PL2020 Tour – Bibliothek oder Wohnzimmer

Anca Vasilescu,Bibliothekarin der Astra Sibiu County Library erklärt die Idee hinter der Konzeptbibliothek: Staubige Orte in moderne Wissenszentren zu verwandeln, wo sich jeder aus der Kommune eingeladen fühlt zu lernen und zu teilen. Die Menschen trugen dazu bei hier ein gemeinsames Wohnzimmer zu schaffen. Sebastian Dotcos, Bürgermeister von Marpod ist sehr glücklich über die Rolle seiner Bibliothek vor Ort. Er erklärt auch, dass die Bibliothek der Ort ist, in der alle Gruppen und Vereine im Orte ihre Treffen abhalten.

Teilen

Ähnliche Beiträge

[Infografik] Das weltweite Wachstum von Social Media im Jahr 2014

Gefunden über Steffen Meier auf Twitter: Social Times

Teilen

Ähnliche Beiträge

Living Knowledge – eine neue Zukunftsstrategie für die British Library 2015-2023

Die British Library hat unter dem Titel “Living Knowledge” am 12 Januar ihre neuen Zielsetzungen bis 2023 veröffentlicht. Ihr Ziel ist es, die am meisten geöffnete, kreativste und innovativste Einrichtung ihrer Art auf der Welt zu werden. Im ersten Video wird ein exemplarischer Tag in der British Library gezeigt. Der Soundtrack im Kurzvideo stammt von DJ Yoda. Auf der Webseite des Kompetenznetzwerks der Bibliotheken (KNB) wurde am 19.01. über “Living Knowledge” Näheres auf Deutsch berichtet.

Weiterführende Informationen

» Weiterlesen

Teilen

Ähnliche Beiträge

Japanischer Streik in der Nationalbibliothek Rumäniens

„In der Bibliothek herrschen Zustände, die vielleicht im 19. Jahrhundert akzeptabel waren—es gibt nur noch ein Magazin und einen Leseraum“, sagten die Bibliothekare in einer Pressemitteilung.

Vor wenigen Tagen veröffentlichte die IFLA ein Statement über die Lage der Bibliotheken in der Ukraine. Es wäre sehr wünschenswert, wenn Sie und/oder Kulturbeauftragte der Europäischen Union das auch zur Lage der Nationalbibliothek Rumäniens (BNR) in die Wege leiten könnte. Durch den Artikel “Die rumänische Regierung besetzt ihre eigene Nationalbibliothek” von Ioana Moldoveanu im Vice Magazine wurde ich vorgestern auf die aktuellen Zustände in der Nationalbibliothek von Rumänien (zweitärmstes EU-Land) aufmerksam. In einem Blogbeitrag aus dem Jahr 2011 hatte ich an dieser Stelle bereits über das Haushaltsdefizit, den zahlreichen Krediten Rumäniens vom IWF und der EU-Kommission berichtet, was dazu führte, dass 2013 die Auslandsschulden über 100 Milliarden € betrugen, (70 % des Bruttoinlandsproduktes). Dies hat sicherlich alles seine Auswirkungen auf den Kultur- und Bildungsbereich, wie der folgende Fall in der Nationalbibliothek zeigt. Seit wenigen Tagen ist zwar die Regierungskrise im Land endlich beendet, was ein Hoffnungsschimmer für die Weiterentwicklung der Nationalbibliothek sein könnte. Die Nationalbibliothek wurde zum großen Teil durch ein Darlehen der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung gebaut. Vor zwei Jahren wurde sie feierlich eröffnet. Deren Kosten beliefen sich auf 69.963.068 Euro.

Mediafox

Im selben Jahr bezog das rumänische Kulturministerium vier Büroetagen, die eigentlich den Leser und Leserinnen und den Mitarbeitern der Bibliothek zugestanden hätten. Aktuell ist geplant ein weiteres Stockwerk durch das Ministerium zu besetzen, ebenso das Erdgeschoss, den Hauptkorridor und das Zwischengeschoss. Der freie Zugang für Benutzer und Bentzerinnen ist somit mehr denn je in Gefahr. Um Geld in die Kassen zu spülen plant das Kulturministerium sogar einige Räume zu vermieten, die eigentlich für Kulturveranstaltungen verwendet werden. Dabei handelt es sich um 65 % des öffentlichen Raumes der Nationalbibliothek, welcher vom Kulturministerium in Beschlag genommen wurde. Ein weiteres Manko der “Serviceeinrichtung” Nationalbibliothek Rumäniens ist die Unterbesetzung von Mitarbeitern. Um eine gute Versorgung und einen guten Service zu gewährleisten müsste die Bibliothek etwa 1.000 Mitarbeiter haben. Das ist aber mitnichten der Fall. Sie beschäftigt derzeit etwa 200 Mitarbeiter. Trotz des Sponsors Samsung dessen Werbung an der Außenfront zusätzliches Geld einbringt, scheint die Situation katastrophal zu sein. Moldoveanu beschrieb den aktuellen Stand so:

“Jetzt droht das Ministerium jedoch damit, die Bibliothek zu verklagen, wenn sie das Gebäude nicht freigibt. Um ein staatliches Gerichtsverfahren aufzuhalten, bedarf es leider oft mehr als einer Briefkampagne und ein paar wütender Kommentatoren.”

Gestern traten etwa 150 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in einen sogenannten japanischen Streik. Hierzu hatte die Gewerkschaft und der Verband der Bibliothekare der Nationalbibliothek von Rumäniens aufgerufen. In der Zeit von 8-18 Uhr protestierten die Mitarbeiter mit einer weißen Armbinde gegen die unfairen Bestimmungen des Regierungsbeschluss 862/2013. In der Zeit von 12-12:10 Uhr wurden Teilnehmer gebeten ein Buch, Smartphone oder Laptop mitzubringen und einen stilles Treffen abzuhalten. Bereits im Vorfeld hat es dazu am 28. Februar eine Veranstaltung mit dem Titel ” Die Nationalbibliothek – Demokratischen Raum der Kultur und des Wissens” gegeben, bei der zahlreiche Schriftsteller, Intellektuelle und ehemalige Politiker Stellung bezogen.Es wäre aus diesen dargelegten Faktoren eine Aufmerksamkeitssteigerung nötig, die auch durch Stellungnahmen des Europäischen Bibliotheksrats und der IFLA erzeugt werden könnten, der freie und offen Zugang ist an der Nationalbibliothek Rumäniens schon seit längerem in Gefahr.

Der folgende sehr kurze Betrag in rumänischer Sprache gibt einen Eindruck über die gestrigen Proteste:

» Weiterlesen

Teilen

Ähnliche Beiträge

Digitale Straßenbibliotheken Teil IV: Eine Bibliothek für Fernbusreisende

Seit fast genau einem Jahr dürfen Linienbusse zwischen allen deutschen Städten fahren, wie das beispielsweise in Spanien und anderswo schon länger der Normfall ist. Die Liberalisierung des Busmarktes hat das Reisen in Deutschland verbilligt. Niemand braucht mehr eine Bahn-Card zu besitzen oder ein Auto. Nur mehr Zeit ist dabei einzuplanen. Alexander Demling brachte es letztes Jahr in dem Artikel “Liberalisierter Fernreisemarkt: Ludwig Erhard würde Bus fahren” auf den Punkt, indem er darauf hinwies, dass insbesondere Menschen mit niedrigen Einkommen diese Alternative nun zur Verfügung steht. Zudem sei das Personal der staatlichen Anbieter, wie der Deutschen Bahn, oftmals schlechter bezahlt im Gegensatz zu so manchen Busfahrern:

Der Kampf gegen Monopole im Dienste der sozialen Gerechtigkeit ist kein neoliberales Ablenkungsmanöver. Selbst der linke Vordenker Colin Crouch erinnert seine Gesinnungsfreunde gerne daran, dass sie ihren Kampf gegen offene Märkte oft an der Seite von Großkonzernen führen – obwohl sie doch eigentlich die Interessen normaler Bürger im Auge haben sollten. Ludwig Erhard nannte es “den sozialen Sinn der Marktwirtschaft, dass jeder wirtschaftliche Erfolg dem Wohle des ganzen Volkes nutzbar gemacht wird”.

Hinzu zum sozialen Aspekt, kommt seit kurzem die kostenfreie Reisebibliothek, welche der Fernbusanbieter city2city seit Dezember 2013 im Angebot hat.

Das Angebot für Fahrgäste nennt sich „time4books“. Der Piper-Verlag stellt die “Bücher” zur Verfügung, zu welchen die Reisenden über einen QR-Code Zugang erhalten. Es ist geplant alle 3-4 Monate ein neues Sortiment anzubieten. Ein weitere Plus diese Buslinie zu nutzen, ist das kostenlose WLAN-Angebot. Im Gegensatz zur Deutschen Bahn, die nun auch dieses Jahr wieder die Fahrpreis um 3 % anheben wird und immer noch über keine kostenfreie WLAN-Verbindung verfügt, ist City2City hier Vorreiter. Allerdings sind es, wie bei dem Beispiel aus Bukarest, welches hier im Blog 2012 vorgestellt wurde, nur Leseproben, welche nur bis zu 35 Minuten ein Lesevergüngen bieten. Dennoch könn(t)en neben den Verlagen auch Bibliotheken profitieren, indem diese gezielt damit deutschlandweit werben, dass sie E-Books – in diesem Fall aus dem Piper-Verlag – kostenfrei (je nach Jahresgebühr) in vollständiger Form anbieten. Selbst wenn kommunale Bibliotheken eben dafür einen anderen Fernbusreisenanbieter finden, der bereit wäre die Onleihe auf bestimmten Strecken zu ermöglichen. Zudem gibt es ein Gewinnspiel, bei dem Reisende das vollständige Buch gewinnen können. Wie Buchreport gestern anmerkte, gibt es ähnliche Angebote in Italien. Dort bietet der Verlag RCS Libri über ein WLAN-Netz vollständig kostenfreie E-Books in Zügen der der Eisenbahngesellschaft NTV an. Deren Ziel ist es, das Nutzungsverhalten der Leser zu erforschen. Im Blog eBook-Fieber wird festgestellt, dass solche Ideen und Maßnahmen diejenigen Skpetiker unter den Leser und Leserinnen an das elektronische Lesen gewöhnen und Lust auf Mehr machen.

Schließlich merken sie spätestens beim entspannten Sitzen im Bus, wie einfach man auch unterwegs an Nachschub für die digitale Bibliothek herankommt. Wer dann vom Lesen auf Tablet oder Smartphone nicht ganz so angetan ist, kann sich ja immer noch nachträglich einen eReader zulegen. Was haltet ihr von dem Piper-Angebot?

Teilen

Ähnliche Beiträge

Digitale Straßenbibliotheken Teil II: Die Vodafone Bibliothek an der Metrostation Piaţa Victoriei in Bukarest

“Vodafone Romania are using QR Codes in Victoriei station, Bucharest. The ‘digital library’ allows passengers to scan a QR Code on the book’s spine and download a pdf, ePub or audio version to use on the train.” QR Code ® Artist

Ende August 2011 wurde hier im Blog das Leseförderungsprojekt “Lecturi Urbane” vorgestellt, das sich inzwischen in vielen Städten Rumäniens verbreitete. Dabei handelt(e) es sich um eine Art Bücherverteilaktion, um U-Bahnfahrgäste zum Lesen zu animieren.

Die neueste Aktion wird von Vodafone Romania, den Firmen Metrorex, McCann Ericsson România und dem Verlag Humanitas finanziert und dauert noch bis Ende Oktober an. Auf einer rumänischen Webseite wird die Bibliothek als «Biblioteca digitală Vodafone« bezeichnet. Passanten und U-Bahnfahrgäste, welche die U-Bahnstation “Piaţa Victoriei” betreten, können sich unabhängig vom Mobilfunkanbieter, kostenfreie Inhalte auf ihre Handys oder Tablet-PCs herunterladen.Dabei ist aber zu beachten, dass es nur ein Buch gibt, das überhaupt vollständig im Volltext zum Download freigegeben ist: “Sub pecetea tainei” (“Unter dem Siegel des Geimnisses”) von Mateiu I. Caragiale. Des Weiteren ist es mögliche Teile aus Werken von Neagu Djuvara, Lucian Boia, Mircea Cartarescu, Mircea Eliade, Constantin Noica Liiceanu Andrei Plesu, Radu Paraschivescu und ausländische Autoren wie Amos Oz, Nikos Kazantzakis, Franz Kafka, Paulo Coelho, CS Lewis, Milan Kundera, Gottfried August Bürger und Leo Tolstoi zu lesen. Insgesamt sind 49 E-books und zum Download mithilfe von QR-Codes freigegeben. In den Formaten PDF und EPUB können diese gelesen werden. Die Nutzer werden dann auf folgende Webseite geleitet: http://www.bibliotecapemobil.ro

Wenn Besucher der Digitalen Vodafone Bibliothek an anderen Titeln, welche sich auf der soeben genannten Webseite befinden, interessiert sind, dann werden sie auf den Webauftritt des Verlags Humanitas weitergeleitet. Es besteht dann die Möglichkeit diese Titel kostenpflichtig zu erwerben. Die zeitlich begrenzte und seit Mitte August 2012 laufende Aktion ist Teil der Vodafone-Kampagne “Vodafone brings the optimistic together. Together we are stronger”. (Vodafone aduce impreuna oamenii care cred in mai bine. Impreuna suntem mai puternici).

In einem anderen Teil der Metrostation gibt es einen “digitalen Floristen”. Durch das Einscannen eines virtuellen Blumenstraußes können U-Bahnfahrgäste diese an Bekannte, Freunde und Verwandte in der ganzen Welt versenden.

Auf dem Blog “The Digital Reader” wird auch auf das Projekt Ingeborg in Klagenfurt verwiesen, das mit der Digitalen Vodafone Bibliothek in Bukarest bislang einzigartig ist. Ähnlich wie die Firma Vodafone Teile der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar sponserte (ca. 5 Millionen €) ist diese digitale, aber zeitlich begrenzte Bibliothek, ein weiteres Beispiel für eine Kulturförderungsinitiative, die Lust auf E-Books machen soll.

Teilen

Ähnliche Beiträge

Vorstellung des Bukarester Leseförderungsprojekts "Lecturi Urbane", das sich rumänienweit verbreitete

Du öffnest ein Buch, das Buch öffnet dich.“

Chinesisches Sprichwort

Im letzten Jahr hatte Dörte ja bereits mit ihrem Blogeintrag “Die Auflösung der Bibliothek als fester Ort” gewisse Entwicklungen näher dargelegt, wie sie die Hamburger Bücherhallen (Seite 29) in Kooperation mit der EKZ vorantreiben: Die Entwicklung von Containerbibliotheken

Nachdem Miriam Hölscher & Corinna Sepke 2010 den B.I.T.-Innovationspreis für ihre Masterarbeit “Moving Libraries: Mobile Bibliothekskonzepte als Antwort auf die Herausforderungen der modernen Informationsgesellschaft” diese Art von Bibliotheken einem breiteren Publikum bekannt gemacht hatten, wurde vermutlich deutlich, wie sich Bibliotheken bereits verändert haben, was vielen Bücher- und Bibliotheksfreunden vielleicht bis zu dieser erfolgreichen Masterarbeit  entgangen sein durfte.

An dieser Stelle soll eine Aktion vorgestellt werden, die Ähnlichkeit mit Bibliometro hat, aber bibliotheksunabhängig agiert: “Lecturi Urbane”

Ehrenamtliche HelferInnen folgen in regelmäßigen Abständen den Aufrufen, die auf der Webseite www.civika.ro angekündigt werden und treffen sich an einer bestimmten U-Bahnstation in Bukarest. Dort erhalten sie von den jeweiligen ProjektleiterInnen eine Tasche mit Büchern und gehen damit in die nächstbeste U-Bahn. Alex Sterescu schrieb 2010 sehr anschaulich wie die Fahrgäste in der U-Bahn durch die ehrenamtlichen HelferInnen auf das Projekt aufmerksam gemacht werden:

“Hier wird mit taktischem Geschick die Aufmerksamkeit der Fahrgäste geweckt: Einige der Teilnehmer kramen einfach ein Buch hervor und beginnen zu lesen, während die restlichen Volontäre den überraschten Metro-Reisenden ausgewählte Bücher schenken.”

Bei den Büchern handelt es sich zumeist um bereits gebrauchte Bücher. Mittlerweile konnten Sponsoren hinzugewonnen werden, die neue Bücher finanzierten. Die Bücherverschenkungsaktion, welche von der Bürgerinitiative CIVIKA ausging, zeigt, dass viele Menschen in den U-Bahnen Bukarests nicht unbedingt alle gerne lesen wollen, da sie gerade von der Arbeit heimkommen und erst einmal keine Lust auf Literatur haben. Menschen zum Lesen an öffentlichen Orten zu ermutigen ist das Ziel dieses Projekts.

Der Ideengeber Adrian Ciubotaru beschrieb die Reaktionen gegenüber der Kulturzeitschrift Dilemateca wie folgte:

“Es gab Fälle, in denen Menschen unsere Bücher mit der Begründung ablehnten, sie hätten bei der Arbeit die ganze Zeit auf ihren PC-Schirm gestarrt und davon Augenschmerzen bekommen. Die meisten waren allerdings erstaunt, dass eine Handvoll Jugendliche in der U-Bahn Bücher verschenkt. Und die große Mehrheit reagierte mit Bewunderung auf unsere Aktion, ich bin sehr zufrieden, dass uns die Leute ermutigt haben, die urbanen Lektüren fortzusetzen.”

Lecturi Urbani” mit Ciubotaru als Mastermind dieser inzwischen landesweiten Leseförderungsprojekts will eines Tages eine eine mobile „Underground-Bibliothek” einrichten. Im Gegensatz zu Bibliometro sollen sich die Bücherregale in den U-Bahnwägen befinden, die es den Fahrgästen erlaubt kostenlos Bücher “auszuleihen”. Nach aktuelleren Quellen hat sich diese Form der Leseförderung mittlerweile auch auf andere Städte und Plätze Rumäniens ausgedehnt. Auf Facebook sind mittlerweile 21 rumänische Städte, die über eine Fanseite von “Lecturi Urbane” verfügen, verzeichnet. Der Webauftritt macht sogar auf 31 Städte innerhalb Rumäniens aufmerksam, die sich ans “Lecturi Urbane” mit dem oben angefügten Logo beteiligen. Außerdem ist “Lecturi Urbane” auch auf Open Air Musikveranstaltungen präsent. Mittlerweile hat sich das Projekt aufs Land ausgedehnt und heißt dort: “Lecturi rurale

Alex Sterescu machte in einem Artikel aus dem Jahr 2010 deutlich, das insbesondere nach dem Fall des Eisernen Vorhangs die Lesekultur in Rumänien vernachlässigt wurde. Einer Studie zufolge lesen 30 % der RumänInnen überhaupt nicht, weiter 30 % lesen nur 1-3 Bücher im Jahr. » Weiterlesen

Teilen

Ähnliche Beiträge

Rumänien erhält 26,9 Millionen US-Dollar von der Bill & Melinda Gates Stiftung

Wie das Internetportal Romania Business Insider gestern berichtete, werden die öffentlichen Bibliotheken Rumäniens demnächst von der Bill & Melinda Gates Stiftung  nochmal mit 26,9 Millionen US-Dollar unterstützt. In Polen, Lettland und Vietnam sponsert die Bill & Melinda Gates Stiftung ähnliche Programme. Ziel ist es 800 Bibliotheken in Rumänien zu modernisieren. Bisher wurden schon öffentliche Bibliotheken mit 3.800 Computern ausgestattet. Biblionet wurde ebenfalls von der Bill & Melinda Gates Stiftung finanziert und beinhaltete unter anderem Weiterbildungsmaßnahmen für BibliothekarInnen.


Eines der Ziele von Biblionet ist es, den Zugang der Bevölkerung Rumäniens zu öffentlichen Bibliotheken  zu forcieren und das nationale Bibliothekswesen besser zu organisieren. Ein Blick auf die Webseite lohnt sich, wie ich finde, da es die Tragweite und den Erfolg von Biblionet deutlich macht. Biblionet wurde 2007 gegründet und definiert auf der Webseite folgende Ziele:

  1. Facilitating Access to Information […]
  2. Preparing Public Librarians  […]
  3. Promoting the Value of  Libraries […]
  4. Fostering Government Support […]

Die finanzielle Förderung von Biblionet durch den Staat wird nach Auslaufen der Unterstützung durch die Bill & Melinda Gates Stiftung im Jahr 2013 nötig werden. Der gegenwärtigen Haushaltslage des Landes zu urteilen, wird dies  sicherlich schwierig werden.  Im Zuge der Finanzkrise erhielt Rumänien einen Kredit von insgesamt 17 Milliarden Euro vom IWF (Internationalen Währungsfonds), weiteren internationalen Organisationen und der Europäischen Kommission. In den letzten zwei Jahren hat sich die Staatsverschuldung von 109,1 Milliarden Lei bzw. 21,6% des Bruttoinlandsprodukts (BIP) im Jahr 2008 auf nunmehr 193,89 Milliarden Lei und damit auf 37,9% des BIP  im Jahr 2010  fast verdoppelt. Gegenüber dem Internationale Währungsfonds (IWF) und der Europäische Kommission hat sich die rumänische Regierung verpflichtet das Haushaltsdefizit auf unter 4,4 % des BIP zu senken. Wenn die Löhne weiter so niedrig bleiben in Rumänien und der Staat versucht seine Schulden durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer und anderen Möglichkeiten zulasten der Bürger auszuschöpfen, wird es weiter einen sogenannten Brain Drain geben. Bereits im letzten Jahr verließen 2,77 Millionen Rumänen das Land, was einem Anteil von ca. 13 % (11,8 % Hochschulabsolventen) an der Gesamtbevölkerung entspricht. Spätestens 2013 ist ein erhöhter Brain Drain zu befürchten, wenn am 1. Mai in der EU der Arbeitsmarkt für Rumänen und Bulgaren geöffnet wird.

Teilen

Ähnliche Beiträge

Siebenbürgische Bibliothek mit Online-Katalog

Heute nutzt kaum jemand eine Bibliothek, von der er gar nicht weiß, was er dort finden kann. Im Internetzeitalter heißt dies, dass den Bibliotheken viele Nutzer verloren gehen, die ihre Bestände nicht online sichtbar machen. Das hat die Siebenbürgische Bibliothek inzwischen wohl erkannt. Es war nicht so, dass Bestände nicht online suchbar waren, aber sie waren nie vollständig von außerhalb sichtbar. Bisher waren alle Titel und Medien, die seit 1995 in den Bestand der Siebenbürgischen Bibliothek aufgenommen wurden, über das Onlineportal des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB) abrufbar. Allerdings ist dies nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was die Bibliothek tatsächlich zu einem gewünschten Thema besitzt. Seit kurzem kann über die Webseite des Siebenbürgen-Instituts über “Bibliotheksrecherche” der eigene Online-Katalog der Siebenbürgischen Bibliothek aufgerufen werden.

Der Gundelsheimer OPAC wird zukünftig den Periodika-Bestand besser sichtbar machen. Ziel ist es, noch in diesem Jahr die Bestände der rund 2.700 Zeitschriften, Zeitungen, Jahrbücher genauer zu erfassen und in den OPAC einzuarbeiten. Bisher ist dieser Bestand nur summarisch im Gastportal des SBW abgebildet. Parallel zum Tagesgeschäft werden auch die Altbestände (Zugänge vor 1995) retrokatalogisiert. Bisher vollständig erfasst sind die Signaturgruppen A I (Bibliographien) bis K I (Kulturgeschichte und Kunst). Somit sind derzeit 75.000 Medieneinheiten in SWB und OPAC sichtbar.

Das Archiv ist größtenteils noch nicht im Internet sichtbar.

Christian Reinerth, dessen Tod uns schmerzlich getroffen hat, konnte indes in den letzten Jahren von insgesamt 144 Familien- und Personennachlässen (bzw. Vorlässen) den Großteil ordnen. Auf einer Liste, die er uns hinterlassen hat, sind zu 53 Nachlässen Findbücher vermerkt, zu weiteren 40 Karteikarten, das heißt 93 Nachlässe sind erschlossen und können vor Ort eingesehen werden. Die Liste ist auf der Archivseite der Homepage einsehbar. Am Katalog des genealogischen Archivs arbeitete er zusammen mit etlichen ehrenamtlichen Mitarbeitern, genannt seien hier stellvertretend für viele nur Karl Bertleff und Jutta Tontsch.

Gearbeitet wird derzeit auch an der Erschließung des Bild- und Tonarchivs mit rund 20 Medientypen. Ein großer Teil des Fotobestandes wurde nach einer neuen Systematik sortiert und fachgerecht verpackt. Auch die Fotoabzüge des Denkmaltopographie-Projekts aus den 1990er Jahren sind neben sämtlichen Fotoalben , CDs und DVDs als auch Pläne geordnet, sowie ein Teil der Glasnegative und der Großteil der Videos. Durch ehrenamtliches Engagement konnte der Bestand der Lauffilme erschlossen werden.

Der dem Beitrag zugrundeliegende Beitrag nutzt auch die Möglichkeit, den treuen Freunden der Bibliothek zu danken, die den Service trotz des ständigen Personalmangels mit ehrenamtlicher Arbeit mit am Laufen halten. Aber auch die Medien- und Geldspenden sind unverzichtbar.

Weber, Annemarie: Siebenbürgische Bibliothek online: „Nationalbibliothek“ in Gundelsheim stellt Katalog ins Internet, Siebenbürgische Zeitung

Teilen

Ähnliche Beiträge

Neues von der Siebenbürgischen Bibliothek

Das Siebenbürgen-Institut in Gundelsheim nutzt das digitale Medium verstärkt auch für seine Forschungsarbeit. Im Mai letzten Jahres wurde die Website des Instituts modern und professionell umgestaltet. Dies war der erste Schritt in eine digitalere Ausrichtung. Jetzt setzt man mit einem Auflichtscanner einen neuen technischen Schwerpunkt besonders im Bereich Familienforschung.

Seit Ende letzten Jahres besitzt das Siebenbürgen-Institut besitzt einen hochmodernen, 35.000 Euro teuren Aufsichtscanner der Marke Zeutschel. Dieses Gerät verdanken sie der Förderung durch den Beauftragten für Kultur und Medien (BKM). Dieser Scanner ermöglicht ein sanfte Behandlung des Scangutes, welches durch eine Glasplatte auf einer Buchwippe, die einen Höhenausgleich ermöglicht, fixiert wird. Die Seiten werden dann eingescannt. Das Abspeichern in mehreren Formaten ist möglich (jpg, pdf, tif).

Nett war die Beschreibung der Probleme, die es gab, zumal man selten davon liest. In den ersten zwei Monaten mussten die Hard- und Softwarespezialisten des Lieferanten öfter vorbeikommen, da nicht alles sofort so funktionierte wie es sollte. Der Scanner steht nicht für die öffentliche Benutzung bereit, sondern wird intern vom Fotoarchiv genutzt. Damitsollen vor allem Drucke und Handschriften, Lankarten (bis DIN A2), beschädigte Bücher und Schriften gescannt werden. Sie sollen dann in bester Qualität, in mehreren Formaten und besten Farbeinstellungen gespeichert und gesichert werden. Dabei kam es beim Abspeichern großer Datenmengen zu Softwareproblemen und auch der Laser streikte zeitweilig.

Jutta Fabritius, die Betreuerin des Bildarchivs und „Herrin“ des Geräts, hat mit viel Geduld alle Macken registriert und mit den Fachleuten über optimale und schnelle Lösungen kommuni­ziert.

Erste eingescannte Ergebnisse können auf der Website frei unter “E-Transylvanica” bewundert werden. Zu finden sind die “E-Transylvanica” über dem roten Balken in der dort abgebildeten Navigationskette:

Startseite :: Neuerscheinungen :: Bilder aus Siebenbürgen :: Spenden :: Bibliotheksrecherche :: Suche :: E-Transylvanica :: Sitemap

Gut wäre es, wenn die Rubrik zukünftig auch unter dem besser sichtbaren Punkt “Bibliothek und Archiv” zu finden wäre. In Zukunft sollen die “E-Transylvanica” verstärkt mit Leben gefüllt werden.

Zu den ersten Digitalisaten gehören die Bände des Urkundenbuchs zur Geschichte der Deutschen in Siebenbürgen oder eine Gesellenordnung, begonnen 1566. Die Digitalisate werden als PDF in guter Qualität angeboten und haben ein Texterkennungsprogramm durchlaufen, so dass die Texte im Volltext durchsuchbar sind.

Die Siebenbürgische Bibliothek freut sich auch, die Kirchenmatrikel von Birthälm, Girelsau, Leschkirch, Martinsdorf und Schellenberg auf CD-ROM anbieten zu können. Dabei wurden Mikrofilme nachträglich im Auftrag verschiedener HOGs digitalisiert. Es folgt als nächstes eine digitale Bearbeitung der Mikrofilme der Gemeinden Baierdorf, Zuckmantel, Martinsberg und Tekendorf. Andere HOGs, die Interesse an der Digitalisierung ihrer Mikrofilme mit den Matrikeln ihrer Heimatkirche haben, wenden sich bitte direkt an Jutta Tontsch, die bereits die anderen Digitalisierungsvorhaben umgesetzt hat. Die Kontaktdaten finden sie im Beitrag der Siebenbürgischen Zeitung.

Bereits im Januar 2010 bat Frau Tontsch in einem Aufruf in der Siebenbürgischen Zeitung darum, dass alle Landsleute, ihre Ahnenpässe und andere genealogischen Unterlagen, die sie besitzen, dem Siebenbürgen-Institut zur Verfügung stellen. Viele kamen diesem Aufruf bereits nach.

So verzeichnet das genealogische Archiv seither über dreißig Neuzugänge, das bedeutet, dass die mehr oder weniger berechtigte Scheu, mit diesen Papieren an die Öffentlichkeit zu gehen, weitgehend überwunden wurde und diese einmaligen und verlässlichen Unterlagen zentral gesammelt werden können.

Die Daten zu diesen Unterlagen werden schrittweise in den Katalog des Genealogischen Archivs integriert, der ebenfalls ber die Website des Siebenbürgischen Instituts aufgerufen werden kann.

Die Angebote und Forschungsbeiträge des Instituts kosten Geld. Daher werden auch weiterhin Spenden benötigt. Mit gutem Beispiel vorangegangen ist die Heimatortgesellschaft (HOG) Mühlbach.

Gerhard Wagner von der HOG Mühlbach überreicht auf Schloss Horneck am 10. März 2010 Frau Annemarie Weber von der Stiftung Siebenbürgische Bibliothek einen Scheck über 1200,00 Euro. Sie folgen damit dem Beispiel der HOG Schönberg und der Bitte um weitere Spenden für das Stiftungskapital. Sie selber wollen damit beispielhaft vorangehen und weitere HOGs zum Spenden für den den Erhalt der Bibliothek in Gundelsheim animieren.

Möchten Sie diese Unternehmung unterstützen, wenden Sie sich bitte an: Christian Reinerth, Siebenbürgen-Institut an der Universität Heidelberg, Archiv, Schloss Horneck, 74831 Gundelsheim/Neckar.

Weber, Annemarie, Reinerth, Christian: Neues aus dem Siebenbürgen-Institut, Siebenbürgische Zeitung


Das Siebenbürgische Institut ist seit 2003 ein An-Institut des Seminars für Osteuropäische Geschichte der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Damit wurden die schon seit langem bestehenden intensiven Kooperationen mit mehreren Heidelberger Fakultäten und mit der Universitätsbibliothek institutionalisiert.

Teilen

Ähnliche Beiträge
1 2