Visitenkarte für den Bibliotheksbestand

Elektronischer Bestand ist oft unsichtbar. BibliothekarInnen fragen sich, warum sie diesen überhaupt anbieten und ob er nicht besser sichtbar gemacht werden kann.

Eine Variante, die in den wissenschaftlichen Bibliotheken eingesetzt werden, sind QR-Codes an den Regalen, die auf entsprechende elektronische Angebote bei Zeitschriften und Lehrbüchern hinweisen. Der am Regal browsende Nutzer kann diese einscannen, wenn er denn versteht, was diese Codes zu bedeuten haben und ein entsprechendes Gerät zur Hand haben, d.h. ein Smartphone oder Tablet. Nachteil ist, dass viele der dort verlinkten Angebote nicht direkt für Mobile Endgeräte geeignet sind. Die Lösung ist, dass man eben nicht direkt auf das E-Book verlinkt, sondern auf die Anzeige im Katalog oder auf die Verlagsseite. Und dann ist es dem Nutzer überlassen, was er damit anfängt.

Öffentliche wie auch wissenschaftliche Bibliotheken informieren häufig in Flyern über elektronische Angebote. Meistens geht es dann um eine Sammlung von elektronischen Medien, z.B. das Springer-Paket oder die Onleihe. Der Nutzer oder die Nutzerin nimmt dann ein in irgendeiner Form gefaltetes und mehr oder minder aufwendig gestaltestes A4-Papier mit.

Von der Stadtbibliothek Salzgitter weiß ich, dass man hier Postkarten für einzelne Titel anbietet. Der stöbernde Nutzer oder die suchende Nutzerin kann diese Postkarte mit nach Hause nehmen und dort den entsprechend QR-Code einscannen oder die angegebene URL eintippen.

David Lee King, Using Business Cards to Promote econtent, Flickr, CC BY-NC-SA

 

Fazit: Entweder kommt er nur mit bestimmten Geräten in den Nutzen von E-Books, die für seine Geräte nicht geeignet sind oder er muss eine ganze Menge Papier mitnehmen.

Daher fand ich die Idee von David Lee King nett. Dieser hat Visitenkarten entworfen, die NutzerInnen mitnehmen oder aktiv überreicht bekommen können. Verteilt werden können diese Karten auf Veranstaltungen, bei Beratungsgesprächen oder sie liegen nicht nur in der Bibliothek, sondern auch in anderen öffentlichen Räumlichkeiten aus als kleine „Informationshappen to go“ für jedermann.
 

We are using these cards to promote a bunch of services:

  • Music – promotes Freegal
  • Audiobooks – promotes OneClick Digital
  • Video – promotes Hoopla
  • Ebooks – promotes Overdrive
  • Language – promotes Mango
  • Magazines – promotes Zinio
  • Design & Program – promotes Treehouse

Neben einem aussagekräftigen Bild und einem Wort für das Angebot auf der Vorderseite, gibt es auf der Rückseite einen kurzen beschreibenden Satz zum Angebot und eine URL zum Service auf der Rückseite. Denkbar wäre auch, dass diese Visitenkarte „personalisiert“ wird, d.h. dass zudem ein Ansprechpartner und eine E-Mail-Adresse angegeben werden und so direkt Hilfestellung signalisiert wird, sollte es Probleme geben.

Was ist der Vorteil so einer Visitenkarte? Sie ist klein, passt daher irgendwie notfalls immer noch ins Portemonaie, wo sie wieder auffällt, kann bequem an einer Pinnwand oder in einen kleinen Karteikasten gesteckt werden, so dass sie eher griffbereit ist als ein fliegender Zettel. So eine Karte nimmt man dann doch mal rasch mit oder greift eher zu, weil sie schnell in einer Hosen- oder Jackentasche verstaut werden kann, d.h. die Wahrscheinlichkeit, ein zweites Mal darüber zu stolpern ist höher. Elektronische Inhalte lassen sich so wie durch Flyer erfahrbarer machen.

Wichtig ist eine ansprechende Gestaltung, eine gute Papierqualität und die Beschränkung der Information auf das absolut notwendigste.

Quelle:
King, David Lee, Using Business Cards to Promote econtent, DavidLeeKing.com


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