Schweizer Verbraucherschützer sehen den Informationsnutzer

Der schweizer Musikindustrieverband IFPI wurde in einem heute veröffentlichten offenen Brief von der Schweizerischen Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) aufgefordert, von ihren Forderungen bezüglich der Revision des Schweizer Urheberrechtsgesetzes (URG) umgehend abzulassen. Danach verlangt die IFPI Schweiz vom Nationalrat technische Schutzmaßnahmen Heilmittel gegen die sinkenden CD-Umsätze im Gesetz zu verankern. In der bis jetzt einschlägig geltenden Bestimmung des URG ist noch nicht verboten, dass ein Musikfan diese technische Kopiersperre umgehen darf, wenn er damit lediglich eine Kopie für den Eigenbedarf anfertigt. Sollte der Antrag im Nationalrat scheitern, fordert die SKS die IFPI Schweiz auf, darauf zu drängen, dass jegliche Software, die Systeme zum digitalen Rechtemanagement (DRM) umgeht, im neuen URG verboten wird.
Befürchtet wird, das dass die Revision des Urheberrechtsgesetzes die Balance zugunsten der milliardenschweren Unterhaltungsindustrie verschiebt.
Anders als in Deutschland sieht man jedoch ein, dass dem Konsumentennicht zugemutet werden soll, zwischen legalen und illegalen Internet-Angeboten unterscheiden zu müssen, d.h. das Herunterladen von Musik oder Filmen zum persönlichen Gebrauch bleibt auch nach Revision des URG uneingeschränkt zulässig.

Nach den Entscheidungen von Apple iTunes und anderen Musikanbietern, DRM abzuschaffen, würde die Schweiz, sollten die Änderungen so ins Gesetz eingehen, die Entwicklungen an sich zu Ungunsten ihrer Bürger verschlafen. DRM als reiner Kopierschutz hat in keinster Weise in einem Gesetz manifestiert zu werden. Modeerscheinungen einer sich erst findenden neuen Informationsform haben in einem Gesetz nichts verloren, wenn auch klar sein sollte, dass das Urheberrechtsgesetz sich den neuen Anforderungen im Sinne von Rechtsschutz, Interessensballance und Rechtssicherheit zu stellen hat.

Quelle:
Sperlich, Tom: Schweizer Verbraucherschützer fordern Musikindustrie zur Umkehr auf via heise online

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Wie verhalte ich mich urheberrechtskonform?

Die Schweiz gibt ihren Bürgern in Form eines Ratgebers zu dieser Frage einen hilfreichen Leitfaden an die Hand.
Auf der Website der Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) ist die “Handlungshilfe” mit dem Titel CDs brennen und Tauschbörsen veröffentlicht und berücksichtigt nach Angaben der Verfasser den aktuellen technischen Stand und die geltende Rechtslage in der Schweiz. Änderungen des Urheberrechtsgesetzes werden derzeit parlamentarisch beraten und sollen ggf. im vorgelegten Ratgeber durch eine Neufassung ebenfalls berücksichtigt werden.

Privatkopien sind und bleiben in der Schweiz derzeit und zukünftig möglich. Auch das Umgehen technischer Schutzmaßnahmen ist erlaubt.

Ausdrücklich wird im Ratgeber darauf hingewiesen, dass normale Brennprogramme nicht in der Lage sind, einen Kopierschutz zu umgehen. Die SKS hat aber eine Lösung parat: “Hierfür gibt es Programme, welche die Kopiersperre umgehen. Sobald die Kopiersperre umgangen ist, können Sie mit demselben Programm oder einem anderen Brennprogramm eine Kopie Ihrer CD oder Ihrer DVD erstellen. Die gebrannte CD oder DVD ist dann nicht mehr mit einer Kopiersperre versehen.”

Der Ratgeber weist deutlich darauf hin, dass Programme zur Konvertierung von Formaten dazu dienen, die Interoperabilität zwischen unterschiedlichen technischen Systemen zu ermöglichen.

Die Juristen der Stiftung gehen daher davon aus, “dass das Garantieren der Interoperabilität Vorrang vor dem Verbot der Kopiersperrenumgehung hat”.

Die in dem Ratgeber erwähnten Tipps und Tricks gelten nur im Rahmen des liberalen Urheberrechts der Schweiz, nicht ausnahmslos in Deutschland, dessen Urheberrecht wesentlich restriktiver ist.

Quelle:
Schweizer Ratgeber zur Privatkopie und Tauschbörsen auf golem.de

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Darf's ein bißchen mehr sein?

Amazon verkauft in der Schweiz etwa jedes vierte Buch billiger. Wer vier Bücher bei Amazon.ch kauft, bekommt auf das vierte Buch 20% Rabatt. Allerdings haben Kunden aus Deutschland nichts davon, denn das Angebot gilt für alle außerhalb Deutschlands.

“Dazu muss ich Ihnen leider folgendes antworten: Die Preisbindung gilt in der Schweiz noch – zum Glück. Aber der Sammelrevers entfaltet seine Wirkungen seit jeher nur für den innerschweizerischen Handel, d.h. für Lieferungen einer Schweizer Buchhandlung an eine Schweizer Endkundin. Grenzüberschreitende Angebote, z.B. Angebote einer deutschen Internethändlerin wie Amazon an Schweizer Endabnehmerinnen, unterliegen der Schweizer Preisbindung leider nicht. Aus diesem Grund formuliert Amazon die Einschränkung: «Dies gilt… nur für Lieferungen ausserhalb Deutschlands!» (Theres Stämpfli)

Quellen:
Rabatte in der Schweiz in Börsenblatt Online
Amazon darf jedes vierte Buch für 20 Prozent weniger verkaufen / In Deutschland nicht möglich auf Buchmarkt.de

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Adieu Buchpreisbindung!

In der Schweiz teilen sich derzeit die Lager. Große Buchhändler wie die wissenschaftliche Buchhandlung Klio in Zürich und die Fachbuchhandlung Karger Libri, Basel, wollen ab der nächsten Woche ihre Buchpreise an das Euro-Niveau anpassen.

Quelle: Klio und Karger Libri scheren aus via Börsenblatt Online

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Schweiz sagt nein zur Buchpreisbindung

In der Schweiz erklärte ein Gericht die Buchpreisbindung für gesetzwidrig und wies mit dem Urteil eine Beschwerde des Schweizerischen Buchhändler- und Verleger-Verbandes sowie des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels ab.

Mehr dazu: Gericht kippt Buchpreisbindung in der Schweiz in der Netzeitung

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