfolg unseres gesellschaftlichen Engagements davon abhängig, wie viele Leute es vorantreiben würden. Wenn wir unsere Inhalte (offizielle Stellungnahme, Diskussionen, Beiträge mit anderen Meinungen u.v.m.) twittern, in Facebook für alle unsere Freunde posten, in unseren Blogs erwähnen und verlinken etc., gewinnen wir an Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit. Wenn wir das zeitnah, inhaltlich relevant und mit genügend Teilnahme machen, sind wir nicht mehr von der öffentlichen Diskussion auszuschließen. So erreicht man einen großen und bedeutsamen Effekt bei minimaler Teilnahme – jede/r soll einfach „Share“ oder „Like“ klicken. Nicht nur virtuell. Letztendlich sind wir „Fleisch und Blut“ und leben in einer physischen Welt. […] Die Zeiten eines isolierten Bücherwurms, der sich von der Außenwelt in seiner Bibliothek abschottet, sind vorbei. Heute sind wir vernetzt, wir können miteinander kommunizieren, diskutieren, und vor allem – handeln. Wir sind mit der Welt besser verbunden und können Einfluss auf Entwicklungen nehmen, bevor sie uns in der Bibliothek erreichen, und somit der Gesamtgesellschaft Gutes tun und nicht nur unseren Benutzer/-innen oder unserem Gewissen. Unterm Strich: Wenn wir uns für die Gesellschaft einsetzten, setzten wir uns für Bibliotheken ein. Wenn wir im öffentlichen Bewusstsein als wahre Kämpfer für die Rechte aller Menschen wahrgenommen würden, gäbe es kein besseres Marketing.” Shaked Spier

Zum aktuellen “CfP: Projekt Berufsbild/ Your Job Image” sollte auf das Plädoyer von Shaked Spier verwiesen werden, welche es in die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift Bibliotheksdienst [46. Jg. (2012), H. 3/4, S. 171-181] schaffte und eine gewisse Reflexionskompetenz und Präsenz (z.B. Internet und Web 2.0) von BibliothekarInnen oder/und Information Professionals” (über die normale berufliche Arbeit hinaus) auch im Hinblick auf die Erhöhung des (sozialen) Engagements im virtuellen, als auch  im reellen Raum forderte.

Als ich am 31. Januar im britischen Guardian den Artikel Beyond books. what it takes to be a 21st librarian las, kam ich nach einer Diskussion mit Dörte auf die Idee einen Aufruf zu starten, in dem ich nach Bibliothekar_Innen fahndete, die bereit wären an einem imagefördernden Zeitungsartikel mitzuschreiben.

Allein der Aufruf war schon die Mühe wert, da es für mich, aber auch für andere, durchaus eine Erfahrung und auch ein Lerneffekt waren, zu sehen, dass das Agenda Setting  in überregionalen Tageszeitungen von brandaktuellen News, Medienhypes (Guttenberg, Wulff und Piraten) und den Lieblingsthemen (Stichwort Boulevardisierung statt Inhalte und Aufklärung) der Meinungsmacher bestimmt ist und Artikel blitzschnell an Relevanz verlieren oder hinzugewinnen. Wäre der Piratenparteitag in einer großen Bibliothek abgehalten worden, wäre Bundespräsident Joachim Gauck mit einer Bibliothekarin (statt Journalistin) liiert oder wären Magdalena Neuner oder Lindsay Vonn neben ihrer Karriere als Sportlerinnen noch Bibliothekarinnen, würden sich durchaus mehr Chancen ergeben diesem Berufsfeld in überregionalen Tageszeitungen und vielen anderen Medien mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Würden einige der Darsteller bei GZSZ, der Lindenstraße oder “Türkisch für Anfänger” BibliothekarInnen verkörpern, wäre Bibliothekar/Bibliothekarin ein Beruf wie jeder andere (wie z.B. D.J. oder Taxifahrer) und jeder Artikel darüber hätte leichter lanciert werden können.

Mehrere Journalisten derselben Wochenzeitung vertrösteten mich letztes Jahr, da zu der Zeit Fukushima oder anderes mehr LeserInnen interessiere und dieses Thema gerade sehr brisant war. Welche Rubrik eignet sich über ein Berufsfeld zu schreiben/ zu polemisieren, das die wenigsten Menschen wirklich kennen und die wenigsten Menschen zu (angeblich) zu interessieren scheint? Nach dem Idealismus folgte die Ernüchterung. Die Journalisten schienen auch nach mehrmaligen Überzeugungsversuchen bis zum Schluss immer noch nicht so wirklich interessiert gewesen zu sein. Für die meisten schien es in ihre Zeitung nicht hineinzupassen.

Durch die Verbreitung dieses Aufrufs meldeten sich durchaus einige Interessenten und potentielle Co-AutorInnen. Bis auf einen Kontakt zu einer überregionalen Zeitung, den ich hatte, waren andere Zeitungen nicht bereit Berufsangehörige über ihren eigenen Berufsstand einen Artikel verfassen zu lassen. Nicht jeder Journalist oder Wissenschaftler (z.B. Gunther Dueck) ist mit einer Bibliothekarin verheiratet und macht sich die Mühe sorgfältig über einen vielfältiges Berufsfeld zu recherechieren.

Lee Rainie vom Pew Internet Research Center betonte ja letztes Jahr die Chancen und die Synergieeffekte für beide Berufe, die sich daraus ergeben, wenn beide mehr miteinander arbeiten und die Gemeinsamkeiten der beiden Berufswelten zusammen zu verbinden. Inwieweit wurde das, was er vorschlug in den einschlägigen Bibliotheksverbänden und in der Berufsbildung bislang rezipiert? Letztlich können einen solchen Artikel maximal 1-3 Personen verfassen. Die Schwierigkeit und das hehre Ziel war eine überregionale Zeitung zu finden. Auf lokaler Ebene pflegen Bibliothekar_Innen bereits gut Kontakte zu Journalist_Innen, welche ihnen wohlgesonnen sind und durchaus gute PR für öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken machen. Nach einem gebrochenen Versprechen, das ein Journalist auf einen Bibliotheksleiter zugeht, der sich auf meinen Aufruf meldete und eine Polemik verfassen hätte sollen, brach ich dann den Kontakt mit der Zeitung ab, da es sich der Journalist dann doch plötzlich nach einer anfänglichen Zusage anders überlegte.

Den Höhepunkt bildete schließlich ein Beitrag von DRadio Wissen Anfang Dezember 2011, der in differenzierter Weise in der Kategorie “Mein Studium” das Fach Bibliotheks- und Informationswissenschaft  dezidiert vorstellte, wobei auch Doreen, unsere Bloggerkollegin, interviewt wurde. Neben Claudia Lux kamen auch Patrick Danowski und Oliver Pohl zu Wort.

Ein weiteres Highlight kam von unserer Bloggerkollegin Stefanie Hotze: Als einzige Bibliothekarin aus dem deutschsprachigen Raum, nahm sie am Library Day in the Life-Projekt teil. In dem eingangs erwähnten Artikel “Beyond books: what it takes to be a 21st century librarian” wird das ebengenannte Projekt vorgestellt und einzelne BibliothekarInnen berichten von ihrer Arbeit.

“Books are only one aspect of what libraries and librarians are about. Librarianship is a people profession; a librarian’s job is to connect people with the information they are seeking, whatever format that may take. At their heart, all library jobs have a central purpose: to help people access and use information, for education, for work, or for pleasure. In all library roles customer service and communication skills are important. If anyone ever thought they’d become a librarian because they liked books or reading, they would be sorely disappointed if they did not also like people too. Libraries of all kinds are keen to demonstrate their value to as wide an audience as possible, and to open up access to culturally significant resources that they hold.” Emma Cragg und Katie Birkwood

Bislang gibt es weder in Fachzeitschriften noch in der Biblioblogosphäre nähere Hinweise, ob noch andere BibliothekarInnen aus Deutschland daran teilnahmen.

Letzterer Satz passt als Überleitung zum nächsten Thema. Vor wenigen Tagen bloggte Herr H.-C. Hobohm die Frage “Warum sind Information Professionals so internetavers?”

“Oder technophob, arachnophob, digiphob… jedenfalls nicht internetaffin? […] Letztlich wurde mir sogar als Begründung für die Netzverweigerung gesagt: “weil ich information professional bin.” Es handelt sich auch nicht nur um die Ablehnung eines bestimmten Konzerns wie Facebook, Google oder Microsoft, sondern meist um eine generelle Abstinenz. Interessanterweise erlebe ich auch gerade bei diesen Personen eine Art Microsoft Hörigkeit. Und das Argument, dass gerade Microsoft Daten auf dem heimischen PC sammelt kommt hier nicht an. […] Gut, es müssen ja nicht alle Digital Natives sein, aber als Informationsspezialist müsste man doch zumindest “heavy user” und “visitor” sein, wie Peter Kruse es anschaulich untersucht hat.”

Hat er recht? Oder hätte er den Zusatz “im deutschsprachigen Raum” noch anführen können? Ist es eine Generationenfrage und wird mit der allmählichen Verrentung der Baby-Boomer-BibliothekarInnen der Anteil der netzaffinen und digitalen “Information Professionals” zunehmen?

Ich weiß es nicht. Fest steht, dass im anglo-amerikanischen Raum, aber auch in Frankreich sehr viel mehr gebloggt, gefacebookt, getwittert wird und das Internet durch BibliothekarInnen genutzt wird. Was Frankreich betrifft, gibt es dort durchaus auch mir bekannte junge Abstinenzler, aber meiner Ansicht nach, gibt es ein wenig mehr DokumentarInnen und BibliothekarInnen, welche virtuell präsent sind und das auch in ihrer privaten Freizeit mitverfolgen. Vermutlich ist es vielmehr die “German Angst” und weniger die German Openness, welche diese These unterstützt. Es gibt ja immer noch die Möglichkeit Aliasnamen zu nutzen, wie es die Blogger von “Ultra Biblioteka” und auch andere tun. Niemand wird gezwungen sich mit seinem wahren Namen zu “outen”.

In diesem Sinne gibt es nun die Möglichkeit sich über Bibliothekarisch.de über das eigene Berufsbild in fünf Fragen zu äußern, so dass am Ende eine Vielfalt an beruflichen Tätigkeiten zusammenkommt. BibliothekarInnen, ob ehrenamtlich, verrentet, ehemalig oder professionell, welche Interesse haben beim CfP mitzumachen und fünf Fragen zu beantworten, sind herzlich dazu eingeladen sich bei uns zu melden.

Schicken Sie uns Ihren Beitrag und Ihr Bild oder Fragen, die Sie haben, an cfp[at]bibliothekarisch.eu oder doerte.boehner[at]bibliothekarisch.de.

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CfP: Projekt Berufsbild/ Your Job Image

Hallo liebe Leserinnen und Leser,
zum fünften Jahrestag von Bibliothekarisch.de möchten wir eine kleine Reihe starten unter der Überschrift “Mein Bibliothekarisches Leben”. Folgende Fragen beschäftigen uns dabei:

  1. Wie lange begleiten Sie den bibliothekarischen Zirkus? (z.B. die erste Bibliothekserfahrung,
    erster Job in der Bibliothek etc.)
  2. Was hat Sie angetrieben, sich gerade eine Arbeit im Bibliotheksbereich zu suchen/anzunehmen? (Motivation)
  3. Wie sahen und sehen Ihre Aufgaben aus und was hat sich Ihrer Meinung nach am deutlichsten geändert?
  4.  In welcher Form spielen Social Media-Angebote eine Rolle in oder für Ihre Arbeit?
  5.  In welche Richtung entwickelt sich Ihre Arbeit /die Bibliothek zukünftig?

Interessant wäre auch ein Foto von dem Platz, der Sache oder dem Symbol, das für Ihre Arbeit steht.

Schicken Sie uns Ihre Antworten. Gerne möchte wir unseren Lesern einen bunten Strauß an bibliothekarischen “Berufssbildern” zeigen können.

Schicken Sie uns Ihren Beitrag und Ihr Bild oder Fragen, die Sie haben, an cfp[at]bibliothekarisch.eu oder doerte.boehner[at]bibliothekarisch.de.

Achtung: Fragen für Studierende und Auszubildende

 

Dear readers,

our blog Bibliothekarisch.de is now five years old. For this anniversary we want to start a small series under the slogan “My life in Library”. The following questions we are interessted in:

  1. How long are you a member of the library circus? (eg, the first library experience, first job in the library, etc.)
  2. What has driven you, just look for / accept a job in the library area? (your motivation)
  3. What were and are your responsibilities and what has your opinion changed as most clearly?
  4. What kind of role does Social Media play in your life? What does it offer for your work?
  5. What priorities will emerge for the future development/evolution for your job/ the library you work for?

It would also be helpful for the blog post and the audience, when you attach a photo of the place, of the object or the symbol that represents your work.

Send us your answers please. We will be happy to present our readers a colorful bouquet of “Library Lives”.

Submit us your text and your image at cfp[at]bibliothekarisch.eu or your questions at doerte.boehner[at]bibliothekarisch.de.

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Vorstellung der Veria City Library durch Dimitris Protopsaltou (TEDxAthens)

Im April letzten Jahres wurde die Stadtbibliothek in Veria bereits durch ein anderes Video vorgestellt, da sie 2010 den “Access to Learning Award” erhielt. Das folgende Video finde ich aber noch aufschlußreicher, da der Votrag nicht von einem Bibliothekar stammt und die Erfolgsgeschichte dieser Bibliothek anschaulich erzählt.

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[Videozitat] Bibliotheken sprengen Raster

Obiges Video entstand bei einer Projektarbeit, auf die Jessica Lehmann in einem Link auf unserer Facebookseite aufmerksam gemacht hat. Der Film entstand in einer Projektarbeit der FaMIs des OSZ Bürowirtschaft und Verwaltung. Die Famis beschäftigen sich dabei mit der “Analyse und Effektivität von Werbespots für Bibliotheken” und haben dabei das Projekt auch mit einem Blog begleitet.

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Vorstellung des Bukarester Leseförderungsprojekts "Lecturi Urbane", das sich rumänienweit verbreitete

Du öffnest ein Buch, das Buch öffnet dich.“

Chinesisches Sprichwort

Im letzten Jahr hatte Dörte ja bereits mit ihrem Blogeintrag “Die Auflösung der Bibliothek als fester Ort” gewisse Entwicklungen näher dargelegt, wie sie die Hamburger Bücherhallen (Seite 29) in Kooperation mit der EKZ vorantreiben: Die Entwicklung von Containerbibliotheken

Nachdem Miriam Hölscher & Corinna Sepke 2010 den B.I.T.-Innovationspreis für ihre Masterarbeit “Moving Libraries: Mobile Bibliothekskonzepte als Antwort auf die Herausforderungen der modernen Informationsgesellschaft” diese Art von Bibliotheken einem breiteren Publikum bekannt gemacht hatten, wurde vermutlich deutlich, wie sich Bibliotheken bereits verändert haben, was vielen Bücher- und Bibliotheksfreunden vielleicht bis zu dieser erfolgreichen Masterarbeit  entgangen sein durfte.

An dieser Stelle soll eine Aktion vorgestellt werden, die Ähnlichkeit mit Bibliometro hat, aber bibliotheksunabhängig agiert: “Lecturi Urbane”

Ehrenamtliche HelferInnen folgen in regelmäßigen Abständen den Aufrufen, die auf der Webseite www.civika.ro angekündigt werden und treffen sich an einer bestimmten U-Bahnstation in Bukarest. Dort erhalten sie von den jeweiligen ProjektleiterInnen eine Tasche mit Büchern und gehen damit in die nächstbeste U-Bahn. Alex Sterescu schrieb 2010 sehr anschaulich wie die Fahrgäste in der U-Bahn durch die ehrenamtlichen HelferInnen auf das Projekt aufmerksam gemacht werden:

“Hier wird mit taktischem Geschick die Aufmerksamkeit der Fahrgäste geweckt: Einige der Teilnehmer kramen einfach ein Buch hervor und beginnen zu lesen, während die restlichen Volontäre den überraschten Metro-Reisenden ausgewählte Bücher schenken.”

Bei den Büchern handelt es sich zumeist um bereits gebrauchte Bücher. Mittlerweile konnten Sponsoren hinzugewonnen werden, die neue Bücher finanzierten. Die Bücherverschenkungsaktion, welche von der Bürgerinitiative CIVIKA ausging, zeigt, dass viele Menschen in den U-Bahnen Bukarests nicht unbedingt alle gerne lesen wollen, da sie gerade von der Arbeit heimkommen und erst einmal keine Lust auf Literatur haben. Menschen zum Lesen an öffentlichen Orten zu ermutigen ist das Ziel dieses Projekts.

Der Ideengeber Adrian Ciubotaru beschrieb die Reaktionen gegenüber der Kulturzeitschrift Dilemateca wie folgte:

“Es gab Fälle, in denen Menschen unsere Bücher mit der Begründung ablehnten, sie hätten bei der Arbeit die ganze Zeit auf ihren PC-Schirm gestarrt und davon Augenschmerzen bekommen. Die meisten waren allerdings erstaunt, dass eine Handvoll Jugendliche in der U-Bahn Bücher verschenkt. Und die große Mehrheit reagierte mit Bewunderung auf unsere Aktion, ich bin sehr zufrieden, dass uns die Leute ermutigt haben, die urbanen Lektüren fortzusetzen.”

Lecturi Urbani” mit Ciubotaru als Mastermind dieser inzwischen landesweiten Leseförderungsprojekts will eines Tages eine eine mobile „Underground-Bibliothek” einrichten. Im Gegensatz zu Bibliometro sollen sich die Bücherregale in den U-Bahnwägen befinden, die es den Fahrgästen erlaubt kostenlos Bücher “auszuleihen”. Nach aktuelleren Quellen hat sich diese Form der Leseförderung mittlerweile auch auf andere Städte und Plätze Rumäniens ausgedehnt. Auf Facebook sind mittlerweile 21 rumänische Städte, die über eine Fanseite von “Lecturi Urbane” verfügen, verzeichnet. Der Webauftritt macht sogar auf 31 Städte innerhalb Rumäniens aufmerksam, die sich ans “Lecturi Urbane” mit dem oben angefügten Logo beteiligen. Außerdem ist “Lecturi Urbane” auch auf Open Air Musikveranstaltungen präsent. Mittlerweile hat sich das Projekt aufs Land ausgedehnt und heißt dort: “Lecturi rurale

Alex Sterescu machte in einem Artikel aus dem Jahr 2010 deutlich, das insbesondere nach dem Fall des Eisernen Vorhangs die Lesekultur in Rumänien vernachlässigt wurde. Einer Studie zufolge lesen 30 % der RumänInnen überhaupt nicht, weiter 30 % lesen nur 1-3 Bücher im Jahr. » Weiterlesen

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Digibuch – Eine Geschichte des Buches

Vor knapp einem Jahr berichtete ich bereits das erste Mal über das Projekt der Erlanger Buchwissenschaft, die eine digitale Buchgeschichte herausbringen wollten. Kurz genannt wird das Projekt heute “Digibuch”.

Das Projekt wird modular aufgebaut. Fachleute schreiben, prüfen und redigieren die Beiträge. In dieser Hinsicht bleibt man sehr konventionell. Auch wenn das Angebot digital angeboten wird, so werden die gleichen Lektoratsprozesse und Korrekturprozesse wie bei jedem gedruckten Buch durchlaufen. Zugänglich ist Digibuch dann webbasiert, mit einem modularen Aufbau, d.h. es wird keine lineare Geschichte zusammengestellt, die man wie im Buch von vorn nach hinten liest.

Die Strukturierung erfolgt dreiminesional. In der ersten Dimension wird die Buchmedienkommunikation systematisch aufgebaut mit den spezifischen Funktionen und Leistungen eines Buches beschrieben, nicht in den üblichen Schritten Produktion, Distribution und Rezeption. Die zweite Ebene ist die zeitliche Dimension vom 15. bis zum 20. Jahrhundert in Jahrhundertschritten. Als dritte Dimension kommt die Beschreibungstiefe hinzu.

Diese Dimension teilt sich in vier Ebenen, die Günther Fetzer an einem Beispiel aus dem 20. Jahrhundert illustrierte.

Auf der ersten Ebene erscheint ein Artikel über das Verlagssystem des Jahrhunderts, wie sich dieses u. a. im Vergleich zum 19. Jahrhundert verändert hat. Historisch gibt es zwei wichtige Neuerungen, nämlich die Etablierung des Taschenbuchs und die Erfindung der Buchgemeinschaften. Auf der zweiten Ebene findet sich dazu ein Artikel über das Taschenbuchsystem und auf der dritten Ebene erst werden einzelne Taschenbuchverlage dargestellt. Auf der vierten Ebene schließlich wird dann Material eingestellt, Verlagsprogramme, Dokumente und und und.

Hauptzielgruppe sind Wissenschaftler, aber auch interessierte Praktiker aus der Branche. Die erste Ebene ist jedoch ein bewusst nicht wissenschaftlich gestalteter Einstieg in die Materie. In den Hauptartikeln wird bewusst auf ausführliche Zitate und Belegstellen verzichtet und auf eine allgemein verständliche Schreibweise geachtet.

Grundlage für die Gestaltung des Projektes war eine Umfrage, die sich an potentielle Interessierte richtete. Mitte August wurden erste Ergebnisse zu dieser Umfrage veröffentlicht. Bestätigt wurde, dass es ein Interesse an einer digitalen Buchgeschichte gab. Die Resonanz viel recht hoch aus mit 517 ausgefüllten Frageböden. Es wurde ein Bedarf an einer digitalen Variante der Buchgeschichte bestätigt und auch die anvisierten Wissenschaftsgruppen (Studierende und Forschende) der Medienwissenschaften, Buchwissenschaften usw. signalisierten ein Interesse.

Auch eine recht konservative Haltung zeichnete sich durch die Umfrage ab.

Bei der Frage, wie vertrauenswürdig digitale Informationen wirken, gaben vor allem die Buchwissenschaftsstudierenden an, dass sie vor allem auf gedruckte Informationen setzen würden.

Sandra Rühr relativiert dieses ein wenig. Den Studierenden wird seitens der Dozenten beigebracht, dass eher gedruckte als digitale Informationen genutzt werden sollten. Statt auf Kompetenzen wird hier seitens der Lehrenden auf Tradition gesetzt und auf Dauer wird dies nicht tragbar sein. Ein Umdenken ist Pflicht.

Die Konzeptionsphase läuft seit knapp zwei Jahren und derzeit werden für zwei Jahrhunderte Musterartikel verfasst. Ab 2012 sollen dann externe Mitarbeiter für das Projekt gewonnen werden. Momentan arbeitet man auch an der technischen Umsetzung. Um eine relevante Textmenge zu erhalten, rechnet Rühr mit zwei bis drei Jahren. So lange wird es wohl noch dauern, bis erste Ergebnisse zugänglich werden.

Bewusst hat man auf die Möglichkeiten des Internets gesetzt. Die Geschichte des Buches soll nicht nur aus Text bestehen. In der zweiten, dritten und vierten Ebene soll auch Bild- und Tonmaterial integriert werden. Die Ergänzung dieser Medien soll passieren, wenn die Texte fertig sind.

Fetzer integriert das Projekt auch in seine Lehrveranstaltungen. In diesem Semester erarbeiten Studierend in einem Hauptseminar die Grundstruktur von Digibuch und schreiben gezielt Artikel für ein bestimmtes Segment, in diesem Fall das 20. Jahrhundert für den Bereich Funktionen und Leistungen der Buchkommunikation.

Und wie nicht anders zu erwarten kommt die folgende Frage:

Angenommen, das ganze Projekt steht dann in ein paar Jahren: Machen Sie dann nicht gedruckte Lexika wie – ich wage mal das “Sachlexikon des Buches” zu zitieren – überflüssig?

Fetzer macht in seiner Antwort deutlich, dass man hier Äpfel und Birnen vergleicht, da man modular und nicht linear schreibt, so dass auch das “Sachlexikon des Buches” weiterhin notwendig bleiben wird. Rühr betont, dass mit ihrer Buchgeschichte auch eine ganz bestimmte und eine völlig andere Zielsetzung als bei den anderen Nachschlagewerken verfolgt wird, da die digitale Buchgeschichte speziell für das Medium Internet konzipiert wurde. Alle Werke zur Buchgeschichte, ob Sachlexikon oder Digibuch ergänzen sich höchstens.

Zwar gibt es auch bereits verschiedene (umfassende) Buchgeschichten, aber die sind entweder veraltet oder benötigen zu viel Zeit bis zur Veröffentlichung.

Die “Geschichte des Deutschen Buchhandels” von Goldfriedrich / Kapp wurde zwischen 1886 und 1923 publiziert, und die “Anschlussbände” für das 19. und 20. Jahrhundert, herausgegeben von der Historischen Kommission des Börsenvereins, sind mit dem vierten Band jetzt, nach rund zehn Jahren, in der Weimarer Republik angekommen.

Ein Problem der gedruckten Lexika ist, dass von Lexika heute, wie z.B. das “Lexikon des gesamten Buchwesens” in der zweiten Auflage, die ersten Bände bereits veraltet sind, bevor das Gesamtwerk abgeschlossen ist. Bei der webbasierten Digibuchgeschichte liegt der Vorteil darin, dass ein überholter Artikel herausgenommen, ergänzt oder überarbeitet werden kann oder dass ein neuer Artikel problemlos eingefügt werden kann. Als Beispiel nennt Fetzer das E-Book:

Natürlich ist im “LGB2” dazu kein Artikel zu finden, denn der entsprechende Band ist 1985 erschienen.

Wenn man die Frage über dem Artikel “Wikipedia für Bücher?” beantworten möchte, ist die Antwort: Nein, eine Wikipedia ist nicht gewollt. Man möchte seine Fachkompetenz gesichert wissen. Fraglich ist, ob man aber so eine hohe und rasche Aktualität der Beiträge halten kann. Zwei Vorteile sichert man sich aber so: Multimedialität und eine leichtere Ergänzbarkeit.

Quelle:
Wikipedia für Bücher?, Die Marginalglosse, 31.01.2011 – Die wissenschaftlichen Mitarbeiter Sandra Rühr und Günther Fetzer der Erlanger Buchwissenschaft im Gespräch mit Sabrina Kurtz und Hanna Hartberger über Konzeption, Ziele und Erwartungen.

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Das Kwandengezi Bibliotheks- und Bildungszentrum in Südafrika

Das folgende Beispiel aus Südafrika zeigt, dass  es nicht immer die Politik sein muss, die Veränderungen einleitet, um  von Marginalisierung und Exklusion bedrohte Menschen in Vorstädten nachhaltig Zugang zu Büchern und Bildung zu verschaffen, sondern jeder einzelne kann dies im Rahmen seiner Möglichkeiten initiieren. Die unten angefügte kurze filmische Dokumentation beleuchtet die Hintergründe, die zur Entstehung des Kwandengezi Bibliotheks- und Bildungszentrums in den Townships vor Durban führten. Täglich sind die 750.000 Einwohner von Kwandengezi bis heute mit den folgenden Problemen konfrontiert: Armut, Hunger, Kriminalität, Arbeitslosigkeit und Krankheiten wie AIDS. Eineinhalb Jahre nach der Eröffnung,  floriert dieses Zentrum in höchstem Maße. Das Projekt geht nicht etwa auf die Initiative kommunaler Vertreter oder auf die Bildungs- und Erziehungsministerien in Südafrika zurück, sondern auf Erin Raab, einer 29-jährige Amerikanerin, die ihre Masterarbeit dank eines Stipendiums im Fach “Economic Development Studies” dort weiterentwickelte und verfasste. Nach ihrer Ankunft stellte sie sofort folgendes fest:

In Africa, she found that many motivated school children in the Kwandengezi-area schools had no library available to them. The area surrounding Kwandengezi has nine schools and more than 8,000 students, almost all of whom had never been to a library.”

Anfangs sollten es nur zwei Jahre Aufenthalt für Raab werden, am Ende waren es fünf Jahre, die sie dort verbrachte.  Letztendlich hinterließ Raab ein besonderes Erbe: » Weiterlesen

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