Lesen Sie doch, wann Sie wollen!

Im Folgenden sehen Sie einen Imagefilm der Bibliothek der Universität Konstanz.

Campus TV der Universität Konstanz stellt die Bibliothek vor.
„Lesen Sie doch, wann Sie wollen!“ ist ein kurzer Film, in dem Sie die Bibliothek kennen lernen können. Er ist das Ergebnis eines gemeinsamen Projekts der Bibliothek mit studentischen Mitarbeitern von Campus TV der Uni.


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Tschüss Elsevier – so nicht mit uns [Update 28.03.2014]

Logo Elsevier

Logo Elsevier (vektorisiert von Gaspard) [Public domain], via Wikimedia Commons


Elsevier erwartete 2013 einen Nettogewinn von 698 Millionen Euro – im Vorjahr waren es 673 Millionen Euro. Diese Gewinne sind nicht zuletzt durch eine erhebliche Verteuerung der Leistungen des Wissenschaftsverlages Elsevier zustande gekommen.

Elsevier verteuerte die Zeitschriften in den letzten Jahren erheblich. Die Universität Konstanz sieht zum sich immer weiter verschlechternden Kosten-Nutzen-Verhältnis – zu Ungunsten der Universität – und der geringen Verhandlungsbereitschaft dieses riesigen Fachverlages als Ausweg nur noch den Abbruch der Lizenzverhandlungen. Dies teilte die Universität heute in einer Presseerklärung mit. Mit etwa 3.400 Euro Durchschnittspreis im Jahr (pro an der Universität Konstanz lizensiertem Titel, erg. am 27.03.2014) sind die Kosten dreimal höher als beim nächstteuersten großen Verlag. Daher geht die Universität nun einen schweren, aber umso wichtigeren Schritt weiter:

„Die Universität Konstanz kann und will bei dieser aggressiven Preispolitik nicht länger mithalten und wird ein solches Vorgehen nicht unterstützen. Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen, den Lizenzvertrag mit Elsevier durch alternative Beschaffungswege zu ersetzen“, so Ulrich Rüdiger(, Rektor der Universität Konstanz, Anm. d. Verf.) (…).

Nun muss sich zeigen, ob andere Universitäten sich diesem Schritt anschließen und inwiefern es beim Verlag Wirkung zeigt, wenn nach und nach so sichere Einnahmen wegbrechen. Auf der anderen Seite steht die Frage, wieviele Zeitschriftenbezieher von Elsevier wegfallen können, bevor eine Literaturversorgung z.B. mit der Fernleihe nicht mehr möglich ist. Aber da ist wohl an manchen Stellen noch Luft nach oben, bei der sich deutsche Universitäten positionieren können und so u.U. ihre eigene Open Access-Strategie vorantreiben sollten.

Einen ersten Paukenschlag in Deutschland in Bezug auf Elsevier gab es bereits 2012. Am 2. Mai teilte die Technische Universität München in einem Satz mit:

Aufgrund unzumutbarer Kosten und Bezugsbedingungen hat das Direktorium des Zentrums Mathematik beschlossen, alle abonnierten Elsevier-Zeitschriften ab 2013 abzubestellen.

In diesem Jahr riefen namenhafte WissenschaftlerInnen mit „The Cost of Knowledge“ zu einem Boykott des Verlages auf. Ulrich Herb beschäftigt sich in scinoptica Blog mit Elsevier & der akademische Frühling und analysierte unter anderem die ernüchternden Ergebnisse der Umfrage des ZBW – Leibniz-Informationszentrums Wirtschaft, welches Wirtschaftswissenschaftler/innen aus ganz Deutschland zu ihrer Position zum Elsevier-Boykott und ihrer Einstellung zur Open-Access-Bewegung befragt hatte. Ein nüchternes Ergebnis, wenn es um Open Access als Alternative geht, zieht auch Andreas Loos ein Jahr nach dem Boykott-Aufruf in den Mitteilungen des Mathematiker Verbandes.

[Update 26.03.2014]

[Update 27.03.2014]

  • Schmundt, Hilmar: Großverlag Elsevier: Universität Konstanz kündigt wichtige Abos, Spiegel Online
    Hier wird es nochmal deutlich, wie sich die Bibliothek die Zukunft vorstellt und dass es nicht darum geht, Verlage abzuschaffen:

    Was bedeutet die Eskalation an der Uni Konstanz, sind Studierende und Forscher nun abgeschnitten vom Zugang zu wichtigen Zeitschriften? Nein, man habe zwar die Lizenzverträge für 99 Elsevier-Zeitschriften gekündigt, sagt die Bibliotheksleiterin Hätscher. Doch selbstverständlich können unsere Forscher auch in Zukunft auf die Elsevier-Artikel zugreifen, aber auf anderem Wege als bislang. Zum Beispiel per Fernleihe oder über die Einzelbezahlung pro Artikel.“
    „Universitäten haben nicht den Wunsch, die Verlage abzuschaffen“, sagt Petra Hätscher: „Aber der wissenschaftliche Publikationsmarkt ist im Umbruch. Es gibt schon viele Überlegungen zu neuen Veröffentlichungsmodellen.“

  • Burchard, Amory: Teure Wissenschaftsverlage Uni Konstanz trennt sich von Elsevier, Tagesspiegel
    Dort heißt es zur Reaktion von Elsevier:

    Elsevier weist die Vorwürfe zurück. „Andere Verlage haben seit 2000 deutlich höhere Preissteigerungen als Elsevier vorgenommen“, sagte die Vizepräsidentin von Elsevier Deutschland, Angelika Lex, vor einem Jahr im Tagesspiegel-Interview. Und gerade in der Mathematik habe der Verlag „die Preise einiger Journale gesenkt“. Die hohen Preise erklärten sich aus dem „Prozess der Qualitätsprüfung“, dem Elsevier die eingereichten Artikel vor der Publikation unterziehe, und aus Investitionen in digitale Neuentwicklungen.

  • Universität Konstanz übt scharfe Kritik an Elsevier-Preispolitik : „Teurer als die Wissenschaft erlaubt“, Buchreport.de

[Update 28.03.2014]

  • Vogel, Gretchen: German University Tells Elsevier ‚No Deal‘, Science/AAAS, 27.03.2014

    The breakdown doesn’t mean that University of Konstanz researchers will completely lose access to the journals, officials say. The university has access to journal archives through the end of 2013, Wandt says, and if researchers want to read articles from 2014, they will be able to access them through interlibrary loan or purchase them on a pay-per-view basis. The university library will cover any associated fees, she says, which administrators expect to be less expensive than the license agreement.
    If Elsevier approaches the university with a new offer, they would consider it, Wandt (Julia Wandt, the university’s head of communications and marketing, Anm.d.Verf.) says, but for now “the matter is settled.”

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[Kurz] Projekt „Quellentaucher“

Gestern erwähnte Bibla in einem Kommentar zur Onleihe-Diskussion ein Projekt namens „Quellentaucher„.

Im Rahmen von „Lernort Bibliothek – Bibliotheksservice digital und real“ sollen dem Besucher einer Bibliothek zwei Stationen angeboten werden, an der sie direkt an einem (Touch-)Bildschirm „Expeditionen“ unternehmen, d.h. in Informationen stöbern, oder in einen „Tiefenrausch“ versinken, d.h. im Medienbestand der Bibliothek recherchieren können. So sollen die Vorteile der physischen Regalsuche mit den Möglichkeiten der digitalen Recherche verknüpft und der Zugriff auf physische Medien und ihre digitalen lizensierten oder frei verfügbaren Pendants vereinfacht werden. Die dabei in einer Recherche erarbeiteten ERgebnisse sollen nachnutzbar werden und somit auch anderen Besuchern der Bibliothek zur Verfügung stehen.

Der Quellentaucher überwindet somit den Bruch zwischen dem physischen Ort Bibliothek und der digitalen Informationswelt (OPAC, Web, Social Media). Beide Welten werden dadurch als Einheit erfahren. Dem Besucher wird ein intuitives und unterhaltsames Stöber- und Rechercheerlebnis geboten.

Wie genau man sich diese Bildschirm-Installation vorstellen kann, zeigen die Folien der Arbeitsgruppe Mensch-Computer Interaktion der Universität Konstanz.

Erste Ergebnisse konnten gestern auch in Köln betrachtet werden, wie die Stadtbibliothek Münster (Fotos) auf Facebook hinwies.

[Ergänzung]
Glatt in den RSS-Feeds übersehen. Bereits gestern berichteten die „Nachrichten für Öffentliche Bibliotheken in NRW“ über dieses Projekt.
Lernort Bibliothek: Informationsrecherche im Tiefenrausch

Gemeinsam mit neun Lernort-Bibliotheken der „1. Generation“ entwickelte das Konstanzer Team den Quellentaucher. Als Pilotbibliothek hat sich die Stadtbibliothek Köln zur Verfügung gestellt. Es sei noch einmal darauf hingewiesen, dass es sich um ein bundesweit einmaliges Forschungsprojekt mit offenem Ausgang handelt. Ob und in wie weit diese Entwicklung Einzug in das Öffentliche Bibliothekswesen halten wird, kann derzeit noch nicht abgesehen werden. Entscheidend ist jedoch, sich auf den Weg zu machen und die Möglichkeiten einer qualitativ hochwertigen Informationsrecherche im Internetzeitalter zu erforschen. Die Kunst wird sein, Informationsrecherchen für den Bibliothekskunden intuitiv und spielerisch zu gestalten.

[Ergänzung 2]
Auch im Blog der Stadtbibliothek Köln wird darüber berichtet und das Projekt in eine Formel gebracht: Bibliothek analog + digital = Quellentaucher

Grundgedanke war, dass die sich verändernde Bibliothek stets die Grenzverschiebung zwischen analog und digital verhandelt. Ist sie ein analoger Ort? Funktioniert sie (rein) digital? Wie sehen die Verschränkungen, die Brüche dazwischen aus?

Eine mögliche Antwort auf diese Fragen hat das Team am Mittwoch bei uns vorgestellt. Das Kind des Verbundprojekts namens “Bibliotheksservice digital und real” heißt Quellentaucher.


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BibApp – die Navigation durch die Bibliothek

Die folgende BibApp ist Ergebnis einer Seminararbeit im Kurs „Usability Engineering“ im Wintersemester 2011/12 an der Universität Konstanz. Die Entwickler hierzu sind Sebastian Beisch, Steffen Maurer und Oke Tennie. Die Musik in den folgenden Videos stammt von Sean Dorff.

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Informationsplattform für Open Access

Open Access ist derzeit in jeder Munde, mal mehr oder weniger kritisch, je nachdem, welche Seite darüber spricht.
Das CEDIS der Freien Universität Berlin, die Universität Bielefeld sowie die Universität Konstanz bauen mit der Förderung der DFG und der DINI ein Portal zum Open Access auf.

Die Informationsplattform (IP-OA) will einen einheitlichen und komfortablen Zugang zu den wichtigsten Fragen rund um Open Access bieten und darüber hinaus praktische Hilfestellungen geben – einerseits für Publikationsmöglichkeiten, andererseits für die Implementierung von Open Access-Angeboten im Wissenschaftsbereich. Auf der Informationsplattform werden Konzepte, rechtliche, organisatorische und technische Rahmenbedingungen, konkrete Erfahrungen bei der Umsetzung, Initiativen, Dienste/Dienstleistungsanbieter und Positionspapiere an zentraler Stelle zusammengefasst. Zielgruppen des Angebots sind die Akteure des Wissenschaftsbereichs, insbesondere die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler selbst, aber auch die Leitungen von Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Infrastrukturdienstleister wie z. B. Bibliotheken und Rechenzentren und nicht zuletzt auch Förderorganisationen und politische Entscheidungsträger.

Quellen:
Neu im Netz: Informationsportal Open Access via IB.weblog
http://openaccess-germany.de/ (IP-OA)


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