Wie Bibliotheken sich verändern, um auch im digitalen Zeitalter relevant zu bleiben

Die Situation der Bibliotheken hat sich erheblich geändert. Heute müssen die Nutzer nicht mehr in die Bibliothek zu kommen, um Bücher auszuleihen, sondern sie sitzen bequem Zuhause, entleihen ein Buch online und lesen es auf ihrem E-Book-Reader, am Computer oder auf dem iPhone.

Im Artikel der Los Angelos Times wird über Kathy DeGrego berichtet, die schon mit ihrem T-Shirt zeigt, dass sie keine Bibliothekarin der alten Schule ist, denn dort steht: “Shhh is a four-letter word”. Der Geist einer Herausforderung hat die Veränderung der Bibliotheken des vorstädtischen Denvers geleitet, wo DeGrego arbeitet. Auskunftsschalter und Einzelarbeitsplätze wurden durch Räume ersetz, wo Kinder Guitar Hero spielen können. Es gibt keine Mahngebühren mehr und das komplizierte Dewey Decimal System wurde durch Themenbereiche ersetzt, ähnlich wie sie im Buchhandel zu finden sind.

Wenn Menschen ein Computer bekommen, glauben sie nicht mehr auf die Bibliothek angewiesen zu sein, vermutet Pam Sadlian-Smit, Direktorin des Rangeview Library District mit sieben Filialen. Sie sieht die Bibliotheken in der Pflicht, zu überdenken und zu gestalten, was Bibliotheken für ihre Gemeinschaft bedeuten kann und soll.

Im Kampf, relevant und geöffnet zu bleiben, haben sich die Bibliotheken auf eine Art und Weise neu erfunden, die vor wenigen Jahren undenkbar war. Sie bereiten sich auf eine Zeit vor, in der die meisen Informationen von einem elektrischen Endgerät aus ausgeliehen und genutzt werden können. Universitäts- und öffentliche Bibliotheken laden riesige Mengen Material ins Web, so dass ihre Kunden z.B. genealogische Aufnahmen, historische Karten oder seltene Texte nutzen können, ohne ihr Zuhause zu verlassen.

Viele öffentliche Bibliotheken entwickeln sich zu “digital acitivity centers”, wo neben Büchern die Besucher auch Räume mit Computerspielen, Computerpools oder Internetcafes finden. Auch die Zahl der DVD-Sammlungen ist gewachsen wie die Zahl der HD-Fernsehgeräte. Einige traditionelle Bibliothekare befürchen, dass diese Experimente nicht helfen, Bibliotheken zugänglicher und interessanter zu machen, sondern nur das Niveau verschlechtern.

“If you want to have game rooms and pingpong tables and God knows what — poker parties — fine, do it, but don’t pretend it has anything to do with libraries,” said Michael Gorman, a former president of the American Library Assn. “The argument that all these young people would turn up to play video games and think, ‘Oh by the way, I must borrow that book by Dostoyevsky’ — it seems ludicrous to me.”

Andere argumentieren, dass die Neuerfindung wichtig in einem Zeitalter ist, wo Google die Bibliotheksauskunft fast überflüssig gemacht hat und gedruckte Bücher eher wie antike Sammlungen wirken. Die Zahl der ausgeliehen Bücher von Public Librarys sank zwischen 1997 und 2007 um fast 6 Prozent. Ausleihen der New York Public Library sank im letzen Abrechnungsjahr um 1 Million Bände.
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Die digitale Downloadzone der öffentlichen Bibliotheken in South Dublin

Der digitale Buchservice “South Dublin Libraries” wurde sogar schon für den European E-Gouvernment Award nominiert. Er war der erste Buchservice seiner Art, der von einer irischen Kommune zur Verfügung gestellt wurde.

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Aus aktuellem Anlass: Am 21.09. wurde die “Bibliothèque de l’Hôtel de Ville” in Paris wiedereröffnet

Die seit 2007 geschlossene Bibliothek, wurde am 21. September wiedereröffnet. Früher hieß sie “Bibliothèque administrative de la Ville de Paris und nun “Bibliothèque de l’Hôtel de Ville“. Die Kosten der Renovierung beliefen sich auf ungefähr 1.870 000 Euro. Im 5. Stockwerk des Pariser Rathauses angesiedelt, bietet sie auf einer Fläche von 600 m² 100 Leseplätze und einen Bestand von ca. 600.000 Medieneinheiten. Sie wurde komplett renoviert und ist nun endlich auch barrierefrei. Bereits während der  “Journées du patrimoine”  gab es  am 18.09. und 19.09. die Gelegenheit eines Besuchs der Bibliothek. Unter dem folgenden Link gibt es ein Video, das Bertrand Delanoë, den Bürgermeister von Paris, dabei zeigt, wie er die Laudatio zur Wiedereröffnung der Bibliothek hielt. In seiner Rede betonte Delanoë die Bedeutung dieser Bibliothek, die 1871 von Alexandre Vattemare errichtet wurde.  Er bezeichnete Vattemare nicht nur als unermüdlichen Förderer eines internationalen Kulturaustauschs, sondern auch als den Erfinder der modernen öffentlichen Bibliothek (“bibliothèque américaine”). Auf der Webseite der “Bibliothèque Administrative de la Ville de Paris (BAVP)”  gibt es mehr Informationen zur Geschichte, zum Service und zum wertvollen historischen Bestand der Bibliothek.

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“Libraries Will Survive”: Mut und Humor in Krisenzeiten

„Etatkürzungen, Reduzierung der Bibliotheksangebote, Verringerung der Öffnungszeiten bei gleichzeitiger Gebührenerhöhung und schleichender Abbau des Personals beschneiden die Dienstleistungen der widerspiegelt. Bibliotheken massiv.“

Nein, diesmal zitiere ich nicht aus den USA, sondern Monika Ziller, die Vorsitzende des Deutschen Bibliotheksverbands. Der Verband forderte kürzlich alle Kommunalpolitiker auf, sich weiteren Kürzungsvorschlägen der Kommunalverwaltungen im Bibliotheksbereich entschieden zu verweigern. Mich würde interessieren, ob es Kommunalpolitiker gibt, die in der Regierungsverantwortung ihrer Gemeinde sind und sich dennoch weigern gerade in diesem Bereich weiter einzusparen. Bisher schrieben ich und Dörte schon über Bibliotheksstreiks in Frankreich und Budgetkürzungen in Bibliotheken der USA. Großbritannien nimmt unter der neuen Regierung unter David Cameron ebenfalls massive Kürzungen im Öffentlichen Dienst vor, die besonders Schulbibliotheken betreffen und bei öffentlichen Bibliotheken oftmals vorsieht “gelernte” BibliothekarInnen durch Ehrenamtliche zu ersetzen. Brigitte Döllgast titelte vor wenigen Tagen “Bibliotheken in Deutschland müssen sparen“. Positiv hob sie die beiden Bibliotheksgesetze in Hessen und Thüringen hervor. Aber wem nützt ein Tierschutzgesetz, wenn es beispielsweise den Hundehaltern die Wahl lässt, ob sie ihre Tiere pfleglich behandeln oder quälen wollen? Wem nützt ein Bibliotheksgesetz, das den Kommunen die Freiheit lässt, ob sie Leistungen für den Bibliotheksservice bereitstellen oder nicht? Den Kommunen und den Kritikern? Lange Zeit glaubte ich ein Gesetz sei eine verbindliche Rechtsnorm. Mir scheint das eher einer Farce zu gleichen, die an schlichte Symbolpolitik erinnert, die keiner gesetzlicher Grundlage bedarf. Es ist wohl wie mit der freiwilligen Selbstverpflichtung der Atomkaftwerksbetreiber, die in Ökoenergien investieren dürfen, wenn sie wollen.

Inspiriert durch den Diskoklassiker “I will survive” aus dem Jahr 1978 entstand ein Film, der die Arbeit der BibliothekarInnen der “Central Rappahannock Regional Library” (Bundesstaat Virginia) in Zeiten von Budgetkürzungen auf humorvolle Art porträtiert. Auf der Facebookseite, die ich weiterempfehle, findet regelmäßig Kommunikation mit den “Usern” statt und es gibt spezielle Thementage (“Favorite Quotes Friday”, “What are you reading?” Wednesday) und Informationen über den Service der Bibliotheken (z.B. “Need to do some legal research? Visit the Law Library! The Law Librarian is available from …). Darüber hinaus verfügt die Bibliothek über einen eigenen YouTube-Kanal. Zum untenstehenden Video existiert auch eine Kurzversion. Nach der Veröffentlichung des Videos, wurde davon im Fernsehen und im Internet berichtet, so z.B. in der “Chicago NBC morning show“. In den meisten Fällen hilft bei Ausweglosigkeit und Krisenstimmung Humor eher weiter, als (die völlige) Resignation.

“Everyone knows times are tough. Budget cuts and belt-tightening are commonplace. The library has felt the pinch too, but we know we’ll carry on and continue to offer the best possible service to our patrons. Humor often helps us through the hard times, so we’d like to share this video made by and featuring CRRL staff.”

P.S: Gibt es denn eigentlich schon ein Best Practice Buch zum Thema “Wege aus der Krise: Wie Bibliotheken erfolgreich ihren Service trotz Sparmaßnahmen aufrechterhalten”? Es muss doch Lösungen und Strategien geben sich erfolgreich gegenüber Unterhaltsträgern und der Lokalpolitik zu behaupten, anstatt sich dem Sparzwang dauerhaft zu beugen.

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USA: Sparen in Krisenzeiten – am Beispiel der Newark Public Library

Das Geld ist knapp in den Städten der USA seit Krise und Newark an der US-Ostküste ist besonders betroffen. Frank Herrmann berichtet von dem besonders striktem Sparprogramm der Stadt in New Jersey. In der Newarker Bibliothek wirbeln zwei Ventilatoren die schwülheiße Luft durch. Nur im Lesesaal der Kinder läuft die in den USA unverzichtbare Klimaanlage. Die Bibliothek muss Strom sparen.

Nearly three quarters of a million people visit the Library each year. In the past five years there has been a 63% increase in adult book circulation and a 75% increase in children’s book circulation. The Library has also increased the number of public computers by 74% during that period.

Die Public Library ist mehr als eine Öffentliche Bibliothek in Deutschland. Viele verschiedene Services werden dort angeboten. Es gibt eine Finanzielle Beratung, PCs für die Suche nach Jobangeboten und auch Unterstützung beim Schreiben von Bewerbungen. Der Stand der Bibliothek ist auch entsprechend ein anderer.

Keine andere Institution der krisengebeutelten Stadt steht so hoch im Kurs wie die Bibliothek, die vierfache Mutter Wilhelmina Holder nennt sie “den einzigen Rettungsring, den wir haben”.

Weil dem so ist, ist es umso bitterer, dass die Direktorin Wilma J. Grey weitere Kürzungen zu verkünden hat. Ab August bleibt die Bibliothek auch montags und dienstags geschlossen. Der Samstag wurde schon gekürzt. Ende August schließen außerdem zwei Zweigbibliotheken. Außerdem mussten 31 Angestellte entlassen werden. Grey sieht darin ein klassisches Eigentor auf Kosten der Bildung. Gegen diese kurzsichtige und unüberlegte Entscheidung kann sie jedoch nichts machen. Die privaten Spender wie die “Friends of the Newark Public Library” können höchstens ein Zehntel der benötigten Gelder beisteuern. Die Bibliothek muss im Vergleich zu 2008 mit 55 Prozent der Mittel auskommen. 2010 muss die Bibliothek mit 2,45 Millionen Dollar weniger auskommen.

Gespart wird überall. Newark spart bei seiner Bibliothek, Arizona kürzt bei den Heimen für Obdachlose und Florida kassiert mehr Gebühren bei den Universitäten, während Illinois statt zu Zahlen Schuldscheien ausstellt. Die US-Bundesstaaten und Gemeinden setzen auf rigorose Kürzungen. Nur die Regierung in Washington ist zurückhaltend, um der Konjunktur nicht noch mehr zu schaden.

Theoretisch müssen die 50 Staaten der USA jedes Jahr einen ausgeglichenen Etat vorlegen und das auch bei sinkenden Steuereinnahmen. Die Grundsteuer ist die wichtigste lokale Einnahmequelle und sie nimmt beim stagnierenden Immobilienmarkt eher ab als zu. So gibt es gewaltige Budgetlöcher in den Staatenetats und zwingt zum konsequenten Sparen.

Newark hat in den Jahren der Großen Depression schon einmal vor großen Schwierigkeiten gestanden. Doch das Loch nun ist riesig. Bürgermeister Cory Booker muss innerhalb von zwölf Monaten 200 Millionen Dollar sparen, die ihm in seinem 779-Millionen-Dollar-Haushalt fehlen. Zweitausend Angestellte mussten bereits entlassen werden, selbst Polizisten und Feuerwehrleute wurden von der Sparrunde nicht mehr verschont. Beschäftigte der City Hall sind zu zwei Tagen unbezahlten Urlaub pro Monat verpflichtet. Das ist ein herber Rückschlag für den Bürgermeister, dessen Politik durch die Finanzkrise ausgebremst wird und der nur noch den Mangel verwalten kann. New Jerseys Haushaltsjahr beginnt am 1 Juli. In den kommenden zwölf Monaten muss der Staat elf von 275 Milliarden Dollar einsparen.

Ökonomen sehen das Jahr 2011 als das schwerste Jahr der Krise in den USA und Finanzanalysten erwarten, dass Gemeinden in Kalifornien, Illinois und New York trotz der Sparprogramme den Bankrott anmelden.

Quelle:
Herrmann, Frank: Wenn in der Bibliothek die Lichter ausgehen, Standard.at
Cramer, Heidi: City Budget Crisis Takes its Toll on Newark Public Library, Newark Public Library, Presseerklärung (29.06.2010)
Save the Newark Public Library, Newark Public Library

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Anmerkungen zur neuen Zentralbibliothek von Helsinki (geplante Eröffnung: 2017)

Letzte Woche berichtete ActuaLitté über die Entwicklungspläne einer neuen Zentralbibliothek  in Helsinki (in der Nähe des Hauptbahnhofs), denen bis spätestens Ende des Jahres noch endgültig von politischer Seite zugestimmt werden muss. Pünktlich zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeit Finnlands, im Jahre 2017, soll ein neues Gebäude der Zentralbibliothek in Helsinki in der Bucht von Töölö eröffnet werden. Die Kosten werden auf 100 Millionen Euro geschätzt. Ähnlich wie die Stadtbibliotheken in Birmingham und Manchester (geplante Eröffnung: 2013), wird auch hier im Vorfeld auf der Webseite seit 9. Juni für den Neubau geworben, obwohl es bis zur Fertigstellung noch sieben Jahre dauern wird. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen der Regierung, der Stadt Helsinki und anderen sich in der Metropolregion befindenden Städte um Helsinki. Ferner will man täglich 5.000 Besucher täglich und 1,5 Millionen jährlich erreichen. Dafür sollen 25.000 m² zur Verfügung stehen. Davon sollen 12.000 m² für die Bibliothek reserviert werden, 8.000 m² für eine Vielzahl von Veranstaltungen und anderen (kulturellen) Programmen und 5.000 m² für kommerzielle Aktivitäten.

Bereits 2008 schrieb die Leiterin der Zentralbibliothek, Frau Maija Berndtson, in der Zeitschrift Scandinavian Public Library Quaterly einen Artikel über die Hintergründe, welche zur Idee eines Neubaus beitrugen. Hintergrund ihres Artikels, war ein Bericht, der durch den Bürgermeister Helsinkis in Auftrag gegeben wurde und von Mikko Leisti umgesetzt wurde und folgende Fragen thematisierte:

Was bedeutet die Bibliothek für uns und in welche Richtung soll sie sich entwickeln? Wie können wir so gut wie möglich von der Zukunft profitieren und einen Nutzen daraus für die Bibliothek ziehen?

Ein Vorgeschmack bietet das untenstehende Animationsvideo, das einen Baum als Metapher für die Bibliothek verwendet. Alle an der Entwicklung  der Zentralbibliothek Helsinki  interessierten Menschen, können ihre Ideen und Anregungen zur neuen Bibliothek auf der folgenden Webseite mitteilen: www.lib.hel.fi/en-GB/keskustakirjasto

Mikko Leisti beschrieb die zukünftigen Entwicklungen folgendermaßen: » Weiterlesen

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Newcastle Libraries TV Advert

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Aus Taiwan: Why do you love the library?

Das VideoI Love the Library”  gewann auf dem letzten von der Library Association of the Republic of China (Taiwan) ausgeschriebenen und gesponserten Bibliotheksvideowettbewerb. Für ihre Rolle als Produzentin des Gewinnervideos, erhielt die Studentin Erin Liu ein Stipendium von Elsevier. Erin zufolge ist die Bibliothek wie ein großer Schatz, der der Inspiration dient und dazu beiträgt ein glückliches Leben zu führen.

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Bibliothek des Jahres 2009 der Niederlande: das "Library Concept Center" in Delft

Am 18. Dezember 2009 wurde dem innovativen  Library Concept Center in Delft der Titel De Beste Bibliotheek van Nederland 2009 verliehen. Im Rahmen einer Preisverleihung, die in Utrecht stattfand,  hielt Frank Huysmans die Laudatio.

Besonders spannend und attraktiv empfand ich im Rahmen meines Besuchs Anfang November 2009 den Jugend- (Dok jeugd), den Musik-  (Dok muziek) und Filmbereich (Dok film), sowie die Caféteria. Auf der Webseite Flickr finden sich seit Baubeginn 2005 fast 7.000 Fotos über die Aktivitäten der Bibliothek, die weit über normale  Leseveranstaltungen hinausgehen und die unterschiedlichsten Zielgruppen erreichen.  Darüber hinaus gibt es noch ein Kunstzentrum (Dok kunst), zu dem auch eine Arthothek gehört. Es finden regelmäßig Wechselausstellungen statt. Übrigens arbeiten dort Künstler und keine KunstbibliothekarInnen, die für die Ausleihe, Beratung, den Bestandsaufbau und die Konzeption von Ausstellungen zuständig sind. Außerdem  verfügt die Bibliothek neben dem zentralen Standort im Herzen von Delft noch über zwei weitere Einrichtungen: das DOK Tanthof und das DOK Vorhoof. Obwohl das Gebäude des DOK Library Concept Centers erst seit 2007 existiert, gewann es seitdem jährlich Preise.  Auf der niederländischen Version der Webseite heißt es Op naar de modernste bibliotheek ter wereld! – auf zur modernsten Bibliothek der Welt! Der Slogan der Bibliothek lautet de wereld te leen – im Sinne von “man kann sich dort die Welt ausleihen”. Einen Blick auf die Webseite kann ich nur empfehlen, denn sie bietet eine große Vielfalt an Informationen und Dienstleistungen, wie ich sie bisher selten fand. Im Folgenden werden die Bibliotheken tabellarisch angezeigt, welche die Plätz zwei bis zehn belegten:

1. Delft 8.3
2. Amsterdam 8.2
2. Stadskanaal 8.2
4. Lelystad 8.1
5. Heerhugowaard 8.0
6. Hoogeveen 7.9
6. Zeeuwse Servicebus 7.9
8. Middelburg 7.5
8. Zwolle-Zuid 7.5
10. Heerlen 7.4
11. Den Bosch
7.3
12. Doorn 7.2
13. Barneveld 7.1
14. Franeker 7.0

Die folgenden drei Bereiche wurden evaluiert: 1. das Gebäude und die Einrichtung, 2. das Angebot (digitale und “analoge” Bestände), 3. der Service und die Kundenorientierung. Ausgewiesene und qualifizierte Mystery-Shopper besuchten und begutachteten die nominierten Bibliotheken. Hierzu wurde anschließend ein fundierter Bericht verfasst. Bis ins Finale wurde je Provinz, eine Bibliothek ausgewählt. Insgesamt schafften es 14 Bibliotheken in die Endausscheidung.

Das DOK Library Concept Center ist keine Durchschnittsbibliothek – im Gegenteil. Laut Jaap Van De Geer und Erik Boekesteijn sind 80 % der Einwohner Delfts Mitglieder der Bibliothek , die somit die meistgenutzte öffentliche Einrichtung der Stadt ist. Was die Bibliothek weiterhin auszeichnet sind technologische Innovationen, die sicherlich auch durch Kooperation mit der ortsansäßigen Technische Universität entwickelt werden, auf welche ich in einem anderen Blogeintrag über Innovationen in den Bibliotheken der Niederlande eingehen werde.  Sie ist mit Sicherheit eine der modernsten und innovativsten Bibliotheken in Europa, ja vielleicht sogar weltweit. Im Jahre 2008 erhielt sie den Preis als die innovativste Bibliothek der Niederlande, den 2009 die Openbare Bibliotheek in Amsterdam erhielt. » Weiterlesen

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Public Libraries in Großbritannien und ihr Kampf um Nutzer

Wie sich Public Libraries entwickeln, ob sie noch benötigt werden, sind Fragen, die sich derzeit bei den über 4000 Public Libraries in England, Wales und Nordirland stellt. Seit einer neuen Regelung durch die Society of Chief Librarians können die Bewohner, ganz unabhängig davon wo sie leben, alle dieser Bibliotheken nutzen, auch wenn die Medien zurück in die entsprechende Gegend geschickt werden müssen. Die Biblliotheksbenutzer benötigen nur einen vorhandenen, gültigen Bibliotheksausweis oder eine gesicherte, gültige Adresse. Hauptziel ist es, mehr Menschen in die Bibliotheken zu bringen, die zunehmend in einem Wettbewerb zu Online-Buchhändlern und Buchläden stehen, die Cafés integriert haben, um attraktiver zu werden. Profitieren würden z.B. Reisende, die während ihrer Ferien Lesematerial benötigen. Nutzer mit Bibliotheksausweis dürfen Bücher in allen dieser über 4000 Bibliotheken ausleihen, nach diesem Plan, der nächsten Monat durch die Kulturministerin Margaret Hodge veeröffentlicht werden soll.

Grund für diese Pläne ist ein kontinuierlicher Rückgang der Ausleihzahlen. Entliehen 2002/2003 noch 15.843.000 Nutzer Medien, waren es 2007/2008 nur noch 2012.608.000, d.h. ganze 20 Prozent weniger. Auch die Zahl der Vollzeitangestellten sank in diesem Zeitraum um 6,5 Prozent und bedeutet einen großen Rückgang bei den ausgebildeten Fachleuten. Auch die Unterstützung ist mit der Anzahl der Besucher gesunken um 2,6 Prozent im Vergleich von 2007/2008 zum Vorjahreszeitraum. Im gleichen Zeitraum sank auch der Medienbestand um ganze 11 Prozent. In der letzten Jahrzent sanken die Ausleihzahlen um 34 Prozent. Und allein 2006/2007 schlossen 40 Bibliotheken in ganz Großbritannien.

Woran liegt es? Es gibt eine große Spanne an Serviceangeboten, die anscheinend nicht ausreichend beworben werden, so Tony Durcan von der Society of Chief Libraries. Notwendig ist seiner Meinung nach den Wert von Bibliotheken in einer national angelegten Werbekampagne bekannter zu machen.

“One of the big issues is around how we promote the value of public libraries. There are still people who don’t realise libraries are free to use. There has to be national co-ordination to provide leadership in pulling it together, and let people know,” he said.

Doch es gibt nicht nur Negatives zu berichten, denn obwohl die Ausleihzahlen sinken, werden die Services de lokalen Bibliothek sehr wohl genutzt, die auch einen freien Internetzugang beinhalten. Die Zahl derer, die Bibliotheksangebote via Internet nutzen, z.B. Kataloganfragen, Buchverlängerungen, ist im Berichtszeitraum 2007/2008 um 20 Prozent gestiegen mit über 76 Millionen Webbesuchern. Roy Clare, leitender Angestellterder Museums and Libraries Archive (MLA) sieht darin ein zukunftsweisendes Signal:

“If you look at the supposed downward curve of the library’s physical use, it is matched or even eclipsed by online access. It’s something you can do 24/7 – you can order books from the library at 2am and they will be delivered to your local library for collection.” He said the tenet on which the library was founded – as a place for learning – still held strong. “The core values in the mid 19th century were around a learning agenda and access to information; libraries are still a wonderful, democratic way to access information and reading”.

Stellt sich die Frage, ob die Bibliotheken ihr Außenbild aufmöbeln müssen. Natürlich ist klar, dass Bibliotheken gegen ihr öffentliches Bild einer ‘verstaubten Institution und die psst-machenden Bibliothekare’ angehen. Sie müssen zeigen, dass sie sich der modernen Welt öffnen. Bei einem Treffen mit dem ehemaligen Kulturssekretär Andy Burnham wurde darüber beraten, wie man das Bild der Bibliotheken hin zu gemütlichen Cafes, Kinozentren und Buchläden verändern kann. Burnham macht deutlich, dass die Bibliotheksbranche “radikal denken” sollte bei ihrer eigenen Modernisierung.

“The popular public image of libraries as solemn and sombre places patrolled by fearsome and formidable staff is decades out of date, but is nonetheless taken for granted by too many people.”

So sollte das Ruhegebot genauso fallen wie die Öffnungszeiten ausgedehnt werden sollten.

“Libraries should be a place for families and joy and chatter. The word chatter might strike fear into the heart of traditionalists but libraries should be places that offer an antidote to the isolation of someone playing on the internet at home.”

Diese Debatte um die Ruhe in Bibliotheken rief die Gegner auf den Plan, die Burnham vorwarfen, von den eigentlichen Gründe wie etwa der jahrzehntelange Unterfinanzierung der Bibliotheken ablenken zu wollen.

Bei all den notwendigen Reformen benötigt man aber auch Vorbilder. Gute Beispiele sind:

The Norfolk and Norwich Millennium Library in East Anglia was hailed as England’s most popular in March this year; it had more visitors and lent more books than any other in 2007/8, according to the Museums and Libraries Archive. Chelmsford Library in Essex was the second highest book lender, followed by Milton Keynes, Oxford and Chesterfield. The Norfolk library attracted 1.5 million visitors and lent 1,139,090 books during the period.

Doch wie lassen sich die Public Libraries an die Erfordernisse einer modernen Zeit anpassen? Einige Bibliotheken verzichten bereits auf die Bürokratie rund um die Anmeldung, z.B. fragen Bibliotheken in der Gegend um Stockport, Blackpool und Manchester bereits nicht mehr nach einen Ausweis. Der Rat von Camden im Norden Londons überarbeitet die Regeln, um Essen, Handytelefonate und Gespräche in der Bibliothek zu erlauben. Der Rat ist auch überzeugt davon, durch das Angebot von Computerspielen das Interesse anzukurbeln. In Hillingdon westlich von London wurden die Bibiotheken renoviert, bekamen ländere Öffnungszeiten und wurden Franchisenehmer bei Starbucks, um auch Cafes anzubieten. Der Erfolg zeigt sich in der Zunahme der Besucherzahlen um 11.000. Dass diese Besucher nicht nur zum Kaffeetrinken kamen, zeigen auch die um 12.000 Entleihungen gestiegene Ausleihstatistik.

Es gibt weltweit herausragenden Bibliotheken, die beeindruckende Visionen zeigen. Die New Yorker Public Library bietet ihren Nutzern Zugang zu Millionen Büchern. Sie arbeitete auch mit Google zusammen, um eine digitale Bibliothek zu schaffen. Die französische Nationalbibliothek setzt auf Computer. Das britische System, welches von lokalen Regierungen abhängt, erregen Neid auch Neid anderer.

“Libraries abroad are in many ways envious of what we are able to do. Big cities abroad have fantastic libraries but they are not so good at having the library at their doorsteps,” said Mr Clare.

Die Society of Chief Libraries erwägt ein ähnliches Modell wie die British Columbia Libraries’ mit der “BC One”-Karte, einer Bibliothekskarte, die von Zuhause aus ihrem Besitzer Zugang zu allen Bibliotheken der canadischen Provinz bietet. Gleichzeitig planen die Minister einen Haustürlieferservice ähnlich der Website Lovefilm.co.uk anzbieten, bei der DVDs online entliehen werden kann, die dann per Post nach Hause geliefert werden und die in einem bereits frankierten Umschlag zurückgesandt werden können.

The Culture minister, Margaret Hodge, has championed ideas to rejuvenate libraries, such as having libraries in shopping centres or rail stations and a possible deal with coffee chains that would see cafes opened in the building.

Über allem steht die Frage: Ist die Bibliothek eine sterbende Institution?

Für ein Ja spricht:

  • Unterstützung und Ausleihstatistike sind in den letzten fünf Jahren gesunken ohne Anzeichen für einen Aufwärtstrend
  • Die kommerzielle Macht der Buchläden und der billige Zugang zu Webangeboten wie Amazon zerstören die lokale Bibliothek
  • Die finanzielle Unterstützung der meisten Bibliotheken reicht nicht aus, um ihr Überleben zu sichern

Für das Überleben spricht:

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